Ich habe nichts zu verheimlichen. Doch!

Der Spiegel hat es in einem Artikel auf den Punkt gebracht, deswegen möchte ich vor allem diesen einen Absatz hier einfach mal einfügen.

“Sie haben etwas zu verbergen: Ihr Privatleben. Deshalb haben Sie zu Hause Vorhänge an den Fenstern, deshalb verschicken Sie vieles lieber als Brief, nicht als Postkarte.
Was heute als bedeutungslose Information erscheinen mag, könnte eines Tages verhängnisvoll sein. Niemand weiß, welche Regierungsformen in der Zukunft herrschen, welche gesellschaftlichen Werte gelten werden.
Die meisten Menschen wissen nicht, für wen oder was sich Geheimdienste interessieren. Wenn es tatsächlich – wie behauptet – vornehmlich um die Suche nach Terroristen geht, dürften besonders unauffällige Menschen ins Visier geraten. Vielleicht auch nur, weil Sie mit jemandem in Kontakt stehen, der noch unauffälliger ist als Sie selbst – und damit verdächtig. In kurzer Zeit lässt sich aus den Daten, die die Geheimdienste erfassen, ein umfassendes Profil und eine Karte des sozialen Umfelds erstellen.
Einem Algorithmus nutzen auch vermeintlich unwichtige Informationen. Sie können mindestens zur Vergleichsstichprobe werden – bis irgendwann ein Computer unterscheiden kann, was harmloses Geschwätz ist und was nicht. So gesehen helfen Ihre nichtssagenden E-Mails an Tante Frida womöglich der NSA.
Es geht nicht nur um Sie. Wer trotz allem glaubt, dass weder er selbst noch eines seiner Familienmitglieder, noch ein Bekannter eines Familienmitglieds je in das Suchraster eines Geheimdiensts fallen könnte, sollte einmal einen Schritt zurücktreten. Eine automatisierte Überwachung kann in anderen Ländern helfen, blitzschnell Regierungsgegner ausfindig zu machen. Hierzulande bedroht sie Firmeninhaber oder Forscher, Ärzte oder Aktivisten. Und sie kann Journalisten und deren Informanten in Gefahr bringen.
Organisationen, auch die NSA, bestehen aus Menschen, und Menschen sind fehlbar. Allzu mächtige, allzu gut informierte Geheimdienstmitarbeiter könnten durch Unachtsamkeit Daten in die Öffentlichkeit bringen – oder sie für eigene Zwecke missbrauchen.”

Oder mit anderen Worten: sagt später nicht ihr hättet das nicht gewusst

Was Ich nicht vermissen werde….

Es gibt so ein paar Dinge die ich nicht vermissen werde wenn wir in Thailand wohnen. Den Staub, der hier überall ist. Den Mangel an Supermärkten in denen es alles gibt. Die Faulheit vieler hier, die einsam als Kultur verkauft wird. Die Gutmenschen, die den Menschen helfen wollen und dabei genau mit denen zusammenarbeiten die dafür verantwortlich sind dass die Menschen leiden.

Vermissen werde ich ein paar Menschen die ich schätzen gelernt habe, und solche die mir ans Herz gewachsen sind. Vermissen werde ich Klebreis und Laotisches Laap und Bier.

Umzug: Ich, nicht das Blog

Nur mal so als Ankündigung: Ab April wird es hier weniger aus Laos, dafür mehr aus Thailand zu lesen geben (auch wenn die meisten Artikel immer noch drüben in meinen Blogspotblogs stehen). Wir ziehen mal wieder um. Drei Jahre Laos sind wirklich genug, und fast 6 Jahre kommunistische Länder (Kambodscha ist de facto so) reichen auch. Thailand is zwar nicht der publizistischen Freiheit bester Freund, aber weitaus besser in der Lebensqualität. Mal wieder ein richtiges Krankenhaus in der Nähe zu haben ist ja auch was. Oder mal richtige Straßen. Oder keine Feuer entlang der Straße, mit denen die Leute ihren Müll verbrennen. Wir werden in Bangkok wohnen, nicht gerade downtown, sondern ein wenig außerhalb, haben es aber gerade mal 10 Minuten zur S-Bahn. Und ja, ein Gästezimmer haben wir auch!

