Noch mehr Klischees: Eine Nacht in Bangkok

Dem Dem Autor scheint kein Klischee zu schlecht zu sein um es für seine Facebook-Bangkok-Geschichte zu verwenden. Ein Tuktukfahrer, ein Bargirl, eine High-So-Bar – so sieht die kleine Welt des deutschen Bloggers aus, wenn er mal nach Bangkok kommt. Damit er diesen Trip bezahlt bekommt, versucht er das irgendwie immer mit Facebook zu verbinden.

Da kostet die Pre-Paid-Karte 500 Baht, wenn man doch auch solche für 100 Baht bekommt. Da wäre die Geschichte von @motorcyrubjang spannend gewesen, ein Tuktukfahrer, der regelmäßig auf Englisch und Thai twittert (aber eben nicht auf Facebook ist. Warum eigentlich?). Da hätte man sich mal mit den politischen Diskussionen auf Facebook auseinandersetzen können und dem Lese Majeste Gesetz, dass dem einen Rahmen setzt. Den Auseinandersetzungen zwischen Schulen, die regelmäßig in Schießereien enden. Den Schmähungen gegenüber den laotischen Nachbarn.

Lustig übrigens der Satz: “UMTS-Empfang reißt selbst bei ausgedehnten Bootsfahrten, in verwinkelten Gassen und bei absurdesten Stockwerkhöhen nicht ab.” Erstens heisst das hier 3G, und zweitens ist Bangkok hinten dran mit 3G – wie jeder Bewohner beklagt.

Schade auch, dass Bob entweder keinen anderen Namen hat (was ich nicht glaube) oder aber der Schreiber sich nicht die Mühe gemacht hat, seinen Thainamen aufzuschreiben. Eigentlich journalistisches 1×1. (Nett auch die Beschreibung, dass ein Tuktuk-Fahrer “Touristen Geld entlockt”. Was ein Unsinn. Er ist ein Taxifahrer.)

Aber wenn mal einer aus Deutschland nach Bangkok kommt, dann muss er halt die Klischees bedienen: Weil in seinen Augen Bangkok eben nur das ist was er beschreibt. Wie arm. Es wäre so einfach gewesen, mal ein paar Leute in Bangkok zu fragen, die sich auskennen.

P.S.: Ich könnte wetten, das der letzte Satz erfunden ist: ” Einer seiner Kollegen weiß Bescheid: Bob bleibe heute Zuhause. Träumen, habe er gesagt.” Liest sich aber schön, oder?

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