Wie journalistische Texte bald beschaffen sein werden

Der von mir hochgeschaetzte Jan-Eric Peters (Chefredakteur der WELT) hat es neulich auf den Punkt gebracht: In der WELT stehen in Zukunft entweder lange Lesestuecke oder kurze Nachrichten. Mitteldinger wired es niche mehr geben.
Ich habe neulich fuer einige Webseiten Texte geschrieben, und dab gemerkt, wie die betreuenden Redakteure noch immer sehr in Print denken. Wer einen journalistischen Text auf einer Webseite schreibt, muss anderen Anforderungen genuegen als in der Zeitung. Zum einen ist Laenge ein Kriterium. Ich glaube schon dass lange Stuecke eine Zukunft haben, allerdings muessen sie anders aufbereitet werden. Es muessen wirkliche LESE-Stuecke sein. Reportagen zum Beispiel.
Viel wichtiger ist aber die Medienfrage. Wer heute im Internet Nachrichten konsumiert, will sie kompakt haben. Fakten, Fakten, Fakten. Und wichtig: Video hat immer Vorrang. Wenn ich ein Video zu einer Geschichte habe, kann ich mir das Schreiben sparen. Dann nur noch Fakten in den Text (fuers SEO), Links, etc. aber nicht das Video nochmal nacherzaehlen.
Gleiches gilt fuer Audio: Wenn ich den Polizeichef zur Geiselnahme interviewe lade ich das MP3 hoch und fasse den Inhalt nur kurz zusammen.
Leider ist das heute immer noch Ausnahme, weil die meisten Printjournalisten sich eben als Schreiber verstehen. Gemacht wird was man gelernt hat.
Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum sich viele so schwer tun mit der neuen Aufbereitung von Artikeln. Irgendwer hat neulich gesagt (ich glaube es bei Turi2 gelesen zu haben), dass Journalisten mal den Hubschrauber verlassen muessen, aus dem sie uns die Welt erklaeren. Wir Leser sind nicht so dumm wie man uns immer glauben machen moechte. Wir sehen dass einen chilenischer Bergmann aus der Kapsel steigt, wir brauchen keinen Reporter, der sagt “er steigt jetzt aus der Kapsel”. Und man muss uns auch nicht 300 Mal erklaeren, was es mit der Kapsel auf sich hat, nur weil noch Sendezeit uebrig ist und die Schalte teuer ist.
Es reicht uns entweder die Fakten zu geben ueber die wichtigen Ereignisse, oder Meinungen, Hintergruende und Neues.
Viele Journalistenkollegen hier in Asien tun sich schwer, Geschichten zu verkaufen, die abseits der Klischees und des Mainstream sind. ein kleines Beispiel: Wann immer ueber Kambodscha berichtet wird, wird vom Trauma gesprochen, das die Kambodschaner haben. Das mag in den 80ern so gewesen sein. Nur ist die Generation der 30jaehrigen heute nach dem Schreckensregime der Khmer Rouge geboren. Und stellt 60 Prozent der Bevoelkerung. Die meisten Kambodschaner haben das Thema nicht einmal in der Schule behandelt.
Liest man solche Geschichten in Deutschland? Ich glaube schon, wenn Medien den Mut haetten eben mal abseits des Mainstreams zu berichten.
Zurueck zum neuen Schreiben: Wenn die Tablet-PCs wirklich durchschlagen, und ich glaube dran, dann werden wir neuen Lesespass erfahren (und damit Lesestuecke auch dankbar annehmen), aber wir werden wenn es um Ueberblicke geht, was in der Welt los ist, die Wuerze in der Kuerze suchen. Video, Diashow (NICHT Klickstrecke), Audio, Text – ist die neue Reihenfolge, wenn es um Nachrichten geht. Mein Rat an Redaktionen: Gebt den Reportern endlich Kameras in die Hand, nicht nur der Multimedia-Volontaerin.
Uebrigens schade, dass man das bei der Welt noch immer ncht beherzigt. Video ist immer noch eine Randerscheinung und trotz der guten Arbeit der Springer-Akademie nicht online fest verankert. (Disclosure: Ich habe 2006/2007 den Bereich Video und Audio bei Welt Onlone mit aufgebaut).

