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Das Weblog von Thomas Wanhoff

Iconist: Eine iPad-Zeitschrift in der Kritik

Filed under: Journalismus, Print, springer — Thomaswanhoff at 2:14 am on Wednesday, August 18, 2010

Mein ehemaliger Arbeitgeber Axel Springer hat mir einen Gutscheincode geschickt, mit dem ich das neue ICONIST Magazin testen kann. Das ist nett, wer mag schon einen Rabatt Gutschein ablehnen. Ich wollte das Magazin mir anschauen, keine Frage. Ich schreibe das also nicht, weil Springer mich drum bittet. Das mal vorab.
Iconist ist ein rein fürs iPad gemachten Hochglanzmagazin. Mir ist die Zielgruppe nicht so ganz klar, aber es dürften wohlhabende Geschäftsleute um die 50 sein, die auch etwas technikaffin sind. Nicht dass man Technik braucht um das Magazin zu bedienen. Das geht recht einfach, wenn auch Neugier hilfreich ist um die Funktionen zu entdecken – scrollen zum Beispiel. Apropos Technik: an der Performance muss noch gearbeitet werden. Die Wartezeit beim Aufrufen von Artikel nervt und geht gar nicht. ansonsten stand eindeutig das Wired Magazin Pate. Man hat sich um interaktive Elemente bemüht, kleine Filmchen eingebunden, hat eine Portrait und eine Landscape Version (in der ich übrigens nicht in der Lage war die Prada Story aufzurufen).
Dennoch hat man ein wenig den Eindruck, das Multimedia eingebunden wurde, weil man es kann, nicht weil es sinnvoll ist (bei Wired sind die interaktiven Grafiken hervorragend). Keine Frage, Iconist ist mangels Konkurrenz die Nummer 1 der iPad Magazine in Deutschland. Aber es muss noch einiges getan werden.
Das betrifft vor allem den Inhalt. Man hätte auch einige Artikel mit Blindtext füllen können, so belanglos sind sie. Warum Natalia Avalon und David Garrett Modepüppchen spielen, ist mir schleierhaft. Die Rolls Rolls Story ist recht nett gemacht, aber ein 360 Grad Panorama wäre noch schöner gewesen.
Ich denke nicht dass es ausreicht, sinnleere Geschichten (Virtual Lookbook) um große Markennamen zu stricken, um mit Iconist Erfolg zu haben. Da geht noch mehr.

Im Übrigen stürzt Iconist gerne mal ab, vor allem beim Weiterblättern, auch noch etwas was behoben werden sollte.

Springer hätte besser daran getan, Iconist gratis oder deutlich günstiger rauszugeben. Ich hätte mich geärgert, für ein solches Testexemplar Geld auszugeben. Aber vielleicht bin ich auch nicht die Zielgruppe, was die Inhalte angeht.

Der Überbringer der schlechten Nachricht: Hängt ihn!

Filed under: Asien, Blogosphere, Journalismus — Thomaswanhoff at 11:03 am on Sunday, August 1, 2010

Ich frage mich, was der Hintergrund der Diskussion über Wikileaks ist: Dass die klassischen Medien mit so Internetfuzzies zusammenarbeiten müssen und so sauer darüber sind, dass sie deren Methoden in Frage stellen (und dabei vergessen, dass sie selbst eigentlich diesen Job zu erfüllen haben, aber längst nicht mehr tun).
Oder ist es das handfest Interesse der herrschenden Eliten, Geheimes geheim bleiben zu lassen (und dabei vor allem so ziemlich alles als geheim zu erklären, was man so tut)?

Derzeit sind es die Überbringer der schlechten Nachrichten, die gehetzt werden. Niemand stellt endlich den unsinnigen Afghanistaneinsatz in Frage, sondern die Veröffentlichung der Dokumente, die – unter anderem – zeigen, wie sinnlos dieser Krieg ist.

Dass die amerikanische Regierung schon längst Freedom of Speech gerne anderen Ländern predigt, im Land aber gerne mal Herren in dunklen Anzügen vorbeischickt, wenn etwas nicht passt, erleben wir ja schon seit einiger Zeit. Von Irak über Afghanistan bis hin zur Ölpest: Die Regierung will kontrollieren, wer was berichtet. Dass ihnen das (noch) nicht gelingt, ist eine andere und gute Sache.

In Deutschland wäre die Steuersünder-CD so ein Fall gewesen, nur hat da die Regierung sich gleich ganz auf die Seite der Kriminellen gestellt und Diebesgut gekauft. Früher nannte man das Hehlerei.

