define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":130,"date":"2006-02-15T09:14:09","date_gmt":"2006-02-15T08:14:09","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=130"},"modified":"2006-05-31T13:25:50","modified_gmt":"2006-05-31T12:25:50","slug":"warum-print-eine-chance-hat-das-tagliche-info-event","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=130","title":{"rendered":"Warum Print eine Chance hat: Das t\u00c3\u00a4gliche Info-Event"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich, so zeigen es die <a href=\"http:\/\/www.kek-online.de\/Inhalte\/tageszeitungen.html\">Marktdaten<\/a>, geht die Schere immer weiter auf. Die <a href=\"http:\/\/www.wuv.de\/news\/medien\/meldungen\/2006\/01\/22571\/index.php\">Printauflagen sinken und sinken<\/a> und gleichzeitig holen sich immer mehr Menschen ihre Informationen kostenlos aus dem Internet. Manche Zeitung <a href=\"http:\/\/hemartin.blogspot.com\/2006\/01\/epaper-zeitungen-jahresvergleich-2004.html\">reagiert mit E-Paper<\/a> und verbrennt dort noch mehr Geld.  Ursachenforschung w\u00c3\u00a4re mal angebacht, statt sich die Lage<a href=\"http:\/\/www.bdzv.de\/pressemitteilungen+M5649962ea2f.html\"> sch\u00c3\u00b6nzureden<\/a>.<\/p>\n<p>Dann n\u00c3\u00a4mlich w\u00c3\u00bcrde man zum Beispiel sehen, warum E-Paper nichts bringt: Weil es sperrig ist, weil es eine Verschlecherung gegen\u00c3\u00bcber der &#8220;mobilen&#8221; Zeitung darstellt.  Und weil es meist genauso teuer ist wie die gedruckte Ausgabe.<\/p>\n<p>Aber die Gr\u00c3\u00bcnde liegen noch tiefer: Zeitungen versuchen immer g\u00c3\u00bcnstiger zu produzieren, die Agenturh\u00c3\u00b6rigkeit ist der Agenturhoheit gewichen. Immer weniger Journalisten schreiben immer weniger eigene Geschichten. Der gemeine Leser bekommt in jeder Zeitung das Gleiche vorgesetzt &#8211; das Lokale mal ausgenommen.<\/p>\n<p>Information fr\u00c3\u00bcher war: Die Tagesschau gibt um 20 Uhr einen \u00c3\u0153berblick \u00c3\u00bcbers wichtige Geschehen, den Rest erledigt die Zeitung am n\u00c3\u00a4chsten Tag. Informationsarbeit geschah demnach um 20 Uhr abends und irgendwo zwischen 6 und 9 Uhr morgens. <\/p>\n<p>Information heute ist: Im Bad h\u00c3\u00b6ren wir die aktuellen Nachrichten im Radio, manchmal sehen wir auch schon Fr\u00c3\u00bchst\u00c3\u00bccksfernsehen. In der Bahn lesen wir die Zeitung &#8211; oft schon die, die wir auch f\u00c3\u00bcr unseren Job als Informationsquelle bauchn, also Special interest. Manche h\u00c3\u00b6ren bereits Podcasts oder schauen sich einen Videofilm an. Im B\u00c3\u00bcro haben wir Internetanschluss und versorgen uns tags\u00c3\u00bcber mit SpOn und anderen.  Themen, die uns besonders interessieren, haben wir als Googlealert oder RSS-Feed &#8211; oder der Kollegen schickt mir einen Link. Am Abend analysieren wir gemeinsam mit Sabine Christiansen und anderen die politische Lage.<\/p>\n<p>Sag mir bitte einer, wof\u00c3\u00bcr ich das klassische erste Buch einer Tageszeitung mit Agenturberichten vom Vortag brauche?<\/p>\n<p>New Yorker-Schreiber Ken Auletta, der neulich <a href=\"http:\/\/ipressroom.com\/pr\/corporate\/info\/Podcast-Center.asp\">im Interview mit Eric Schwartzman<\/a> von ontherecord.com zur Zukunft befragt wurde, sagte einen wahren Satz: Noch immer haben die Printleute es nicht geschafft, ein Businessmodell f\u00c3\u00bcr ihre Internetaktivit\u00c3\u00a4ten zu finden.