Ein kurzes faktenreiches Stueck ist besser als eines, dass nach klassischen Kriterien geschrieben sein mag, aber online keine Sau interessiert. Artikel der agenturen zum Beispiel sind fuer Print, nicht notwendigerweise fuer Online. Ich mag es wie CNN das bisweilen aufbereitet.
Ich habe willkuerlich bei Welt eine Geschichte rausgepickt (nicht dass sie schlecht ist, es ist einfach nur ein Beispiel)

An einem Bach in Niedersachsen sind am Sonntag die Leichen zweier Jugendlicher gefunden worden. Bei den Toten handle es sich um einen 13 Jahre alten Jungen und ein Mädchen im Alter von 14 Jahren, sagte ein Polizeisprecher. Beide seien Opfer eines Kapitalverbrechens geworden. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht. Man stehe erst am Anfang der Ermittlungen. Die Spurensicherung in der Nähe von Bodenfelde im Landkreis Northeim und die Suche nach dem Täter hätten jetzt Vorrang. Die Staatsanwaltschaft werde sich erst am Montag auf einer Pressekonferenz Uhr in Northeim zu dem Fall äußern.

Ich denke es reicht voellig, das kurz zu bringen:
– 2 Tote Jugendliche in Bach bei Bodenfelde (Landkreis Northeim) gefunden
– 13 Jahre alter Junge und 14 Jahre altes Madechen
– Kripo geht von Gewaltverbrechen aus
– Story wird staendig aktualisiert, wenn wir neue Nachrichten haben

Das reicht. Man muss nicht unbedingt sagen dass man nicht mehr weiss oder was der Sprecher sagt. Besser ist es die Geschichte abzudaten. Und ob ein Kamermann der irgendwo im Wald filmt, ein aussagekreaftiges Bild ist, sei dahin gestellt.

Ich denke, man muss online viel mehr out-of-the box denken als das bisher gemacht wurde.

Sex-Tourismus und Kinderprostitution in Südostasien

Bar in Phnom Penh
Das Foto zeigt eine Bar in Phnom Penh, in der zwar Beergirls versuchen, mehr Getränke zu verkaufen und den Besucher zu unterhalten, aber mehr auch nicht.

Ich wollte diesen Artikel schon lange schreiben. Er passt mal wieder nicht ins Bild, das vor allem in Europa über AsienSüdostasien herrscht. Diesmal geht es um Sextourismus und Kindersex. Darüber haben sich mittlerweile Legenden gebildet, die so falsch sind wie unauslöschbar scheinen.

Zunächst einmal zum Thema Sextourismus: Natürlich gibt es Sextourismus und natürlich ist das auch ein Grund für manche, nach Südost-Asien zu reisen. So wie Hotels und Essen billig ist, ist auch der Sex (wobei das Preisniveau durchaus höher liegt als erwartet, so man nicht die letzte Kaschemme benutzt. Das aber machen die meisten Touristen nicht. Sie gehen in die Hai Ba Trung in Saigon oder in die Soi Cowboy oder Pat Phong in Bangkok oder in die Seitenstraßen der Riverside in Phnom Penh. Das alles sind bekannte Rotlichtbezirke. Die meisten Bars hier sind seit langem im Geschäft. Sie können es sich gar nicht erlauben, “schlechte Qualität” zu bieten. Sex kostet so um die 70 Dollar die Stunde in Vietnam und Bangkok, in Kamboscha ist es billiger. Die meisten Mädchen (in der Regel sind es Mädchen unter 30, aber in der Regel sind sie auch über 18 Jahre alt) arbeiten sicher nicht, weil es ihr Traumjob ist. Sie wurden meist mit Versprechungen aus den Provinzen in die große Stadt gelockt und finden sich dann in einer Bar wieder. Aber, das ist auch eine Realität: Die meisten könnten durchaus zurückkehren. Was sie hält, ist gutes Geld für sie und ihre Familie und der Wunsch, einen Ausländer kennzulernen und zu heiraten. wohlgemerkt, ich rede von den sichtbaren Mainstream Bars. Etwas anderes ist die Situation in den Massage-Salons, Karaoke Bars und anderen Etablissiments abseits der bekannten Viertel. Hier verliert sich kaum ein westlicher Ausländer hin. Sie sind meist in der Hand von Asiaten, und zwar gleichermaßen was Besitzer und Kunden betrifft. Das sind Orte, in denen ein Westler vielleicht Sex für weniger Geld bekommt, aber auch einem höheren Risiko ausgesetzt ist, beraubt, betäubt oder gar umgebracht zu werden (es gab gerade Berichte aus Vietnam, wo im Backpackerviertel drei Ausländer an einer Überdosis KO-Tropfen gestorben sind). Also: Der gemeine Sextourist geht in die klassischen Rotlichbezirke, wie sie überall auf der Welt zu finden sind. Auch in New York oder Berlin arbeiten keine Akademiker in Puffs und Bars. Man mag Prostitution mögen oder nicht, aber ihre Existenz überalll auf der Welt ist unbestreitbar.

