Viel bloggen oder häufig bloggen?

Filed under: Asien,Blogger,Blogosphere — Thomaswanhoff at 8:41 am on Tuesday, October 21, 2014

Ich tue mich immer schwerer mit dem Bloggen weil ich kaum noch die Muße finde, einen längeren Artikel zu schreiben. Das impliziert dass Blogs längere Artikel haben müssen. Ich habe zunehmend das Gefühl, dass dem so nicht sein muss. Klar, wer ein Themenblog macht, der mag und muss sich vielleicht länger auslassen. Aber ich denke mir das Frequenz wichtiger ist als Länge, und versuche deshalb mal häufiger und weniger lang zu bloggen.

Heute gleich mal mit Hunde-Content.

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Unterkunft in Bonn fuer Blogger aus Kambodscha gesucht!

Filed under: Asien,Blogger,Blogosphere — Thomaswanhoff at 9:12 am on Tuesday, April 23, 2013

Hallo Deutschland. Mein Freund , journalist umd blogger Tharum Bun Kommt im Juni nach Bonn. Er ist eingeladen von der Deutschen Welle. Da er als Kambodschaner nur ein kleines Budget hat, sucht er für diese Zeit einen Platz in Bonn, wo er zumindest eine Woche bleiben kann. Wer kann helfen?

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Spracheingabe: Das nächste wirklich große Ding

Filed under: Allgemein,Blogosphere,macbook — Thomaswanhoff at 4:00 am on Friday, November 16, 2012

Seit einiger Zeit benutze ich immer häufiger Serie Siri und auch nicht auf meinem iPhone. Ich möchte für ein Verwirklichungwissen wie Spracheingabe funktioniert. Das bedeutet viele tweets, Facebook Updates aber auch dieser Blogbeitrag sind mit Spracheingabe geschrieben. Der Vorteil: Ich muss nicht mehr tippen, was auf einem iPhone auch was war sehr schwierig ist. Da ich älter kann auch nicht mehr so Gut sehen und brauche deshalb jedes Mal meine Brille, was etwas umständlich ist, wenn man ein Telefon bedienen will.

Gerade die mobilen Services von Google sind sehr gut, was Spracheingabe angeht. Dieser Beitrag wird geschrieben mit der Spracheingabe von meinem MacBook Pro, ich muss zwar immer noch etwas verbessern, aber es ist auf jeden Fall einfacher als tippen. Aber: es ist eine Gewöhnungssache. Ich tue mich immer noch schwer mit Diktieren und mit dem Formulieren der Gedanken beim sprechen. Das kann auch daran liegen, dass ich das Tippen als Journalist gewohnt bin. Ich habe früher nie diktiert, Lokal-Journalisten haben keine Sekretärin.

Ein Problem, das ich noch habe, ist die Spracheingabe in der Öffentlichkeit. Für mich ist es immer noch seltsam neben meiner Frau zu sitzen und Tweets zu verschicken. Auch wenn es sicherlich genauso unhöflich ist ohne Spracheingabe neben meiner Frau zu sitzen und dabei zu treten tweeten.

Aber: die Spracheingabe macht viele Dinge einfacher. Es ist eine Frage der Gewöhnung, so wie wahr wie das Tablett eine Frage der Gewöhnung bei der Eingabe war. Viele Leute sagten sie können nicht schreiben, wenn sie die Finger nur auf ein Stück Glas legen. Mittlerweile hat sich das Problem erledigt.

Was sicherlich noch stört ist die online Anbindung. Wir brauchen mobile Endgeräte wie auch Laptops, die unabhängig von einer Internetverbindung Spracheingabe verstehen. Es ist mitnichten so das über all woran das Internet mobil verfügbar ist. Wer einmal von Hamburg oder von Hannover nach Berlin gefahren ist, der weiß, was ich meine. Im übrigen ist das Thema online Verbindung kein wirkliches Thema für mich in Laos. Ich habe 3G/LTE über alle hier in der Hauptstadt.

Ein anderes Problem: ich muss immer noch irgendwie mein Gerät in die Hand nehmen. Ich muss irgend ein irgendeinen Knopf drücken, um die Spracheingabe zu aktivieren. Ich glaube eindeutig Android hat mittlerweile eine Spracherkennung, aber ich habe dabei meint der Lecks CS dreihatte mit meinem Galaxy S3 immer wieder Probleme, die verschiedenen Features zu aktivieren. Vielleicht kann ich da jemand aufklären was es da schon gibt. Bei meinem iPhone muss ich auf jeden Fall immer noch den Button drücken. OppermannAuf meinem MacBook Pro muss ich zweimal Funktion drücken.

Ich habe Ihrenim Beitrag mal einige Stellen durchgestrichen widersprachtdie das System falsch erkannt hat. Das sind immer noch einiges. Aber ich glaube wir sind schon viel weiter als Stress TrächtigkeitDragon Dictate mal war. Auch wenn das immer noch von entleerteder Engine her die beste Spracherkennung ist.

Ich glaube wir werden in Zukunft noch viel mehr über Spracherkennung und Hilfe Nowsteuern. Das kann irgendwann auch eine Mikrowelle oder ein Kühlschrank sein. Aber für die nächste Zeit werden es erstmal Mobiltelefone, Smartphones und Computer sein.

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Sevenload nur in Deutschland?

Filed under: Blogosphere — Thomaswanhoff at 2:46 am on Friday, January 20, 2012

Vielleicht habe ich ja was nicht mitbekommen, aber seit wann kann ich im Ausland Sevenload nicht aufrufen?

So sieht das aus wenn ich MEIN EIGENES Video aufrufen will:

Sevenload Screenshot

Ja, I know, es ist gar nicht mehr meins, wenn Sevenload es hat. Aber was bitte bringt die dazu den Aufruf aus Laos (und auch Thailand) zu verbieten. Wer das Internet noch immer nicht verstanden hat soll bitte keine Videoplattformen betreiben.

