Lao-Airlines-Flugzeug stürzt in Pakse ab

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 5:06 am on Thursday, October 17, 2013

In Laos ist gestern eine ATR der Lao Airlines beim Anflug in Pakse abgestürzt. Alle 44 Passagiere und Crewmitglieder sind ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte Sturm, die Ausläufer des Tropischen Sturms NARI waren auch in Laos zu spüren (sogar hier in Thailand).

Wir sind auch mit der ATR nach Pakse geflogen, die Maschine ist weltweit im Einsatz und ich fliege gerne damit. Was in Laos wirklich passiert ist wird hoffentlich eine Ermittlung zeigen, die internationalen Standards genügt. Leider nimmt die laotische Regierung (Eigentümer der Airline) zwar gerne viel Geld von der internationalen Gemeinschaft, kümmert sich aber einen Dreck um internationale Regeln. So ist die Airline nicht IATA safetey zertifiziert.

In Entwicklungsländern hat man immer das Risiko, geringere Standards anzutreffen als in Industrieländern. Bislang hatte Lao Airlines keine Abstürze gehabt, aber mit der ansteigenden Zahl der Flüge war das wohl eine Frage der Zeit. Mein Kandidat war eigentlich Lao Central Airlines, eine neue Airline mit alten russischen 737.

Es ist sehr wahrscheinlich dass das Wetter eine große Rolle beim Absturz spielte, auch wenn solche Stürme üblich sind.

Die Tochter eines guten Freundes aus Laos, gerade mal 18 Jahre alt und auf dem Weg nach Vietnam, wo sie ein Stipendium bekommen hat, war auf dem Flug. Andere Passagiere kannten wir vom sehen – die Expatgemeinde in Laos ist klein.

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Vientianale 2013 short film contest: Mein Film wurde Zweiter

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 3:58 am on Sunday, March 3, 2013

Ein wenig stolz bin ich schon, vor allem auf die Leute, die den Film (mit)gemacht haben. Die Mühe hat sich gelohnt, die Idee wurde belohnt und Forever gewann den zweiten Preis bei der Vientianale. (Und 4 Millionen Kip, das sind immerhin 500 Dollar!)
Ich habe hier auf Englisch meine Dankesworte geschrieben, in diesem Blog nur noch dieses.

Auch wenn es in Laos schwer ist, irgend etwas zu realisieren, die Leute langsam und manchmal einfach nur faul sind, es an Leidenschaft und Verantwortungsgefühl fehlt: Mein Film beweist das Gegenteil. Alle Teammitglieder waren pünktlich um 8 Uhr bei mir, alle hielten durch bis zum Ende, waren fokkusiert und die meisten Szenen konnten wir in einem Shot drehen – und das obwohl alle Amateure waren und noch nie in einem Film mitgemacht haben. Und nur 2 in der Crew sprechen English, Nin, mein Kameramann und Phak, die Hauptdarstellerin.

Es scheint, dass wenn man das richtige Projekt hat und die Leute Spass dabei haben, man doch Sachen gebacken bekommt. In diesem Fall hat es ich wirklich gelohnt.

Und nun, viel Spaß mit dem Film:

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Was Ich nicht vermissen werde….

Filed under: Allgemein,Laos — Thomaswanhoff at 2:44 pm on Wednesday, February 27, 2013

Es gibt so ein paar Dinge die ich nicht vermissen werde wenn wir in Thailand wohnen. Den Staub, der hier überall ist. Den Mangel an Supermärkten in denen es alles gibt. Die Faulheit vieler hier, die einsam als Kultur verkauft wird. Die Gutmenschen, die den Menschen helfen wollen und dabei genau mit denen zusammenarbeiten die dafür verantwortlich sind dass die Menschen leiden.

Vermissen werde ich ein paar Menschen die ich schätzen gelernt habe, und solche die mir ans Herz gewachsen sind. Vermissen werde ich Klebreis und Laotisches Laap und Bier.

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Fall Sombath Somphone: Stellungnahme der deutschen Bundesregierung

Filed under: Asien,entwicklungshilfe,Laos — Thomaswanhoff at 4:14 am on Thursday, December 27, 2012

Es tut sich was: Nachdem der deutsche Botschafter Robert von Rimscha in seiner Jahresbotschaft an die deutsche Gemeinde den Fall des laotischen Aktivisten Sombath Somphone zum Mittelpunkt gemacht hat (Danke dafür), hat jetzt auch die deutsche Bundesregierung eine Stellungnahme herausgegeben:

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik, Markus Löning, sagte heute (22.12.2012):*

“Ich bin wegen des Verschwindens von *Sombath Somphone* in Laos seit dem 15. Dezember tief besorgt.

Herr Sombath Somphone ist ein auch in Deutschland besonders geachteter Vertreter der laotischen Zivilgesellschaft, der als wichtigster Initiator, Organisator und Ideengeber des bedeutendsten Europäisch-Asiatischen Zivilgesellschaftsforums überhaupt — des Asia-Europe People`s Forum Mitte Oktober 2012 — maßgeblich zum Dialog zwischen den Bürgern Europas und Asiens beigetragen hat.

Sombath Somphone erhielt 2005 den auch als “Asien-Nobelpreis” betrachteten, weltweit höchst respektierten “Ramon Magsaysay Award for Community Leadership”. Grund hierfür waren seine schon damals unermüdlichen Bemühungen für eine nachhaltige Entwicklung in Laos durch Ausbildung und Motivation der laotischen Jugend. Er setzt sich zudem vorbildlich für Armutsbekämpfung und Partizipation der dörflichen Bevölkerung ein.

