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Das Weblog von Thomas Wanhoff

Das Spiel Eintracht Frankfurt gegen Đồng Tâm Long An

Filed under: Asien, Mein Leben, vietnam — Thomaswanhoff at 5:42 pm on Friday, May 14, 2010

Mannschaftsbild
Heute habe ich zum dritten Mal ein Spiel der Eintracht gesehen. Das erste war in Königstein, das zweite in Frankfurt und heute in Saigon. Ich bin nun wahrlich kein Fußballexperte, aber in der ersten Halbzeit ließen sich die Frankfurterganz schön hängen, was mit einem Führungstor bestraft wurde. Verdient gingen die Vietnamesen (derzeit eher im unteren Feld der Liga) in die Halbzeitpause. In der zweite Halbzeit drehte die Eintracht dann auf während Long An gleichzeitig nachließ. Insofern ein gerechtes 3:1 am Ende.
Das 2:1 für die Eintracht
Nette Geschichten am Rande: Unser Freund Santos, eigentlich Torhüter bei Long an, durfte nicht spielen weil er nichts ans Telefon ging als in der Teamchef anrief. Santos war im Auto, und rief gleich zurück – zu spät. Dieser Teamchef ist wohl der Grund dass der Verein sportlich schlecht dasteht und viele Spieler gehen (wollen).
Die EIntracht spielte in Rot, aber nicht in roten Trikots. Die hatten sie beim Spiel in Hanoi getauscht und deshlab angekündigt, ein Weiss spielen zu wollen. Das wollten die Vietnamesen aber auch und deshalb trat Frankfurt in T-Shirts auf – ohne Spielernamen und Nummern.
Einige Hardcorefans der Eintracht wurden in einen eigenen Block untergebracht. Und verwirrten die EInheimischen erst einmal mit den Fangesängen. Am Anfang war das noch ganz lustig, als die Fans aber auch während der Eröffnung weitersangen war das eher peinlich. Eher zurückhaltend waren aber die Vietnamesen: Zum einen war das Stadion nicht wirklich voll, und zum anderen wird meist nur gejubelt wenn ein Tor fällt (übrigens auch beim Gegner). Ich war übrigens nicht der einzige Königsteiner im Stadion: Sebastian Jung ist Spieler der EIntracht und ein Königsteiner Bub. Statt Bier gab es grünen Tee und Wasser, statt Currywurst Banh Mi (Baguette mit Fleischstreifen und Chilli). Nur einige Deutsche hatten Bier mitgebracht. Bitburger machte zwar Werbung, verkaufte aber nichts.
Über die sportlichen Ereignisse, Namen der Spieler und der Torschützen informiert im Detail Klaus Veit von der Frankfurter Neue Presse zeitnah: Denn nach dem Spiel mussten Reporter und Spieler schnell zum Flughafen, noch am gleichen Abend ging es nach Hause.
Endstand

So und nochmal was zum Hören aus dem Stadion:
Listen!

Das Projekt der GTZ in Bac Lieu

Filed under: Asien, vietnam — Thomaswanhoff at 5:21 am on Wednesday, April 14, 2010

Hier in Bac Lieu bin ich auch gerade und arbeite an einem Teil dieses Projekts mit.

LKW-Fahrer überrollen Opfer in Vietnam zweimal – zur Sicherheit

Filed under: Asien, Kambodscha, vietnam — Thomaswanhoff at 5:35 am on Friday, April 9, 2010

Der Film und das Buch “Same Same but different” zeigen ja gerade ein mehr oder weniger authentisches Bild Kambodschas im Kino, aber auch für alle, die als Download sich gerne Hörbücher anhören.