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Nur mal so ne Frage (Occupy)

Filed under: Blogosphere,Journalismus — Thomaswanhoff at 1:30 am on Friday, November 18, 2011

Ich habe gelernt, dass zu den Grundpfeilern der Demokratie Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht gehören. Wenn ich das richtig sehe werden beide gerade in den USA mit den Füßen getreten. Die OWS Bilder sehen eher aus wie aus Ägypten oder anderen repressiven Staaten. Von der Regierung gibt es keine Aussage dazu.

Kann es sein dass die Herrschenden in den westlichen Ländern Demonstrationen und Kritik nicht mehr so wirklich mögen?

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Was ist Quora?

Filed under: Allgemein,Blogosphere — Thomaswanhoff at 2:24 am on Wednesday, January 12, 2011

Habe eine kleine Präse gemacht, als Einstieg sozusagen.

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Dumme Politiker und die Lüge vom Jugendschutz

Filed under: Blogger,Blogosphere — Thomaswanhoff at 3:26 am on Tuesday, November 30, 2010

Ja, mir geht die Hutschnur hoch. Ich frage mich ob die Menschen damals in der DDR wirklich für Vorratsdatenspeicherung und Jugendmedienstaatsvertrag auf die Straße gegangen sind. Die deutsche politische Elite macht genau das, was sie der chinesischen zum Beispiel vorwirft: Weil man Dinge nicht versteht, versucht man das bestehende zu kontrollieren und das neue de facto zu verbieten. Eine wild gewordene Ministergattin, eine ebenso durchgedrehte ehemalige Familienministerin, eine noch schlimmere so genannte Verbraucherministerin, und schon war es das mit Freiheit. Die Einschränkungen, die es schon jetzt in Deutschland gibt was die Grundrecht angeht, sind schon beeindruckend. Demonstrationen: Ja, aber keine Vermummung, kein dies, kein das. Freie Rede: Ja, aber sie muss eine Altersbeschränkung haben. Wenn ich zum Beispiel einen Beitrag zum Thema Pornografie schreiben will, darf der nur nachts erscheinen. Oder aber ich muss technische Vorkehrungen treffen. Ich darf auch keine Abzeichen der NSDAP zeigen, etwas das in anderen Ländern nicht wirklich verstanden wird. Ich darf meine 16-jährige Cousine (so es sie gäbe) nicht in der Pose ablichten, in der sie es gerne hätte, weil sie aussehen will wie ihre Lieblingssängerin (weil dass dann schon Kinderpronografie sein kann). Ach so, und das Haus des Nachbarn darf ich auch nicht veröfentlichen.

Ich glaube die Kinderstory nicht. Es geht um etwas anderes. Wikileaks hat gerade gezeigt, wie verwundbar Regierungen sind. Und das gefällt denen nicht. Sie wollen die Kontrolle über die Medien zurück. Die Amis haben das schon vorher bewiesen, und nun ziehen deutsche Politiker nach. Man erfindet eine Gefahr, und schon macht man sich an die Beseitigung.

Warum? Weil ein deutscher Politiker KEINE Ahnung hat von der Welt (wie auch manche CEOs übrigens nicht). Er weiß nicht was ein Brot kostet und wie man eine Email schreibt, geschweige denn wie man die Privatsphäre bei Facebook einstellt. Er (und sie) will an der Macht bleiben, das ist das einzige Bestreben. Das gute Einkommen als Abgeordneter und all die netten Vergünstigungen. Ich habe das hautnah erlebt, es geht den meisten nur darum. Und weil sie eben die Welt da draußen nicht verstehen, müssen sie jetzt einfach alles verbieten, was sie nicht verstehen. Oder was ihre Machtstellung gefährden könnte. Ich warte darauf, bis die ersten Abmahnungen kommen. weil man einen Politiker kritisiert hat. Ich wette, das kann schon 2011 passieren, wenn das so weitergeht.

Hier in Laos (und Vietnam und China) ist man wenigstens so ehrlich und sagt klar heraus, dass man keine öffentliche Kritik an der Partei und der Regierung wünscht (und zulässt). Nicht das mir das gefällt. Aber es ist wenigstens geradeheraus.

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iPhone im All: Wenn Medien nacherzählen, statt zu recherchieren

Filed under: Blogosphere,Kambodscha — Thomaswanhoff at 12:07 pm on Monday, October 18, 2010

Es ist schon peinlich was die Massenmedien so alles abliefern: Da schicken ein Vater und sein Sohn einen Wetterballon ins all (nicht mal dahin eigentlich) und schon ist das eine Riesengeschichte. Wenn das zwei Wochen vorher ein paar Kambodschaner machen, ist das keine Geschichte. Warum nur? Weil es in den Köpfen so etwas wie einen klischeebedingten Rassismus gibt.Innovationen aus Kamboscha? Kann nicht sein. Auch wenn dort in 2 Wochen etwas erreicht wurde wofür die beiden Amis 8 Monate brauchten. Nein, Kambodscha geht nur mit Roten Khmer und Pädophilen. Ein wenig Angkor Wat noch. Ansonsten gibt es keine Geschichten aus Kambodscha. Darf es nicht geben.
Mal abgesehen davon dass es für Geeks schon lange ein Spaß ist solche Ballons in die Luft steigen zu lassen. Gerade in den USA ist das beliebt. Es gibt viele Webseiten, in denen so etwas erklärt wird.

Ich dachte eigentlich hier lesen ein paar Journalisten mit. Die müssten eigentlich die Wetterballon-Geschichte aus Kambodscha mitbekommen haben. Ich konnte nur nix in deutschen Medien finden. Bis der Papa aus den USA kam.

Das Beispiel zeigt deutlich, warum Massenmedien ein Bezahlproblem haben. Weil die meisten nur wiederkäuen was über Agenturen kommt, und selbst die Agenturen nur wiederkäuen was aus Amiland kommt. Es macht sich keine Sau mehr die Mühe und schreibt eigene Stücke oder recherchiert mal fünf Minuten.

