Filmfestival Luang Prabang

Ich fliege heute zum Filmfestival Luang Prabang, wo zwei bemerkenswerte Filme gezeigt werden, die Laos zum Thema haben. Zum einen “On Safer Ground”, die Geschichte einer Jugend-Fussballmannschaft, die es nach Schweden zu einem internationalen Turnier schafft. Zum anderen At The Horizon, eine Produktion in die ich involviert bin und die ich als großen Schub sehe für die laotische Filmindustrie. Vor allem deshalb, weil wir die Zensurschranken wieder ein wenig verschieben konnten. Der Film darf nun Blut zeigen und eine Schlägerei, aber wir mussten die Waffe verpixeln, und Bier getrunken werden darf immer noch nicht.

Anbei noch zwei Trailer der oben genannten Filme:

Wer hat diesen Markus Lanz eingestellt???

Ich sehe gerade Markus Lanz und kann gar nicht verstehen wie diese FlachpfeifeTiefflieger es ins Fernsehen geschafft hat. Seine Lockerheit ist sowas von gespielt, er kann aus seinem Schubladendenken nicht raus, ist gleich angepisst wenn einer seiner Interviewgäste eine Frage stellt. Was jovial gemeint ist ist schlimmstes deutsches Spießertum. Solche Leute sagen immer “ich frage nur was die Menschen sich fragen”, weil sie selbst keine intelligenten Fragen stellen können.

In der Sendung http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1268154/Markus-Lanz-vom-23-Februar-2011 gibt es einen schönen Verprecher von Spreng, wenn er aus Versehen von “stigmatisiert” spricht, auch wenn er die Schublade meinte. Deutsche Journalisten stigmatisieren in der Tat gerne, wie Bäumler auch bestätigt, der Jobs nicht bekam, weil er “nur” der Eisprinz war.

Wenn Spreng dann sagt, Journalisten würden sich eben das Spektakulärste halten und das herausstellen, dann ist das zu kurz gegriffen: Es ist am Bequemsten für einen Journalisten. Es scheint, wie Bäumler mit Verweis auf Frankreich zeigt, ein deutsches Problem zu sein, zu akzeptieren, dass jemand sich beruflich verändert.

Ich merke das ja selbst als Auswanderer: Da können viele Leute nicht umgehen mit, statt mich zu fragen was ich so mache hier haben viele Freunde schlicht den Kontakt abgebrochen. Es scheint in Deutschland eine Angst vor Veränderung zu geben, die fast lähmend ist.

Markus Lanz schafft es eben nicht in seiner Sendung, darzustellen. welches Problem aus den Klischees entsteht, sondern bedient sie. Ein guter Talkmaster stellt seine Interviewgäste in den Vordergrund un gibt ihnen Raum zu erzählen, und unterbricht sie nicht mit dummen Sprüchen, die lustig sein sollen, über pubertäres Gebabbel aber nicht hinaus kommen. Naja, in einigen Jahren wird halt bei ihm “langweiliger Talkmaster” in Klammern stehen.

Die News des Tages in Bewegtbild – The winner is die Tagesschau

Mal eben (7.30) einen kleinen Newscheck gemacht: Wer bringt mir die TV-News schnell ins Internet?
ZDF: Hat nur die heute-Sendung von gestern in der Mediathek
Tagesschau: hat die 6 Uhr Sendung parat und verweist zum Live-Stream der 7.30 Uhr Sendung
n-tv: hat wohl alles neu gemacht, nur kann ich es mit Mac und Camino nicht sehen, mit Safari geht es, aber ich finde nicht die letzte Sendung, sondern nur einen Livestream und Einzelvideos
Bei RTL muss icht etwas klicken, bekomme dann aber einen 6 Uhr Newsflash.
Bei Sat 1 finde ich nichts
Bei n24 finde ich nur Einzelvideos, eher ältere übrigens

Zum Vergleich die Videoseiten der Tageszeitungen:
Die Welt hat das letzte Newsvideo am Vortag reingestellt
Spiegel hat Berichte der Tour de France vom Vortag
Peinlichkeit bei Focus: Ständig aktuell – die Themen des Tages steht da – mit einem Bericht von 17.29 Uhr
Frankfurter Neue Presse (stellvertretend für alle Zoom-in-Kunden): Berichte vom Vortrag

Eindeutiger Gewinner ist die Tagesschau, die das Thema Nachrichten und Online ohnehin am besten umsetzt. Das ZDF enttäuscht: Große Worte des Intendanten, aber wie ich aus Mainz erfahren habe scheitert es an der Manpower, die die Videos streamen sollen.