Ich rufe die laotischen Behörden auf, alles in ihrer Macht stehende zur Aufklärung des Verbleibs von Sombath Somphone zu tun, um eine schnelle und sichere Rückkehr zu seiner Familie zu ermöglichen.”

Pressereferat, Auswärtiges Amt, Berlin

Sombaths Verschwinden (ich kenne ihn) ist keine simple Entführung, auch wenn die laotischen Behörden das so gerne hätten. Er wurde von der Verkehrspolizei zu einer angeblichen Routinekontrolle gestoppt, dann aber kam ein Mann mit einer Motorrad, der dann Sombaths Jeep wegfuhr. Einige Minuten später kam ein Pickup, in den Sombath einstieg. Es gibt Aufnahmen einer Verkehrskamera, die zeigen, dass Sombath offensichtlich ohne Gewalteinwirkung einsteigt. Er hätte bei einer echten Entführung sicherlich die neben ihm stehenden Polizisten angesprochen. Dass dies nicht geschah, läßt nur den einen Schluss zu, dass es staatliche Organe waren, die ihn mitnahmen.
Dass die laotische Regierung schweigt, zeigt, dass etwas faul ist. Entweder ist Sombath einem “rogue official” zum Opfer gefallen, der nicht im Sinne der Regierung handelte, oder aber er ist in Gewahrsam, und die Regierung versucht Gras über die Sache wachsen zu lassen.
Ich kann nur hoffen, dass neben Worten auch Taten folgen: Immerhin fließt eine Menge Geld nach Laos, und ein Teil dieses Geldes auch in die Taschen der Regierung, da gerade die GIZ Projekte immer gemeinsame Projekte sind.

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Schweizer Entwicklungshilfe Chefin aus Laos rausgeworfen

Filed under: entwicklungshilfe,Journalismus,Laos — Thomaswanhoff at 1:31 pm on Tuesday, December 11, 2012

Hallo deutsche Journalisten, dieses Thema wird nicht in Eurem Ticker aufgefallen sein (wenn es denn überhaupt drinnen war), aber man könnte ja mal recherchieren, wie deutsche Entwicklungshilfe-Organisationen, und vor allem die GIZ, zum Thema Land disputes stehen und wie sie sich verhalten.

Laos has expelled the outspoken head of a major Swiss charity for criticizing the government, an official from the secretive communist country said on Monday.
http://www.thelocal.ch/page/view/laos-expels-swiss-charity-director#.UMcd0Ip4ZEA

Wer möchte, kann von mir Hintergrundmaterial bekommen.

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Animal Rescue Center in Laos braucht Hilfe (aka Spenden)

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 3:48 am on Wednesday, December 5, 2012

Liebe Leser und Freunde, ich brauche Eure Hilfe. Zusammen mit einem Bekannten aus England wollen wir in Laos der erste Tierheim aufbauen. Wir haben bereits einen Sponsor gefunden, der für uns Land kauft und das überträgt. Wir haben eine Firma gegründet, die das Animal Rescue Center Laos betreiben wird.

Warum eine Firma?
Zum einen, weil das in Laos schneller geht als eine gemeinnützige Organisation zu gründen. Und wir wollten nicht ein Jahr oder länger warten. Ein anderer Grund ist, dass wir als Firma unabhängiger sind. Als gemeinnützige Organisation müssen wir eng mit der Regierung zusammenarbeiten, was vor allem Gefallen finanzieller Art bedeuten würde, aber auch der Regierung Mitsprache einräumt (offizielle oder auch indirekt). Das wollen wir vermeiden.

Wir werden einen kommerziellen Bereich haben, ein Hunde-Hotel, dass das RescueCenter mitfinanziert.

Unser Plan ist es, ein Center aufzubauen, im dem wir Hunde, Katzen, Hasen und Pferde aufnehmen können. Wir werden schon bald eine temporäre Lösung haben, wo wir die ersten Kennels für Hunde bauen können.

Was wir brauchen, sind Spenden. Diese werden ausschliesslich für das Center verwendet. In der ersten Phase sind das Miete für ein Haus mit Gelände in der Übergangsphase (etwa 250 USD/Monat), Baumaterial für Gehege und Zäune, Futter.

Da wir in Laos keinen Paypalaccount einrichten können, der Spenden erlaubt, geht das über meinen Account. Auf der Website http://www.animalrescuecenterlaos.org haben wir einen Button eingerichtet, der direkt zur Spendenseite bei Paypal führt.

Vielen Dank fürs Lesen und fürs Weitersagen.

Frohe Weihnachten nach Deutschland!

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Ein paar Worte zum ASEAN Gipfel und Amerikas Rolle in Asien

Filed under: Allgemein,Asien,Kambodscha,Laos,vietnam — Thomaswanhoff at 5:21 am on Tuesday, November 20, 2012

Ich mag es nicht nochmal auf Deutsch schreiben, deswegen die Originalversion hier:

The ASEAN summit in Phnom Penh had two important tasks: Human rights and the situation in the South China Sea. Cambodia as the host failed two times: The human rights declaration is far from what is needed and isn’t helping activists at all. It basically writes down the status quo for most countries in ASEAN, where torture, unjustice and a weak legal system is still the standard. No wonder that Cambodia, having a long rap sheet in human rights, wasn’t pushing for more.