Was nun hat Sextourismus mit Kindersex (oder besser Sex mit Kindern) zu tun? Gar nichts. zumindest nicht wenn wir über westliche Touristen reden. Ich will das begründen: Natürlich gibt es Pädophile aus Europa, Australien und Amerika, die nach Asien fahren, um dort Sex zu haben. Auch mit Kindern. Aber es gibt auch Westler, die nach Asien fahren um Drogen zu nehmen (weitaus mehr übrigens). Oder andere Straftaten zu begehen. Die Frage ist, wieviele sind das?
Nehmen wir Kambodscha: Aus deutschsprachigen Ländern kommen etwa 8000 Touristen im Jahr. Jetzt weiß ich aus Gesprächen mit den großen Reiseveranstaltern, dass es etwa 100.000 westliche Touristen insgesamt sind. UPDATE: ICh lese gerade in einem Kommentar im Law Blog (warum kommentieren die Leute dort meinen Artikel???) das es 80.000 Toursiten aus deutschsprachigen Ländern sind und aus Europa 500.000 Touristen pro Jahr). Kambodscha verzeichnet aber 2.5 Millionen Touristen pro Jahr. Woher kommen die? Vor allem aus Vietnam. Dann aus Thailand, Korea, Laos, China und Japan. Der Anteil westlicher Touristen ist verschwindend sehr gering, was die Zahl betrifft (etwas anders sieht es beim Profit aus, nur darum geht es hier nicht.)
Geht man weiter davon aus, dass ein großer Teil der Touristen entweder organisierte Gruppenreisen macht oder als Backpacker unterwegs ist (nicht gerade das klassische Pädophilenmilieu), dann bleiben ein paar Hundert oder vielleich tausend pro Jahr über, die individuell reisen. Das sind dann solche die ihre Familie besuchen (wie meine Mutter), Renter die auf eigene Faust und Rechnung Kulturreisen machen, Journalisten die meist kein Businessvisum beantragen etc. Sicher sind auch Businessreisende auf der Suche nach Sex, wahrscheinlich sogar eine Menge, aber das ist eben nicht Sextourismus. Natürlich sind darunter auch Pädophile.

Worum es mit geht ist eine Größenordnung und der Kampf gegen ein Klischee: Dass in Kambodscha europäische Männer über 50 nach Sex mit Kindern suchen. Das ging übrigens so weit, dass Männer in Phnom Penh von NGOs geradezu gejagt wurden, wenn sie der Altersgruppe entsprachen und abend alleine am Fluß spazieren gingen.

Wer also sind die Männer, die nach Sex mit Kindern suchen in Asien? Asiaten. In Kambodscha sind es Kambodschaner, in Laos Laoten, in Vietnam Vietnamesen. Dann kommen Chinesen und Koreaner. Die GTZ schreibt:

“Überwiegend sind Mädchen betroffen. Sie stammen aus armen ländlichen Regionen und urbanen Slums und sind meist zwischen 12 und 17 Jahren alt. Bei sich prostituierenden Jungen handelt es sich oft um Straßenkinder, die selbstorganisiert arbeiten. „Kunden“ sind Kambodschaner, daneben Pädosexuelle aus Thailand, China, Japan und Europa.”