Warum mich das so aufregt: Ich lebe seit drei Jahren in Ländern, in denen zahllose westliche Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen Einheimischen etwas über Demokratie erzählen. Über Meinungsfreiheit. Eine kambodschanische Bekannte besucht in Deutschland Journalistenseminare. Und wundert sich dann, wenn ich ihr erzähle, dass man die investigativen Geschichten in Deutschland suchen muss. Dass klassische Journalisten nicht schreiben, sondern in der Mehrheit Agenturberichte umschreiben. Das der Staat Listen erstellt, was im Internet gesehen werden darf (zunächst noch limitiert auch Kinderpornos, aber wir wissen wohin das führen sollte).

Es freut mich dass ausgerechnet die deutsche Community zu den Hauptfinanziers von Wikileaks gehört. Solche Nichtorganisationen müssen unterstützt werden.

Das Internet hat es allen Regierungen schwer gemacht. Doch während der Westen sich diebisch freut, wenn aus Burma Emails über Aufstände nach draussen gelangen, beschliesst man in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung und in Amerika den Patriot Act.

Review: iPhone App der Frankfurter Neuen Presse

Filed under: Journalismus, Print — Thomaswanhoff at 6:35 am on Monday, July 5, 2010

Ich habe mir vor einigen Tagen die iPhone App der Frankfurter Neuen Presse heruntergeladen, auf mein iPad, weil ich Texte gerne damit lese. Zunächst einmal ist die App nicht wirklich von der FNP, sondern ein Angebot der Agentur AFP für ihre Kunden. Im wesentlich funktioniert das wie iSites: Der Kunde bekommt ein Gerüst, dass er anpassen kann. Farben, Logos können selbst bestimmt werden, ebenfalls die Kategorien. Gut, dass Nachrichtenagenturen solche Dienstleistungen anbiieten! Gefüttert wird das Ganze dann mit RSS Feeds.
iphone app frankfurte neue presse
Im wesentlichen eine ganz hübsche Sache, auch wenn ich nicht weiss wieviele der FNP Leser ein iPhone haben. Ist aber Wurscht, immerhin ist es a) ein Lernprozess und b) wohl mit der AFP-App billiger als selbst etwas zu entwickeln. Insofern ein mutiger und richtiger Schritt.

Was gefällt: Die einzelnen Lokalausgaben haben eine eigene App, dass heisst ich kann mir aus meinem Heimatort Königstein die neuesten Nachrichten anschauen, und, was besonders gut gelungen ist, mit vielen Fotos. Weiter als die Regionalsausgabe läßt sich der Content nicht herunterbrechen, aber das wäre zuviel des Guten.
Eintrachtfans kommen ebenfalls mit einem eigenen Button auf ihre Kosten: Ein Klick und die neuesten Nachrichten sind da. Gleiches gilt für den Button “Topthemen”, hier sind es allerdings die Weltnachrichten und nicht die Lokalen News.
Auch Hessen hat eine eigene Rubrik erhalten, hier fehlen leider die Fotos, was wohl eher an der Struktur der Redaktion liegt. Vielleicht auch, weil fürs Lokale die FNP die eigenen Bilder liefert, für die Welt AFP. Für Hessen hat AFP nicht wirkich viele Bilder im Angebot. Überhaupt ist die Frage, ob neben eigenen Artikeln etwa nur AFP Content einfliessen darf?
Im “More” Menu sind die Leserbewertungen zu finden, bei mir lädt da allerdings nichts. Gleiches gilt für “Am besten bewertet”. Das kann aber auch daran liegen, dass zum Zeitpunkt des Tests (Montag nacht deutscher Zeit) schlicht keine Bewertungen vorlagen.
Im “More-Menü finden sich dann auch die restlichen Rubriken wie Panorama, Politik, Wirtschaft und die Bilder des Tages.
Die Settings sind noch auf Englisch, einstellen lassen sich Sortierung, nach Importance, Update und Created – für mich ein Muss bei einer Tageszeitungsapps. Gleiches gilt, vor allem für mich hier in Laos, dass Images wahlweise voll oder als Thumbnail geladen wreden können – das spart Downloadzeit.
Das gilt auch für Download to Go. Man hat eben nicht immer eine Internetverbindung. Mt der FNP App kann ich auswählen, welche Rubriken ich offline lesen möchte. Großartiges Feature.
Die Suche ist äußerst schnell, gesucht wird aber wohl nur im schon heruntergeladenen Content, reicht aber aus, um zum Beispiel das Lokale auf eine Stadt herunterzubrechen.