Ein paar Worte zum ASEAN Gipfel und Amerikas Rolle in Asien

Ich mag es nicht nochmal auf Deutsch schreiben, deswegen die Originalversion hier:

The ASEAN summit in Phnom Penh had two important tasks: Human rights and the situation in the South China Sea. Cambodia as the host failed two times: The human rights declaration is far from what is needed and isn’t helping activists at all. It basically writes down the status quo for most countries in ASEAN, where torture, unjustice and a weak legal system is still the standard. No wonder that Cambodia, having a long rap sheet in human rights, wasn’t pushing for more.

More important for the strategic role of South-East Asia is of course the South China Sea with it’s natural ressources. China basically claims the whole area as it’s own territory, while the Philippines and Vietnam disagree. But China has it’s own way of diplomacy: It won’t talk to all, instead it insists in bilateral talks. It tries to outplay the ASEAN countries, and the the way it does it is with pressure and money. That works very well for Cambodia, the ASEAN chair, whose dictator Hun Sen is after the death of former King Sihanouk even closer with his friends in Bejing.

So the Cambodia government failed also with this issue. Instead of bringing the ASEAN countries closer together and unite them, it’s role was to support the separation managed by China.

But something else happend: Although President Barack Obama came to the summit for the second time, he made a stop in Myanmar before for the first time. Actually he was the first US-President ever to visit the country. Why he came? To set a statement, mainly to China. It says “We are here and we take the competition”.

The US knows that the importance of the middle-east is fading. Recent research showed that the US can be independet from Arab oil in a decade. The Palestin-Israel conflict is annoying and doesn’t come to any solution. The new markets and big players are in Asia. That’s why Obama is looking for allies, trying to strenght assisting ties and reviving old relations.

He can count on the Philippines, a long standing partner. Malaysia, Indonesia and Brunei are muslim countries, but moderate, and they don’t like China at all. For them, it is Asia first, but second maybe America more than China. Vietnam had already issues with China, and the South China Sea conflict doesn’t make it better. They agreed recently to accept military support from the US.

Thailand is trying to be polite and neutral. At least this is what the government does. Laos is already becoming a Chinese puppet, and so is Cambodia. But both are the poorest and least important countries.

Beside the governments, there are the people. Obama mentioned in his speech in Yangon that the most important and difficult job is not being president, but a citizen. Al his remarks about freedom and dignity and respect was targeting the common people.

What America always did very successfully was selling a life style. And it works pretty good. You won’t see people standing on the street with signs “I love Hu Jintao” or “We love Wen Jiabao” (unless they are forced to). You won’t see local activists demanding the Chinese premier to help them in environmental or human rights issues. But they do it when Obama comes. And they do it because he sells hope and the American way of life. This is what the people want.

Of course, reality in term of human rights isn’t anymore what it was in the US. They just renamed “polical prisoners” to “terrorists” and all of a sudden everything is fine. They did not limit the freedom of speeach but instead installed the Patriot Act. The US is becoming more and more repressive, basically for the same reason regimes always become: The ruling relite doesn’t want to share it’s privilegies with too many others.

But still people trust America more than China. And Myanmar plays an important role. It’s government is begging the west for more engagement, because they know if China wins, the old guys will come back and all the efforts for opening and more freedom will be set back.

The common people already made a decision: Their own country first, ASEAN next. But when it comes to a lifestyle, then it is the western way of living. Not just in terms of consumer goods (and safety of products), but also in freedom of speech and human rights.

Again Asia will the stage for the competiton of ideas. Let’s just hope this time it will remain a competition and not becoming a fight again.

Spracheingabe: Das nächste wirklich große Ding

Seit einiger Zeit benutze ich immer häufiger Serie Siri und auch nicht auf meinem iPhone. Ich möchte für ein Verwirklichungwissen wie Spracheingabe funktioniert. Das bedeutet viele tweets, Facebook Updates aber auch dieser Blogbeitrag sind mit Spracheingabe geschrieben. Der Vorteil: Ich muss nicht mehr tippen, was auf einem iPhone auch was war sehr schwierig ist. Da ich älter kann auch nicht mehr so Gut sehen und brauche deshalb jedes Mal meine Brille, was etwas umständlich ist, wenn man ein Telefon bedienen will.

Gerade die mobilen Services von Google sind sehr gut, was Spracheingabe angeht. Dieser Beitrag wird geschrieben mit der Spracheingabe von meinem MacBook Pro, ich muss zwar immer noch etwas verbessern, aber es ist auf jeden Fall einfacher als tippen. Aber: es ist eine Gewöhnungssache. Ich tue mich immer noch schwer mit Diktieren und mit dem Formulieren der Gedanken beim sprechen. Das kann auch daran liegen, dass ich das Tippen als Journalist gewohnt bin. Ich habe früher nie diktiert, Lokal-Journalisten haben keine Sekretärin.