Hier nochmal zur Erinnerung:

Naja, wenn Merkel und Co. so weitermachen wird eh bald der Regierungssprecher sagen. was geschrieben wird. Manche folgen dem ja so schon.

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Google Streetview: Es geht um staatliche Kontrolle, nicht ums Wohl der Bürger

Filed under: Blogosphere — Thomaswanhoff at 10:41 am on Sunday, August 15, 2010

Zunächst einmal: Dieser Artikel ist einer der besten zum Thema Streetview. http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-08-14/pro-google-street-view

Dann noch ein paar Anmerkungen meinerseits: Wenn Streetview keine Straßen ins Internet stellen darf, dann darf das niemand. Kein Atlas, kein Immobilienanbieter, keine TAGESZEITUNG. Man stelle sich vor, demnächst werden alle Häuser verpixelt in Zeitungen abgebildet. Denn auch Tageszeitungen verdienen mit diesen Fotos mittelbar Geld. Ich kann nämlich im Bereich Königstein der Taunus-Zeitung eine Anzeige schalten. Und wenn ich weiß, dass am Samstag Straßenfest in der Limburger Straße ist, dann schalte ich meine Anzeige am Montag, und voila, ich habe damit alle Interessierten an der Limburger Straße angesprochen. Wenn die Zeitung jetzt noch die entsprechende Software hätte, würden Anzeige und Foto und Text so auch im Internet stehen. Dass das nicht passiert hat nichts mit Zurückhaltung der Zeitungen zu tun. Wenn sie die Technik hätten, machen sie es (einige binden ja schon Google Ads ein).

Wer eine Gesellschaft ohne Werbung möchte, möge bitte einen Gegenentwurf liefern. Pauschale Verurteilungen von Gropßkonzernen ohne ein Mindestmaß an Wissen helfen wirklich nicht weiter. (siehe nochmal Artikel oben, dort auch bitte die Kommentare lesen).

Erneut stelle ich fest, dass sich die sozialistischen Länder in denen ich jetzt lebe de facto freier entwickeln als das ach so freie Deutschland (von Amerika mal ganz zu schweigen, die sind ja in manchen Bereichen noch schlimmer, wenn auch nicht bei Streetview).

Nur wil eine völlig inkompetente, karrieregeile Ministerin Aigner Amok läuft, muss man ihr nicht nachrennen. die Frau schützt keine Verbraucher, sondern nur ihren Posten und Mandat.

Der Staat will immer mehr Kontrolle über das Internet. Das sollte stutzig machen. Erst waren es Terroristen, die für die Vorratsdatenspeicherung herhalten mussten. Dann waren es Kinderpornos, die für die Internetsperren angeführt wurden. Und nun ist das Abbilden von Häuserfassaden schon eine Gefahr. Lächerlicher geht es nicht. Übrigens muss man kein Verschwörungstheoretiker sein, um ich dann noch zu wundern, warum die Amerikaner unbedingt Wikileaks verbieten möchten und in Deutschland dem Abmahnwesen gegen Blogger noch kein Riegel vorgeschrieben worden ist. Nehmen wir noch Gema und die Zeitungsindustrie hinzu, dann sieht es aus, als ob gewissen Eliten verzweifelt versuchen ihre Besitzstände gegen die Bürger zu verteidigen.
Das klingt besonders skurril wenn man in einem Land wie Laos und Vietnam lebt, in dem die Regierung bislang vorgab, den Willen des Volkes am besten zu kennen und sich nun immer mehr öffnet und dem Volk immer mehr zurückgibt.

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Der Überbringer der schlechten Nachricht: Hängt ihn!

Filed under: Asien,Blogosphere,Journalismus — Thomaswanhoff at 11:03 am on Sunday, August 1, 2010

Ich frage mich, was der Hintergrund der Diskussion über Wikileaks ist: Dass die klassischen Medien mit so Internetfuzzies zusammenarbeiten müssen und so sauer darüber sind, dass sie deren Methoden in Frage stellen (und dabei vergessen, dass sie selbst eigentlich diesen Job zu erfüllen haben, aber längst nicht mehr tun).
Oder ist es das handfest Interesse der herrschenden Eliten, Geheimes geheim bleiben zu lassen (und dabei vor allem so ziemlich alles als geheim zu erklären, was man so tut)?

Derzeit sind es die Überbringer der schlechten Nachrichten, die gehetzt werden. Niemand stellt endlich den unsinnigen Afghanistaneinsatz in Frage, sondern die Veröffentlichung der Dokumente, die – unter anderem – zeigen, wie sinnlos dieser Krieg ist.

Dass die amerikanische Regierung schon längst Freedom of Speech gerne anderen Ländern predigt, im Land aber gerne mal Herren in dunklen Anzügen vorbeischickt, wenn etwas nicht passt, erleben wir ja schon seit einiger Zeit. Von Irak über Afghanistan bis hin zur Ölpest: Die Regierung will kontrollieren, wer was berichtet. Dass ihnen das (noch) nicht gelingt, ist eine andere und gute Sache.

In Deutschland wäre die Steuersünder-CD so ein Fall gewesen, nur hat da die Regierung sich gleich ganz auf die Seite der Kriminellen gestellt und Diebesgut gekauft. Früher nannte man das Hehlerei.

Warum mich das so aufregt: Ich lebe seit drei Jahren in Ländern, in denen zahllose westliche Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen Einheimischen etwas über Demokratie erzählen. Über Meinungsfreiheit. Eine kambodschanische Bekannte besucht in Deutschland Journalistenseminare. Und wundert sich dann, wenn ich ihr erzähle, dass man die investigativen Geschichten in Deutschland suchen muss. Dass klassische Journalisten nicht schreiben, sondern in der Mehrheit Agenturberichte umschreiben. Das der Staat Listen erstellt, was im Internet gesehen werden darf (zunächst noch limitiert auch Kinderpornos, aber wir wissen wohin das führen sollte).

Es freut mich dass ausgerechnet die deutsche Community zu den Hauptfinanziers von Wikileaks gehört. Solche Nichtorganisationen müssen unterstützt werden.