Leider gibt die Statistik keine Aussage über die Zahl der Kunden. In einem Report von World Vision (Traffick report: Cambodia) wird gesagt, dass 38 Prozent der Mädchen und Frauen sagen, sie seien in das Sexbusiness gekommen weil ihre Jungfräulichkeit verkauft wurde. 30 Prozent von befragten Prostituierten in Phnom Penh sagten in der Behavioral Surveillance Survey, der erste Sex seit mit einem Kunden gewesen. 66,8 Prozent hatten ihre Jungfräulichkeit vorher verloren, mit Ehemann oder Freund.

In Kambodscha gibt es eine kleine NGO, die sich um die Opfer von Menschenhandel kümmert, namens End Child Prostitution, Abuse and Trafficking in Cambodia. Direktor Chin Chanveasna ist einer der wenigen, der die Wahrheit auszusprechen wagt. “Die große Mehrheit der Kunden sind Kambodschaner”, sagte er der Phnom Penh PostIm Wortlaut sagte er weiter: “A report detailing the findings of the study states that paedophiles “tend to be Cambodians, rather than foreigners, contrary to the usually held assumption that paedophilia is a Western problem and that Cambodians are not engaged in such activities.. local demand for commercial sex with children was often overlooked, as NGOs and other stakeholders focused on foreigners.”

Und genau das ist das Problem: NGOs kümmern sich einen Scheißdreck um die Lösung des Problems. Das nämlich liegt in der Nachfrageseite, nicht in der Angebotsseite. So löblich alle Bemühungen gegen Menschenhandel sind, solange Millionen Asiaten nach Sex mit Kindern nachfragen, wird dieser Markt bestehen bleiben. Ich habe KEINE Kampagnen auf Koreanisch gesehen, die vor Kindersex warnen, und habe nie gelesen, dass ein Chinese verhaftet wurde (Japaner dagegen schon). Wobei 750 Verhaftungen wegen Kindersex in Kambodscha lächerlich sind.

Wer wirklich etwas tun will gegen Sex mit Kindern in Kambodscha, muss die dortige Regierung zwingen, aktiv zu werden. Es gibt genügend Reports über Menschenhandel, es braucht nicht noch eine NGO die 30.000 Dollar für eine neue Studie ausgibt. Mittlerweile fragen Prostituierte schon nach Geld, wenn sie an einer Studie teilnehmen sollen, so oft werden sie gefragt. Dumm nur, dass sie trotzdem Prostituierte bleiben. Die Lage ist in allen südostasiatischen Ländern gleich, die Nachfrage nach Kindern für Sex ist zum großen Teil aus dem eigenen Land oder Nachbarländern. Wer demnächst UNICEF oder World Vision oder Care spenden will, sollte vorher mal fragen, wieviele Propekte in Landessprache oder auf Koranisch verteilt werden, und wieviel Geld man der Regierung schon gegeben hat, damit man in dem Land arbeiten darf. Das Vertrackte ist nämlich, dass NGOs Beamte bestechen müssen, um überhaupt Informationen zu bekommen. Und genau diese Beamten sind es, die kräftig mitmischen im geschäft von Sex und Kindern.

UPDATE:
Hier noch ein BBC Video über Prostitution in Sihanoukville. Es zeigt genau das Problem westlicher Sichtweise: Die gute Frau ist erschüttert über Prostitution an sich. Sie ist in einer Gegend unterwegs, in der in der Tat die meisten Frauen gegen ihren Willen arbeiten, aber eine Asiatin für minderjährig zu halten, weil sie keine entwickleten Brüste hat, ist doch etwas naiv. Naja, und der rest.. man sehe selber…..

