Apple, die Zunft der Zeitungen, Kioske und Marktwirtschaft

Das Handelsblatt ist ganz vorne bei der Bewegung der Zeitungsverleger gegen Apple. Man fürchtet um die Marktwirtschaft, weil Apple vorschreibt, was im Appstore verkauft wird und wie. Interessant.
Jene Zeitungsverleger, die seit Jahren kein eigenes digitales Geschäftsmodell auf die Beine bekommen, die statt dessen Staatsknete für Copy-und-Paste-Journalismus via Leistungsschutzrecht wollen, die sich von einem Computerhersteller (!) vorführen lassen müssen, wie man mit digitalen Inhalten Geld verdient, jene Verleger also beschweren sich jetzt.

Nehmen wir an ich habe einen Kiosk. Ich möchte dort Cola, Zigaretten und Zeitungen verkaufen. Die freie Marktwirtschaft würde bedeutet, dass ich die Waren zum Preis A einkaufe und zum Preis B verkaufe. so etwas lernet man in den ersten Stunden im Rechnungswesen. Die Differenz ist der Gewinn den ich mache, richtig? Nein. Die Zeitungen schreiben mir den Preis vor. Sie bestimmen den Gewinn.

Jetzt ist Apple ein wenig mehr als ein Kiosk: Es sorgt sich nicht nur um den Vertrieb an POS, sondern auch praktisch um den Großhandel, indem es die Infrastruktur zur Verfügung stellt.

Nehmen wir an ich bin ein Gemüsegroßhändler. Ich kaufe sehr viele Gemüse in Holland ein, bringe es dank meiner modernen und per Computer optimierten Flotte schnell und günstig zu den Supermärkten. Und dies zu einem Preis A, zu dem ich einkaufe, und B, zu dem ich verkaufe. Wem mein Preis B zu teuer ist, der kann gerne schauen ob er die gleiche Leistung woanders bekommt. Das verstehe ich unter Marktwirtschaft.

Was ich unter Planwirtschaft verstehe, ist, wenn eine Supermarktkette versucht, mir zu sagen wann ich meinen LKW wohin zu fahren haben und zu welchem Preis. Oder gar wenn ein TV-Hersteller kommt, an den ich auch ab und an meine LKW vermiete. Mein Service ist die pünktliche und garantierte Lieferung eines Produktes. Wer morgens Gemüse haben will, kann meinen Service kaufen wie beschrieben. Das dies viele Leute tun, scheint mein Service gut zu sein.

Jetzt kommen die Verleger daher und wollen quasi mein Unternehmen verstaatlichen. Jene unfähigen Geschäftsleute, deren Absatz seit Jahren nach unten geht, wollen einer Firma wie Apple quasi das Geschäftsmodell vorschreiben. Hallo?

Wenn es denn so wichtig ist, warum entwickeln die Verleger nicht a) eine eigene Plattform oder gehen b) auf Android? Letzteres ist zumindest offener als Apple, und die meisten Devices werden eh auf Android laufen am Ende dieses Jahres.

Der Grund ist einfach: Weil niemand ihre Produkte kaufen wird, und es einfacher ist Apple Firmenpolitik dafür verantwortlich zu machen als endlich eine Zeitung zu machen, die wieder mehr Leser findet.

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