Was nicht gefällt: Durchs automatische Reinlaufen der Artikel fehlt ein wenig die Gewichtung. Ich wünschte mir echte Aufmacher und nicht das Kinoprogramm in Kronberg auf Platz 3. Ob man wirklich die Ressorts des Mantels in einer Lokalzeitungs-App braucht ist eine Glaubensfrage, es schadet nicht wirklich, leider aber ist es aber auch nur Agenturkram und offenbart die große Diskrepanz zwischen den Inhalten, die lokal selbst erstellt werden und denen, die aus den Tickern kopiert werden. (Positiv gesprochen zeigt es den Fleiss der Lokalredation)
Was ein wenig nervt ist das Copyrightzeichen selbst in der Schlagzeilenansicht über jeden einzelnen Artikel und nochmal drunter mit einem völlig sinnlosen Link (mal abgesehen davon dass es in Deutschland noch immer kein Copyright gibt, man sich das Zeichen also auch sparen kann).
Soweit ich es beurteilen kann bekomme ich auch online immer die Lokalsausgabe des Vortages, weil die Lokalredaktionen wohl immer noch – bis auf wenige hochaktuelle Ereignisse – fürs tote Holz produzieren. Da wünsche ich mir auch aktuelle Infos.
Völlig vermisst habe ich eine Breaking-News-Funktion, die wohl AFP nicht mitliefert. Wäre aber sehr sinnvoll, gerade bei Kommunalwahlen oder ählnlichen wichtigen hochaktuellen Ereignissen.
Was auch nicht zu finden ist, ist jede Werbung. Technisch sollte auch RSS-Werbung einfließen können, wenn diese bei der FNP vorhanden wäre. Noch immer scheint der lokale Werbemarkt Probleme mit neuen Medien zu haben.
Videos fehlen völlig, ebenso Links.
Was etwas merkwürdig war: Auf dem iPad scheint die Vergrößerung zu spinnen. Der Faktor 2 zeigt mir die iPhone Größe an, der Faktor 1x verkleinert es nochmal. Im übrigen wünsche ich mir natürlich auch eine iPad Version.

Zusammenfassung: Wenn man Aufwand und Kosten anschaut, ist die App genau das richtige für eine Lokalzeitung. Die Kompromisse die man machen muss sind vertretbar, dafür kann man günstig Mitschwimmen auf der iPhone-Welle und zeigen, wie modern man ist. Ob man genügend Leser hat sei einmal dahingestellt. Das ganze Projekt läuft noch als Beta.

In einigen Wochen wird mit einem Update die endgültige Version der Apps veröffentlicht. Diese kann vier Wochen lang kostenfrei genutzt werden, danach fallen 79 Cent pro Monat pro App an. Sie werden monatlich gebeten, die Abbuchung der Nutzungsgebühr mit Ihrem iTunes-Passwort zu bestätigen. Der Preis ist absolut fair.

iTunes Direktdownload

Der Spiegel zeigt sich mal wieder als Leidmedium

Filed under: Journalismus — Thomaswanhoff at 5:15 am on Tuesday, April 27, 2010

Den Spiegel – vor allem die gedruckte Version -bezeichne ich ja schon länger als Boulevardmagazin mit schlecht oder gar nicht recherchierten Artikeln, tendenziös geschrieben und rechthaberisch. Die Journalisten des Spiegel erklären uns nicht DIE Welt, sondern nur die Welt in der sie leben. Und die wird immer kleiner.
Jüngstes Beispiel ist die Apple Geschichte. Spiegel Online titelt: “Der paranoide Konzern”, weil Apple sich um die Sicherheit seiner Protoypen sorgt, weil ein internes Team sicherheitslecks aufspürt und wei ein Ingenieur gefeuert wurde, der ein Betriebsgeheimnis einem mehr als prominenten IT-Menschen gezeigt hat. Unglaublich, oder? Skandal! Geheimdienstmethoden, schreien die empörten Journalisten.

Nun mag es ja toll sein für so einen Spiegel-Schreiberling, mal den Großen eins draufzugeben. Nur ist die Applegeschichte ein gutes Beispiel für die Erbärmlichkeit des Spiegels. Man schreibt von anderen ab (eigentlich basiert die ganze Geschichte auf Gizmodo-Artikeln), und recherchiert nichts selbst.

Wer bei einem Geheimnisverrat erwischt werde, müsse bis zum Abend bleiben und werde dann unauffällig von Sicherheitsleuten vom Unternehmensgelände eskortiert. Von manchen Angestellten werde die Sicherheitstruppe als “Apple Gestapo” bezeichnet, berichtete “Gizmodo

Wie gut dass wir den Konjunktiv haben, den so können wir suggerieren, dass wir ihn als Zitat-Konjunktiv benutzen und somit der Inhalt ausschaut wie eine Tatsache – dumm nur, dass auch Gizmodo nur zitiert. Nichts Genaues weiss man nicht.

Noch schlimmer aber ist, und damit sind wir bei der Welt der Spiegel-Redakteure, dass man offenbar keine Ahnung hat von WIrtschaftskriminialität. Glauben die eigenlich dass der Werkschutz eines großen Chemieunternehmens nur die Besucherpässe ausgibt? Was glauben die macht eine Wirtschaftsdetektei den ganzen Tag? Was bedeutet der Passus Betriebsgeheimnis in Verträgen? Wenn ich heute einem Medizinjournalisten meine neue Wunderpille zeige und ihn sie sogar probieren lasse, bin ich natürlich meinen Job los.

