Es gibt Wanhoffs Reisen wieder

Fast ein Jahr Pause, und bei der Sendepause bleibt es auch: Wanhoffs Reisen wird wieder belebt und zwar als Blog. Das Design wird sich erst mal nicht so wirklich ändern, dafür aber die Inhalte. Auf Wanhoffs Reisen gibt es Reiseinfos, die ich interessant finde, dazu auch Einschätzungen aus der Reisebranche und übers Reisen – gerne auch mal wie man so schön sagt meinungsstark.

Die erste Meldung ist gemacht, weitere folgen!

NGOs in Kambodscha: Ein Trauerspiel der Mildtätigkeit

Kaum wieder mal in Kambodscha, höre ich wieder neue Schauergeschichten über NGOs. Diese ach so mildtätigen Organisationen, deren leitende Mitarbeiter in Saus und Braus in Kambodscha leben, machen dieses Land mehr kaputt als dass sie helfen.
Ein Beispiel: Eine europäische Pharmafirma produziert und verkauft in Kambodscha für den heimischen Markt ein bestimmtes Mittel, das bei Computertomographen eingesetzt wird. Diese Mittel wird von den großen Krankenhäusern hier gekauft. Damit wird – logischerweise – die Existenz der Firma und vor allem qualifizierter Arbeitsplätze gesichert. Dann kommt eine NGO und denkt, sie muss die Krankenhäuser unterstützen – und schenkt diesen Krankenhäusern dieses Mittel, das sie natürlich mitbringt. Die im Land ansässige Firma hat dadurch Verluste, vielleicht muss die Arbeitskräfte entlassen. Die Ironie ist, der Arzt und das Krankenhaus dieses Mittel den Patienten berechnen (arme Patienten können das natürlich nicht bezahlen), und der Herr Doktor noch wohlhabender wird.

Ein anderes Beispiel, und das ist wirklich stellvertretend dafür wie Entwicklungshilfe tatsächlich aussieht: Eine Hilfsorganisation sagt eine Medikamentenspende für ein Krankenhaus zu. Alle freuen sich. Doch statt die Medikamente im Land selbst (hier Kambodscha) zu kaufen, werden sie natürlich im europäischen Heimatland gekauft und dann nach Asien verschifft.

Und dann noch der Hinweis, dass wir selbst aus unserem Appartment für das wir 800 Dollar gezahlt haben herausgeworfen wurden, weil eine NGO (Oxfam) das komplette Haus gemietet hat (und sicherlich nicht weniger bezahlte als die dort wohnenden Ausländer).

Wer jetzt zur Weihnachtszeit spendet, gerade auch bei den großen Organisationen, sollte mal genau fragen, welches Auto der Landeschef fährt, wieviele Hausangestellte er so hat und was sein Monatseinkommen ist. Es geht nicht darum, dass qualifizierte Leute gut bezahlt werden sollen. NGO Direktoren sind in Kambodcha in der Regel REICH.

Und ja, es gibt auch viele meist kleine Projekte die in irgendeiner Form etwas gutes bewirken. Aber ist ist selten nachhaltig und ändert meistens nichts.

Ein kleines Beispiel: Als in Vietnam die Helmpflicht eingeführt wurde, gab es von der Regierung und NGOs Kampagnen, aber vor allem auch hatte die Polizei rigoros darauf geachtet, dass Helme getragen werden. In Kambodscha verteilt das Rote Kreuz kostenlos Helme (wieder ein Markt, der dadurch zerstört wird bzw. gar nicht erst entstehen kann). Die Polizei interessiert es einen Dreck, ob jeand einen Helm trägt oder nicht. Es ist höchstens ab und an ein Grund, zu kassieren. Aber eben nicht als eine konzertierte Aktion, wie es in Vietnam der Fall war.

Wie auch das Auswärtige Amt andere arbeiten läßt

Das AAL Prinzip von Social Networks (User machen den Content) hat jetzt auch beim Auswärtigen Amt Einzug gehalten. Man stellt gerade die so genannte Deutschenliste auf eine Datenbank um, die jeder selbst pflegen kann. Ist ja an sich eine gute Idee, aber Service ist DAS nicht:

Die elektronische Registrierung soll die bisher manuell geführte Krisenvorsorgeliste des
Generalkonsulats ersetzen. Wir bitten Sie daher, Ihre Daten möglichst bald über das Internet
einzugeben, auch wenn Sie bisher schon registriert waren.

Die sind offenbar schlicht nicht in der Lage, die schon bestehenden Datensätze zu importieren. Entweder haben sie keine Lust oder aber der Programmierer der neuen Datenbank hat geschlampt.

