Wie Kultusministerin Karin Wolff sich mit fremden Federn schmückt

Kinder sollen lesen. Klar. Deshalb zum Beispiel gibt es den Tag des Buches. Und eigens für den hat der Verlag Random House ein kleines Büchlein gestaltet. Das heißt “Ich schenk dir eine Geschichte” und wird von Buchhandlungen verschenkt. Die kaufen es vom Verlag, quasi als PR-Aktion.

Und jetzt kommt die Frau Ministerin auf eine clevere Idee: Sie verschenkt einfach Gutscheine für das Buch, einzulösen in Buchhandlungen. Die freilich wissen nix davon und würden schon gerne selbst entscheiden, an wen sie die – von ihnen bezahlten – Bücher verschenken.

Frau Wollf und ihr Pressestab halten es nicht eimal für nötig, den Buchhandlungen zu danken für ihre Aktion.

Ein paar Fakten:
– Das Buch wird von Random House und den Buchhandlungen bezahlt, die Gutscheine wurden von den Kultusministerien, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, der Stiftung lesen, der Deutsche Bahn AG und dem ZDF verschenkt, ohne Absprache (weder vorher noch nachher) mit dem örtlichen Buchhandel.
– Der Buchhandel wird noch nicht mal ebenbürtig als -wenn auch unfreiwilliger- Sponsor erwähnt.
– Ebenso wenig wird der Buchhandel als Hauptträger der Welttagsaktion gewürdigt
– Das Buch ist ein Geschenk es HAndels an seine kleinen Kunden, schon seit Jahren!
– Es wird jetzt an den Schulen als kostenlose Schullektüre missbraucht, aus der Belohnung für freiwilliges Lesen wird Pflichtlektüre.

Die Fragen und Aussagen eine er Buchhändlerin (Name mir bekannt):
“Warum mischt sich das Kultusministerium in seit langen Jahren wunderbar funktionierende Aktionen des Buchhandels ein und schreibt es sich auf eigene Fahnen?”
“Wir veranstalten auch schon seit Jahren Kinderführungen durch unsere Buchhandlung, dazu brauchen wir keine “Hilfe” von den Ministerien”
“Warum wollen Kultusministerien Schüler in Buchhandlungen holen, ohne es mit den Buchhandlungen abzustimmen. Sollen sie doch öffentliche Bibliotheken dadurch “unterstützen”…?”
“Die Teilnahme an dieser Aktion ist zwar eigentlich für Buchhandlungen freiwillig, wir könnten uns jedoch aus Imagegründen niemals davon ausschliessen. Das würden unsere Kunden nicht verstehen.”
“Wir fordern, diese Gutschein-Aktion nicht mehr zu wiederholen.”

Auch die “Stiftung Lesen” und die anderen Kultusminister haben Gutscheine verteilt, ohne selbst dadurch Kosten zu haben.

Den Tag bewerten

Ich bin eigentich Hasser von Ratings und Top Ten Listen (weil sie a) meistens nur einen Selbstzewck erfüllen, nämlich die Top 10 in den Top 10 zu halten und b) meistens nicht wirklich objektive Sacheverhalte darstellen). aber ein Ratingsystem findet Gnade bei mir: Ein völlig unnötiges Portal namens “I Rate my Day”. Ich kann meinen Tag bewerten und kann Kommentare dazu schreiben. Andere Nutzer können Kommentare bei mir hinterlassen, und ich könnte wette, dass es auch eine “andere Nutzer, die einen Scheißtag hatten, hatten auch …”-Funktion gibt. Muss sie nur noch finden.

Golfen nur mit Reisepass

Die Beziehungen zwischen Vietnam und Kambodscha sind nicht immer einfach, aber wenn es ums Golfen geht, dann lassen sich manche Probeme lösen.

Am Dienstag wurden die Bauarbeiten einer Golfanlage, in der Provinz Svay Rieng, feierlich eröffnet. Anwesend waren der stellvertretende Ministerpräsident Sar Kheng und Bezirksvertreter aus Vietnam.
9 Löcher der Golfanlage werden sich in Kambodscha befinden und neun Löcher in der vietnamesischen Provinz Tay Ninh. Grenzüberschreitendes Golfen auf dem Kambodscha-Vietnam-Freundschafts-Golfplatz. Wer hier seinen Ball über das Grün bringen will wird einen gültigen Reisepass benötigen.

