define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":426,"date":"2006-08-14T09:44:33","date_gmt":"2006-08-14T08:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=426"},"modified":"2006-08-14T14:07:40","modified_gmt":"2006-08-14T13:07:40","slug":"ard-und-zdf-abschaffen-oder-warum-keiner-die-eu-fernsehrichtlinie-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=426","title":{"rendered":"ARD und ZDF abschaffen oder: Warum keiner die EU-Fernsehrichtlinie braucht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/data\/2006\/08\/14\/996475.html\">Der Artikel in der Welt<\/a> \u00c3\u00bcber die Ausweitung der <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/Webs\/Breg\/DE\/Bundesregierung\/BeauftragterfuerKulturundMedien\/Medienpolitik\/AktuelleThemen\/EuFernsehrichtlinie\/eu-fernsehrichtlinie.html\">EU-Fernsehrichtlinie <\/a>zeigt es wieder einmal: Die \u00c3\u00b6ffentlich-rechtlichen Anstalten sind nur noch Selbstzweck. Sie klammern sich an jeden Strohhalm, nicht, um gutes Programm zu machen, sondern um an sich bestehen zu bleiben. Jedes Gesetz versuchen sie nach ihren Gunsten zu beeinflussen, fl\u00c3\u00bcchten sich vor einem Wettbewerb um Inhalte unter den Mantel der Regierungen, wie ein ver\u00c3\u00a4ngstigtes Kind.<\/p>\n<p>Jetzt also das Internet, dass die Herren Intendanten ja ohnehin verschlafen haben. Da fangen einfach Leute an, selbst Bewegtbilder zu produzieren. Nicht, dass die B\u00c3\u00bcrokratien der \u00c3\u2013R sich schon mit den Privatsendern herumschlagen mussten (da helfen einem die Herren Politiker ja noch, wenn der Wettbewerb allzu stark wird), nein, jetzt will jeder Fernsehen machen, und zwar \u00c3\u00bcbers Internet. Das geht nat\u00c3\u00bcrlich nicht, wie soll man denn dann die Milliardeneinnahmen f\u00c3\u00bcr Geb\u00c3\u00bchren (und demn\u00c3\u00a4chst ja noch die Technik-Geb\u00c3\u00bchr f\u00c3\u00bcr die Satelliten\u00c3\u00bcbertragung) rechtfertigen?  <\/p>\n<p>Jetzt lesen wir in der Welt: &#8220;Audiovisuelle Mediendienste im Internet konkurrieren mit klassischen Fernsehsendern. Man will deshalb gleiche Spielregeln f\u00c3\u00bcr alle Akteure schaffen.&#8221; Nur, dass diese Regeln eben diese sind, die VOR dem Internet aufgestellt wurden. Da ging es um Technik und Kontrolle der Massen. Hat sich leider erledigt, dieses Argument, denn die Massen k\u00c3\u00b6nnen sogar ihre Inhalte jetzt selbst produzieren.<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend im Internet die Menschen t\u00c3\u00a4glich kreativ sind, neue Dinge schaffen, Menschen zusammenbringen (oder auch mal auseinander), vor allem aber kommunizieren, versucht der Staat mittels seiner Organe (dazu z\u00c3\u00a4hlt im \u00c3\u00bcbrigen auch die Gema, die zwar kein Staatsorgan ist, sich aber ebenso unter einem sch\u00c3\u00bctzenden Gesetzesmantel bewegt) seine Kontrolle durchzusetzen. Und das nicht etwa, wie es sein wollte, um die Menschen vor zuviel Staat zu sch\u00c3\u00bctzen, sondern um sich, den Staat, vor den Menschen zu sch\u00c3\u00bctzen.<\/p>\n<p>Auch die <a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2006\/neue-entwicklungen-beim-wipo-broadcast-treaty\/\">Diskussionen um die Broadcasttreaty <\/a>passen in dieses Bild: <\/p>\n<blockquote><p>Der WIPO Broadcasting Treaty soll Rundfunkunternehmen Rechte an ihren Sendungen geben, die in dieser Form noch nicht vom Urheberrecht abgedeckt sind. Kritiker, zu denen sich k\u00c3\u00bcrzlich auch die UNSECO mit einer Studie gesellte, warnen vor einer mangelnden Ausbalancierung der Rechte der Sender einerseits und des Anspruchs der \u00c3\u2013ffentlichkeit auf den Zugang zu Information andererseits. Auch \u00c3\u0153berschneidungen mit bestehenden urheberrechtlichen Anspr\u00c3\u00bcchen werden bef\u00c3\u00bcrchtet sowie die Vereinnahmung von Inhalten, die unter der weitgehend offenen Creative-Commons-Lizenz stehen: Einmal gesendet, k\u00c3\u00b6nnten sie von den Rundfunkunternehmen ihrem Fundus einverleibt werden, bef\u00c3\u00bcrchten Kritiker.<\/p><\/blockquote>\n<p>Why the hell muss der Staat die Meinungen seiner B\u00c3\u00bcrger kontrollieren? Ich dachte, dieses Modell h\u00c3\u00a4tte seit 1989 ausgedient? <\/p>\n<p>Aber es geht gar nicht nur um die Inhalte. Es geht um M\u00c3\u00a4rkte, und es geht um Geld. <\/p>\n<p>Bei den \u00c3\u00b6ffentlich-rechtlichen Anstalten haben die Politiker Einfluss: da wird brav gesendet, was genehm ist. Der Meinungsmarkt ist unter Kontrolle. Aber auch monet\u00c3\u00a4r rechnet sich das: Statt teurer PR-Etats, die man vor dem Steuerzahler rechtfertigen m\u00c3\u00bcsste,  zahlen \u00c3\u00bcber die Geb\u00c3\u00bchren die Zuschauer selbst die Verlautbarungen (denn, liebe Anstalten, wirklich kritisch seid ihr doch nur auf wenigen Sendepl\u00c3\u00a4tzen). Die gleichen, die das Hohelied der Werbeethik singen sind die, die das Produktplacement quasi erfunden haben. Verlogener geht es nicht.<\/p>\n<p>Das ist wie beim Rauchen oder bei den Wettspielen: Es geht nicht um die Gesundheit oder den Schutz der B\u00c3\u00bcrger vor Wettschulden. es geht um die Kohle. Und deshalb brauchen wir das Internet: Um Menschen eine Stimme zu geben, die sie wirklich frei \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ern d\u00c3\u00bcrfen.<\/p>\n<p>UPDATE2: <a href=\"http:\/\/www.uni-koblenz.de\/~dkauwaer\/blogline\/\">Andreas Auw\u00c3\u00a4rter <\/a>setzt sich auch mit dem Thema auseinander (siehe auch Kommentare).<\/p>\n<p>UPDATE: Wir k\u00c3\u00b6nnen auch anders:<br \/>\n<object width=\"400\" height=\"350\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/xOJnKgsWPGw\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/xOJnKgsWPGw\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"400\" height=\"350\"><\/embed><\/object><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel in der Welt \u00c3\u00bcber die Ausweitung der EU-Fernsehrichtlinie zeigt es wieder einmal: Die \u00c3\u00b6ffentlich-rechtlichen Anstalten sind nur noch Selbstzweck. Sie klammern sich an jeden Strohhalm, nicht, um gutes Programm zu machen, sondern um an sich bestehen zu bleiben. 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