Qualitätsjournalismus und Quotengeilheit

Nein, das ist hier kein Nachtreten gegen die Welt, aber nur weil ich da mal gearbeitet habe, heißt das nicht, dass ich nix sagen darf. Es geht ums leidige Thema Onlinejournalismus und Quotengeilheit (das heißt bei Medien PIs).
Fiete Stegers hat mal wieder aufgegriffen, was irgendwann Medien wie die Welt nicht mehr glaubwürdig macht:

“Unser Anspruch ist es, Ihnen zu jedem Zeitpunkt des Tages und der Woche einen aktuellen, ausgewogenen und fairen Überblick über das Weltgeschehen zu liefern. Auf einen Blick sollen Sie erkennen können, was wichtig ist und wichtig wird. Wir verstehen uns als unparteiische, unvoreingenommene Beobachter des Zeitgeschehens. Unser Urteil fällen wir allein aufgrund der Nachrichtenlage und unabhängig von Interessengruppen.”

schrieb Chefredakteur Christoph Keese seinerzeit zum Relaunch von Welt.de.

Auch das Thema Kultur wird nicht vernachlässigt: Oben auf der Startseite werden derzeit folgende Bilderstrecken angepriesen:

“Unterwäsche in Beirut: Freizügige Models in dem islamischen Land”
“Berlinale-Ticker: Die schönsten Bilder vom Filmfestival”
“Berlinale ohne Berlinackte: Weil Bai Ling diesmal fehlt, zeigen wir sie hier”
“Shu Qi – die neue Bai Ling: Vom Erotik-Star zur Berlinale-Jurorin
“Zu wem gehört welches Dekolleté? Raten Sie mal!”

Noch immer werden Page Impressions als Allheilmittel und selig machende Währung gehandelt. Was ich besonders merkwürdig finde, ist, dass zwar ein IVW-Pixel eingebunden ist in der Bildergalerie, ich aber selten Werbung sehe dort. Der beste Beweis dafür, dass man nur versucht, Quote (=PIs) zu machen, oder? Warum nur merken das die Werbetreibenden nicht?