define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":1327,"date":"2008-06-09T14:04:04","date_gmt":"2008-06-09T13:04:04","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=1327"},"modified":"2008-06-09T14:04:04","modified_gmt":"2008-06-09T13:04:04","slug":"wie-die-taz-lieber-schriftstellert-statt-bei-den-fakten-zu-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=1327","title":{"rendered":"Wie die taz  lieber schriftstellert statt bei den Fakten zu bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Ja, liebe TAZ, da ist dann woohl der Schriftsteller mit Euch durchgegangen, der muss es mit Fakten ja nicht so genau nehmen. <\/p>\n<blockquote><p><a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&#038;dig=2008%2F06%2F07%2Fa0193&#038;cHash=c483f5235c\">Die Backpacker an der Buddha-Bar<\/a><br \/>\nDas Begehr des Rucksacktouristen ist das Abh\u00c3\u00a4ngen, sein erkl\u00c3\u00a4rtes Ziel lautet: sparen DAS SCHLAGLOCH von ILIJA TROJANOW<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es geht um Backpacker und ihre Reise von Siem Reap nach Phnom Penh per Boot.<\/p>\n<p>Trojanow war entweder gar nicht auf diesem Boot oder vor vielen Jahren oder hat irgendwie was durcheinandergebracht. Der Artikel strotzt vor sachlichen Fehlern.<\/p>\n<blockquote><p>T\u00c3\u00a4glich verkehrt ein Schiff zwischen Siem Riep, dem touristischen Einfallstor zu den Angkor-Wat-Ruinen, und Phnom Penh, vormals eine Hauptstadt des Massenmords, heute gesch\u00c3\u00a4tzt wegen seiner Caf\u00c3\u00a9s am Mekong.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Phnom Penh ist mitnichten gesch\u00c3\u00a4tzt wegen seiner Cafes, die \u00c3\u00bcbrigens weniger am Mekong als mehrheitlich am Tonle Sap Fluss liegen (beide flie\u00c3\u0178en in Phnom Penh zusammen), sondern tats\u00c3\u00a4chlich besuchen Touristen und Backpacker auch heute noch Toul Sleng, das Foltergef\u00c3\u00a4ngnis der Roten Khmer und die Killing Fields sowie den K\u00c3\u00b6nigspalast. <\/p>\n<blockquote><p>Es ist ein hochmodernes Schiff, dessen Bug bei voller Geschwindigkeit aus dem Wasser ragt wie der Schnabel eines irre gewordenen Reihers. Nur Touristen k\u00c3\u00b6nnen sich diese rasante Fahrt leisten, die einem die zw\u00c3\u00b6lfst\u00c3\u00bcndige Qual auf den zerfurchten Pisten Kambodschas erspart.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Boote des Mekong Express sind alte malayische Schnellboote, man sitzt unterhalb des Wasserspiegels und man nennt sie deswegen auch Flying Coffins. Die Fahrt dauert sechs Stunden, exakt so lang wie per Bus oder Auto \u00c3\u00bcber die Stra\u00c3\u0178en, die mitnichten voller Schlagl\u00c3\u00b6cher sind.<\/p>\n<blockquote><p>Da jedoch die wohlhabenderen Reisenden nach Siem Riep einfliegen, benutzen ausschlie\u00c3\u0178lich Backpacker das Boot, jene meist jungen Reisenden, die mit viel Zeit und wenig Geld ausgestattet sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Flug einfache Strecke kostet 80 Dollar. Das leisten sich auch viele Backpacker, die haben n\u00c3\u00a4mlich l\u00c3\u00a4ngst den Faktor Zeit erkannt. Das Boot kostet 25 Dollar, der Bus 6 bis 12 Dollar.<\/p>\n<blockquote><p>Leider ist der nat\u00c3\u00bcrliche Kanal f\u00c3\u00bcr Rennboote nicht breit genug, sodass sich jeder Fischer, der nicht rechtzeitig an Land gepaddelt ist, an die Seiten seines Einbaums klammern muss, um nicht \u00c3\u00bcber Bord zu fallen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Einb\u00c3\u00a4ume habe ich nicht gesehen am Tonle Sap See, wohl aber kleine Fischerboote, deren Besitzer den Fahrplan kennen und wissen, wann die Schnellboote kommen.