Deutsche Botschaften: Ein einziges Geklüngel

Ich habe bereits in Kambodscha mich schon gewundert, was eigentlich die Mitarbeiter einer Botschaft den Ganzen Tag machen. Damals waren wir etwas verwundert, wer so alles zum Tag der Deutschen Einheit eingeladen wird. Der mit einem nicht wirklich guten Ruf behaftete Besitzer einer Kneipe an der Riverfront zum Beispiel. Meine Frau als Chefin eines internationalen Touristikunternehmens mit 50 Angestellten nicht. Es zeigte sich dort schon, was auch in Vietnam im Konsulat offenbar wurde: Es ist ein Klüngel, der sich um diese Botschaften bildet und man versucht, unter sich zu bleiben. Als eine Bundestagsdelegation sich in Kambodscha zum Thema Tourismus informierte, stand keines der 4 großen Reise-Unternehmen auf dem Programm, das von der Botschaft gestaltet wurde (die auch noch zufällig alle von Deutschsprachigen geführt wurden). Statt dessen traf man sich mit NGOs.

In Vietnam finden die monatlichen Deutschentreffs in der Kneipe des Geschäftsführers der German Business Association statt, deren vornehme Aufgabe es ist, einmal im Jahr das Oktoberfest zu organisieren. Als ich fragte, ob man sich auch mal woanders treffen könne, wo zum Beispiel Nichtraucherräume seien, wurde ich abgewiesen. Man sehe keine Notwendigkeit. Die Art und Weise, wie Vietnamesen von deutschen Personal bisweilen behandelt werden, grenzt schon an Rassismus. Ich habe mit eigenen Ohren und Augen gesehen, wie ein deutscher Botschaftsmitarbeiter Visasuchende behandelte, als ob sie Idioten seien, nur weil sie kein Deutsch sprachen. Er sprach natürlich kein Wort Vietnamesisch.

Nun naht der 3. Oktober, und auch wenn wir auf der Deutschenliste für Laos stehen und meine Frau erneut eine der wenigen Deutschen Geschäftsleute ist (und auch noch in gehobener Führungsposition), Fehlanzeige. Keine Einladung. Nicht dass wir unbedingt dabeisein wollen. Es geht eher ums Prinzip: Muss ich betteln bei der Botschaft, oder kann ich erwarten, dass die dort tätigen Wirtschaftsattachees auch über ihren Freundeskreis hinausschauen? Laos ist ein Kaff, wer in der Botschaft behauptet, er wisse nicht welche Deutschen hier was machen, sollte sich fragen ob er den richtigen Job hat.

Tatsächlich trifft sich auf Einladung des Botschafters regelmäßig ein Kreis von NGOS und Regierungsorganisationen regelmäßig (von denen ich nach wie vor behaupte, dass sie vor allem Steuerverschwender sind). Ein Teilnehmer sagte mir neulich, man habe gemeinsam den “Tod des Botschafterhundes betrauern müssen”. Viel mehr habe ich nicht mitbekommen von Aktivitäten der Botschaft.

Als ich mich in Kambodscha in diesem Blog kritisch über die Botschaft äußerte (man hielt es nicht für notwendig das Notfallfax zu reparieren), bekam ich über Dritte die Frage gestellt, was mir einfalle, so schlecht über die Botschaft zu reden.

Als wir in Bali geheiratet haben, waren die lokalen Behörden sehr zuvorkommend. Nur der deutsche Honorarkonsul sah es als nicht möglich an, eine Heiratsurkunde innerhaben von ein paar Tagen zu übersetzen (ein Standardokument).

2 thoughts

  1. Messerscharf beobachtet und analysiert 😉
    Diese Deutschenliste, also da muss man sich nicht unbedingt eintragen. Jeder Fake kann Dich dort eintragen mit Deine e.mail. Es soll ja nur eine Notfall_liste sein, im Fall der Fälle in Laos bricht ein Krieg aus oder die Amerikaner kommen mal wieder illegal ins Land. Ansonsten kann man diese Liste vergasen. Die Deutsche Botschaft ist wie Du selbst beschrieben hast, in einem anderen Land, für Deutsche sehr hilfreich. Ich bin noch nicht viel in der Welt spaziert, aber gelegentlich hatte auch Probleme, ich hab das aber immer versucht selbst zu regeln. Weil, wenn ich im Ausland bin, zu der Deutschen Botschaft ging, dann kam stereotyp die Antwort, hilf dir selbst, mit gelegentlichen Hilfeanweisungen. Soll nur heissen, okay, wir verstehen ihre Probleme, aber zuständig sind sie selbst, nicht wir.

    Klüngel 😉 damit hast schon Recht, ist fast wie hier Kölsch Mafia, HIHI. Also nicht aufregen, hast Dich gut eingelebt in Laos, fehlt Dir einfach nur das eigne Netzwerk, weit ab der Deutschen Botschaft, denn das ist kein Dienstleistungsunternehmen, da sitzen nur Beamte die von Steuergeldern unterhalten werden.

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