Das Internet hat es allen Regierungen schwer gemacht. Doch während der Westen sich diebisch freut, wenn aus Burma Emails über Aufstände nach draussen gelangen, beschliesst man in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung und in Amerika den Patriot Act.

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E-Postbrief: Zustellung gerne auch per Pferdekutsche?

Filed under: Blogosphere — Thomaswanhoff at 11:20 am on Wednesday, July 14, 2010

Ich weiß ja nicht welcher ehemalige Postbeamte diese Unsinn erfunden hat, aber was die Deutsche Post mit dem E-Postbrief abliefert, ist per Lichtgeschwindigkeit in die Vergangenheit gereist.

Alle Nutzer müssen sich per Postident-Verfahren mit Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale identifizieren – erst dann wird das E-Postbrief-Konto freigeschaltet. So wird die Identität der User zweifelsfrei festgestellt – und anonyme Mails, Spams oder Adressdiebstahl sind beim E-Postbrief nicht möglich. In der Startphase erhalten User nach der Namensreservierung einen Freischaltcode per Brief zugesandt

Danke, komplizierter geht es wohl nicht.

Aber es kommt noch besser. Die Emails werden nämlich gerne auch ausgedruckt:

Ein E-Postbrief kostet genau wie der herkömmliche Brief 55 Cent. Nutzer können wählen, ob ihr Brief elektronisch an ein anderes E-Postbrief-Konto zugestellt wird oder von der Deutschen Post ausgedruckt und per Briefträger zugestellt wird. Dabei bleibt der Preis der gleiche. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke werden extra berechnet.

Liebe Post. Erstmal sind Emails per https und SSL-Verschluesselung schon recht sicher. Mit PGP geht es sogar richtig gut verschlüsselt. Warum aber soll ich eine Email an jemanden schicken der gar keine Email hat? Warum soll ich 55 Cent für eine Email bezahlen an jemanden der Email hat?

Ok ihr wollt einfach Briefe versenden, aber das geht doch jetzt auch schon??

“Wir machen sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich – das ist eine Revolution”, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL.

Das ist glatt gelogen, und zwar wider besseren Wissens. Und dreist ist es auch noch.

Das man das “So funktioniert” Video als WMV herunterladen kann verstärkt noch den Eindruck, hier handelt es sich um ein zukunftsfähiges Unternehmen.

(Ich verstehe nicht warum die Post statt einen auf Massenmark zu machen nicht einfach erklärt dass es sich hier um eine eher spezielle Lösung für Unternehmen handelt)

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Angst vor Google – Verschwörung bei ZEIT ONLINE – Gedanken zu einer Debatte

Filed under: Blogosphere,Journalismus,Pressefreiheit — Thomaswanhoff at 2:24 am on Tuesday, January 19, 2010

Und wieder hat wer zugeschlagen, diesmal Susanne Gaschke von der Zeit. Google muss demokratisiert werden, fordert sie.
Schauen wir uns mal ihren Artikel bei Zeit Online an:

Nun kommt das internetfähige Google-Handy Nexus One auf den Markt. Wie mit nahezu jedem modernen Handy kann man auch mit diesem Fotos machen – nur hat das Nexus ein Programm, das diese Fotos per Internet gleich zu identifizieren vermag.

Das geht auch schon mit anderen Android Handys. Apples iphoto zum Beispiel erkennt Gesichter, und die Software der Polizeibehörden ebenfalls. Mitnichten ist das ein Googleproblem. Mal abgesehen davon, dass es eine Rechtslage gibt, die es schlicht verbietet (zumindest in Deutschland), unerlaubt Bilder zu veröffentlichen. Statt aber Recht durchzusetzen (der Böse ist immer noch der der das Foto veröffentlicht) wird einfach mal der Überbringer der schlechten Nachricht verantwortlich gemacht.

Und was alles die Autorin auf uns zukommen sieht:

Es geht um Monopolansprüche auf die Ressourcen der Wissensgesellschaft. Es geht um Überwachung – durch Privatunternehmen und Mitbürger. Es geht um personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt.

Naja, Wikipedia hat diesen Monopolanspruch auch irgendwie, wenn es um Wissen geht. Und der Begriff der Überwachung ist mal wieder so eine Unterstellung, wie sie Journalisten eigentlich unterlassen sollten. Tatsächlich ist es der Staat der überwacht, und zwar nicht zu knapp. Und personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt??? Mich stört ehrlich der Werbemüll im Briefkasten mehr. Mal abgesehen davon das Werbung dezenter als bei Google kaum geht. Aber aus irgendeinem Grund ist Werbung ja jetzt auch böse. (Gerade von Printjournalisten ist das geradezu lächerlich, als ob die Zeit keine Werbung hätte. Und natürlich ist die auch personalisiert, wenn auch gröber).

Leider muss man bei Journalisten wie Frau Gaschke immer ein paar Absätze lesen, bis man sieht, dass manches vom Anfang relativiert wird. So räumt sie ein, dass man mit der Bilderkennung auch Bauwerke erkennen kann und so Informationen zum Beispiel zum Kölner Dom bekommt. Und das Google die Gesichtserkennung noch gar nicht freigeschaltet hat, eben WEIL es Bedenken gibt.

Weiteres Beispiel Street View, eine der verlogensten Debatten die ich je gehört habe. Mal abgesehen davon dass ich kein Recht am Bild einer Gemeinde oder gar eines Hauses erkennen kann: Solche Ideen gab es schon Jahre zuvor (ich selbst habe vor Jahren schon unter Cityimages.de alle Straßen meines Heimatortes fotografiert, mit GPS-Daten versehen und in eine Datenbank eingegeben, um diese Daten dann für Touristen mit Infos zu Sehenswürdigkeiten zu verknüpfen). Google halt lediglich den Vorteil, die Ressourcen zu haben und das Geld, um Autos mit Kameras durch die Welt zu schicken.

Bevor Google jemanden fotografieren lässt, muss die Firma den Betroffenen um Erlaubnis bitten.