More important for the strategic role of South-East Asia is of course the South China Sea with it’s natural ressources. China basically claims the whole area as it’s own territory, while the Philippines and Vietnam disagree. But China has it’s own way of diplomacy: It won’t talk to all, instead it insists in bilateral talks. It tries to outplay the ASEAN countries, and the the way it does it is with pressure and money. That works very well for Cambodia, the ASEAN chair, whose dictator Hun Sen is after the death of former King Sihanouk even closer with his friends in Bejing.

So the Cambodia government failed also with this issue. Instead of bringing the ASEAN countries closer together and unite them, it’s role was to support the separation managed by China.

But something else happend: Although President Barack Obama came to the summit for the second time, he made a stop in Myanmar before for the first time. Actually he was the first US-President ever to visit the country. Why he came? To set a statement, mainly to China. It says “We are here and we take the competition”.

The US knows that the importance of the middle-east is fading. Recent research showed that the US can be independet from Arab oil in a decade. The Palestin-Israel conflict is annoying and doesn’t come to any solution. The new markets and big players are in Asia. That’s why Obama is looking for allies, trying to strenght assisting ties and reviving old relations.

He can count on the Philippines, a long standing partner. Malaysia, Indonesia and Brunei are muslim countries, but moderate, and they don’t like China at all. For them, it is Asia first, but second maybe America more than China. Vietnam had already issues with China, and the South China Sea conflict doesn’t make it better. They agreed recently to accept military support from the US.

Thailand is trying to be polite and neutral. At least this is what the government does. Laos is already becoming a Chinese puppet, and so is Cambodia. But both are the poorest and least important countries.

Beside the governments, there are the people. Obama mentioned in his speech in Yangon that the most important and difficult job is not being president, but a citizen. Al his remarks about freedom and dignity and respect was targeting the common people.

What America always did very successfully was selling a life style. And it works pretty good. You won’t see people standing on the street with signs “I love Hu Jintao” or “We love Wen Jiabao” (unless they are forced to). You won’t see local activists demanding the Chinese premier to help them in environmental or human rights issues. But they do it when Obama comes. And they do it because he sells hope and the American way of life. This is what the people want.

Of course, reality in term of human rights isn’t anymore what it was in the US. They just renamed “polical prisoners” to “terrorists” and all of a sudden everything is fine. They did not limit the freedom of speeach but instead installed the Patriot Act. The US is becoming more and more repressive, basically for the same reason regimes always become: The ruling relite doesn’t want to share it’s privilegies with too many others.

But still people trust America more than China. And Myanmar plays an important role. It’s government is begging the west for more engagement, because they know if China wins, the old guys will come back and all the efforts for opening and more freedom will be set back.

The common people already made a decision: Their own country first, ASEAN next. But when it comes to a lifestyle, then it is the western way of living. Not just in terms of consumer goods (and safety of products), but also in freedom of speech and human rights.

Again Asia will the stage for the competiton of ideas. Let’s just hope this time it will remain a competition and not becoming a fight again.

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Vang Vieng in Laos: Tot, und das ist gut so

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 4:41 am on Sunday, September 16, 2012

Die Berichte aus Vang Vieng in Laos sind etwas widersprüchlich, ob es nun der Präsident war oder der Premierminister, der nach Vang Vieng kam, einig ist man sich aber über das Ergebnis: Die lauten Bars am Fluss sind geschlossen, die Stadt ist so ruhig und verträumt wie sie eigentlich sein sollte. Der Ort drei Stunden entfernt von der Hauptstadt hatte viele junge Leute angezogen, auch Wiederholer, die getreu dem Motto “nach Asien immer wieder gerne” ins Flugzeug stiegen und den Fernen Osten erkundeten.
Riverview from Hotel Ban Sabei in Vang Vieng

Jetzt lohnt sich das erst recht: Denn Vang Vieng hat die Chance, seinen eigenen Charme fernab der Sauf- und Drogenorgien zu entwickelt. Jetzt wo die Springbreaker weg sind, ist wieder Platz für solche Touristen, denen die Schönheit der Landschaft wichtig ist und nicht die der Bettgenossin.

Barbara Lanz von der Schweizer Illustrierten war gerade in Laos und hat hervorragend ironisch beschrieben, was sie in Vang Vieng und Vientiane erlebt hat. Die Backpacker sind weg, was bleibt ist ein Minimart. (Lesenswert auch ihr Bericht über Vientiane)

Eigentlich ist es mehr: Man kann die Höhlen erkunden, mit dem Kajak fahren, wandern gehen oder Rad fahren. Die Hotellage ist gut, von günstig bis sehr teuer (aber eben auch mit Luxusausstattung) ist alles zu haben. Vang Vieng hat das Zeug ein neues Highlight in Laos zu werden, wenn jetzt die lokalen Geschäftsleute investieren und ihre Shops und Restaurants upgraden.

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Und dann waren es vier…

Filed under: Allgemein,Laos — Thomaswanhoff at 8:26 am on Sunday, September 9, 2012
afternoon nap by thomaswanhoff
afternoon nap, a photo by thomaswanhoff on Flickr.

Pipa ist unser Neuzugang, schon 2 1/2 Monate alt.