Und hier ein weiteres beeindruckendes Video zur Problematik des Menschenhandels und Kinderprostitution

Sich selbst organisieren – mit Tomaten

Ich habe jetzt schon zwei Mal von der Pomodoro-Technik gehört und probiere deshalb einmal aus. Es handelt sich dabei um eine Getting-Things-Done-Methode. Man arbeitet 25 Minuten konzentriert an einem Task, dann hat man 5 Minuten Pause. Nach vier Pomodors macht man 15 bis 30 Muniten Pause. Der Name kommt von einem Küchenwecker in Tomatenform.
Bislang war ich recht gut bedient mit Remember The Milk, einer Taskliste, die ich in meine Gmail integriert habe, aber auch auf iPhone und iPad. Das Problem dabei ist: Sie sagt mir was ich tun muss, aber nicht wie.
Pomodoro ist die ideale Ergänzung: Ich prioritisiere meine Tasks und arbeite sie einen nach dem anderen ab. Pomodoro bedeutet auch, nur das zu tun. Ablenkungen sind nicht erlaubt. Wer ein Telefongespräch annimmt, startet den 25 Rythmus danach neu.
Genau hier liegt das Problem. Der Arbeitsalltag lässt es nicht zu, nicht abgelenkt zu werden. Je nach Job kommen immer wieder andere ins Zimmer oder rufen an. Was man in diesem Fall machen sollte: So viele Pomodors wie möglich abarbeiten. Manchmal kann man einfach zurückrufen. Man kann der Sekretärin sagen, sie soll die Vorlagemappe nur zur vollen Stunde bringen. Es geht dabei um Organisation und Disziplin.
Pmodoro ist kostenlos, es gibt ein Gratis Ebook auf englisch und auch Vorlagen für To-Do-Listen. Ich verwende als Küchenwecker eine iPad-App, die sogar tickt und mit der ich Tasklisten erstellen kann. Fürs erste reicht mir das, später werde ich wohl eine andere App brauchen, die mir mehr Möglichkeiten gibt (unter anderem einzutragen, wieviele Pomodors ich für einen Task brauchte oder brauchen werde).

Fotos aus Laos – mein Leben

Ich habe mal ein paar Bilder auf Flickr hochgeladen um ein wenig aus dem Leben in Laos zu berichten. Viele Dinge die für uns selbstverständlich sind werde wohl in Deutschland Kopfschütteln oder gar blankes Entsetzen hervorrufen. Die Texte sind in Englisch, weil ich diese Bilder auch auf anderen Blogs verwende, aber ich denke man kann sie gut verstehen.

Frankfurter Rundschau iPad-App: Erste Sahne

Hut ab vor dem was die Frankfurter Rundschau da aufs iPad gezaubert hat. Zum einen ist ein Pries von 79 Cent genau richtig. Es ist für mich kein Problem, pro Ausgabe diesen Preis zu bezahlen. Ich rechne nicht nach ob mich ein Monatsabo billiger käme, weil ich vielleicht nicht jeden Tag Zeit habe die FR zu lesen. Das also ist schon mal gelungen.

Ebenso gelungen ist der Inhalt und die Aufbereitung. Lesegeschichten, einfaches Vergrößern der Schrift ohne dass das Layout zerstört wird. Bilder groß und punktgenau dort untergebracht wo sie hingehören. Lieber ein großes Bild als mehrere kleine. Ausnahme sind die Bilder des Tages, ein Hingucker. Video? Fehlanzeige, dafür eine Slideshow. Kann man machen, auch wenn mir die Sprecherin nicht gefällt, die hat schon wieder diesen Erklärbar-Öffentlich-Rechtlichen-Tion drauf. Können die nicht mal entspannter reden? Ich habe an anderer Stelle, nämlich bei Kooptech schon geschrieben, dass weniger mehr ist bei Apps. Die Rundschau hält sich angenehm zurück mit technischen Spielereien, und das ist genau der richtige Weg. Ich glaube, nur die versammelten Medienblogger und -Kolumnisten wollen möglichst viele Features, der Leser will Inhalte. Und die bietet die Rundschau-App, übrigens auch mit der integrierten Onlinenachrichten-Seite.