Und so was von Journalisten: Liebe Frau Gaschke, einfach mal zurück ins Seminar für Journalisten gehen und ein bisserl Rechtslage lernen: Erstens muss man nicht um Erlaubnis fragen, ob man jemanden fotografieren darf (zumindest rechtlich nicht, gleichwohl gehört es zum guten Ton), sondern ob man es veröffentlichen darf, zum anderen aber, und das werden Ihnen die Kollegen Fotografen sicher auch sagen können, geht es um bildbestimmend. Sonst würden Sie niemals eine Fußgängerzone fotografieren dürfen. Schauen Sie mal in die Zeit und geben Sie mit bei jedem Foto bitte die schriftliche Bestätigung, dass diese Menschen mit einer Veröffentlichung einverstanden waren. Die hier zum Beispiel. Oder die hier am Strand.Oder die hier
Google macht – im Gegensatz zur Zeit – alle Gesichter unkenntlich. Die ZEIT nicht. Im übrigen finde ich die manuelle Facebook-Version des Bildertaggens viel unerträglicher.

Spätestens bei folgendem Absatz frage ich mich aber welche Kompetenz Frau Gaschke eigentlich hat:

Der Vorstandsvorsitzende Schmidt hat darauf eine einfache Antwort: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.«..Das aber ist totalitäres Denken. Eine demokratische Gesellschaft muss sich politisch dagegen wehren. Mit Gesetzen. Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren.

Natürlich ist das was Schmidt sagt Unsinn. Man kann alles tun, aber man sollte es vielleicht nicht veröffentlichen. Google selbst veröffentlicht nichts, Google listet nur was schon öffentlich IST!!

Es ist nicht Google, das überwacht. Erstens gibt man selbst das meiste von sich preis. Ich weiss, dass Susanne Gaschke eine Journalisten ist, 1967 geboren, sich für Kinder einsetzt, mit dem SPD-Politiker Hans-Peter Bartels verheiratet ist und sogar einen Wikipedia-Eintrag hat. Diese Informationen habe ich von ihrem Arbeitgeber ZEIT und eben aus der Wikipedia. Google hat sie nur gelistet.
Frau Gaschke gehört zu den Journalisten, die trotz akademischem Hintergrund das Internet nicht verstanden haben. Es ist so wie wenn man unliebsame Bücher aus der Bibliothek entfernen will und dafür die Karteikästen entfernt, die Bücher aber belässt. Frau Gaschke, glauben Sie denn das Bing und Yahoo nicht an ähnlichen Techniken arbeiten bzw. diese schon haben?

Ich finde es beeindruckend, dass jemand nach Demokratie ruft, um ein Unternehmen zu bekämpfen. Freies Unternehmertum ist einer der Grundpfeiler der Demokratie, und Firmen müssen sich an bestehende Gesetze halten. Und falls nicht, wird das von Gerichten geklärt und nicht von Politikern. Eine Lex Google allerdings wäre die eigentliche Bedrohung der Demokratie. Wie auch Journalisten, die Artikel zu Themen schreiben, zu denen sie auch ein Buch geschrieben haben, und man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der Artikel vielleicht nur eine PR-Maßnahme ist.

Susanne Gaschke ist Redakteurin der Zeit und Autorin des Buches “Klick: Strategien gegen die digitale Verdummung”.

DAS nenne ich von Werbung umzingelt sein.

Google macht öffentlich, was es sammelt. Der Staat macht das nicht, Es gibt keine Kontrolle. Politiker nicken Gesetze ab, die Deutschland zu einem der restriktivsten Länder machen, kaum woanders gibt es solche technischen Überwachungsmöglichkeiten seitens des Staates, ohne politische Kontrolle. Wo war die Demokratie bei Zensursula? Es bedurfte der FDP, nicht der SPD, um diese Frau wieder zurückzupfeifen. Demos sind vor dem BKA angebracht, und vor der SPD-Parteizentrale, aber bitte nicht vor Googles geheimen Serverzentren (ein geradezu kindischer Ausdruck im übrigen).

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Was die Firma co.de aka Websuche Search Technology GmbH & Co. KG macht, ist zumindest irreführend

Filed under: Allgemein,Blogosphere — Thomaswanhoff at 3:17 pm on Monday, December 14, 2009

Meine Mutter schickte mir gerade einen Brief einer Firma co.de/Websuche, den ich mal als mindestens irreführend bezeichnen würde. Auf der Webseite liest sich das so:

In sehr vielen Ländern der Welt gibt es Domains mit einem .co. vor dem Ländercode der Domain (z.B. in Großbritannien .co.uk). Ab sofort ist dies auch in Deutschland möglich!

Ja, wir haben auf eine .co.de Domain gewartet. Schon immer. wanhoff.de ist ja nix gegen eine wanhoff.co.de

Im Anschreiben gibt es ein “Antragsformular”, das als Adressaten eine

An die co.de Vergabestelle
Websuche Search Technology GmbH & Co. KG
Martinistr. 3
49080 Osnabrück

hat.

Ich werde darauf hingewiesen, dass

Sofern Sie Inhaber einer Marke oder der gleich lautendenden .de-Domain sind, sind Sie berechtigt die jeweilige .co.de-Domain in dieser Vergabephase zu bestellen. Für eine Bestellung nutzen Sie bitte dieses Antragsformular oder kontaktieren Sie unseren Service.

Das ist definitiv irreführend. Die Wörter “berechtigt”, “Vergabephase” und “Antrag” suggerieren einen offiziellen Charakter.

Im Anschreiben heißt es unter anderem:

Derzeit läuft die Vorvergabe von co.de-Domains an Markeninhaber zur Vermeidung juristischer Probleme (Sunrise-Phase)…
Da sie mit www.wanhoff.de eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt betreiben, möchten wir Sie mit diesem Schreiben über diese Sunrise-Phase informieren. Sie sind jetzt berechtigt die Domain www.wanhoff.co.de zu bestellen, um die bestehende Präsenz im Internet noch weiter auszubauen…

Ich soll dann noch angeben, auf welcher Markeneintragung meine Rechte an “wanhoff” bestehen, und man will kostenlos die Domain wanhoff.de.co sperren.

