define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":892,"date":"2007-03-23T10:20:19","date_gmt":"2007-03-23T09:20:19","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=892"},"modified":"2007-03-23T11:49:44","modified_gmt":"2007-03-23T10:49:44","slug":"studien-sind-immer-gut-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.wanhoff.de\/?p=892","title":{"rendered":"Studien sind immer gut, oder?"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man nicht mehr weiter weiss, gr\u00c3\u00bcndet man nen Arbeitskreis, habe ich in der Politik gelernt. Im Journalismus ist die abgewandelte Version: Wenn ich nix zum Schreiben habe, nehm ich halt ne Studie. Die haben WIssenschaftler gemacht, und dann ist das auch wichtig. So wie heute in de<a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/content\/2007\/03\/23\/wissenschaft\/890291.html\">r Morgenpost zu lesen:<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Alkohol und Nikotin verderben die Noten<br \/>\nStudie: Sitzenbleiber rauchen drei- bis f\u00c3\u00bcnfmal h\u00c3\u00a4ufiger &#8211; Eltern untersch\u00c3\u00a4tzen die Suchtprobleme<\/p><\/blockquote>\n<p>Unglaublich: Alkoholiker sind schlechte Sch\u00c3\u00bcler? Wow, h\u00c3\u00a4tte ich nicht erwartet.<\/p>\n<p>Woher auch immer diese Pointierung stammt, aus der Studie selbst kaum.<\/p>\n<p>Zun\u00c3\u00a4chst mal: <a href=\"http:\/\/www.rhein-neckar-kreis.de\/servlet\/PB\/show\/1599900\/Jugendgesundheitsstudie2005.pdf\">Die Studie stammt aus dem Oktober 2006,<\/a> und bezieht sich auf die Lebenssituation von Jugendlichen im Rhein-Neckar-Raum. Darum geht es:<\/p>\n<blockquote><p>Etwa 50% aller M\u00c3\u00a4dchen und 22% der Jungen f\u00c3\u00bchlen sich zu dick und haben bereits Di\u00c3\u00a4terfahrungen gemacht, obwohl nur 11% der M\u00c3\u00a4dchen und 13% der Jungen tats\u00c3\u00a4chlich \u00c3\u00bcbergewichtig sind. Die Jugendlichen zeigen insgesamt einen hohen Medienbesitz und -konsum. Die Mehrzahl verf\u00c3\u00bcgt \u00c3\u00bcber Handy, eigenes Fernsehger\u00c3\u00a4t und Computer. Erfahrungen mit Alkohol, Tabak, aber auch illegalen Drogen sind verbreitet: 16% der Jugendlichen rauchen t\u00c3\u00a4glich, 18% der Jungen und 10% der M\u00c3\u00a4dchen trinken w\u00c3\u00b6chentlich Alkohol, 15% der Jungen und 10% der M\u00c3\u00a4dchen hatten bereits Umgang mit illegalen Drogen. Selbstverletzungen berichten 10% der Jungen und 20% der M\u00c3\u00a4dchen. Viele Sorgen und Probleme werden von 6% der Jungen und 16% der M\u00c3\u00a4dchen ge\u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ert. Eltern untersch\u00c3\u00a4tzen Sorgen und Probleme, Suchtverhalten und selbstsch\u00c3\u00a4digendes Verhalten der Kinder erheblich. Zwischen Substanzkonsum (Rauchen, Alkohol, Drogen), selbstsch\u00c3\u00a4digendem Verhalten (Selbstverletzung, Suizidversuche) und anderen Problembelastungen zeigen sich enge Zusammenh\u00c3\u00a4nge. H\u00c3\u00a4ufiger Substanzgebrauch geht mit geringem Schulerfolg, vermehrten sozialen Auff\u00c3\u00a4lligkeiten sowie psychischen Auff\u00c3\u00a4lligkeiten und Problemen einher.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Zusammenhang zwischen Schulnoten und Drogen spielt dabei eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger ist, wie unzufrieden Jugendliche mit sich sind.<\/p>\n<p>Im \u00c3\u00bcbrigen stellt sich die Frage, ob diese Zusammenh\u00c3\u00a4nge wirklich so valide sind. Zum einen sind sie bisweilen logisch, zum anderen sei der Gegenbeweis anzutreten.<\/p>\n<blockquote><p>\nZwischen Taschengeld und Suchtverhalten zeigen sich ebenfalls enge Zusammenh\u00c3\u00a4nge. Wer regelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig Zigaretten, Alkohol oder Drogen konsumiert, verf\u00c3\u00bcgt in aller Regel auch \u00c3\u00bcber deutlich mehr Taschengeld (vgl. Tab. 4.3-13).<\/p><\/blockquote>\n<p> ist so ein Beispiel.<br \/>\nMan hat dabei aber einfach die Schnittmenge aus Taschengeldh\u00c3\u00b6he und Zigaretten genommen, soweit ich das sehe.<\/p>\n<p>Das Problem wird hier noch deutlicher:<\/p>\n<blockquote><p>Betrachtet man die Beziehungen zwischen Suchtmittel- und Medienkonsum, so zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang vor allem zum (extensiven) Musikh\u00c3\u00b6ren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man kann alle m\u00c3\u00b6glichen Statistiken \u00c3\u00bcbereinander legen, ohne das es wirklich einen Zusammenhang gibt:<br \/>\nRadfahrer unter den Jugendlichen und die Alkohol trinken k\u00c3\u00b6nnen von der Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178enordnung her eine relevante Gruppe sein, ohne das es einen Zusammenhang gibt. Dennoch taucht sowas dann in einer Statistik auf.<\/p>\n<p>Das soll keine fundamentale Kritik an der Studie sein, sondern eher am Umgang damit. Auch als Reminder an mich.<\/p>\n<blockquote><p>Betrachtet man die Beziehungen zwischen Suchtmittel- und Medienkonsum, so zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang vor allem zum (extensiven) Musikh\u00c3\u00b6ren.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man nicht mehr weiter weiss, gr\u00c3\u00bcndet man nen Arbeitskreis, habe ich in der Politik gelernt. Im Journalismus ist die abgewandelte Version: Wenn ich nix zum Schreiben habe, nehm ich halt ne Studie. Die haben WIssenschaftler gemacht, und dann ist das auch wichtig. 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