Ich möchte das mal um eine weitere Sicht der Dinge in Südostasien ergänzen.
Es klingt nicht nur gruselig, es ist es auch: In Vietnam (aber auch in Kambodscha) passiert es immer wieder, dass ein LKW-Fahrer statt einem Unfallopfer zu helfen es noch einmal überfährt, um sicher zu sein, dass es tot ist.
Unfall in Hoi An by Marika
Der Grund: Für einen Verletzten muss der Fahrer ein Leben lang zahlen, und zwar an die Familie, für einen Toten gibt es eine einmalige Zahlung. Auch die Gefängnisstrafen fallen geringer aus, schlicht weil der Tote nichts mehr Belastendes sagen kann. Zeugen finden sich ohnehin kaum welche, und oft genug kann auch die Firma des LKW-Fahrers einen gewissen Einfluss auf einen Urteilsspruch nehmen.
So nachzulesen in einem Bericht der Thanh Nienh News am vergangenen Wochenende

Truck drivers often say it’s better to kill someone in an accident than injure them. The logic, half urban legend, half real, is that those responsible for injuries have to pay compensation for the rest of a victim’s life, while those who kill someone in a traffic accident only make a one-off payment and possibly a short jail sentence.

Ein Verkehrsunfall in Vietnam (und auch Kambodscha) kann mehrere Szenarien haben: Tötet ein Fahrer einen Menschen in einem Dorf auf der Durchfahrt, so wird er Gas geben und so schnell wie möglich fliehen – zumindest bis zur nächsten Stadt. Der Grund: Verärgerte Dorfbewohner könnten in lynchen. In Vietnam ist diese Gefahr geringer als in Kambodscha, wo solche Fälle oft genug passieren. Wird ein Mopedfahrer verletzt und der Unfall beobachtet, kommen viele Menschen zum Unfallort – und entledigen ihn erstmal seines Telefons und Geldes. In Kambodscha werden dann Fotos gemacht, die später in aller Brutalität in lokalen Zeitungen erscheinen.

In Vietnam ist in der Regel die Polizei vor Ort (nicht immer sofort) und wird bei tödlichen Unfällen oder solchen mit Schwerverletzten auch einen Verfahren eröffnen. Das ist aber oft genug nur ein formaler Akt, der aber mit bestimmten Gebühren verbunden ist.

Je schneller ein Fahrer eine Kompensation zahlt, umso besser, gleich, ob das für die (oft aufwändige) Beerdigung reicht.

“We had to place her coffin on the sidewalk during the funeral because the house and the alley were too small,” Mai said, adding that they had to borrow illegal high-interest loans of VND60 million from shady loan sharks for the funeral.
The family still owed VND40 million in loans after using Tuan’s VND20 million in compensation.

Der Grund warum Fahrer oft genug ohne eine Strafe wegkommen, liegt im System:

“In reality, finding witnesses and corroboration that the driver deliberately murdered a road accident victim is extremely tough,” said Nong.

Es finden sich vor allem nicht wirklich glaubwürdige Zeugen, weil die meisten Partei ergreifen – manchmal auch gegen Gebühr. Und da gilt dann in der Tat im Zweifel für den Angeklagten.

Mir wurde im übrigen auch berichtet, dass es bei LKW-Fahrern das 3-Strikes-Prinzip gibt. 3 Tote bezahlt die Firma.

Foto von Marika

Video: Das Wildlife rescue center von Wildlife at risk in Cu Chi

Filed under: Asien, vietnam — Thomaswanhoff at 4:45 pm on Thursday, February 18, 2010

Wir waren heute im Wildlife Rescue Center in Cu Chi, etwa 1.5 Autostunden von Ho Chi Minh City entfernt und haben usn erklären lassen, wie dort gearbeitet wird. Das Center nimmt vor allem Bären auf, die entweder von Bärenfarmen oder ais Privathand konfisziert werden. Das Problem ist dass in Vietnam reiche Familien meinen, einen Bären in einem Käfig zu halten sei Ausdruck von Macht und Stärke (gleichwohl es Ausdruck von Dummheit ist). Mehr im Video.

Tet Blumenfest in Phu My Hung

Filed under: Asien, vietnam — Thomaswanhoff at 3:26 pm on Tuesday, February 9, 2010

tiger year

Bei uns im Viertel, und zwar drüben wo gerade das Crescent Shopping Centre entsteht, findet dieser Tage das Tet Blumenfest statt. Anlässluch des bevorstehenden Neujahrfestes am 19.2. (wir kommen dann ins Jahr des Tigers) gibt es überall kleine Volksfeste, auf denen vor allem Blumen verkauft werden.
Aber hört und seht selbst:

Listen!

flowers for tet

Häuser-Domino: 10 Gebäude nacheinander eingestürzt

Filed under: Asien, vietnam — Thomaswanhoff at 2:06 am on Thursday, February 4, 2010

Das Stadtarchiv in Köln war ja “nur” ein Gebäude, das eingestürzt ist, hier ein Saigon haben wir gleich 10.