Was heisst das nun? Ich sehe das als Drohung an: Wenn ich nicht widerspreche, dann wird man die Adresse wanhoff.de.co benutzen oder an andere weitergeben. Ich halte das juristisch für fragwürdig, weil man damit pauschal alle Domains grabben kann.

Auch wenn wanhoff keine eingetragene Marke ist, habe ich sehr wohl das Recht, diese Domain zu besitzen.

Ich habe co.de/Websuche aufgefordert, mir keine Werbung mir zu schicken und sich für das meiner Erachtens unverschämte Schreiben zu entschuldigen.

Basicthinking hat das Schreiben wol auch bekommen

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Das Logo von Jako und wie Rechtsanwälte heute Geld verdienen

Filed under: Blogger,Blogosphere — Thomaswanhoff at 9:50 am on Tuesday, September 1, 2009

Ich blogge diese Geschichte bewusst, um Öffentlichkeit zu schaffen auf einen Sachverhalt, den eine Partei sicherlich lieber unter der Decke halten möchte. Es ist aber auch der immerwährende Kampf für die Meinungsfreiheit, von der ich glaube dass sie es deckt, wenn man ein Logo Scheisse findet oder sagt, dass ein Sportartikelhersteller der Aldi unter den Sportartikelherstellern ist. Ich glaube auch, dass die Meinungsfreiheit nicht an der Rechtsabteilung einer Firma JAKO ein Ende hat und ich hoffe, dass die Rechtsanwaltskanzlei Horn und Partner soviel Anstand hat, dass sie die Geschichte ganz schnell in Ordnung bringt.

Es geht gar nicht so sehr darum, ob man mit einem Blogeintrag einer Firma Schaden zufügt oder nicht. Es geht darum, dass Gerichte darübr befinden sollen und nicht Rechtsanwälte. Es geht darum dass Meinungsfreiheit ein gesellschaftliches Gut ist und nicht ein Einnahmeposten der BRAGO.

Und es geht auch daraum, das Firmen wie JAKO offensichtlich ihre vermeintliches Recht wichtiger nehmen als das Ansehen in der Öffentlichkeit (und damit auch das Wohlergehen ihrer Firma). Wer mit einer Zeitung ein Problem hat, löst das nicht mit Anwaltsschreiben. Das ist PR 1×1. Es sei denn man ist so verzweifelt, dass keiner mehr über einen schreibt, dass man diese Negativ-PR wirklich braucht. Der Grund: Das Risiko ist viel zu groß, dass man die Geschichte nicht kontrollieren kann. Wenn nun viele Blogger und andere Medien anfangen darüber zu schreiben, versaut es schlicht das öffentliche Erscheinungsbild des Konzerns (und der Kanzlei). Aber bei der Kanzlei Horn und Partner scheint man dieses Risiko eingehen zu wollen. Ich hoffe nur, man hat den Klienten darauf hingewiesen. Jetzt geht nämlich die Suche los nach den Leichen im Keller. Und die hat jeder.

Auf jeden Fall aber finde ich es verfassungsrechtlich immer bedenklicher, dass man Firmen nicht mehr kritisieren darf, ohne gleich eine Anwaltskeule über sich zu haben (wohlgemerkt ohne dass irgendein Gericht darüber befinden konnte ob die Kritik rechtes war oder nicht).

Wenn wir unser Recht in die Hände von Kanzleien wie Horn und Partner oder Firmen wie JAKO legen, dann sind wir gescheitert.

Und ich finde das neue Logo sieht Scheisse aus. Das alte war viel besser. Schon weil es alleine stand und nicht in Allerweltsblau eingebettet wurde.

Ach, und nochwas: Ob JAKO in Vietnam produziert? Wäre doch mal einen Besuch wert, um zu sehen wieviel Sportsgeist sie hier haben.

UPDATE: Jako hat sich entschuldigt, und zieht seine Forderungen zurück. Na also, warum nicht gleich so?

Die Web-Öffentlichkeit hat sich durchgesetzt: Im Disput zwischen Jako und dem Blogger Frank Baade rudert der Sportausrüster zurück. „Wir haben ganz offensichtlich überreagiert”, erklärt der Vorstandsvorsitzenden Rudi Sprügel via Pressemitteilung. „Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen”, sagt er weiter, “aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt”.

So, nächstens noch den “rein rechtlich” Unsinn weglassen, ganz schnell die Anwaltskanzlei wechseln und vor allem auch denjenigen (oder diejenige) rauswerfen, die beu Euch für Kommunikation zuständig ist.

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Merkwürdige Briefe, die bei mir ankommen

Filed under: Allgemein,Blogosphere — Thomaswanhoff at 11:19 am on Friday, August 14, 2009

Ich freue mich ja über jede Form des Feedback, sei es hier in den Kommentaren, drüben beim Wissenschaftspodcast oder auch per Email. Aber manchmal fehlt mir der Zugang zum Inhalt, wie bei diesem Beispiel (Originalzitat):

Da meint der Thomas Wanhoff , dasz die Vielfaelt auf den Inseln mit etwa 25% Anteil am Gesamtaufkommen der ERD.Biodiversitaet ja nicht so sehr wichtig sind , da es ja noch genuegend Artenvielfalt auf dem Festland gibt #
Da wird sich der Thomas Wanhoff sehr wahrscheinlich irren , denn in einem Hoerpart juengeren Relativzeitdaseins hiesz es bezueglich Impfen , Medikamentenwirkung u.ae. , dasz es inzwischen als sicher anzunehmen sei , dasz gemaesz des Wechselspiels in der Natur bei 33% , also 1 Drittel des GANZEN , ein Grenzwert liegt , ab dem erst bestimmte Wirkungen eintreten (*auf Impfen , … bezogen*) oder eben auch quantendialektisch am anderen Ende des Daseins gesehen , ein Daseins.MUSZ fuer lebensaktiv vorhandene Organismen oder Organsysteme #
Damit waere bei 25% schon eine recht starke Bedeutungs.Verschiebung weg vom erreichbaren Gleichgewicht innerhalb wechselwirkenden ZEIT.Daseins aller beteiligten Teilchen , Organismen , Organsysteme , … #

Vielleicht kann mir mal jemand behilflich sein, was der Autor mir sagen will?