<\/p>\n<p>Die Zukunft von Print liegt in Print &#8211; aber auch im Internet. <\/p>\n<p>Ein paar Thesen:<br \/>\nPrint sollte wesentlich mehr eigenen Content liefern<br \/>\nPrint sollte weniger Agenturen verwenden<br \/>\nPrint braucht mehr und bessere Bilder<br \/>\nPrint muss lokaler sein<br \/>\nViele kleine Leserzielgruppen machen am Ende eine gro\u00c3\u0178e Leserschaft<br \/>\nPrint muss versuchen, die Informationshoheit wiederzuerlangen &#8211; und zwar gegen Geld<\/p>\n<p>Hauptthese: Infos gibt es im Internet nur noch gegen Kohle: Daf\u00c3\u00bcr aber muss man endlich auf der gesamten Klaviatur des Internets spielen. Wer ein E-Abo hat, bekommt nicht eine PDF-Zip-Datei als E-Paper, sondern eine elektronische Zeitung. Er w\u00c3\u00a4hlt zwischen Kurznachrichten f\u00c3\u00bcrs mobile Device, einer Langtextfassung, einer interaktiven Fassung mit Anbindung an Weblog und Mediendatenbank. Reporter der Tageszeitung bringen von ihren Terminen Fotogalerien mit, Audiomitschnitte undVideos. Videos k\u00c3\u00b6nnen auf der Webseite angeschaut werden und gegen Geld werden sie auch zweitverwertet und als Download angeboten. Daf\u00c3\u00bcr ist die Verwendung von >Zeitungs-Texten auf eigenen Homepages und Blogs frei &#8211; solange Autor und Quelle angegeben werden. Der Kommentar weicht dem Blog, das der Chefredakteur und die Redaktionsleiter verfassen &#8211; und so auch ins Print wandert.<\/p>\n<p>Konsumenten sind nicht dumm. Sie wollen sich mehr denn je mit Produkten und Produktwelten identifizieren. Die Zeitung war dereinst deshalb erfolgreich, weil sie a) Informationshoheit hatte und b) eine hohe Glaubw\u00c3\u00bcrdigkeit. a) ist so gut wie weg und b) schwindet auch, weil ja andere auch Informationen liefern, die richtig sind &#8211; und umsonst.<\/p>\n<p>Also muss Print versuchen, endlich wieder den Leser zu entdecken, ihn ernst zu nehmen,  Stellung zu nehmen und mit dem Leser in Diskurs zu kommen, ihn einzubinden in die Informationsverarbeitung. Wenn man so will muss die Tageszeitung eine Art &#8220;Informations-Event&#8221; werden, ein Handelsplatz f\u00c3\u00bcr Informationen, auf dem die Informationen ausgetauscht, aufgewertet und weitergegeben werden &#8211; und zwar jeweils dem Medium entsprechend. Wahlergebnisse gibt es in Echtzeit im Internet, Kurzmeldungen per SMS und E-Mail, erste Analysen schon um Mitternacht. In der Zeitung dann die spannenden Interviews, hartn\u00c3\u00a4ckig nachgefragt statt &#8220;Gl\u00c3\u00bcckwunsch zum Wahlsieg Herr Minister&#8221;. Fotos, die nicht nur die strahlenden Sieger als Chronistenpflicht zeigen, sondern Bilderserien vom Wahlabend, die dem Begriff Fotojournalismus gerecht werden.<\/p>\n<p>Dann hat Print auch eine Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich, so zeigen es die Marktdaten, geht die Schere immer weiter auf. Die Printauflagen sinken und sinken und gleichzeitig holen sich immer mehr Menschen ihre Informationen kostenlos aus dem Internet. Manche Zeitung reagiert mit E-Paper und verbrennt dort noch mehr Geld. Ursachenforschung w\u00c3\u00a4re mal angebacht, statt sich die Lage sch\u00c3\u00b6nzureden. 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