<\/p>\n<blockquote><p>Bewegung kommt erst wieder auf, als das Schiff die Hauptstadt erreicht und sich auf einmal zwei entschlossene Kohorten gegen\u00c3\u00bcberstehen. Die Rikschafahrer, Hotelagenten und Tourf\u00c3\u00bchrer auf der einen Seite, klein gewachsene M\u00c3\u00a4nner mit d\u00c3\u00bcrren Gliedern und einem etwas verzweifelten Gesichtsausdruck, deren Abendessen davon abh\u00c3\u00a4ngt, ob sie einen Fremden als Kunden ergattern werden. <\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt keine Rikschas in Phnom Penh (das sind Gef\u00c3\u00a4hrte die von einem Menschen gezogen werden), sondern Tuktuks, Cyclos oder Motos. Tourf\u00c3\u00bchrer ist eine schlechte \u00c3\u0153bersetzung von Tourguides, gemeint sind Fremdenf\u00c3\u00bchrer. Und das Abendessen h\u00c3\u00a4ngt nicht von einem Kunden ab, auch wenn nat\u00c3\u00bcrlich gerne das Gesch\u00c3\u00a4ft noch mitgenommen wird. Ein Tuktukfahrer verdient etwa 2 Dollar pro Fahrt und hat am Tag zwischen 10 und 20 Dollar. Cyclofahrer sind schlechter dran, Motodubfahrer leben nicht von ihrem Job sondern haben noch hundret andere Nebengesch\u00c3\u00a4fte. Fremdenf\u00c3\u00bchrer haben, wenn Sie eine Lizenz haben, einen Tagessatz von 30 Dollar, ohne Lizenz 20 bis 25 DOllar pro Tag. Im \u00c3\u00bcbrigen gibt es einen Notstand was Guides angeht, die Nachfrage ist gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er als das Angebot. Backpacker hingegen nehmen niemals einen Guide.<\/p>\n<blockquote><p>Sie springen auf die Mole und wischen die vordersten Angreifer zur Seite wie l\u00c3\u00a4stige Moskitos. Man vernimmt erste Ausrufe des Protests: &#8220;Two dollar? You must be crazy. Half a dollar, not more!&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch wenn das Zitat von einem ungenannten Backpacker stammen soll, sei dies angemerkt: Eine normale Fahrt in Phnom Penh per Tuktuk kostet einen Dollar f\u00c3\u00bcr die kurze Strecke, 2 Dollar f\u00c3\u00bcr mehr. Pro Person und bis etwa 21 Uhr. Dann wird meist 1 Dollar Nachtaufschlag verlangt. 50 Cent zahlt man den Motobikefahrern, nur verstehen die kein Englisch, da hilft Fluchen auch nichts (kleine Hilfe f\u00c3\u00bcr Backpacker: rechts abbiegen heisst bot sdam, links bot tchveig und geradeaus dau drong, geschrieben in meiner Lautsprache. Karten kann kein Fahrer lesen).<\/p>\n<blockquote><p>Manch ein Paradies ist ruiniert, weil es unangemessen teuer geworden ist.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Hm, in Kambodscha kostet der Liter Benzin jetzt 1,50 Dollar, vor einem Jahr waren es noch unter einem Dollar. Reis und Fleisch ist um zweistellige Prozents\u00c3\u00a4tze teurer geworden. In der Tat sind die veralteten Preise im Lonely Planet ein Problem &#8211; aber die Kambodschaner wissen das und wissen sich schon zu wehren, wenn einer zu dreist handeln will.<\/p>\n<blockquote><p>Die heutigen Rucksacktouristen hegen selten solchen Ambitionen. Ihnen reicht die in den Traveller-Ghettos servierte gefilterte und gechlorte Fremde v\u00c3\u00b6llig aus.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was ein Unsinn. Die Backpackerviertel sind in der Regel weit weg von den Hotels der Paschaltouristen. In Nepal ist das Tamel, in Phnom Penh die Stra\u00c3\u0178e 278 und am Boeng Kak See. In Bali sind die Touristen in Nusa Dua, die Backpacker eher noch in Kuta. In Saigon sind die schicken Hotels an der Oper, die Backpacker sind an der Phan Ngu Lao. Da Guesthouses in der Regel Einheimischen geh\u00c3\u00b6ren, sind Backpacker in der Tat n\u00c3\u00a4her dran am Leben als die Pauschaltouristen.<\/p>\n<blockquote><p>Backpacker sehen alle gleich aus, je nach Aufenthaltsland geh\u00c3\u00bcllt in einen Sarong, einen Lungi, eine Kurta oder in die bunte Posthippieuniform, die man an Tankstellen der Backpacker-Autobahn wie etwa Goa oder Chiang Mai billig erwerben kann. <\/p><\/blockquote>\n<p>Ja und? Punker sehen aus wie Punker und Hiphoper wie Hiphoper. Wo ist das Problem? Haben Backpacker gesagt, sie wollen nicht so aussehen?<\/p>\n<p>Irgendwie scheint Herr TROJANOW ein Problem mit Backpackern zu haben. Oder wollte er einfach mal ein paar Zeilen exotisches in die taz rotzen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, liebe TAZ, da ist dann woohl der Schriftsteller mit Euch durchgegangen, der muss es mit Fakten ja nicht so genau nehmen. 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