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BreakingNews auf Twitter: Keimzelle für eine Nachrichtenagentur

Filed under: Blogosphere,Journalismus,twitter — Thomaswanhoff at 8:12 am on Wednesday, May 6, 2009

Das Stück habe ich für das Jep-Blog geschrieben, wollte es aber auch meinen Lesern hier nicht voranthalten:

Er ist eigentlich ein Journalist bis ins Blut, und trotzdem oder gerade deswegen geht er einen neuen Weg: der Niederländer Michael van Poppel ist der Mann hinter BNO News und @BreakingNews, einem (bis jetzt noch) kostenlosen englischsprachigen Newsticker, der über den Microblogdienst Twitter verbreitet wird.
@BreakingNEws Screenshot
Das Besondere daran: Michael van Poppel ist schnell, folgt aber journalistischen Grundsätzen. Er checkt seine Fakten, ruft schon mal den Sprecher der FIA nachts um 1 Uhr an oder verwundert ein Krankenhaus in Alaska, warum er schon von einem Flugzeugabsturz weiss. Und er will gegen AP, Reuters und andere antreten.

Am 14. Mai 2007 startete er BNO News, weil ihm sein Mitbegründer Twitter zeigte und Poppel schnell wusste, das ist eine neue Form des Agenturjournalismus. “Ich dachte sofort dass dies ein wunderbarer Weg ist, Breaking-News-Nachrichten zu aktualisieren, weil man sie direkt zu denen bringt, die sie Lesen wollen, die Follower. Am Anfang machte ich das in meiner Freizeit und die Quellen waren meist andere Nachrichtenseiten”, sagt er im Email-Interview.

Bis September 2008 blieb es ein Hobby, doch dann bekam Poppel ein Videoband in die Hand, das Osama Bin Laden zeigte, mit bislang unveröffentlichten Inhalten. Bevor er es an eine Nachrichtenagentur verkaufte, twitterte er einige Zitate und Bilder. Damals hatte er gerade mal 200 Follower. Poppel und sein Mitbegründer arbeiteten dann stärker an dem Dienst, bis 2008 Twitter selbst immer bekannter wurde. In dieser Zeit arbeitete Poppel vor allem daran, an Originalquellen zu kommen und Nachrichten als erster zu erhalten und zu verbreiten. Immer öfter hatte BreakingNews seine eigenen Scoops. “Unser System mit dem wir Nachrichten sammeln ist immer größer geworden, immer mehr Leute machen mit und schließlich entwickelte sich der Plan daraus, einen eigenen Nachrichtendienst aufzubauen.”

Die Bandbreite der Nachrichten erstreckt sich auf alle klassischen Ressorts. Von “Nepal’s prime minister says in State TV that he’s stepping down.” über “AP: Fiat confirms talks for GM’s Opel concerning a possibility to create a single car company including Chrysler.” bis hin zu “URGENT — Twenty-eight people have been injured after a serious bus accident in Perris, California, officials tell BNO News. More to come.”

Mittlerweile arbeiten 10 Journalisten bei BNO News und twittern unter dem Namen @BreakingNews. Für BNO News sind demnächst mehr Mitarbeiter geplant, verteilt auf zwei Standorte.

Wie kommt BNO News und @BreakingNews an Nachrichten? “Manche Leute meinen, wir würden nur Stories weitertragen, die wir in Twitter lesen. Das ist nicht richtig.” BNO News haben eigene Quellen und schauen natürlich auch auf Nachrichtenseiten aus der ganzen Welt. Mit den eigenen Quellen hat man auch eigene Geschichten, aber man kann nicht immer der erste sein, sagt Poppel. Dann sei man so fair und sage auch, wer es zuerst hatte. Twitter macht das einfach, als Quelle reicht ein RT für Re-Tweet und der Name des Erstellers. RT @weltonline würde heissen, man schickt eine Nachricht weiter, die Welt Online zuerst hatte.

Wie so eine Geschichte entsteht, kann man im Blog nachlesen (das eher weniger aktuell ist). Der Crash einer 737 in Denver war eine der Storys die BNO News sehr intensiv bearbeitete. Die Basis für die erste Nachricht war der Bericht einer lokalen TV Station und wurde innerhaln einer Minute getwittert. 20 Minuten später sagte AP nur, es habe einen Unfall an einem Flughafen gegeben. Es war der zweitbeste Tag in den Abrufen von BNO News Geschichten.

Zurzeit finanziert sich der Dienst, der mittlerweile 300.000 Follower hat, durch Spenden. Aber das ist nur der Anfang. Poppel will eine eigene Nachrichtenagentur aufbauen. “Ich kann nicht mehr Details nennen, aber es tut sich was und der Spendenaufruf wird bald von der Seite genommen.” Bislang seien die Spenden die einzigen Einnahmen gewesen. Aber man könne auch mit Twitter Geld verdienen, wenn man zum Beispiel Anzeigen des Dienstes Adjix einbaue.

Wenn einmal die Agentur läuft, dürfte es auch mit den Twitternachrichten weniger werden, kündigt Poppel an. Und alle Nachrichten werden dann auf BNO News verweisen, den neuen Dienst. So gesehen, baut Poppel gar nicht etwas völlig Neues. Nachrichtenagenturen gibt es schon. Nur der Weg, wie er seine Inhalte transportiert, und vor allem wie er sie bekommt, ist neu. Bleibt abzuwarten, wie gut Verlage seine Nachrichten finden und wieviel sie bereit sind zu bezahlen. Wenn man die aktuelle Diskussion um die DPA anschaut, dann kommt hier zumindest für Online- Dienste eine Konkurrenz.