Ich weiss jetzt auch, dass ich ein Auslandsdeutscher bin. Mein Opa war Sudetendeutscher, meine Großmutter nannte sich eher Vertriebene oder Schlesierin. Naja, bin ich halt Auslandsdeutscher. Komischer Name.

Elektrozubehör: Besser zu Mutschall nach Königstein

Man bekommt ja in Asien fast alles, aber nachdem ein Blitzschlag zwei Netzteile zerstört hatte, rannte ich auf der Suche nach einem Universaladapter vergeblich durch Saigon. Nichts zu machen in der Amperstärke die ich brauchte. Gut, dass meine Frau ohnehin gerade in Deutschland war. Denn wenn es einen Laden gibt, der seit meiner Kindheit solche Probleme gelöst hat, dann Elektro Mutschall in Königstein. Natürlich hatten sie den richtigen Adapter. Ob Waschmaschine, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Rasierapparat oder mal nur ein Kabel: Wer braucht schon Media Markt oder Saturn, wenn es so einen Händler in der eigenen Stadt gibt?

Eine Woche nix gebloggt: Lesetipps

Oje, war ein wenig im Stress. Versuche gerade ein weiteres Projekt an Land zu ziehen, deswegen war ich wohl ein wenig ruhig.
Zum Wochenende ein paar Lesetipps:

Was ist der Unterschied zwischen Arbeiten und Spielen?`

Soviet Officer Who ‘Shot Down McCain Over Vietnam’ Speaks Out

Barcamp Saigon Review by Nearirath from Cambodia und viel besser, Sexy Cambodian Bloggers

Rezension: Abnehmen mit Schokolade

Die Speditionsfirma Gruner+Jahr

Neues Diagnose-Verfahren bestätigt Hirnschäden bei ADHS (Scienceblogs.de)

Warum Blogger doch nicht immer recht haben


und warum doch

Lutz Heilmann: Ja, wir kennen Dich jetzt, nun geh wieder heim!

Wieder einer, der sich wohl nach alten Stasi-Zeiten sehnt in denen Politiker mal alles untersagen durften was ihnen nicht recht war. Zum Beispiel ein Wikipedia Beitrag. Deshalb hat Lutz Heilmann mal eben die Adresse Wikipedia.de sperren lassen. Hat er wohl bei Mielke gelernt. Für den soll er ja durchaus schon frueher tätig gewesen sein.

Es geht um diesen Mann:

Lutz Eberhard Heilmann (* 7. September 1966 in Zittau) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Heilmann ist der erste ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, der in den Bundestag einzog. Nach dem Abitur 1985 an der EOS Zittau leistete Heilmann einen freiwillig von 18 Monate auf drei Jahre verlängerten Wehrdienst beim MfS ab. Anschließend wurde Heilmann hauptamtlicher Mitarbeiter der Hauptabteilung Personenschutz des MfS. Heilmann wurde nach eigenen Angaben nur im Objektschutz staatlicher Einrichtungen eingesetzt. Im Oktober 1989 soll Heilmann nach eigenen Angaben ein Entlassungsgesuch eingereicht haben. Tatsächlich schied er erst im Januar 1990 aus dem MfS aus, als dieses aufgelöst wurde.

(das ist allerdings schon die bereinigte Version).

Er hatte etwas gegen Passagen über einen angeglichen Lebensgefährten und irgendwelche Shops. Unsinn wie er manchmal eben in der Wikipedia steht und auch wieder entfernt wird.
Heilmann sagt er hätte sich nicht anders wehren können als mit einer EV.

Übrigens: Auf Objektschutz beim MfS verweisen ist wie Autos putzen bei der Waffen-SS.

Wo bitte kommen wir denn hin, dass wir uns von Leuten wie Ihnen mal eben ein komplettes Lexikon sperren lassen? Ja, das mag rechtens sein, aber nicht billig. Es ist einfach nur ekelhaft, wenn es von Leuten wie Ihnen kommt.

Barcamp Saigon am kommenden Samstag

Ich dürfte der einzige Deutsche sein, der am Samstag aufs Barcamp Saigon geht. Zum einen gibt es nicht so viele Deutsche in Vietnam (500 vielleicht), zum anderen sind die meist eher in der Industrie und Logistik tätig.
Ist mir aber auch wurscht, ich gehe ja nicht zum Barcamp, um deutsch zu reden. Ich gehe hin weil ich es zum einen mitorganisiert habe, zum anderen aber auch um interessante Leute zu treffen und – zu lernen.

Denn wie ich vielerorten schon gesagt habe, ist die Wahrnehmung des Netzes in Deutschland eine andere als hier. Man könnte gar meinen das Internet sähe anders aus. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: Die Sprache verlangt, dass viele Copycats internationaler Angebote hier auftauchen (wie auch in Deutschland), seien es Facebook-Ableger oder Caravat.com, ein LinkedInKlon.