Nun, beim Spiegel mag es keine Betriebsgeheimnisse geben, weil man dort ohnehin gerne abschreibt.

Vor vielen Jahren habe ich meine Praktikanten den New York Times Newsletter abonnieren lassen. Der kam morgens um 8 Uhr. Dann habe ich Ihnen gesagt, sie wollen mal stündlich die Spiegel-Online-Seite verfolgen. Nach und nach wurden dot die NYT Stücke umgeschrieben und publiziert. Bis dann DPA gegen 12 Uhr auch damit fertig war und die selbst eine Übersetzung Zusammenfassung lieferte.

So sieht Qualitätsjournalismus bei Leitmedien aus.

UPDATE: Der Focus berichtet übers WePad. Dort zu lesen:

Auch eine externe Tastatur kann an das WePad angeschlossen und Fotos aus der Digitalkamera direkt aufgespielt werden. Mehrere Programme laufen gleichzeitig – Möglichkeiten, die Apples Wunderkind nicht biete.

Hmm, und warum kann ich dann an mein iPad ein Bleutooth-Keyboard anschliessen?

Ich finde es übrigens äußerst peonlich, was Neofonie dort abliefert. Nicht das Produkt an sich, ich hoffe ehrlich gesagt auf viele neue Pads. aber die Mittelständler sind, zumindest was die PR angeht, Mittelmaß. Wie man auch im zweiten Anlauf noch immer Macken im Gerät haben kean, ist mir schleierhaft. entweder das Ding läuft, oder ich lade keine Presse ein. Wer so dilletantisch auftritt, der soll dann die großen Verlage ins Boot bringen und gegen Apple antreten?

Wenigstens dann doch klare Worte beim Focus:

Doch es gibt auch vieles, was Ankershoffen nicht sagt, etwa welcher Zulieferer in China für Neofonie das Gerät herstellt, wer Vertrieb und Service übernehmen soll und welche Verlage sich für das WePad und die Plattform WeMagazine interessieren. Bisher hat nur Gruner+Jahr erklärt, dass es einen digitalen „Stern“ über den Neofonie-Kiosk anbieten wolle. „Doch wir verhandeln mit allen großen deutschen Verlagen.“

iPhone Killer: Handys, Journalisten und die Marktwirtschaft

Filed under: Journalismus, apple — Thomaswanhoff at 2:09 am on Friday, March 12, 2010

Wenn ich in Google nach iPhone Killer suche, bekomme ich 28,600,000 Treffer angezeigt. Der Ausdruck wird also gerne verwendet. Man erwartet sehnlichst ein neues Telefon, dass das iPhone endlich verschwinden lässt. Nurn geht es hier nicht um iPhone oder nicht, sondern um Marktwirtschaft. Apple hat in den USA einen sehr hohen Marktanteil bei den Smartphone, das ist richtig. Aber ein Monopol? Nein. Marktbeherrschende Stellung? Nein. Warum also muss es sterben?

Ich habe die Befürchtung dass viele Menschen (und Journalisten) die Marktwirtschaft nicht mehr verstehen und schon gar nicht erklären können. Ein Markt lebt vom Wettbewerb, und dort werden neue Teilnehmer als Konkurrenten oder Mitbewerber bezeichent, aber nicht als Opfer oder Killer. Denn ohne die anderen gibt es keinen Wettbewerb.

Die ersteTrefferseite bei der Google Suche gibt mit fast ausschliesslich Hinweise auf Medien, TV-Sender, Zeitungen. Es sind also sehr wohl Journalisten die den Begriff iPhone-Killer verwenden (wenn nicht geprägt haben.) Google ich Seiten aus Deutschland, sind es 408.000. Ganz vorne die Wiwo, heute.de, Chip und PCWelt. Was besonders albern ist, ist die Tatsache dass das iPhoen in Detschland einen wesentlich geringeren Marktanteil hat als in den USA, es also gar keinen Grund gibt, es verschwinden zu lassen.