Gefunden im PhnomPenhblog

Die reichweitenstarken UGC-Portale

Na, wer hat die alle auf seiner Liste gehabt: (über www.deutsche-startups.de und turi2):

1. studiVZ
1.317.714.004 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 95.012.467 Visits; 3.077.508.248 Page Impressions

2. Spin.de
62.018.462 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 4.777.6987 Visits; 146.515.868 Page Impressions

3. Knuddels.de
59.884.753 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 33.820.685 Visits; 212.638.455 Page Impressions

4. gesichterparty.de
52.029.253 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 4.914.668 Visits; 191.590.604 Page Impressions

5. Lokalisten
23.733.264 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 16.608.145 Visits; 753.194.341 Page Impressions

6. HolidayCheck
22.062.661 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 6.237.319 Visits; 165.408.362 Page Impressions

7. schwarzekarte.de
14.177.244 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 896.725 Visits; 17.768.767 Page Impressions

8. Gamona
12.476.955 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 3.182.045 Visits; 22.642.308 Page Impressions

9. Chefkoch.de
10.919.214 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 5.213.983 Visits; 50.268.228 Page Impressions

10. Qualimedic.de
7.768.567 Page Impressions
Zugriffszahlen ingesamt: 1.169.231; 10.288.903 Page Impressions

Jedem der es hören will oder nicht predige ich seit Monaten: Schaut auf Portale wie Knuddels.de und Chefkoch.de. Da tummeln sich die User, ob ihr das wollt oder nicht. Ok, das ist die Liste der IVW-gelisteten Portale, aber dennoch: Jedes PI hier geht den klassischen Medienangeboten verloren. Das ist die eigentlich interessante Aussage.

Weltbank-Präsident in Kambodscha

Kambodscha bekommt gerade internationale Presse, zum einen durch das Rote Khmer Tribunal, zum anderen war gerade Weltbank-Präsident Robert Zoellick dort. Seine Erkenntnis zusammengefaast:
“Robert Zoellick urged Cambodia to fight graft, better manage its resources and improve education and healthcare.”

Tatsächlich mahnte er den Kampf gegen Korruption an und unterstützt das Landprogramm der Regierung. Die versucht zunehmend mehr Land den Bewohnern zu geben. Einem Bericht von KI Media zufolge sei dies eine wichtige Strategie, um die Armut im Land zu bekämpfen: Wenn die Bevölkerung eigenes Land hat. 20.000 Landbesitzurkunden werden derzeit pr Omonat ausgegeben, vor allem in den ländlichen Gebieten. Interessant ist dieser Satz: ” adding that some powerful people are seeking to dominate large tract. ”

Erfreulich ist das Zoellick recht schnell nach seinem Amtsantritt nach Kambodscha und überhaupt Süd-Ost-Asien kam. Mehr Details über den Aufenthalt bei KI Media.

Wie ein Tribunal für Pressefreiheit sorgen kann

Das Rote Khmer Tribunal in Kambodscha rückt das Interesse der Welt derzeit wieder auf die grauenvollen Kapitel der Geschichte des asiatischen Landes. Interessant dabei ist ein Nebeneffekt: In den vergangenen Wochen wurden über 160 Journalisten in Workshops darauf vorbereitet, wie man von solch einem Tribunal berichtet. Und dies nicht etwa von staatlicher Stelle, sondern von internews.org, einer NGO, die sich dem Training und der Ausbildung von Medienleuten verschrieben hat.

In den Workshops ging es vor allem darum, das komplizierte juristische Verfahren im Tribunal darzustellen. Ziel sei es, die Journalisten in die Lage zu versetzen, die (lesende oder Radio hörende) Bevölkerung in Kambodscha gut und umfangreich zu informieren.