Ein Problem, das ich noch habe, ist die Spracheingabe in der Öffentlichkeit. Für mich ist es immer noch seltsam neben meiner Frau zu sitzen und Tweets zu verschicken. Auch wenn es sicherlich genauso unhöflich ist ohne Spracheingabe neben meiner Frau zu sitzen und dabei zu treten tweeten.

Aber: die Spracheingabe macht viele Dinge einfacher. Es ist eine Frage der Gewöhnung, so wie wahr wie das Tablett eine Frage der Gewöhnung bei der Eingabe war. Viele Leute sagten sie können nicht schreiben, wenn sie die Finger nur auf ein Stück Glas legen. Mittlerweile hat sich das Problem erledigt.

Was sicherlich noch stört ist die online Anbindung. Wir brauchen mobile Endgeräte wie auch Laptops, die unabhängig von einer Internetverbindung Spracheingabe verstehen. Es ist mitnichten so das über all woran das Internet mobil verfügbar ist. Wer einmal von Hamburg oder von Hannover nach Berlin gefahren ist, der weiß, was ich meine. Im übrigen ist das Thema online Verbindung kein wirkliches Thema für mich in Laos. Ich habe 3G/LTE über alle hier in der Hauptstadt.

Ein anderes Problem: ich muss immer noch irgendwie mein Gerät in die Hand nehmen. Ich muss irgend ein irgendeinen Knopf drücken, um die Spracheingabe zu aktivieren. Ich glaube eindeutig Android hat mittlerweile eine Spracherkennung, aber ich habe dabei meint der Lecks CS dreihatte mit meinem Galaxy S3 immer wieder Probleme, die verschiedenen Features zu aktivieren. Vielleicht kann ich da jemand aufklären was es da schon gibt. Bei meinem iPhone muss ich auf jeden Fall immer noch den Button drücken. OppermannAuf meinem MacBook Pro muss ich zweimal Funktion drücken.

Ich habe Ihrenim Beitrag mal einige Stellen durchgestrichen widersprachtdie das System falsch erkannt hat. Das sind immer noch einiges. Aber ich glaube wir sind schon viel weiter als Stress TrächtigkeitDragon Dictate mal war. Auch wenn das immer noch von entleerteder Engine her die beste Spracherkennung ist.

Ich glaube wir werden in Zukunft noch viel mehr über Spracherkennung und Hilfe Nowsteuern. Das kann irgendwann auch eine Mikrowelle oder ein Kühlschrank sein. Aber für die nächste Zeit werden es erstmal Mobiltelefone, Smartphones und Computer sein.

Somewhere in Vientiane

Somewhere in Vientiane by thomaswanhoff
Somewhere in Vientiane, a photo by thomaswanhoff on Flickr.

Solche Bilder kann man überall in Vientiane machen. Man muss nur von der Hauptstrasse nach rechts oder links schauen und schon hört es mit dem Hauptstadtfeeling (wenn es das überhaupt gibt) auf. Und mit den asphaltierten Strassen. Dieser Weg hier führt zu ein paar kleinen Hütten, in denen eher arme Laoten leben. Mitten im so genannten Diplomatenviertel, schräg gegenüber der Deutschen Botschaft und gleich neben einem Tempel.
Natürlich hat es etwas romantisches., aber wer diese Menschen fragt, ob sie vielleicht eine bessere Straße, eine Anschluss an die Abwasserversorgung und vielleicht ein gemauertes Haus haben wollen, wird eine sehr eindeutige Antwort bekommen. Nämlich ein klares Ja.,

Pho Küche

  by thomaswanhoff
, a photo by thomaswanhoff on Flickr.

Das hier ist der “Herd” meiner Nachbarin Ung, die dort jeden Tag Knochen auskocht und Pho Suppe macht. Ich habe sie gefragt warum sei kein Gas benutzt. Die Antwort: “Zu teuer, zu gefährlich und schmeckt nicht”. Zu teuer ist Gas in der Tag, denn die Suppe muss schon ein paar Stunden koecheln, und das Holz gibt es umsonst – entweder irgendwo angeschwemmt oder irgendwo geschlagen oder gesammelt.