Video rockt – und hoffentlich zieht die Werbung nach

Gleich ein paar Meldungen zum Thema “Videoboom” im INternet:

WEB TV STARTUP JOOST HAS received another vote of confidence in the form of $45 million in investment from five prominent media and venture capital companies.
Joost, founded by the same entrepreneurs–Niklas Zennstrom and Janus Friis–who brought the world Skype and Kazaa, last week announced a lineup of 32 major brand advertisers to support its content.

Wohlgemerkt, hier geht es nicht um Youtube-Schnipsel, sondern hochwertigen Content, den Joost verbreiten will.

Dazu passt (via MediaPost):

ACCORDING TO AN ANALYSIS BY ADTECH AG, video ads generate the highest click-through rates in Europe, amidst declining click-through rates overall.
The Frankfurt, Germany-based ad distributor said the current click-through rate of 0.18% is the lowest in the three years it has been analyzing the banner ads it’s served.
Down from 0.22% this past December, and 0.27% in June 2005, the decreasing numbers show that consumers “have increasingly gotten used to online advertising,” said Dirk Freytag, CEO, ADTECH. “You have to be interesting and reach them with new formats, such as video ads.”
On average, video ads received a relatively high percentage of clicks–almost 5%–while new large-format ad spaces such as Skyscrapers and Leaderboards came in at 0.11% and 0.12%, respectively.

Mir schrieb unlängst der Mitarbeiter eines Mediavermarkters:

Diese ersten Gehversuche sind ein exzellenter Indikator, wie gut Werbung in IPTV / VOD Formaten funktionieren kann. Denn die Spots bei den Videonews haben selbst in der kleinen und schlechten Auflösung soviel Response Potential, dass (nach unserer Erfahrung) gut 6% der User auf den Spot klicken und den eigentlich gewollten Content vernachlässigen.

Jetzt wird es nur spannend was den Content angeht. Wo kommt der her? Schaffen es die TV-Anstalten, ihre Hoheit übers Bewegtbild auch im Internet zu halten? Oder generieren Burda und Co. genügend Inhalte? Oder ist wirklich Platz für neue Produktionsfirmen, die keinen Konzern mehr im Hintergrund brauchen?

Ich träume immer noch vom Produzenten, der alles in einer Hand hat: Das Portal, die Produktion, die Werbeeinnahmen. sicher, nicht als alleinig seligmachendes Modell. Aber ich denke, dass gute Inhalte verkauft werden können, und zwar über mehrere Kanäle. Eigene Plattform, fremde Plattform, Aggregatoren welcher Art auch immer, Medienwebsites, auch als White-Label.

Videopodcast: Spezifikationen von iTunes für Bewegtbild

Je mehr es wissen umso weniger Feher werden gemacht. Hier die iTunes-Specs für Videopodcasts. Wer sie befolgt ist auf der sicheren Seite.

1. If you’re encoding your video podcast at 320×240, please increase the resolution to either 640×480 or 640×360 (depending on the aspect ratio of your source files). Why? Because video podcasts at this resolution look great on Apple TV and still port to video iPods. Lower resolution podcasts might also work on both platforms, but they don’t look nearly as good on a widescreen TV. As always, make sure to test any encoding changes you make to ensure device compatibility. QuickTime 7.1’s “Export to iPod” function will ensure that a video file is encoded at a width of 640 and is iPod-compatible.

2. It’s best not to create two different podcast feeds for different resolutions. By doing so, you dilute the popularity of your podcast and reduce exposure in our charts. It’s better to have one feed high in the charts than two that are lower.

3. If your source files are 16:9, stick with that aspect ratio. Don’t add letterboxing to make them 4:3. By doing so, you prevent the video from expanding to fill a 16:9 widescreen TV and instead end up with black space on all four sides. Also, your original source files should be at least 640 pixels wide

Hausgemacht.tv – User Content mit Praxiswert

Ok, es ist SAT.1, die es machen, aber die Idee ist cool: Nicht Karaoke-Trällern oder Raabschnipsel, sondern selbst gemachte Videos in Ratgeber-Manier. Hausgemacht.tv.

Wie mache ich mein eigenes Peeling? Wie wird ein Zelt aufgebaut? Diese und ähnliche Fragen werden hier auf dem neuen Videoportal HAUSGEMACHT.TV in Zukunft beantwortet. In einer Vielzahl von hilfreichen und unterhaltsamen Ratgebervideos werden alltägliche Situationen erklärt und veranschaulicht. Neben den TV-Experten kann jeder andere Nutzer mit seinen eigenen Videos auch selbst zum Ratgeber werden und sein Wissen und Können teilen.

Ok die Grundfüllung kommt von SAT.1, aber warum nicht, wenn man doch den Content eh schon hat kann man ihn auch andern aufbereiten und zur Verfügung stellen. Wetten dass demnächst noch ganz andere Sendungen ihre Reisesendungen, Wissenschaft und andere Ratgeber genau so weiterverwerten?