Randnotiz: Während in Kambodscha Journalisten also lernen, wie sie frei und unabhängig über eine mehr oder weniger staatliche Aufklärungsinstitution berichten sollen (man könnte das Tribunal auch als Ausschuss sehen :-)), muss hier zu Lande der Regierung klar gemacht werden, dass genau dies Aufgabe von Journalisten ist: Über das zu berichten, was Thema ist, und nicht offizielle Verlautbarungen herunterzubeten. Und dazu eben auch internet Quellen anzuzapfen.

Goodbye Pressefreiheit

Tagesschau und andere:

Die Ermittlungen wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat werden von den Staatsanwaltschaften in Berlin, München, Frankfurt und Hamburg geführt. Die Journalisten hatten aus vertraulichen und geheimen Akten des BND-Untersuchungsausschusses zitiert. Betroffen sind vier Redakteure der “Süddeutschen Zeitung” und fünf Redakteure des “Spiegel” mit Chefredakteur Stefan Aust an der Spitze.

Wann immer also Journalisten demnächst aus geheimen Papieren zitieren, ist das Beihilfe zum Geheimnisverrat. Kurzerhand wird demnächst alles zum Geheimnis erklärt und schon dürfen Journalisten nur noch am Sommerfest der Regierung recherchieren, oder was?

Dieses Land und seine Regierenden entwickeln sich irgendwie zurück statt vorwärtes. In der DDR war ja vielleicht nicht alles schlecht, aber die Freheit der Bürger und der Presse waren doch eher verbesserunsgwürdig. Genau dahin aber steuern einige, in einen Überwachungsstaat, der nicht nur seine Bürger (Schäuble), sondern eben auch seine Kontrolleure überwachen und damit steuern möchte.

Kann man Herrn Kauder wegen grundgesetzwidriger Umtriebe belangen?

Und nochmal Kambodscha: Nein, kein Bürgerkrieg

… auch wenn dort jüngst am Vietnam-Denkmal zwei “local handmade” Bomben hochgegangen sind (keine Toten, keine Verletzten). Es handelt sich dabei wohl um den Protest gegen die immer besseren Beziehungen zu Vietnam. Mutmaßliche Täter sind drei festgenommene Männer, die zur Khmer Kampuchea Krom Liberation Front gezählt werden. Diese Gruppe will das ehemals zu Kambodscha gehörende Gebiet des Mekong Deltas (Kambuchea) wieder der Hoheit Vietnams entziehen.

Dengue-Fieber in Kambodscha

Auch wenn Kambodscha Malaria Gebiet ist, ist die Gefahr an Dengue Fieber zu erkranken, viel höher. In den letzten Monaten hat es in dem südostasiatischen Land einen erheblichen Anstieg an Fällen gegeben. Während der finaziell meist betuchte Ausländer zur Behandlung nach Bangkok fliegen kann, muss sich die Landbevölkerung selbst helfen. Das große Problem ist derzeit dass nicht genügend Bekämpfungsmittel gegen die Mücken vorhanden sind. Das Land und die Behörden sind angewiesen auf Spenden und das Geld reicht meist nur zur Bekämpfung in besondern schlimm betroffenen Gebieten, wie gerade der Asia Sentinental berichtet. Übrigens ein lesenswerter Artikel, wenn man sich über die Dengue-Fieber-Situation in Kambodscha informieren möchte.

Wer braucht Landesmedienanstalten?

Er lernt es nicht: NRW-Medienwächter Schneider singt weiter das Hohelied der staatlichen Einflussnahme auf die Medien.

In der neuesten Ausgabe des Medienmagazins “Journalist” unterstreichen Norbert Schneider (Foto) von der Landesmedienanstalt NRW und “Handelsblatt”-Reporter sowie A-Blogger Thomas Knüwer die gegensätzlichen Positionen.
Für Norbert Schneider, auch Vorsitzender der Gemeinsamen Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz, steht die Gleichbehandlung von Rundfunkanbietern im Vordergrund.

Herr Schneider, nicht die “Internetsender” brauchen eine Überwachung, sondern niemand braucht die Landesmedienanstalten. So ist das nämlich.

Ikea: Wohnt ihr noch oder lebt ihr schon (im Internet)?