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Peak Season Laos 2012: Touristen sollten besser draußen bleiben

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 4:06 am on Thursday, August 16, 2012

Man hat das Visit Laos Year 2012 ausgerufen (auch wenn es erst so richtig im Juni losging). Man baut hier maechtig viele Shopping Malls (auch wenn ich die noch nicht fertig sehe). Und man hat den ASEAM Gipfel geholt. Dummerweiser im November, Beginn der Hochsaison fuer den internationalen Tourismus.

Das bedeutet Ausnahmezustand. Das Auswärtige Amt schreibt:

Vom 03. bis 07.11.2012 finden in Vientiane zwei internationale Großveranstaltungen statt (ASEM-Business-Forum gefolgt vom ASEM-Gipfel). Angesichts der begrenzten Verkehrs- und Hotelinfrastruktur müssen Reisende damit rechnen, dass sowohl der Straßenverkehr in der Stadt als auch der Flugverkehr von und nach Vientiane in erheblichem Umfang beeinträchtigt sein werden. Zudem ist zu erwarten, dass sämtliche Hotels, wahrscheinlich auch einfachere Unterkünfte, ausgebucht sein werden.Reisende sollten vor diesem Hintergrund im Zeitraum 03. bis 07.11.2012 von vermeidbaren Reisen nach Vientiane absehen.

Im Januar, ebenfalls Hochsaison, haben wir die ATF (Asian Travel Fair) hier. Das gleiche Szenario, nur dass diesmal nicht mal genügend Zimmer für die Messebesucher da sind.

Und jetzt wundert sich noch jemand warum dieses Land es schafft im Business Climate INdex jedes Jahr zu fallen? Es ist schwierig in Laos Geschäfte zu machen, und es wird immer schwieriger. (BMW hat gerade 44 7er an den Gipfel verkauft, keine Ahnung, wer die bezahlt hat und wer die später bekommt).

Im Focus kann man nachlesen, wie das so ist hier mit Rechtssicherheit.
Ich kenne eine Firma die wartet auf 4 Millionen Dollar für an ein Staatsunternehmen gelieferte Güter. Ein anderes Familienunternehmen wartet auf 10.000 USD von einem Staatsunternehmen. Und und und.

Zur gleichen Zeit geben sich GIZ, KfW und Angestellte der Deutsche Botschaft die Klinke in die Hand nach Gesprächen mit der Regierung, in denen sie weitere Millionen Euro für Entwicklungshilfe geben. (Von denen das meiste versandet).

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Klischees über Laos und wie man es richtig macht

Filed under: Allgemein,Asien,Laos — Thomaswanhoff at 3:42 am on Monday, July 23, 2012

Man kann es so machen wie der NDR (aber sollte es nicht), sich nämlich einem Land nähern, in dem man alle Klischees erfüllt und sucht, die man so kennt. Man nehme zwei nicht ganz so smarte Reisende (Backpacker), die dumme Fragen stellen wie “Delfine im Binnenland, wie geht das denn”?, sprachliche Highlights wie “unheimlich freundliche Leute” und eben Klischees wie “ein Paradies für Backpacker”.

Der Fluss ist “Badezimmer, Waschküche und Spielplatz” klingt ja ganz lauschig, ist es aber nicht: Es gibt eben kein fließendes Wasser, keine modernen Waschmaschinen und bestimmt keine deutschen DIN-geprüften Spielplätze.
Mal abgesehen davon dass es einen Anruf bedarf um die Flussdelfine zu finden, das muss man nicht “auf Abenteuer” gehen.

Die NDR Reportage ist erst geschrieben und dann gefilmt. Kein Wort davon dass in Vang Vieng 27 Menschen im vergangenen Jahr gestorben sind, weil eben Backpacker wie die beiden im Film den Thrill suchen. Auf einem Mopen ohne Helm zu fahren, ist nicht authentisch, sondern schlicht ein Zeichen von ausgesprochenem Leichtsinn und Dummheit (mal abgesehen davon dass die beiden sich eigentlich bewusst sein sollten, dass sie als Europäer eine Vorbildfunktion haben).

Ist ja schön dass es hier Zimmer für drei Dollar gibt, aber genau dass ist eben ein Problem, warum Vang Vieng eben nicht so entwickelt ist wie Luang Prabang: Weil Backpacker zwar Geld fürs Flugticket haben, im Land aber extrem knauserig sein.

Es ist 2012, und man kann natürlich einfach mal bei Google schauen wo es Flussdelfine gibt. Aber sicherlich ist es eine bessere Idee auf einem laotischen Markt danach zu fragen. Da kann man dann zeigen dass die Laoten Frösche essen (würde man das in Frankreich auch so machen)?

Einen Laoten “der liebe Opi” zu nennen mag ja viel Flausch haben, klingt aber wenig respektvoll.

Ach und Stifte und Hefte brauchen die Schüler nicht, sondern gescheite Lehrer und einen ordentlichen Lehrplan. Aber es sieht halt nett aus mal eben ein paar Stifte zu verschenken.

Übrigens ist es nicht nur lebensgefährlich auf einem Fahrrad zu fahren, sondern auch in einem Minibus. Aber das vergessen Backpacker gerne. Und keiner sagt Ihnen wie viele tödliche Unfälle es gibt. Und auf dem Backpackertrail “zufällig Leute zu treffen” ist auch eine Kunst.

Laos braucht keine Backpacker mehr. Laos braucht Touristen die das Land kennenlernen wollen und nicht Klischess hinterherrennen und denken, das ist ein Disneyland. Die viel Geld hier lassen, um zu zeigen dass es besser ist Tourismus für gut bezahlenden Touristen zu entwickeln, und damit langfristig Einkommen zu sichern, anstatt das Feld den Billig-Backpackern freizugeben, die ihre Bierflaschen in in den Fluss werfen, “free LaoLao” trinken und den Drogenhandel unterstützen.