Ach so, die Amis kennen das schon länger, eher Textbasiert “How to..” heißt die Serie, finde gerade due URL nicht.

Super geniale Idee von Sat1.. Und wer noch nicht weiß, wie er ein Video machen soll, bekommt noch eine Anleitung “Wie mache ich ein Video”

Was will das ZDF in Sachen IPTV wirklich?

Lese ich doch gerade was ZDF-Intendant Schächter gerade wieder gegeben hat:

ZDF-Intendant Markus Schächter appellierte zur Eröffnung der 40. Mainzer Tage der Fernsehkritik an die deutsche Medienpolitik, eine “Mindestregelung für einen fairen Wettbewerb” in der digitalen Fernsehwelt zu schaffen. Schächter forderte, dass für Plattformbetreiber und Inhalteanbieter klare Trennungslinien gelten sollten. Schächter verwies auf andere Bereiche wie etwa die Energiepolitik, wo auch eine Trennung von Netzen und Anbietern gefordert werde.

Fairer Wettbewerb? Sagt einer der gesetzlich basiert Gebühren einsammelt? Der einen gesetzliochen Auftrag hat und deswegen Protektion genießt? Sorry Herr Schächter, aber Sie sollten als letzter das Wort Wettbewerb in den Mund nehmen und statt dessen ihre Mediathek weiter verbessern und die Inhalte nicht nur als stream sondern auch als Download zur Verfügung stellen und sogar auf YouTube und Co. verbreiten. Dann müssen Sie sich auch keinen Gedanken mehr machen. It’s that simple.

Bewegtbild: Burda bei Sevenload – User Uploaded Content statt User Generated

20 Prozent, so schreibt die WIWO, will Burda bei Sevenload. Schön und gut. Aber welche Perspektiven bietet das. Ibrahim “Ibo” Evsan freut sich, was verständlich ist. Sevenload ist der kleinere unter den Videoplattformen, MyVideo hat dank Sat1 an Größe gewonnen, was die Nutzer und Videos angeht. Aber Sevenload sieht besser aus und hat den besseren Player.
Wohin will man gehen? Schaut mach sich die rechte Spalte an, dann will das Unternehmen auch eigene Formate zumindest fördern. Das sagt auch Ibo selbst.

Eine Plattform muss klare Ziele haben. Ohne eine klare Aussage von einer Plattform ist ein User selten von einer Sache zu überzeugen. Die Spezialisierung auf zentrale Kernkompetenzen, welche die Erwartungen der User in jedweder Hinsicht befriedigen, ist extrem wichtig.

Man will zeigen, dass auch reine Internetformate einen Sinn haben. Ob Rob Vegas oder Golfspielen, alles was ein paar Folgen in Reihe gemacht hat hat Chancen, dotr groß rauszukommen. Nun kann man über Qualität und Inhalt streiten, was mir fehlt, ist der Fokus aufs Wesentliche. Was ist das Einzigartige bei Sevenload im Hinblick auf die Inhalte?

Wenn man aus den Plattformen alle geklauten (oder qua Beteiligung wieder legalisierten) TV-Spots, Werbeclips und Musikvideos rausnimmt, bleibt nicht mehr viel. Die meist gesehenen Spots sind immer die gleichen. Loliopp ist auf MyVideo so eine Ausnahme, unglaublich erfolgreich.

Schönes Beispiel für die Hilflosigkeit: Im Bereich Wissenschaft bei MyVideo finden sich Beiträge wie “Fuck Nazis”, “Dummer Baumfäller” und “Unfall auf vereist” ganz vorne.

Bei Clipfish sind die All-time-Favourites Bianca Ryan (das singende Kind aus Americas Idol)., eine Diashow zur WM,eine Werbespot mit Haut und Lynne& Tessa, die Karaoke-Girls.

Sevenload zeigt “Der Bonker”, jede Menge Brüste und Fußball-Szenen aus. Selbst die eigenen Shows kommen nicht in die Top-Liste.

Das zeigt, dass zwar Clip-Portale ganz schön und nett sind, User Generated aber der wirkliche falsche Begriff ist. User uploaded
müsste es eher heißen.

Ich bin gespannt wann erkannt wird, dass es für Nicht-Rechte-Inhaber keinen Sinn hat, langfristig mit Werbeclips und TV-Schnipseln eine Videoplattform zu betreiben. Insofern geht Sevenload dern richtigen weg und baut Eigenes auf. Wenn man dort nun noch versteht, das Nischenprogramme mit einem Fokus auf kleine, aber feine Zielgruppen, die größere Chance bieten, könnte man auf dem richtigen Weg sein. Ob Burda der richtige Partner ist weiß ich nicht. Deren Bewegtbild-Aktivitäten haben mich noch nicht ganz überzeugt – den großartigen Thorsten Wehner bei Tomorrow mal ausgenommen.