Was kann einem Unternehmen besseres passieren als zufriedene, gar engagierte Kunden? Gerade das schwedische Möbelhaus setzt ja da drauf, dass man sich wohlfühlt und Teil der “Ikea-Family” ist. Leider aber hat das Markenrecht dieser Liebe eine Grenze gesetzt – und die etwas unsensible PR-Abteilung.

Denn wie die Frankfurter Rundschau und andere berichten, musste das Blog ikeahacker.de geschlossen werden, weil Ikea seine Marke beschädigt sieht. Auf ikeahacker.de (wie auch auf ikeahacker.blogspot.com) toben sich Ikeafreunden mit einer Art Mash-Ups aus. Sie basteln aus Ikea-Möbeln neue Kompositionen – neue Beine für einen Esstisch zum Beispiel.

Zitat aus der Rundschau:

“Wir hätten niemals dafür eine Genehmigung erteilt”, sagt Ikea-Pressesprecher Andreas Jantke, “Wir wollen nicht, dass unsere Marke beschädigt wird.”

Es ist wohl rechtlich so, dass man eine Marke nur halten kann, wenn man gegen ihren “Missbrauch” vorgeht: Wer also die Marke ohne Genehmigung benutzt, dem muss das untersagt werden, damit man glaubhaft seine Marke verteidigt. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn Juristen sind eben keine Marketingleute und PR-Fachmenschen schon gar nicht.

Man stelle sich einmal vor, dass jedes Fanforum der Frankfurter Eintracht geschlossen werden müsste, weil man den Markennamen benutzt. Das würde das Stadion schnell leerer machen.

Deswegen verstehe ich nicht, warum IKEA diese Chance nicht einfach nutzt und mit denen zusammenarbeitet. Das sichert die Marke und hält die IKEA-Freunde beisammen. Was kostet es Ikea, den Blogger als freen Mitarbeiter zu beschäftigen, einen Bastelwettbewerb zu veranstalten und und und?

Aber leider hat sich im Geschäftsbetrieb eine Abmahn- und Klageeinstellung verbreitet, die das Hirn-Einschalten verhindert und sich juristischer Reflexe bedient.

Ab die Telekom mit dem Versuch, sich Magenta zu sichern, die bisweilen skurrilen Aktionen von Apple und das Wörtchen “pod” oder eben jetzt Ikea: Selten hat sich jemand die Marke zu eigen machen wollen, tatsächlich wird fast immer die Marke unterstützt.

Und ECCC zum dritten

Weil es halt gerade aktuell ist, werde ich auch weiter über das Rote-Khmer-Tribunal schreiben (wird ja hier zu Lande eher wenig beachtet, solange die keine deutschen Geiseln nehmen)
In der Phnom Penh Post ist ein Artikel erschienen, in dem vor allem der Künstler Vann Nath (auch ein Überlebender des Pol-Pot-Regimes) sich äußerst skeptisch über das Triibunal äußert.

“I have completely lost hope with the ECCC because it’s been 30 years. Many people who survived and waited to see justice are rapidly dying,” Nath said. “It is better not to wait any more, the problems [at the court] are happening again and again. I don’t think the court will provide justice.”

Vor allem die Kosten in Höhe von 50 Millionen Dollar findet er unvertretbar. Man habe nichts getan für das Geld, und überhaupt bekämen es vor allem die ausländischen Gerichtsbeteiligten. Und wenn das Geld weg sei, würden diese halt einfach die Tür zu machen und zurück in ihre Heimatländer fahren. Nath, 62, ist einer der wenigen Überlebenden des Toul-Sleng-Gefängnisses.

Der ECCC Presse-Sprecher Reach Sambath kündigte an, man wolle zusammen mit den Vereinten Nationen bis Ende des Jahres weitere Geldgeber finden.

Kritik am schleppenden Verfahren kommt laut Zeitungsbericht auch von der Human Rights Watch: Deren Sprecherin Sara Colm sagte, der Prozess gehe nicht schnell genug voran. Die Verzögerungen seien weniger fr das Regima als für die Betroffenen und Opfer schlimm. Schuld daran seien sowohl die Regierung als auch die Internationale Gemeinschaft.