Anne und Bunki, bitte bitte kommt nicht mehr hierher: Geht mal in die Schule und lernt mal was über die Welt. Und wie man herausbekommt, wo die Flussdelfine sind. Und wie man statt einer Heideidei-Dumpfbacken-Reportage sich der Frage annimmt, warum es nur noch 85 Delfine gibt, welchen Einfluss die Dämme haben, und vielleicht auch mit den WWF Leuten vor Ort sprechen. Dann würde man direkt nach Pakse fliegen und sich des Themas annehmen. Aber es ist natürlich schöner, eine gute Ausrede zu haben mal eben auf GEZ-Zahler-Kosten durchs Land zu reisen.

Wie man es besser macht, hatte gerade das Auslandsjournal gezeigt: DAS ist Journalismus.

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Leckeres aus Asiens Küche: Pandanus Blätter

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 8:02 am on Tuesday, July 17, 2012

Pandanus amaryllifolius or Bay Teuy

Heute mal was aus der Küche: Ich habe schon immer gerne hier Huhn in Pandanusblättern gegessen. Dazu schneidet man Hühnerbrust in kleine Würfel und wickelt sie in Pandanusblätter. Dann werden sie einfach auf den Grill gelegt. Doch jetzt lernte ich dass Pandanus noch zu ganz anderen Gerichten verwendet wird. Zum Beispiel kann man den Stengel in warme Kokosmilch tunken und ihr damit einen besonderen Duft verleihen. Gerne wird das Kraut auch kurz ins kochende Reiswasser gelegt – gerade bei Basmati- oder Jasminreis macht das das Ganze noch leckerer.
Übrigens gibt es viele verchiedene Pandanuspflanze, über die ich hier spreche ist die Pandanus Amaryllifolius Es gibt auch einen deutschen Eintrag darüber..
Meine neueste Entdeckung ist aber einen Tee daraus zu machen. Einfach Blätter etwa 5 Minuten kochen, das Ganze süßen und kalt werden lassen – ein wohlschmeckendes Sommergetränk.

Got some Bai Tui from my neighbors. You can make tea out of it. Anyone knows the Lao writing?

Die Bilder zeigen eine junge Pandanuspflanze in meinem Garten und die abgeschnittenen Stengel.

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News aus Laos

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 4:13 am on Tuesday, July 10, 2012

Ich paste das mal in Englisch, weil ich gerade zu faul zum Übersetzen bin. Meine kleine Analyse des bevorstehenden Clinton-Besuchs in Laos:

So big news in town: US Secretary of State Hillary Clinton will visit Laos. Or better: She will make a stop here, since she is on a Asia tour anyway. Why she visits Laos? Beside the official statements (there was a invitation from the Lao government), there are two reasons, one is strategic, one is bilateral. Let’s talk about the bilateral aspect first.

Since the Lao government opened the country more to the west, relationships between the former enemies became better and better. The main reason for Laos is that it needs assistance in UXO cleaning and since the Americans dropped the bombs they are the first to ask to clean up the mess (what they actually do, but with certain limits). Laos also needs donors for development, and for the US it is a easy way to pay the guilt. And last but not least for a small developing country is it very important to have any relations with any of the G20 countries – a bit sunshine that blinks into the shadow. So Laos isn’t much important for the US, but the US is important for Laos.

But there is also the strategic factor. Chinas influence in Laos is visible everywhere, from construction in the capital to mining in the countryside. In the last 3 years more and more Chinese investors showed up – and more and more state representatives. The US gov is shifting it’s interest from the middle east to Asia, actively looking for allies. Vietnam can be one, Thailand is on the wish-list (although there was a setback with the recent NASA disaster), Cambodia is interesting, and Myanmar important. All this is done to prevent too much dominance of China. Southeast Asia has become the strategic most important region in the power struggle between China and USA. So Clintons visit to Laos means basically: “Hey China, we are here too”.

Unfortunately the US foreign politics is still dominated by old thinking generals. Power means military power. China is taking a different path: Instead of soldiers they are sending businessmen (Vietnam copied that). Most of the Chinese investments are actually done by state owned companies, so in fact it is the government of China renting or leasing a lot of prime real estate and having permission for certain mining rights etc.

For Laos it can be an advantage to be in the middle, once it is balancing the two powers and getting the most out of it. It may boost development, when more US money is flowing in. Also, the strong ties with Vietnam, not a big fan of China, may help to prevent too much Chinese influence.

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Vang Vieng in Laos: Ein bißchen Darwinismus

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 11:52 am on Thursday, July 5, 2012

Ich habe es mehrfach hier und auch in meinem englischen Blog geschrieben: Vang Vieng ist schön gelegener Ort, der durch Springbreaker und andere, meist 20somethings, systematisch zerstört wird. Die Basler Zeitung hat sich dem Thema jetzt angenommen. 27 Backpacker seien im vergangenen Jahr gestorben, nachdem sie versucht haben, besoffen in einem fremden Fluss auf einem Gummireifen zu schwimmen. Kein Ahnung wo die Zahl herkommt, aber sie deckt sich mit unseren Erfahrungen hier.