Was mögen die Gründe dafür sein?
Ich denke es ist zum einen die Sensationsgier. Eine Geschichte muss heute eine Sensation sein, selbst wenn es um etwas Banales wie ein Telefon geht. “Killer” ist stärker als “Konkurrent”, das macht sich besser in der Headline (siehe oben). Das Problem dabei ist, dass Journalisten auch eine Aufgabe haben, nämlich ein wenig die Welt zu erklären. Mit der Killer-Sprache wird aber suggeriert, dass Märkte so funktionieren, dass einer den anderen killt. Mag vielleicht auch daran liegen, dass kaum einer mehr auf einen Wochenmarkt geht (ich meinen einen richtigen, nicht so eine Pseudo-Öko-Veranstaltung wo man Brot kauft weil es irgendwie authentisch ist). Ein Wochenmarktbetreiber wird natürlich darauf achten, nicht nur einen Anbieter zu haben, sondern mehrere. Und eine große Auswahl. Dafür wird er Regeln aufsetzen über Standgröße und Lebensmittelsicherheit. Den Rest regelt der Markt.
Keiner würde auf die Idee kommen, die Wassermelone als den Apfelkiller zu bezeichnen. Vielleicht kaufen Leute weniger Äpfel seit es Wassermelonen gibt. Aber das ist nur normal, und solange die Apfelbauern gute Äpfel produzieren und gut vermarkten, werden sie einen gewissen Anteil am Markt haben.

Zum anderen scheint der Informationsoverflow auch Journalisten zu verwirren. Wenn Nokia pro Jahr 50 neue Produkte auf den Markt wirft, wird es schwer, über alle zu berichten und die einzuordnen. Man sehnt sich geradezu nach einen One-Phone-Fits-All Modell. Das iPhone scheint bei Journalisten so etwas zu sein. Und getreu dem Satz “Der König ist tot, es lebe der König”, versucht man mittels Medium sooft es geht einen neuen Thronfolger zu präsentieren. Das hat was vom alten Ägypten, aber nichts von einer Marktwirtschaft in einer Demokratie.
Der Trend zu immer stärkeren Ausdrücken, zu Superlativen (Jahrtausendflut) führt irgendwan dazu, dass uns a) die Superlative ausgehen und b)wir nichts mehr einordnen und relativieren können. Genau das aber ist eine Aufgage von Journalisten. Die Chronistenpflicht erfüllten Hofberichterstatter – im alten Ägypten.

Angst vor Google – Verschwörung bei ZEIT ONLINE – Gedanken zu einer Debatte

Filed under: Blogosphere, Journalismus, Pressefreiheit — Thomaswanhoff at 2:24 am on Tuesday, January 19, 2010

Und wieder hat wer zugeschlagen, diesmal Susanne Gaschke von der Zeit. Google muss demokratisiert werden, fordert sie.
Schauen wir uns mal ihren Artikel bei Zeit Online an:

Nun kommt das internetfähige Google-Handy Nexus One auf den Markt. Wie mit nahezu jedem modernen Handy kann man auch mit diesem Fotos machen – nur hat das Nexus ein Programm, das diese Fotos per Internet gleich zu identifizieren vermag.

Das geht auch schon mit anderen Android Handys. Apples iphoto zum Beispiel erkennt Gesichter, und die Software der Polizeibehörden ebenfalls. Mitnichten ist das ein Googleproblem. Mal abgesehen davon, dass es eine Rechtslage gibt, die es schlicht verbietet (zumindest in Deutschland), unerlaubt Bilder zu veröffentlichen. Statt aber Recht durchzusetzen (der Böse ist immer noch der der das Foto veröffentlicht) wird einfach mal der Überbringer der schlechten Nachricht verantwortlich gemacht.

Und was alles die Autorin auf uns zukommen sieht:

Es geht um Monopolansprüche auf die Ressourcen der Wissensgesellschaft. Es geht um Überwachung – durch Privatunternehmen und Mitbürger. Es geht um personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt.

Naja, Wikipedia hat diesen Monopolanspruch auch irgendwie, wenn es um Wissen geht. Und der Begriff der Überwachung ist mal wieder so eine Unterstellung, wie sie Journalisten eigentlich unterlassen sollten. Tatsächlich ist es der Staat der überwacht, und zwar nicht zu knapp. Und personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt??? Mich stört ehrlich der Werbemüll im Briefkasten mehr. Mal abgesehen davon das Werbung dezenter als bei Google kaum geht. Aber aus irgendeinem Grund ist Werbung ja jetzt auch böse. (Gerade von Printjournalisten ist das geradezu lächerlich, als ob die Zeit keine Werbung hätte. Und natürlich ist die auch personalisiert, wenn auch gröber).

Leider muss man bei Journalisten wie Frau Gaschke immer ein paar Absätze lesen, bis man sieht, dass manches vom Anfang relativiert wird. So räumt sie ein, dass man mit der Bilderkennung auch Bauwerke erkennen kann und so Informationen zum Beispiel zum Kölner Dom bekommt. Und das Google die Gesichtserkennung noch gar nicht freigeschaltet hat, eben WEIL es Bedenken gibt.

Weiteres Beispiel Street View, eine der verlogensten Debatten die ich je gehört habe. Mal abgesehen davon dass ich kein Recht am Bild einer Gemeinde oder gar eines Hauses erkennen kann: Solche Ideen gab es schon Jahre zuvor (ich selbst habe vor Jahren schon unter Cityimages.de alle Straßen meines Heimatortes fotografiert, mit GPS-Daten versehen und in eine Datenbank eingegeben, um diese Daten dann für Touristen mit Infos zu Sehenswürdigkeiten zu verknüpfen). Google halt lediglich den Vorteil, die Ressourcen zu haben und das Geld, um Autos mit Kameras durch die Welt zu schicken.