Ähnliches gilt für Restaurantführer und Datingplattformen. Wirklich Neues wird hier nicht erfunden (aber wird es das in Deuschland?), soweit mir bekannt, Online-Games laufen übrigens super in Vietnam.

Aber weil man Bild eben längst nicht komplett ist, will ich aufs Barcamp gehen und sehen, was hier so gemacht wird. Auch wenn ich kaum etwas verstehen werde, weil viele Sessions in Vietnamesisch sind.

Eine interessante Erfarung habe ich übrigens im Organisationsteam gemacht: Am Anfang waren wir eine Handvoll Leute, die sich um alles kümmerte. Als sich dann eine bestimmte Location anbot, zog der für diese Location Verantwortliche die Arbeit und Kontrolle weitgehend an sich. Natürlich, weil er sich selbst verantwortlich fühlte für den Veranstaltungort und die Gastgeber dort auch nicht eben einfach sind. Aber es ist interessant zu sehen, wie selbst Wikis und Mailinglisten die Menschen nicht wirklich ändern können: Kollaboration und konsensorientierte Zusammenarbeit scheinen der menschlichen Natur zu widersprechen. Es gibt immer jene, die versuchen Kontrolle zu behalten und andere, die sich dabei auch wohl fühlen.

Video im Google Chat: Wer mag sich zeigen, wer mag mich sehen?

Ich hatte ja gedacht dass Google eine Mac GTalk Version heraus bringt, aber sie setzen wohl konsequent auf Webservices und so dürfen auch wie Macianer den neuen Videochat im Google-Chat-Applet nutzen. Doof nur dass nur wenige Leute eine Cam haben oder benutzen – ich warte sehnsüchtig darauf das mal ausprobieren zu können.

Dank Benjamin habe ich es ausprobieren können und bin beeindruckt: Gutes Bild und guter Ton – zumindest zwischen Vietna und Singapur. Macht mächtig Spaß.
screen google chat
Ich bin da aber wohl eine Ausnahme? Wenige der Leute die ich kenne chatten per Video, und das ist nicht mal eine Frage der Bandbreite. Irgendwie hat sich die Videotelefon-Vision nie wirklich durchgesetzt. Chatten per Text ist immer noch der Renner, vielleicht weil man sich da auch hinter einem Pseudonym verstecken kann. Nur brauche ich das in Google Chat eigentlich nicht, dort kenne ich die Leute und sie mich.

Jemand hier der regelmäßig videochattet? Oder gar nur, so der Gegenüber eine Kamera hat?

Im Internet ist die Welt geteilt: Was ist Facebook?

Das Internet mag die Menschen auf der ganzen Welt zusammenbringen, zumindest technisch, doch irgendwie kochen wir alle immer noch im eigenen Saft. Denn während in den USA, Europa und Australia Facebook und Co. ganz toll sind, interessiert das im Rest der Welt keine Sau. Gerade Asien geht zunehmend seinen eigenen Weg. Und das kann noch interessant werden, denn hier fließt gerade eine Menge Kohle in Web 2.0-Firmen. Die scheren sich nicht um die Märkte im Westen, die haben einen viel größeren hier. Und sie müssen keine großen Entwicklungsabietilungen bereithalten (und selbst wenn sind die Personalkosten ein Witz), sondern können einfach drauf los klonen.
Hier mal eine Grafik die den State of the internet zeigt:
State of the internet Asia

Ich kann nur nachdrücklich empfehlen, einmal den Asiajin Beitrag zu lesen:
Why it is difficult for European and U.S. companies to advance into Asia.

Tanzen in Vietnam




Oriental Dance The Cage

Originally uploaded by thomaswanhoff

Hier in Saigon wird seit geraumer Zeit getanzt, und zwar nicht nur in Expat-Kreisen, sondern auch Vietnamesen. Gerade Salsa scheint sehr beliebt, was an sich einer Überraschung ist, weil es kaum gegensätzlichers gibt als die ausdrucksstarke Lateinamerikanische Kultur und das zurückhaltende Wesen der Asiaten. Umso mehr war es erstaunlich zu sehen, mit welchem Ausdruck hier Salsa getanzt wird. Zum einen wird den Asiaten gerecht, dass sie gut lernen können – die Tanzschritte haben sie recht schnell intus, gleiches gilt für Figuren. Aber der Spass und das Gefühl für die Musik muss man eben haben, und die tänzer, die am Wochenende im The Cage aufgetreten sind, haben es. Ich habe selten Salsa so schön und erotisch getanzt gesehen. Von einer Lateinamerikanerin erwartet man das vielleicht, aber wenn das Asiaten so rüberbringen, dann ist das nochmal eine große Portion Leidenschaft mehr…ich überlege ernsthaft mal in dieser Tanzschule vorbeizuschauen…

Apple politisch: Homo-Ehe soll bleiben

No on Prop 8
Apple is publicly opposing Proposition 8 and making a donation of $100,000 to the No on 8 campaign. Apple was among the first California companies to offer equal rights and benefits to our employees’ same-sex partners, and we strongly believe that a person’s fundamental rights — including the right to marry — should not be affected by their sexual orientation. Apple views this as a civil rights issue, rather than just a political issue, and is therefore speaking out publicly against Proposition 8.