Kostprobe:

Zu den Hauptattraktionen gehört ein wenige Kilometer langer Abschnitt des Flusses Nam Song. Seit einigen Jahren hat sich dort das sogenannte «Tubing» etabliert. Dabei treibt man auf Lastwagenpneus auf dem Wasser. Ebenfalls beliebt sind Sprünge aus mehreren Metern Höhe in das trübe Wasser. Zusammen mit dem Alkohol- und Drogenkonsum ist das eine mitunter tödliche Kombination.

Schlechtes Karma im Fluss

Auch ausserhalb der Partymeile Vang Vieng haben die Eskapaden der Westler ihre Auswirkungen. Die traditionell orientierten Bewohner der umliegenden Dörfer können den Fluss nicht mehr nutzen, wie sie es gewohnt waren. Waschen, fischen, baden: all dies ist den Menschen vergangen, weil für sie die vielen Toten schlechtes Karma bedeuten. Ausserdem stossen sie sich an halbnackten, sturzbetrunkenen Westlern.
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Kann ich nur bestätigen.

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Wirtschaftsentwicklung in Laos und Myanmar

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 8:07 am on Thursday, June 28, 2012

Beide Länder gelten als arm. Myanmar (aka Burma) öffnet sich gerade und such aktiv den Kontakt zum Westen. Auch wenn man den Ex-Generälen nicht blind vertrauen sollte, ist ein wenig Vertrauen angebracht: Schließlich braucht das Land dringend Entwicklung. Myanmar hat etwa 70 Millionen Einwohner.

Laos hat 6 Millionen Einwohner und ist auch arm. Seine Regierung hat sich vor zehn Jahren zwar wirtschaftlich geöffnet, politisch aber nicht. Myanmar hat wegen fehlender demokratischer Strukturen Sanktionen bekommen, Laos hingegen Entwicklungshilfe.

Myanmar versucht – ähnlich wie Vietnam seinerzeit – mit regulierter Wirtschaftskraft aus der Misere zu kommen, statt wie Laos am Tropf der Gebernationen hängen zu wollen.

Das liest sich dann so:

Foreign investors are to be lured with a five-year tax holiday and be permitted 100 percent ownership of firms registered in Burma.

Foreign businesses will also be allowed for the first time to lease privately owned land.

The incentives are part of the government’s next phase of reforms to help open up the country for development.

In Laos hingegen werden gerade alle Buchungen von Touristen in Hotels für November auf Druck der Regierung gekündigt, weil man im Visit Laos Jahr die Betten für die Delegierten des ASEM-Gipfels braucht. Die Steuern für Einkommen und Firmen wurden gerade erhöht, außerdem hat die Regierung deutlich gemacht, Construction-Projekte nur mit Bonds zu bezahlen. Wer Cash möchte, bekommt nur 70-80 Prozent der vereinbarten Summe. Im Ease of Business Index schafft es Laos noch zu fallen.

Zurzeit entstehen hier nur chinesische Shoppingmallprojekte und Hotels, was die Befürchtung wachsen lässt, dass Laos und vor allem Vientiane ein Las Vegas Südostasien werden – nur eben nicht so spektakulär, sonder vor allem mit allen negativen Aspekten. Ich gehe davon aus, dass mit den chinesischen Projekten die Zahl der Prostituierten sprunghaft ansteigen wird, ebenso wie die Karaokebars. Das Schlimme ist, dass dies unter den Augen der Vereinten Nationen, der Weltbank, der Asian Development Bank und der westlichen Hilfsorganisationen geschieht und diese nichts machen. Statt Druck zu machen und Gelder zu kürzen, versucht man, hier und da ein Glutnest zu löschen, während die Chinesen mit dem Flammenwerfer herumrennen (DIE Chinesen stimmt insofern, als dass viele Firmen staatseigen sind).

Wer in Asien investieren will, sollte nach Myanmar gehen und die Hände von Laos lassen.

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Ein kleiner Film aus Laos bei einem großen Wettbewerb

Filed under: Asien,bewegtbild,Laos — Thomaswanhoff at 1:06 am on Tuesday, April 10, 2012

Ein kleiner Film, den ich mit Freunden hier in Laos gemacht habe und der Teilnehmer ist beim Asef-Wettbewerb. Bitte mal alle den like Button druecken fuer den Film, das hilft uns hier sehr (auch wenn eine Jury den Sieger kührt). Danke.

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Entwicklungshilfe: Wer kontrolliert Berater?

Filed under: Asien,entwicklungshilfe,Laos — Thomaswanhoff at 3:07 am on Friday, April 6, 2012

Mal wieder ein rant gegen Entwicklungshilfe. Hier in Laos kenne ich drei Berater deutscher Entwicklungshilfeorganisationen, deren Job es ist, der Regierung zu sagen, wie man dies oder jenes richtig macht. Was im Grund genommen gar nicht schlecht ist, denn in den meisten Bereichen haben die Verantwortlichen nicht wirklich eine Ahnung was sie tun, und deshalb wäre es gut, wenn sie die für sie kostenlose Hilfe annehmen würden. Das Problem ist nur: Sie tun es nicht. Was der Berater ihnen sagt, interessiert sie nicht. Interessanter ist der Briefumschlag, den der chinesische Gesandte unter dem Tisch durchschiebt. So öffnet man hier Türen und Ohren.