In a chilling domino effect, the collapse of a house in the heart of Ho Chi Minh City Sunday caused nine others in a row to collapse as well, but no casualties have been reported so far.
The incident happed at around 10.15 p.m. when some workers at the construction site of Saigon M&C building on Ton Duc Thang Street, District 1, were working on its third underground floor, witnesses said.
The workers then found artesian waters coming out from a small hole and very soon the water made it into a very big hole despite their efforts to fix it.
At the same time other workers found houses on Ham Nghi Street running across Ton Duc Thang starting to crack and subside, so they ran outside to wake up people in the houses for emergency evacuation.
Very soon after the people ran out of their houses, the house at No.3 Ham Nghi Street sank by several dozen meters, causing the one next to it (No.5) to cave in as well, witnesses said.

Das ist übrigens nicht der erste Fall. In der Dong Khoi ruhen die Bauarbeiten am Times Square, nachdem bei den Bauarbeiten Risse in den umliegenden Gebäuden auftraten. In der Nguyen Hue kam neulich das Dach herunter, und in der alten Stadt Hoi An stürzen Häuser ein weil sie nicht in Stand gehalten werden. Jede Woche lesen wir von Einstürzen.

Grund sind zum einen die schlechte Qualität der Häuser. Nicht weil sie alt sind (das auch), sondern weil man hier extrem billig baut. Das ist mehr Sand als Mörtel was da zwischen den Steinen sitzt. Und beim Stahl wird gerne auch mal die billigste Variante genommen, dei eigentlich nicht für den Hausbau geeignet ist.

Ausserdem kommt hinzu, dass bei Neubauten die Umgebung nur teilweise erforscht und gesichert werden kann. Im obigen Falle hatte man einen natürlichen Brunnen nicht erkannt (oder erkennen können), und der sprudelte plötzlich los. Gut, dass nieman verletzt wurde.

Das Leben mit der Zensur in Vietnam

Filed under: Asien, Journalismus, vietnam — Thomas at 11:15 am on Wednesday, December 23, 2009

Ich habe drüben bei KoopTech einen Beitrag geschrieben, der es immerhin ins 6vor9 bei Bildblog und zu Netzpolitik.org geschafft hat.

Wie lebt es sich in einem Land mit Zensur? Ein Bericht aus Vietnam.

Ich lebe jetzt seit eineinhalb Jahren in Vietnam. Als ich hierher kam, wusste ich, welche Beschränkungen es für Journalisten gab. Ich wusste nicht, wie wenig man das merkt. Und genau das ist das Problem.

Es gibt Zeitungen, Fernsehsender, Blogs und Social Networks. Darin mitnichten nur Propaganda, sondern auch kritische Artikel über die Umweltverschmutzung, einen Korruptionsskandal, die schlechten Jahresergebnisse der staatseigenen Betriebe. Menschen diskutieren in Blogs die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, oder beschweren sich auf Twitter über den Verkehr. Man könnte meinen, die Medienlandschaft ist nicht anders als in Deutschland zum Beispiel.

Mehr drüben bei Christiane.