Ein paar Worte von Heiko dazu

Suche Videoleute für Bewegtbild

UPDATE: Hat sich erledigt (ist wohl wer gefunden)

Ich suche derzeit junge engagierte Menschen, die sich im Bereich Video profilieren wollen. Grundkenntnisse in Kameraführung, Schnitt, on und Licht sind deshalb hilfreich, außerdem die Bereitschaft sich in Workflows einzuarbeiten und sie zu optimieren. Nur Youtube ist zu wenig, Oscarpreisträger leider zu teuer. Es geht eher ums Produzieren, auch Schneiden und ins Redaktionssystem einpflegen. Wer Interesse hat, kann sich mal melden.

Bewegtbild lässt auch das ZDF beweglich werden

Von Macnews:

Das ZDF lässt heute die Katze aus dem Sack: “In einigen Jahren wird Abruffernsehen ebenso wie heute der Teletext zum festen Bestandteil der Fernsehnutzung der Zuschauer gehören”, sagt Intendant Markus Schächter heute und verkündete den Plan, bis zur Internationalen Funkausstellung im Spätsommer die Online-Mediathek des Senders zu einer eigenständigen Download-Plattform auszubauen.

Eine Woche lang soll rund die Hälfte der Sendungen dort unentgeltlich bereitstehen – für PCs wie für TV-Geräte mit Set-Top-Box und für iPods. Himmel, warum nur eine Woche?

Etwas erschrocken bin ich darüber:

Der ZDF-Intendant kündigte im Podcast-Interview bereits an, was geht – und was nicht: Öffentlicht-rechtliche Angebote müssen kostenlos sein – das verträgt sich nicht mit dem Geschäftsmodell des iTunes Stores.

Kann mal einer dem ZDF-Chef sagen, dass die Podcasts bei iTunes alle kostenlos sind?

Zwei Mal Fernsehen

Bewegtbild ist ja eigentlich nicht wirklich Fernsehen, doch wenn das klassischen Röhrengedöns in Blogs und Podcasts auftaucht, dann halt irgendwie auch schon.

Zwei Dinge dazu: Zum einen das germanblogs-Spin-Off loovt.de, ein TV-Blog. Nettes Design, aber die Beiträge? Dröger Meldungsstil.

Die Story des Films ist pubertär, die Handlung vom Dauergestöhne der Hauptdarsteller untermalt: Gestern zeigte ProSieben das eigenproduzierte Sex-Filmchen “War ich gut?”. Ein Rohrkrepierer? Mitnichten.

RTL hat sein Online-Angebot gründlich überarbeitet und kommt jetzt weniger kleinteilig, etwas eleganter und mit verstärktem Videoangebot daher.

Hmm. das machen andere besser (Medienrauschen zum Beispiel.)

Anders die Couchpotatoes-TV-Schau. Nicht eben nachrichtlich, sondern eher Empfehlungsprogramm. Genauer: Die aktuellen Empfehlungen für die Fernsehwoche. Ich bin ja seit Jahren Fan von Oli und Andreas in ihrem Hauptpodcast, aber auch hier wunderbares Geplauder übers TV – und die beiden haben ein Wissen, dagegen ist die IMDB ein kleines Worddokument. Zum Beispiel das Richie Müller schon 51 ist. Kinder wie die Zeit vergeht.

Ich schau ja kein Fernsehen mehr – dank Joost.

Bewegtbild bei W&V

liest sich bei ots unter anderem so:

Einen Business-orientierten Webcast platziert die Fachzeitschrift Werben & Verkaufen (W&V) im Internet unter www.wuv.de. Mit diesem Service liefert W&V Informationen zu aktuellen Themen der Kommunikationsbranche und gibt im Rahmen dessen Unternehmen gleichzeitig die Möglichkeit, sich und ihre Produkte darzustellen. Die Zuschauer können während der Sendung interaktiv Kontakt zu W&V bzw. dem sich präsentierenden Kunden aufnehmen.

Wer bitte schreibt solche Texte? UNd welcher Kunde springt darauf an?

Mit dem W&V Webcast bieten wir unseren Usern ein interaktives Format mit spannenden Inhalten. Unternehmen geben wir über diesen neuen Kanal eine in der Branche bisher einmalige Möglichkeit, sich in einer Art Bewegtbild-Advertorial darzustellen.

Das mag ja so sein, aber etwas weniger schreien und etwas mehr Konkretes hätte mich gefreut. Geschrieben hat es promedia-pr.de