Nun will ich nicht sagen, dass deutsche Entwicklungsorganisationen (noch mehr) bestechen sollen. Aber es wird Zeit einzusehen, dass die ganze Beraterei nichts bringt. Es liest sich nur schön in Reports, dass man mit diesem oder jenen gesprochen hat und Workshops in 5-Sterne-Hotels durchgeführt hat. Man liest aber nicht, was das an tatsächlichen Änderungen gebracht hat.

Ein Beispiel ist die Situation für Investoren. Während Deutschland und die EU Laos massiv bei der WTO-Mitgliedschaft unterstützen , wird Investoren aus genau diesen Ländern das Leben schwer gemacht. Da werden Steuern erfunden, Lizenzen entzogen, das Arbeitsrecht ist eine Katastrophe (und wird auch nur bei westlichen Firmen genau angewendet) und gerade hat mal mal eben die Einkommenssteuer massiv erhöht – ein gutes Recht eines Staates, wenn es denn für alle wäre. Aber große chinesische und vietnamesische Firmen scheinen davon ausgenommen (mal abgesehen davon dass man damit gegen das eigene Investitionsgesetz verstößt, das ausländischen Firmen einen fixen Steuersatz versprach).

Wer sich anschaut wieviele chinesische und vietnamesische Banken hier eröffnen und wieviele Shoppingmalls gebaut werden, wird sich fragen, wer die Kunden sind. Die Antwort: Es gibt keine. Es ist Geldwäsche im großen Stil.
Die laotische Regierung versucht zwar (so sagt man zumindest), eine Balance zwischen Vietnam, Thailand und China zu halten (deren Investitionsvolumen ist derzeit fast gleich groß), zur gleichen Zeit macht man aber jedem anderen das Leben schwer. Im Tourismus schmeissen Hotelbetreiber das Handtuch, weil es unmöglich ist, mit den lokalen Besitzern und den Regierungsstellen zusammenzuarbeiten. Westliche Firmen wandern ab, weil sie weder Unterstützung noch manchmal überhaput eine Businesslicence erhalten.

Und während das alles passiert, sitzen hochbezahlte Berater in einem Büro einer Regierungsstelle und beschreiben Papier in einer Sprache, die die Beamten ohnehin nicht verstehen. Sie machen Vorschläge, die sofort ablegt (und damit abgelehnt) werden. Die Regierung hier (aber auch in anderen Ländern) lässt die Berater gerne arbeiten, in der Regel springt auch Geld für mindestens einen Übersetzer, eine Verwaltungskraft und oft auch ein Dienstauto fürs Projekt ab.

Länder wie Deutschland sollten die wenigen Druckmittel, die sie haben nutzen, um Entwicklungsländer auf den rechten Weg zu bringen. Zum Beispiel eben nicht auf Teufel komm raus solche Länder in die WTO zu bringen (wo sie ohnehin permanent gegen Regeln verstoßen). Gleichzeitig sollten in Myanmar schnellstens wirtschaftliche Sanktionen gelockert werden, oder man verliert auch dieses Land an die Chinesen und Vietnamesen.

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Vor den Toren der Stadt Vientiane, Laos

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 3:48 am on Wednesday, February 1, 2012

Mann muss gar nicht lange fahren, gerade mal ein paar Minuten, und schon ist man in der Provinz. Ich bin heute 20 km mit dem Rad gefahren und habe ein paar Eindrücke aus der Umgebung von Vientiane mitgebracht.

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Wenn das ZDF nach Laos kommt

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 4:36 am on Tuesday, January 3, 2012

UPDATE: Ich habe gerade den ersten Teil gesehen, die Vietnam-Reportage, und die ist exzellent gelungen. Und sie macht Hoffnung auf den Bericht aus Laos, den ich morgen erst sehen kann. Vielleicht soll ja der Artikel auf der Webseite nur ein Teaser sein?

UPDATE 2: So, jetzt habe ich auch den Laos-Film sehen können. Vorneweg: Der Vietnam-Beitrag war besser. Laos wird dem Klischee der Reiseführer folgend als Land der schönen Landschaften dargestellt. Was es sicher auch ist. Aber es sind eben zu viele Klischees im Beitrag, und zu wenig und zu deutlich wird nachgeschaut. Die Basi-Zeremonie ist nicht nur Tradition, sondern ein Geschäft – bis zu 300 USD muss man bezahlen, je nach Anzahl der Mönche, die man bucht. Sinouk ist übrigens kein Kaffeebaron. Dieser Titel geht and Frau Dao, die das wahre Imperium besitzt. Schade auch, dass weder darauf hingewiesen wurde, dass Dreharbeiten von der Regierung genehmigt werden müssen, noch, was man vielleicht nicht filmen durfte. Sicher ist der Beitrag kritisch, aber eben gerade nur so weit, dass man wieder kommen darf. Ein schöner Beitrag, ein netter Beitrag, aber eben auch nur das was jeder macht.

Das ZDF hat ja eigentlich einen Bildungsauftrag. Es soll den Gebührenzahlern die Welt erklären. Nun ist das so eine Sache: Das Traumschiff zum Beispiel zeigt die Welt, aber eben sehr verzerrt (Man kann nicht mit der Bambusbahn nach Phnom Penh fahren, mal abgesehen davon dass es extrem gefährlich ist). Nun also hat sich ein ZDF-Team nach Laos begeben, und ich habe zumindest bei ZDF.de schon einen Artikel gefunden.

Die Welt, die Peter Kunz vom Studio Südostasien zeichnet, ist genau die, die die laotische Regierung gerne sehen will. Kleine Startups, Opfer der US-Bombenangriffe, ansonsten heile Welt, und alles wird gut.

