Im Westen nichts Neues

Eben bei Turi2 gelesen:

Das ambitionierte WAZ-Portal DerWesten.de kommt nicht recht aus den Puschen – und Online-Chefin Katharina Borchert zeigt sich im Interview mit turi2 frustriert über den schwachen Start: “Das ist für uns alle im Team enttäuschend”, aber: “peinlich geht anders”.

Ich mag mich nicht freuen darüber, aber weinen kann ich auch nicht. Hat denn ernsthaft jemand geglaubt, der Ruhrpott ist das Mekka der Blogger und Kommentierer? Tageszeitungen sind Konsumprodukte, einige Leser schreiben Briefe, aber gemessen an der Auflage ein verschwindend kleiner Teil. Und deshalb ist es an sich schon vermessen, zu glauben, gerade Zeitungsleser tummeln sich gerne auf Web-2.0-Seiten.

Wenn ich dann lese, was Frau Borchert noch sagt, wird mir einiges klar:

Zu lange Ladezeiten oder schlechte Darstellung in einigen Browsern fördern nicht eben die Akzeptanz. Außerdem haben wir noch sehr wenig Traffic von Suchmaschinen.

Suchmaschinen bringen netten Traffic, aber kann das alles sein? Sollte auch der Westen nur auf PIs schauen und nicht auf Qualität? Dann doch bitte ein paar Britney-Spears-Bildergalerien, die ziehen immer. Ich frage mich ja manchmal schon, welcher Werbekunde auf eine Seite bucht, die vielleicht mal von einer Suchmaschine gefunden wird. Das PI/Suchmaschinen-System ist eine große Abzocke der Kunden: Denen wird nämlich was vorgegaukelt an angeblicher “Auflage”, was eher Zufallstreffer sind. Soll heißen: Wenn 30 Prozent über Suchmaschinen kommt, dann sind 30 Prozent der Leser keine WAZ-Leser, sondern solche, die zufällig auf eine Seite gelangt sind. Viel Spaß, da die Zielgruppe zu definieren! Da haben die Stern-Leser in den Arztpraxen noch mehr Bezug zum Produkt.

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