Ich habe ein Elektromoped




Ebike

Originally uploaded by thomaswanhoff

Es hat lange gedauert, bis ich endlich eines gefunden habe, aber der Zufall wollte es dass jemand seines verkaufen wollte. Das gute Stück ist vom Design her eine nette Fälschung der Mio Fino von Yamaha, was mir recht ist, weil ich die Fino schon in Kambodscha und Vietnam hatte und so zumindest dem Design treu bleibe.
Ich lade gerade die Batterie auf, man sagte mir, sie hält ein Jahr. Keine Ahnung wie weit ich damit komme, ich werde es mal per GPS Tracking aufzeichnen, aber dso 25 Kilometer sollte es reichen. Am besten ist wohl die Batterie über nacht aufzuladen.

Warum ein Ebike? Weil ich hier in Laos zu 90 Prozent Strom aus Wasserkraft habe und somit meinen CO2-Verbrauch wesentlich reduzieren kann. Meinen R4 benutze ich einmal in der Woche, mein Fahrrad häufiger.

Ich denke es ist schön dass man viel redet über die Umwelt, aber selbst was tun fällt den meisten dann doch schwer. Ich verzichte tagsüber so weit es geht auf eine Klimaanlage, nur nachts gönnen wir uns die im Schlafzimmer bei 27 Grad. Ich habe mal versucht auszurechnen was wir da an CO2 verbrauchen, bin aber nicht wirklich auf einen Wert gekommen. Wer da mehr weiß, gerne einen Kommentar schreiben.

Man kann nie genug wissen

Das hat glaube ich meine Mutter immer gesagt. Und in Zeiten, in denen die Veroeffentlichung von Orginaldaten wie die Loveparade-Videos oder die Wikileaks-Dokumente so heftig diskutiert wird, erinnere ich mich gerade wieder daran.

Ich gebe gleich in Interview auf Dradio Wissen, da geht es um Medien in Asien. Der freie Austausch von Informationen ist hier nicht gerade eine Tradition, es geht eher nach dem Motto “Wissen ist Macht”. Und genau das hindert viele, sich weiterzuentwickeln.

Ich habe in meiner PR-Zeit eines gelernt: Untermehmen muessen verstehen, dass Informationen fliessen muessen und nicht herumliegen. Wir haben Krisen-PR gemacht, und alle Beispiele wie man es nicht machen soll zeigen eines: Der Informationsfluss funktionierte nicht.

“Es kommt eh alles raus”, ist auch eine Art Sprichwort, dass die Konsequenzen gut belegt. Wer Informationen nicht oeffentlich machen will, hat in der Regel Angst dass etwas zutage kommt, was er oder sie nicht gerne jedermann wissen lassen moechte. Leider wird das aber zu gerne verdeckt mit Argumenten wie Sicherheitsbedenken.

Ich glaube die Oeffentlichkeit kann heute genauso gut wie ein Untersuchungsausschuss und ein Zeitungsredaktuer ein Originaldokument beurteilen. Wir brauchen keine Gatekeeper mehr. Erklaerer, Erlaeuterer ja, aber niemanden der zu unserem Besten Informationen zurueckhaelt.

Ilse Aigner und die Postkarten

Wenn die Herstellung von Postkarten erlaubt ist, weil der öffentliche Raum Gemeingut ist, dann trifft das auch auf Google Streetview zu. Wer das ändern will, ändert damit auch das Recht für Postkarten. Und: Selbst der Innenminister sieht kein Persönlichkeitsrecht für Gebäude.
Warum geifert also Zensur-Ilse Aigner dann noch rum? Die Rechtslage ist klar und gut. Ich fürchte, der Frau geht es nicht um Recht und Unrecht oder was gut für Verbraucher ist und das nicht, sondern um Profilierung. sie scheint zu denen zu gehören, die kaum leben können ohne jeden Tag in der Zeitung erwähnt zu sein. Gleich welchen Unsinn sie verbreiten.