Es liegt nicht wie überall sonst in Asien Plastikabfall herum, wohl auch deswegen, weil der bescheidene, neue Wohlstand zur Wegwerfgesellschaft doch noch nicht reicht

Was ein Unsinn: Jedes noch so kleine Dorf hat irgendwo ein Loch, oder wenn es einen Fluss hat einen Abhang, der als Müllkippe dient. Da wird alles hineingeworfen, was weg soll: Plastiktüten, Autobatterien, Reiniger, etc. Das fließt dann irgendwann alles ins Grundwasser. Sieht man nur nicht, wenn man im Landrover durchs Dorf saust. In jedem noch so kleinen Laden wird alles was man kauft in eine Plastiktüte gesteckt.

Materielle Dinge sind für viele Laoten zweitrangig, Buddhas Erkenntnis sitzt sehr tief.

Dann soll Herr Kunz mal bitte hinhören, warum die Laoten in den Tempel gehen: Sie beten für Wohlstand. Die Mär vom Erkenntnis suchenden Buddhisten ist genauso falsch wie die Annahme, das Westler alles gute Christen sind. Warum wohl schicken Laoten vom Land Ihre Kinder weg in die Stadt? Warum verkaufen Sie ihr Land? Nicht allein weil sie arm sind, sondern weil sie Wohlstand haben wollen. Und den meisten ist sehr bewusst, was ihre Kinder in der Stadt machen. Und wenn man einmal schaut, wie sich Familien verändern, sobald etwas Geld da ist, ist es vorbei mit der Idylle. Habgier ist eines der größten Probleme, das Laos gerade hat (und natürlich fängt das in den Städten an, es ist aber eine Frage der Zeit, wenn es auch im letzten Dorf angekommen ist.)

Sinouk heißt der Kaffee, und Sinouk heißt auch sein Produzent.

Ich selbst kenne Sinouk (sowohl ihn selbst als auch seinen Kaffee, bei uns zu Hause gibt es Scandinavian Arabica Roast), ein in der Tat bemerkenswerter Mann. Leider wird weder erwähnt dass er organischen Kaffee anbaut, noch, dass die Kaffeeidylle am Bolaven dadurch getrübt ist, das 90 Prozent in Hand einer Firma sind: Dao Coffee, die vor allem minderwertigen Instantkaffee produzieren.

Zum Fortschritt gehört, dass die einst vertriebenen Kapitalisten und die regierenden Kommunisten sich dafür wieder die Hand reichen.

Klingt schön romantisch und friedlich, ist es aber nicht: Wer in Laos Geschäfte machen will, muss viel Geld unter dem Tisch ausgeben. Die Regierung hält überall die Hand auf, mit tatsächlichen und erfundenen Steuern. Die Worldbank hat gerade Laos auf einen der letzten Plätze gesetzt, was das Geschäftsklima betrifft. Hand reichen? Nein. Vielmehr wird Laos gerade an China und Vietnam verkauft. Das sind die größten Investoren in Laos.

Peter Kim wird heute Abend seinen ersten großen Auftritt vor geladenem Publikum haben. In der Kulturhalle von Vientiane treffen wir ihn zur Generalprobe.

Peter Kim ist Teil der Hiphop-Tanzgruppe Lao Bang Fai. Ich habe ihn vor über einem Jahr im French Cultural Center gesehen. Er tanzt nicht Hiphop, sondern hat ein Solo am Anfang der Show, das eher Mitleid erregend ist. Ich habe viele Auftritte von Lao Bang Fai gesehen seitdem, aber niemals wieder Peter Kim.

Der Artikel bringt nichts Neues. Sowohl die Geschichten von Beer Lao als auch von Sinouk-Kaffee sind schon oft erzählt worden. Warum macht sich ein Team des ZDF nicht einmal die Mühe, hinter die Kulissen zu schauen? Neue Geschichten zu finden? Zum Beispiel über die Projekte der GIZ, und ob sie wirklich bringen, was sie versprechen? Oder aber die Gruppe junger laotischer Filmemacher, die gerade mit der Regierung um die Zensur kämpfen mussten. Oder, oder, oder. Oder den Einfluss Chinas?

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Ursi und Michi in Laos

Filed under: Asien,Laos — Thomaswanhoff at 6:35 am on Sunday, January 1, 2012

Ich bekomme immer wieder über Google Alerts Links auf Blog von Backpackern und anderen Reisenden in Laos. Ursi und Mich sind wohl gerade hier, und bloggen. Ein Absatz made my day:

Dazu kommt, dass alles hier in französischer Hand ist von Luang Prabang aufwärts. Das ist fast schon eine Maffia, die sich gegenseitig hilft und die Bälle zuspielt; als Gast ist man da stellenweise doch schon verloren. Da werden dann überzogene Preise für schlechte Dienstleistungen verlangt, so dass man sich schon fragen muss, ob das denn noch alles so normal ist, oder ob man im falschen Film sitzt.

Sehr gut beobachtet. Es ist eine Mafia, und man verteilt das Geld fast ausschließlich unter sich, im übrigen auch gerne Gelder der französischen Regierung oder andere Formen von Spenden. Deshalb kann ich auch nur abraten, Elephant Asia zu unterstützen oder das dazu gehörende Elephant Conservation Center. Da wird einer auf NGO gemacht ohne irgendeinen Background. Und vor allem wird jeder andere schlecht gemacht.

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