Bevor Google jemanden fotografieren lässt, muss die Firma den Betroffenen um Erlaubnis bitten.

Und so was von Journalisten: Liebe Frau Gaschke, einfach mal zurück ins Seminar für Journalisten gehen und ein bisserl Rechtslage lernen: Erstens muss man nicht um Erlaubnis fragen, ob man jemanden fotografieren darf (zumindest rechtlich nicht, gleichwohl gehört es zum guten Ton), sondern ob man es veröffentlichen darf, zum anderen aber, und das werden Ihnen die Kollegen Fotografen sicher auch sagen können, geht es um bildbestimmend. Sonst würden Sie niemals eine Fußgängerzone fotografieren dürfen. Schauen Sie mal in die Zeit und geben Sie mit bei jedem Foto bitte die schriftliche Bestätigung, dass diese Menschen mit einer Veröffentlichung einverstanden waren. Die hier zum Beispiel. Oder die hier am Strand.Oder die hier
Google macht – im Gegensatz zur Zeit – alle Gesichter unkenntlich. Die ZEIT nicht. Im übrigen finde ich die manuelle Facebook-Version des Bildertaggens viel unerträglicher.

Spätestens bei folgendem Absatz frage ich mich aber welche Kompetenz Frau Gaschke eigentlich hat:

Der Vorstandsvorsitzende Schmidt hat darauf eine einfache Antwort: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.«..Das aber ist totalitäres Denken. Eine demokratische Gesellschaft muss sich politisch dagegen wehren. Mit Gesetzen. Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren.

Natürlich ist das was Schmidt sagt Unsinn. Man kann alles tun, aber man sollte es vielleicht nicht veröffentlichen. Google selbst veröffentlicht nichts, Google listet nur was schon öffentlich IST!!

Es ist nicht Google, das überwacht. Erstens gibt man selbst das meiste von sich preis. Ich weiss, dass Susanne Gaschke eine Journalisten ist, 1967 geboren, sich für Kinder einsetzt, mit dem SPD-Politiker Hans-Peter Bartels verheiratet ist und sogar einen Wikipedia-Eintrag hat. Diese Informationen habe ich von ihrem Arbeitgeber ZEIT und eben aus der Wikipedia. Google hat sie nur gelistet.
Frau Gaschke gehört zu den Journalisten, die trotz akademischem Hintergrund das Internet nicht verstanden haben. Es ist so wie wenn man unliebsame Bücher aus der Bibliothek entfernen will und dafür die Karteikästen entfernt, die Bücher aber belässt. Frau Gaschke, glauben Sie denn das Bing und Yahoo nicht an ähnlichen Techniken arbeiten bzw. diese schon haben?

Ich finde es beeindruckend, dass jemand nach Demokratie ruft, um ein Unternehmen zu bekämpfen. Freies Unternehmertum ist einer der Grundpfeiler der Demokratie, und Firmen müssen sich an bestehende Gesetze halten. Und falls nicht, wird das von Gerichten geklärt und nicht von Politikern. Eine Lex Google allerdings wäre die eigentliche Bedrohung der Demokratie. Wie auch Journalisten, die Artikel zu Themen schreiben, zu denen sie auch ein Buch geschrieben haben, und man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der Artikel vielleicht nur eine PR-Maßnahme ist.

Susanne Gaschke ist Redakteurin der Zeit und Autorin des Buches “Klick: Strategien gegen die digitale Verdummung”.

DAS nenne ich von Werbung umzingelt sein.

Google macht öffentlich, was es sammelt. Der Staat macht das nicht, Es gibt keine Kontrolle. Politiker nicken Gesetze ab, die Deutschland zu einem der restriktivsten Länder machen, kaum woanders gibt es solche technischen Überwachungsmöglichkeiten seitens des Staates, ohne politische Kontrolle. Wo war die Demokratie bei Zensursula? Es bedurfte der FDP, nicht der SPD, um diese Frau wieder zurückzupfeifen. Demos sind vor dem BKA angebracht, und vor der SPD-Parteizentrale, aber bitte nicht vor Googles geheimen Serverzentren (ein geradezu kindischer Ausdruck im übrigen).

Das Leben mit der Zensur in Vietnam

Filed under: Asien, Journalismus, vietnam — Thomas at 11:15 am on Wednesday, December 23, 2009

Ich habe drüben bei KoopTech einen Beitrag geschrieben, der es immerhin ins 6vor9 bei Bildblog und zu Netzpolitik.org geschafft hat.