Sicherheitskonzepte bei Grossveranstaltungen

Ich habe 15 Jahre lang ein Rockfestival organisiert, mit bis zu 5000 Menschen. Das mag wenig klingen, ist es aber nicht, wenn es auf einer Burg stattfindet, und man durch Tunnel muss, um aufs Festivalgelaende zu gelangen.
Wir hatten im Vorfeld immer mit den Rettungsbehoerden nur ein Szenario durchgespielt, naemlich den Worst Case. Alle wollen zur gleich Zeit weg. Wir hatten dafuer zwei Tunnel zur Verfuegung. Die haben wir sorgfaeltig gemessen und simuliert, wieviele Menschen gleichzeitig durchkoennen. Das, und nur das limitierte die maximale Zuschauerzahl.
Man wird nicht ueberracht von zuvielen Zuschauern, wenn man ordentlich plant.
Man stellt auch keine Zaeune auf, die das ganze noch schlimmer machen. Im Gegenteil, man braucht immer weiter Flaechen. Zuschauer finden ihren Pfad wenn sie zum Gelaende kommen, wenn es aber eine Panik gibt wollen sie nachs rechts und links. Da entstehen die Probleme, nicht in der Mitte.

Das ist 1×1 fuer Veranstaltungen. Ich frage mich ob es Profitgier war, Ahnungslosigkeit oder Inkompetenz, die in Duisburg herrschten. Herr Schaller gehoert in U-Haft, und der OB sollte schleunigst zuruecktreten. Leider kann man Politiker strafrechtlich ohnehin kaum belangen (und mir kann keiner erzaehlen dass ein OB sich nicht fuer das Sicherheitskonzept interessiert bei so einer Veranstaltung).

Welt macht sich mal wieder die Welt so wie es ihr gefällt

Lese ich eben in der Welt

Eine Masseurin aus Portland behauptet in eindeutigen Worten, von Al Gore sexuell belästigt worden zu sein. Die Polizei ermittelt.

Zum einen ist diese Nachricht schon drei Tage alt. Zum andern hat Huffington Post ein langes Stück geschrieben. Und dem kann man entnehmen, das die Polizei ermittelt HAT. 2006 nämlich als der Vorfall geschah. Das angeblich Opfer weigerte sich auszusagen und so wurde die Sache eingestellt. Der Fall wurde jetzt noch einmal geöffnet, weil die Polizeibeamten von damals erklären sollen, warum sie den Fall eingestellt haben.

Aber das ist halt nicht so dramatisch.

Ja ich weiss der Artikel relativiert dann einiges, aber erstens muss man dann nicht so reisserisch aufmachen und nur das in den Feed stellen und zweitens ist der Artikel selbst auch nicht viel besserr.

Brauchen wir einen McDonalds in Laos?

In wenigen Tagen wird hier in Vientiane der erste KFC aufmachen. Vor wenigen Monaten öffneten Pizza Company und Swensons, und es gibt Gerüchte das McDonalds auch schon in den Startlöchern steht. In der Vientiane Times war heute die Frage gestellt, ob man die Dominanz der westlichen Fast Food Ketten fürchten muss. Zum einen wurden lokale Restaurants befragt, zum anderen – sehr clever – mal gegenüber gestellt, was man da zu essen bekommt.
Ein Zinger Burger (KFC) hat demnach 23,1 gr Fett, während der lokale Sticky Rice gerade mal 1gr Fett hat und Papaya Salat bis zu 8 gr Fett.
In Vietnam gibt es einige KFC, aber es ist nicht so dass sie die lokalen REstaurants verdrängt haben. Zum einen ist das eine Frage des Geldes. Ein Burger kostet etwa 22.000 Kiep, das ist knapp über einem Euro. Klingt wenig, aber ein lokales Essen (Hähnchenspiesse) bekommt man für etwa 18.000 Kiep.
Wegen der Kolonalgeschichte haben sich in Laos schon immer ausländische Restaurants etabliert, in den vergangenen Jahre vor allem um die Mitarbeiter der Entwicklungshilfeorganisationen zu versorgen (übrigens hat die Deutsche Welthngerhilfe den englischen Namen “German Agro Action”).
Ein McDonalds oder KFC wird – wie jetzt schon die Pizza Company – ab und an die junge Mittelschicht der Stadtbevölkerung anziehen. Die werden es cool finden am Wochenende dort abzuhängen. Eine Gefahr für die Ernährung der Jugend besteht da nicht zwangsläufig. Das sind gesüßte Milch, Cola und andere Snacks viel gefährlicher – und längst in den Vorratsschränken der Bevölkerung angeommen