Ich werde ein Investor

Filed under: Allgemein, Asien, Mein Leben, vietnam — Thomaswanhoff at 9:50 am on Thursday, November 26, 2009

Nicht nur die verschärften Einwanderungsregeln in Vietnam, sondern auch eine etwas besseres Arbeitsbasis lassen mich jetzt einen Investor werden. Konkret geht es um eine Firma, die Programm für Handys entwickelt und SMS-Lösungen. Und so die vietnamesischen Behörden mitspielen werde ich da auch arbeiten. Gewohnt flexibel natürlich, das heisst und werde wenig an EINEM Schreibtisch sitzen, sondern nach wie vor zuhause oder in Cafes mit Wifi oder eben bei (potentiellen) Kunden.
Und natürlich weiter Barcamps organisieren und besuchen (das nächste ist hier in Saigon am 13. Dezember).
Ja, wir wollen hier noch länger in Vietnam bleiben. Das Leben ist schön, das ist das wichtigste. Aber auch die beruflichen Aussichten oder wie man sagt Herausforderungen sind besser und spannender als in Good Old Germany. Naja, das Wetter ist eh besser. Land und Leute gefallen uns, das Essen auch, die internationale Community (aka Expats), in die wir aber nicht zu sehr eintauchen.
Wenn also alles so klappt, bekomme ich in 4 Wochen mein Investorzertifikat und dann auch eine Residentcard. Und dann wird mal kräftig der Mobilmarkt aufgeräumt. (Wir machen keine iPhone-Apps, sondern vornehmlich Symbian). Im B2B Bereich hat Nokia hier die Nase vorn.

Abends in Saigon Süd

Filed under: Asien, vietnam — Thomaswanhoff at 11:51 am on Monday, November 16, 2009

Listen!

Reisen in einem Land ohne Straßen

Filed under: Asien, Bhutan, Kambodscha, Mein Leben, Reisen, burma, vietnam — Thomaswanhoff at 11:55 am on Saturday, August 8, 2009

Ich reise seit über zehn Jahren durch Asien, und habe bisher jede dieser Reisen genossen. Eines aber nervt mich noch immer: Endlose Überlandfahrten. Ob Thailand oder Sri Lanka, Buthan oder eben Vietnam: für 100 Kilometer braucht man bis zu 3, manchmal sogar vier Stunden. Natürlich liegt das schlicht daran, dass man hier zu Lande kein so ausgebautes Autobahnnetz hat wie in den meisten westlichen Ländern. Ich denke, das ist nicht nur in Asien so. Von Nordafrika höre ich ähnliche Erlebnisse. Wer in seinem schicken Hotel in Tunesien sitzt, wird auch mal rauswollen und die Umgebung erkunden. Und dann ist guter Rat teuer: Wie soll ich in einem Land reisen?

In Vietnam gibt es zwar so genannte Highways, das bedeutet aber lediglich, dass eine halbwegs asphaltierte Straße von A nach B führt. In der Regel gibt es eine Spur in jede Richtung, die Breite dieser Spur ist Auslegungssache und wird je nach Bedarf angepasst. Manchmal gibt es einen Betonabsperrung in der Mitte, aber eher selten. Die Sträßen führen direkt durch die Dörfer, das bedeutet, das ständig Hühner, Hunde, Menschen, Motorräder, Kühe oder autos kreuzen.

Wer durch Vietnam reist, sollte, so meine Empfehlung, über Land zunächst versuchen einen Flug zu nehmen. Das ist immer noch die sicherste Art zu reisen. Wo keine Flughäfen, sind eventuell Bahnhöfe vorhanden. Bahnfahrten sind meines Erachtens wesentlich sicherer als Autofahrten, wenn auch nicht schneller und wahrscheinlich auch nicht konfortabler. Von Saigon nach Phan Thiet oder von Hue nach Hoi An sollte das aber locker zu machen sein.

Wen schon auf nur vier Rädern durch Vietnam, dann bitte in einem Mietwagen mit Fahrer oder einem Bus, der über einen Reiseveranstalter gebucht wurde. Öffentliche Busse sind etwas für Abenteuerer, und selbst ein Auto fahren ist ebenfalls eher nervenaufreibend.

Ähnliches gilt aber auch für andere Länder und Kontinente. Reisen per Auto oder gar Motorrad ist wirklich nur was für Kenner. Am besten ist es, sich vorher Hotels in verschiedenen Städten zu buchen und dann zu schauen, wie man am besten von A nach B kommt. Ich weiß dass Fliegen ncht gerade die umweltfreundlichste Form ist, deswegen empfehle ich auch Züge. Oder eben Busse, die dürften wohl der beste Kompromiss sein.

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