Wie lebt es sich in einem Land mit Zensur? Ein Bericht aus Vietnam.

Ich lebe jetzt seit eineinhalb Jahren in Vietnam. Als ich hierher kam, wusste ich, welche Beschränkungen es für Journalisten gab. Ich wusste nicht, wie wenig man das merkt. Und genau das ist das Problem.

Es gibt Zeitungen, Fernsehsender, Blogs und Social Networks. Darin mitnichten nur Propaganda, sondern auch kritische Artikel über die Umweltverschmutzung, einen Korruptionsskandal, die schlechten Jahresergebnisse der staatseigenen Betriebe. Menschen diskutieren in Blogs die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, oder beschweren sich auf Twitter über den Verkehr. Man könnte meinen, die Medienlandschaft ist nicht anders als in Deutschland zum Beispiel.

Mehr drüben bei Christiane.

Die Welt zu Gast in Deutschland

Filed under: Asien, Journalismus, barcamp, barcamppp — Thomaswanhoff at 12:01 pm on Thursday, November 19, 2009

Der Titel fiel mir eben so ein, weil nämlich gerade eine Bekannte aus Phnom Penh zu Gast in Deutschland ist. Sie ist Senior of Media and Communication an der Royal University of Phnom Penh und weilt derzeit in Bonn zu einem Journalismusseminar. Kounila kenne ich aus Phnom Penh, vom Barcamp und weil ich ihr geholfen habe, ihre ersten Podcasts online zu stellen.
Heute meldet sie sich und schickt mir folgendes Bild:
Annik Rubens Workshop
Annik Rubens war wohl eine der Sprecherinnen bei dem Workshop und erklärte was über Podcasts. Kounila war ziemlich überrascht mein Bild zu sehen und schickte mir gleich ein Foto. Sie sagte, Annik hätte mich als Podcastmissionar bezeichnet, was ja auch stimmt: Am kommenden Wochenende habe ich eine Präsentation bei Gnome Asia Summit 2009 in Vietnam, zum Thema Podcasting with Linux. Und die Woche drauf bin ich beim SDM, dem Saigi Digital Marketing Day und diskutiere auch einem Panel über Social Media und was Agenturen und Marketer in Vietnam lernen können.

Der Spiegel und der Hai

Filed under: Journalismus — Thomaswanhoff at 12:49 pm on Friday, November 13, 2009

Ich habe weiland bei der Königsteiner Woche gearbeitet, ein Blatt das sich von Kleinanzeigen nährt. Damals mussten wir uns immer rechtfertigen, wir seien keine richtige Zeitung sondern “nur” ein Anzeigenblatt. Wir hatten 20 Seiten, davon 10 Seiten Redaktion. Wir hatten Geschichten sogar eine Woche vor der Tageszeitung. Aber wir waren eben keine “richtige” Zeitung. Heute sind es Blogger, die nicht ernstgenommen werden. Das sind keine richtigen Journalisten. Richtige Journalisten arbeiten bei Spiegel und machen so was:

Spiegel Screenshot

Da wird irgendein Hai gezeigt, Hauptsache ein Bild. Und Haie befreien natürlich keine Tiere, sondern Haie beissen – in diesem Fall Jungtiere frei. Hauptsahe das Klischee vom bösen gefährlichen Hai bleibt erhalten.
Sensationell auch die Bildunterschrift – das ist schon fast dadaistische Prosa.

Jetzt kann man das natürlich wieder auf die dpa schieben, aber was verbietet eigentlich einer Redaktion eine BU zu verbessern oder ein anderen Bild zu nehmen oder gar keins?

Es hat mich 30 Sekunden gekostet das Bild zu der Geschichte zu finden: http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10608530. Nämlich dort, wo die Geschichte herkommt. Man hat sie schlicht abgeschrieben vom Herald. Das ist ok, wenn man es sagt. Hat man aber nicht. Man sagt dass die Expertin Fiona Davis mit dem Herald sprach. Aber man sagt nicht, dass man die Geschichte von dort hat.

Was hat nur heute.de gegen Google?

Filed under: Journalismus, web 2.0 — Thomaswanhoff at 8:33 am on Monday, October 19, 2009

Nun reihen sich also auch die ÖR in den Anti-Qualitätsjournalimus ein, wie ein Stück bei heute.de über Datenpannen bei Google zeigt.
Die Überschrift:
Die Welt liest mit bei Google Docs
(Tatsächlich können einige Leute offenbar anderer Leute Dokumente einsehen. Aber gleich die ganze Welt?)

Von überall in der Welt ist die Textverarbeitung erreichbar. Als praktische Alternative zu teuren Büroanwendungen preist Google seinen kostenlosen Dienst Text & Tabellen, international auch Google Docs genannt: “Sie benötigen lediglich einen Webbrowser. Ihre Dokumente werden online sicher gespeichert”, heißt es auf der Internetseite.