Klischees über Laos und wie man es richtig macht

Man kann es so machen wie der NDR (aber sollte es nicht), sich nämlich einem Land nähern, in dem man alle Klischees erfüllt und sucht, die man so kennt. Man nehme zwei nicht ganz so smarte Reisende (Backpacker), die dumme Fragen stellen wie “Delfine im Binnenland, wie geht das denn”?, sprachliche Highlights wie “unheimlich freundliche Leute” und eben Klischees wie “ein Paradies für Backpacker”.

Der Fluss ist “Badezimmer, Waschküche und Spielplatz” klingt ja ganz lauschig, ist es aber nicht: Es gibt eben kein fließendes Wasser, keine modernen Waschmaschinen und bestimmt keine deutschen DIN-geprüften Spielplätze.
Mal abgesehen davon dass es einen Anruf bedarf um die Flussdelfine zu finden, das muss man nicht “auf Abenteuer” gehen.

Die NDR Reportage ist erst geschrieben und dann gefilmt. Kein Wort davon dass in Vang Vieng 27 Menschen im vergangenen Jahr gestorben sind, weil eben Backpacker wie die beiden im Film den Thrill suchen. Auf einem Mopen ohne Helm zu fahren, ist nicht authentisch, sondern schlicht ein Zeichen von ausgesprochenem Leichtsinn und Dummheit (mal abgesehen davon dass die beiden sich eigentlich bewusst sein sollten, dass sie als Europäer eine Vorbildfunktion haben).

Ist ja schön dass es hier Zimmer für drei Dollar gibt, aber genau dass ist eben ein Problem, warum Vang Vieng eben nicht so entwickelt ist wie Luang Prabang: Weil Backpacker zwar Geld fürs Flugticket haben, im Land aber extrem knauserig sein.

Es ist 2012, und man kann natürlich einfach mal bei Google schauen wo es Flussdelfine gibt. Aber sicherlich ist es eine bessere Idee auf einem laotischen Markt danach zu fragen. Da kann man dann zeigen dass die Laoten Frösche essen (würde man das in Frankreich auch so machen)?

Einen Laoten “der liebe Opi” zu nennen mag ja viel Flausch haben, klingt aber wenig respektvoll.

Ach und Stifte und Hefte brauchen die Schüler nicht, sondern gescheite Lehrer und einen ordentlichen Lehrplan. Aber es sieht halt nett aus mal eben ein paar Stifte zu verschenken.

Übrigens ist es nicht nur lebensgefährlich auf einem Fahrrad zu fahren, sondern auch in einem Minibus. Aber das vergessen Backpacker gerne. Und keiner sagt Ihnen wie viele tödliche Unfälle es gibt. Und auf dem Backpackertrail “zufällig Leute zu treffen” ist auch eine Kunst.

Laos braucht keine Backpacker mehr. Laos braucht Touristen die das Land kennenlernen wollen und nicht Klischess hinterherrennen und denken, das ist ein Disneyland. Die viel Geld hier lassen, um zu zeigen dass es besser ist Tourismus für gut bezahlenden Touristen zu entwickeln, und damit langfristig Einkommen zu sichern, anstatt das Feld den Billig-Backpackern freizugeben, die ihre Bierflaschen in in den Fluss werfen, “free LaoLao” trinken und den Drogenhandel unterstützen.

Anne und Bunki, bitte bitte kommt nicht mehr hierher: Geht mal in die Schule und lernt mal was über die Welt. Und wie man herausbekommt, wo die Flussdelfine sind. Und wie man statt einer Heideidei-Dumpfbacken-Reportage sich der Frage annimmt, warum es nur noch 85 Delfine gibt, welchen Einfluss die Dämme haben, und vielleicht auch mit den WWF Leuten vor Ort sprechen. Dann würde man direkt nach Pakse fliegen und sich des Themas annehmen. Aber es ist natürlich schöner, eine gute Ausrede zu haben mal eben auf GEZ-Zahler-Kosten durchs Land zu reisen.

Wie man es besser macht, hatte gerade das Auslandsjournal gezeigt: DAS ist Journalismus.

Fleisch

Protein anyone? by thomaswanhoff
Protein anyone?, a photo by thomaswanhoff on Flickr.

so sieht das aus wenn man hier am Markt getrocknetes Fleisch kauft. Es ist in drei Stunden locker weichgekaut, und die Krümel drauf sind Sesamsamen. Nicht sichtbar dagegen die Chilisamen, die das Ganze zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Hinten rechts übrigens die Luang Prabang Wurst, die einer deutschen Bratwurst locker Konkurrenz machen kann. Ganz locker.