Liebe Kinder, das Internet ist gefährlich!

Eben lese ich in der Zeit online diesen Artikel und schon beim Einstieg wird mir schlecht:

In jeder Klasse ging es eine Stunde lang um Spiele und Filme, um das Urheberrecht und Abofallen, um Mobbing, die Datenschutzeinstellungen bei Facebook und um die Möglichkeit, sich mit Pseudonymen und gesunder Skepsis zu schützen. Mein Fazit: Warum um Gottes Willen passiert das nicht an jeder Schule dieses Landes mindestens einmal in der Woche?

Kinder lernen also wie gefährlich das Internet ist und dass man da Spiele und Filme hat. Ja, es geht um Grundschüler, aber dennoch: In Thailand bekommen gerade Grundschüler Tablet-PCs, und es läuft ein Wettrennen um die besten Apps dafür. In Deutschland stimmen jetzt sogar Zeit-Journalisten in den Regierungs-Kanon ein: “Wir müssen unsere Kinder vor dem Internet beschützen.”

Da beschwert sich der Autor, dass Lehrer staunend seinen Worten lauschen, muss aber trotzdem umständlich erklären was ein Whiteboard ist. Und das auch dieses mit diesem Internet verbunden ist. Als ober er es das erste Mal gesehen hat.

Früher hatten Zeitungen eine Haltung, die ein politisches Fundament hatte, eine Gesinnung. Heute reden Schreiber wie dieser dem Innenminister nach dem Mund.

Das Internet ist da, das ist kein Schulstoff. Wir brauchen keine Lehrer, die mit erhobenem Zeigefinger erklären, wie gefährlich das ist (ist es nicht). Wir brauchen Lehrer die Kindern zeigen, wie sie mit dem Internet lernen können. Die die Khan-Academy übersetzen, oder ähnliches. Das letzte was es braucht, sind Journalisten, die wegen des Internets glauben die Meinungshohheit und Gatekeeperfunktion verloren zu haben und deshalb sich nun an Kindern vergehen (das ist eine Metapher, nur für den Fall, dass auch dies in Redaktionsstuben nicht mehr verstanden wird).

3 thoughts

  1. Also ich habe den Text deutlich positiver wahrgenommen: Der Autor zeigt IMHO lediglich auf, dass Lehrer (und auch Eltern) ein Wissensdefizit gegenüber ihren Schülern (Kindern) haben und das dadurch das Vermitteln von Verhalten im Internet extrem schwer ist.

    Und das Vermitteln / Diskutieren im Unterricht halte ich für sinnvoll weil vielleicht Grundschüler sich anders verhalten sollten als Schüler weiterführender Schulen, Studenten oder Erwachsene. Und das Urheberrechte sollten, solange das Rechtssystem in Deutschland so ist wie es ist, angesprochen werden, weil irgendwo sollten Kinder auf die Gefahren hingewiesen werden, bevor die Eltern die Abmahnungen bekommen.

  2. Natürlich brauchen Lehrer Infos, aber mir geht es um die Grundhaltung: Dass das Internet gefährlich ist. In meiner Schulzeit gab es noch Matrizen, aber wir hatten keine Belehrung übers Urheberrecht. Und der Overheadprjektor wurde auch genutzt um Bilder in groß zu zeigen, ohne Belehrung dass man damit auch nackte Frauen zeigen kann.
    “Vermitteln von Verhalten im Internet” ist genau das Problem, dass ich sehe: Warum muss das kontrolliert oder gesteuert werden?

  3. Man kann auf die Gefahren des Internet nicht eindringlich genug aufmerksam machen, da viele die Dimensionen der Auswirkungen nicht ermessen können, die ins Internet gestellte Daten nach sich ziehen können. Eine auf den Tageslichtprojektor gelegte nackte Frau oder, um ein treffenders Beispiel zu wählen, ein kompromitierendes Foto hat nunmal einen sehr viel geringeren Verbereitunsgrad und läßt sich einfacher kontrollieren als eine online verbreitete Information. Es geht darum, dieses Problembewußtsein wachzurufen, das wie gesagt selten vorhanden ist. Deine Argumentation aufgreifend könnte man auch fragen: Warum muss man in vielen Ländern einen Führerschein machen um Auto fahren zu dürfen? Man könnte doch genausogut einfach losfahren und würde es dann nach mehr oder weniger Fehltritten auch irgendwann beherrschen….

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