Hier noch was zur Proposition 8 aus Wikipedia:
Proposition 8 is an initiative measure on the 2008 California General Election ballot titled Eliminates Right of Same-Sex Couples to Marry. If passed, the proposition would “change the California Constitution to eliminate the right of same-sex couples to marry in California.” A new section would be added stating “only marriage between a man and a woman is valid or recognized in California.”

The measure was originally submitted for the ballot by petitioners with the title “California Marriage Protection Act.” The title and summary were revised by Attorney General Jerry Brown to more “accurately reflect the measure.” The Superior Court of California ruled in favor of these changes, stating, “The title and summary is not false or misleading because it states that Proposition 8 would ‘eliminate the right of same-sex couples to marry’ in California. The California Supreme Court unequivocally held that same-sex couples have a constitutional right to marry under the California Constitution.”
http://en.wikipedia.org/wiki/California_Proposition_8_(2008)

Jugend Schach WM in Vietnam

Ich mag mal hier ein wenig Werbung machen für die Jugend Schach WM in Vietnam, bei der auch deutsche Spieler sind:

Mit 3,5 Punkten nach vier gespielten Runden liegt FM Julian Jorczik in der U16 gut im Rennen. Kein Spieler hat dort noch eine weiße Weste. Die Spitzengruppe besteht aus acht Spielern mit gleicher Punktzahl. Vizeeuropameisterin Filiz Osmanodja liegt nach drei Siegen und einer Niederlage in der U12 Mädchen derzeit auf Rang 12. Wagner Dennis und Xu Xianliang belegen bei gleicher Punktzahl in der U12 Jungen (offiziell “open”) die Plätze sechs und acht. Der österreichische Schachbund freut sich über Platzierung ihrer Nachwuchshoffung Katherina Newrkla, die mit 3,5 Punkten auf dem zweiten Platz liegt. Bester Schweizer ist zur Zeit Gabriel Gaehwiler mit 3 Punkten auf Rang 18 in der U16. Bernd Rosen und Thomas Pähtz haben ihre Impressionen aus Fernost geschickt.

Mehr bei Chess results

Das Blog zur Bankenkrise: JBlog

Ex-Handelsblatt-Online-Chef Julius Endert kann und darf endlich schreiben, was Sache ist. In seinem Blog navigarenecesseest (was man auch umgangssprachlich mit “Jeder muss mal pissen” übersetzen könnte), zieht er über die Bankenkrise vom Leder, dass es nur eine Freude ist. Tenor: Jeder Banker und jeder Wirtschaftsjournalist hat gewusst, was da auf uns zukommt, und alle haben brav die Fresse gehalten. zum Beispiel wenn Banken für angelegtes Gedld mehr Zinsen geben als sie für verliehenes Verlangen.

Oder einfach mal ehrlich sagt, wie die Situation ist:

Dazu nur noch eine Überlegung: An der gewaltigen Dimension des jetzt beschlossenen Rettungspakte von 470 Mrd. kann man ungefähr ablesen, wie es um den Banksektor bestellt ist. Da ist nichts mehr! Mit den Bankbilanzen kann man genauso gut den Kamin heizen.
Wir können nur froh sein, dass Otto Normalverbraucher auch nicht im geringsten ahnt, wie schlimm die Sache wirklich steht. Wenn das so wäre, hätten wir morgen die Schlangen an den Bankschaltern.

Und Medienschelte gibt es für die Chronistenpflicht:

Ganz ehrlich, da geht das ganze Bankensystem bei uns den Bach runter, fordert Bürgschaften von den Bürgern und zieht am Ende vielleicht sogar noch die produzierende Wirtschaft mit in den Ruin und unsere Medien beschränken sich brav auf ihre Pflicht als Chronist.

Es wird fein aufgeschrieben was passiert. Das alleine ist zwar schon schlimm genug, doch es reicht einfach nicht zur Darstellung des größten Wirtschaftsskandals in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik.

Göttlich zu lesen und fundiert geschrieben. Lesespaß pur – Das Blog zur Bankenkrise.