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Verlage, heult doch wegen Google

Filed under: Blogosphere,web 2.0 — Thomaswanhoff at 8:43 am on Friday, February 6, 2009

Gerade bei Turi2 gelesen:

Eine spezielle Benutzeroberfläche für Apples iPhone und das Google-Phone G1 verschafft jetzt mobilen Surfern komfortablen Zugang zur vieldiskutierten Buchsuche von Google. Die deutschen Buchverleger sind in Alarmstellung.

Wohlgemerkt, es geht um Suche. Nicht um Downloads. Und schon geht das Geschrei los wie bei Google-News bei den Zeitungsverlagen. Wenn die keinen Suchmaschinen-Traffic mehr hätten, würde ihnen 30-40 Prozent des gesamten Traffics wegbrechen. Deswegen jammern sie laut, machen aber nix.
Frage mich, warum diejenigen die am lautesten schreien noch nicht mal damit anfangen, intern nur in Yahoo zu suchen.

Aber zurück zu den Buchverlagen. Wo ist das Problem? Die Buchverlage selbst haben es nicht geschafft, sich ausserhalb von Amazon auch nur annähernd erfolgreich im Netz zu etablieren. statt Entwickler hat man Anwälte bezahlt – und zahlt jetzt den Preis. Libri.de ist nett gemeint, aber fern von allem, was User wollen.
Die Verlage selbst sind ebenso undiskutabel, wollen dem Handel nicht schaden. Man schaut mehr auf sich als auf den Nutzer.
Statt schnell zu schalten und sich zu überlegen, wie man von dem zu erwartenden Googletraffic profitieren kann, versucht man es erst mal mit Verboten.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn Buch-Verlage erst ein mal sehen, welche Werbung Google für sie macht, es ein wenig anders aussieht. Zumindest bei denen die begriffen haben, dass das Internet auch eine Chance sein kann.
Bücher werden noch lange auf Papier gelesen, aber man stelle sich vor, Google lonke zu den entsprechenden E-Büchern. Wie schnell und einfach kann man da Geschäfte machen?

Also Buchverlage, seid mal ernst und realistisch und tut nicht so, als sei eben erst die Buchdruckkunst erfunden worden und ihr hättet gerade eine Zunft gegründet. Die Zeiten sind schon etwas länger her.

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Bahn will Netzpolitik mundtot machen und die Wahrheit verschweigen

Filed under: Blogger,Blogosphere,politik — Thomaswanhoff at 4:07 pm on Tuesday, February 3, 2009

So ist das also: Wenn die Deutsche (Reichs)Bahn mal Kritik einstecken muss von Bloggern, holt sie gleich die Anwaltskeule raus. Ein Konzern, den ich der politischen Korruption (also nicht im Sinne eines Straftatbestandes) zumindest für verdächtig halte (man schaue nur welche Politiker nach welchen Entscheidungen dort Einzug hielten), versucht jetzt einen der profiliertesten Kämpfer für die (Rede)Freiheit im Netz, Markus Beckedahl, eins vor den Latz zu knallen:

Die Deutsche Bahn AG hat mir soeben meine erste Abmahnung für dieses Blog geschickt. Konkret geht es um das interne Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn, das ich am Samstag hier publiziert habe.
Nun weiß ich nicht, wie die Chancen sind, mich vor Rechtstreitigkeiten mit dem Konzern zu schützen, bzw. ob ich Chancen habe, dagegen vorgehen zu können. Und bitte daher die mitlesenden Juristen um Rat.

Und feige wie Herr Mehdorn und seine finsteren Gesellen nun mal sind, wagen sie sich nicht mal vor Gericht, sondern versuchen eine (angebliche) Straftat (Verrat von Geschäftsgeheimnissen) über den Weg einer Abmahnung zu erledigen. Da fragt man sich ob der Anwalt in der Sache nicht gegen Standesrecht verstößt: Müßte er nicht Anzeige erstatten, wenn er Kenntnis von einer Straftat bekommt? Oder will er lieber die Kohle sicher in der Tasche haben, die es für die Abmahnung gibt (was auch ein Verstoß wäre)?

Liebe Bahn, solange ihr am Rockzipfel der Politik hängt seid ihr ein öffentliches Unternehmen und habt Rechenschaft für Eure schändlchen Taten abzulegen. Die Wahrheit zu vertuschen zu versuchen ist einfach nur ekelerregend. Einer öffentlichen Diskussion aus dem Weg zu gehen ist beschämend, aber Herr Mehdorn, solche Diskussionen haben sie doch schon immer gescheut, oder?

Und im übrigen wurde aus dem Bericht des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten zitiert, eine öffentliche Institution. Geht’s noch?

Himmelherrgott, lebe ich in Vietnam mit der Zensur oder ist Deutschland mittlerweile auch schon soweit?

Keine Kommentare, bitte bei Markus kommentieren.

Journalisten: Wieder mal ne Geschichte die ihr recherchieren könnt. Oder wartet Ihr wieder auf die Agentur?

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ReCaptcha: Warum trotzdem Spam?

Filed under: Blogosphere — Thomaswanhoff at 5:08 am on Sunday, May 4, 2008

Seltsam, da habe ich extra ReCaptcha installiert, damit ich nicht mehr soviel Spam bekommen und auch weil mein Hoster Blogstrasse.de darum bat, aber troztdem kommen zur Zeit eine Menge Kommentare in die Moderationsschleife. Wie sind die durchgekommen, das ist alles Online Poker Comments und so ein Kram. Setzen die wieder Menschen ein>

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And the winner is: Christiane

Filed under: Blogger,Blogosphere,podcast — Thomaswanhoff at 2:54 am on Tuesday, November 20, 2007

http://www.behindertenparkplatz.de/ finde nicht nur ich toll, sondern auch die Deutsche Welle. Und dann auch noch einen Glueckwunsch an Herrn Pirmasens von der Gefuehlskonserve.

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