Das ist nicht ganz richtig, denn für Büroanwendungen preist Google seine Premium Edition an. Und sicher gespeichert werden sie auch. Als Backup. Das hat erst einmal nicht wirklich was mit Sharing zu tun. Aber gut, sicher kann man auch anders interpretieren. Ist Google so sicher wie ein Tresor? Ja, wenn man Tresore als sicher sehen mag.

Zwischenzeile: Jeder kann mitlesen
(Das ist nur leider durch den Text nicht gedeckt. Manche konnten manche Dokumente lesen. Das ist ein himmwelweiter Unterschied).

Dominik H. ist hörbar schockiert, als wir ihn auf dem Handy erreichen und ihm seine eigenen Zeilen vorlesen: In einem internen Brief hatte er für seinen Kulturverein die Überweisung von Projektzuschüssen beantragt. Der Brief enthält seine Bankverbindung, Telefonnummern und Adressdaten und ist eindeutig privat.

Wenn das alles eindeutig privat ist, dann stellt sich die Frage warum die Herren (oder Damen) Redakteure das Dokument überhaupt geöffnet haben. Machen die das auch wenn die Post einen Brief für den Nachbarn einwirft?
Das soll Google nicht entlasten, stellt aber die Frage ob das Briefgeheimnis hier nicht verletzt wurde.

Möglich, dass dieser Fehler in Zusammenhang mit der jüngsten Aktualisierung des Angebots zusammenhängt. Dabei hat Google neue Freigabefunktionen eingeführt. Google war am Samstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Naja, das wage ich mal zu bezweifeln, dass das ZDF nicht Google erreichen kann. Möglich, um mal im Jargon zu bleiben, dass man die richtige Telefonnummer des Pressesprechers nicht hatte. Komisch auch, dass nur Heute die Story hat.

Zwar sind einmal in Umlauf gelangte Daten nicht wieder einzufangen, künftig möchte er sich aus derartigen Onlinediensten aber zurück ziehen: “Das war mir ohnehin sehr suspekt, jetzt reicht es mir damit.”

Was bitte soll mir das sagen? Google ein zwielichtiges Unternehmen? Bei aller Kritik, das ist nicht mal Schülerzeitungsniveau.

Derartige Datenpannen scheinen sich bei Google zu häufen: Erst im Frühjahr hatte Google Schwachstellen bei seiner Onlinetextverarbeitung beseitigen müssen

Sehr beliebt: Man sagt “Häufen” und bringt dann EIN Beispiel.

Allein in diesem Jahr hatte Google außerdem mehrfach mit selbstverschuldeten Systemausfällen zu kämpfen, bei denen einzelne Dienste, wie das E-Mail-System oder gar die gesamte Suchmaschine für Stunden nicht erreichbar waren.

Was mit der Sicherheit null und gar nichts zu tun hat, und man doch bitte daran denken sollte, dass Google a) ein gratis Service ist und b) seinen zahlenden Kunden eine Wiedergutmachung angeboten hat.

Für das Unternehmen kommt die neuste Datenlücke zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Gerade startet die Experimentierphase des neuen Dienstes Google Wave. Selbstsicher möchte Google damit die E-Mail ablösen und mit Teamarbeits- und Web2.0-Diensten vereinen.

Experimentierphase heisst dass da Dinge a) schiefgehen können/sollen/werden und b) verbessert werden können. Das ist also ein denkbar schlechtes Argument gegen bestehende Angebote.

So, wir wissen also dass Dominik H. offensichtlich ein Sicherheitsleck gefunden hat; Dafür gebührt ihm Ruhm und Ehre und ganz verstehen mag ich nicht warum sich der Retter der Datenwelt nicht mit Nachnamen zitieren lassen will.

Ja, Google hat Schwächen, aber die haben Facebook, StudiVZ und die Deutsche Bank auch. Sogar das ZDF hat die. Die muss man aufzeigen, man muss ermahnen und anmahnen, aber bitte auf solider Basis. Dass ich am Montagmorgen noch immer lesen muss dass Google nicht erreichbar war spricht für die Vermutung, dass man Google nicht erreichen wollte. Sondern das es, so der Tenor des Artikels, eigentlich eine Anti-Google-Geschichte werden sollte.

Als Redakteur hätte ich dem Schreiber (der mir übrigens gut bekannt ist, deshalb meine Enttäuschung) gesagt, jetzt setze Dich bitte nochmal an die Geschichte und mach sie rund. Finde heraus, warum die Datenpanne passiert ist. Spreche mit Google. Suche mehr Fälle. Bring mehr Fleisch rein.

Zum Beispiel die Geschichte, dass ein Hacker eine Menge vertraulicher Dokumente des Dienstes Twitter herunterladen konnte, die allesamt bei Google gehostet waren.

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