Humna Ressources Lao style

(KPL) The Star Telecom Company’s Unitel Communications Network will provide job opportunities to 300 Lao people. The children of Lao national heroes and families who have devoted to the revolutionary movement countrywide will be awarded special consideration and will be able to work with company’s branches in their own localities.

so läuft das hier….

Barcamp Mekong




Barcamp Mekong

Originally uploaded by preetamrai

Ich habe auf dem Barcamp Mekong das iPad vorgestellt und darüber gesprochen, welche Anwendungen für Pads in Tablets in Vietnam eine Zukunft haben könnte, Das Bild hat Preetam Rai gemacht, der Mr. Barcamp Südoastasiens. Keine Ahnung was ich da gerade gemacht habe 🙂

Stefan Niggemeier ist ein Störenfried – und das ist gut so

Ich muss immer mal auf den Hintergrund hinwiesen, vor dem ich Beiträge wie diesen schreibe. Ich lebe seit 3 Jahren in Asien, erst in Kambodscha, dann in Vietnam. Beides Länder, in denen es KEINE Pressefreiheit gibt. Länder, für die man ins Gefängnis kommt, wenn man die Regierung kritisiert. Und einher mit der Pressefreiheit geht auch die Meinungsfreiheit. Die ist eine hohes Gut, denn sie macht den Bürger frei vom Staat. Nicht so in Asien.

Und bald wohl auch nicht mehr in Deutschland. Stefan Niggemeier scheint mir einer der wenigen zu sein, die noch die Fahne der Meinungsfreiheit hochhalten – und nutzt seine Popularität soweit aus wie möglich (was gut ist). Nur findet er wohl kaum Gehör bei denen, die es eigentlich interessieren müsste. Die mächtigen der Medienbranche, von Springer bis Burda, haben ebenso mächtige Rechtsabteilungen, die die eigentliche Arbeit der PR-Abteilung übernommen haben. Wer Kritik übt, kriegt eins drauf. Wo in Vietnam die Polizei kommt, rückt man in Deutschland mit einer Abmahnung an. Das Ziel ist das Gleiche: Den Kritiker mundtot machen.

Ganz vorne dabei beim mundtot machen war immer die Katholische Kirche. Etwas unter der Decke halten ist nicht nur ein passendes Wortspiel, sondern Strategie in dieser Institution. Jetzt geht man wieder einmal gegen Kritiker vor, diesmal im Zuge des widerwärtigen Missbrauchsskandals, den man so gerne doch unter den Teppich gekehrt hätte.

Ich mag mir gar nicht die Mühe machen hier zu recherchieren, wie oft im Einzelnen die Kirche sich Schweigen erkauft hat, mit Repressalien arbeitete, Erpressung gar. Es gibt nichts verlogeneres als die Institution Katholische Kirche. Aber das ist ihr Problem und ihrer Mitglieder (die wenigen die sie noch hat). Mein Problem wird es, wenn sie in die Freiheit eingreift.

Ich mag auch gar nicht juristishe Spitzfindigkeiten diskutieren, auf die sich jene gerne berufen, die die Freiheit mit Abmahnungen untergraben. Das ist die gleiche Masche mit der sich Neonazis Genehmigungen für Demos holen: Man nutzt den Rechtsstaat aus für seine eigenen, profitgeilen Zwecke.

Bevor wieder einige sagen dieser Beitrag sei unjournalistisch: Ja, ist er. Soll er sein und muss er sein. Ich schreie nur meine Wut raus. Ich warte auf Kommentare, wie man das Abmahnproblem lösen kann. Und keine, dass ich doch bitte auch das Maul halten soll.