So funktioniert Kambodscha: Journalisten und die Kinder reicher Eltern

Letztere können auch in Deutschland eine Pest sein (ich komme aus Königstein im Taunus, ich weiß wovon ich rede), aber hier glauben sie Narrenfreiheit zu genießen.
Folgendes begab sich: Ein Journalist trifft sich mit Freunden in einem Cafe. Plötzlich kommt ein Sportwagen angefahren, dessen Fahrer den Journalisten per eingebautem Lautsprecher (wie peinlich und uncool) beschimpft, vielleicht auch bedroht. Der Fahrer: ein Sohn eine Generals. Die gelten als unantasatbar. Der Journalist geht zur Polizei, die nimmt den Fall auch auf. Der Sohn, ein Taugenichts, ist bekannt für seine illegalen Autorennen. Die Presse berichtet über den Fall, ziert sich jedoch den Namen zu nennen. Denn auch wenn der nachsichtige Vater den Journalisten freundlich bat, die Anzeigen fallen zu lassen, er wolle seinen Sohn maßregeln, die Presse hat Angst davor, sich mit den Mächtigen anzulegen.

Doch die Regierung scheint da ein wenig gegenzulenken. Neulich schon meinte Ministerpräsident Hun Sen, es sei nicht zu tolerieren, wenn Armee-Angehörige ihre Fahrzeige privat benutzen (fast alle werden so benutzt). Jetzt las ich im Mirror, dass die Regierung der Presse geradezu anrät, die Namen zu nennen:

A source said that yesterday Prime Minister Hun Sen also asked the media to publish the names of the parents of culprits, and he said that if the parents are generals, police, or military officials, their stars or ranks have to be removed from their shoulders; and if the parents are civil servants, they have to be removed from their positions. However, concerning this case where the authorities arrested the chief of a car-racing group, Ung Vanna, it is not known whether Mr. Hun Sen has taken any action towards Mr. Ung Samkhan, who is Ung Vanna’s father.

Mein Nachbar ist ein Neffe von Hun Sen, man sagt, er sei das schwarze Schaf in der Familie. Das koreanische Restaurant neben uns scheint das zu spüren. Laute Musik – sonst ein Markenzeichen der Koreaner – hören wir nicht, eigentlich gar keine. Man munkelt, der mächtige Nachbar hätte klar gemacht, dass er Ruhe wünscht.

One thought

  1. Am Montag bin ich Zeuge dessen geworden, was Chinesen unter einer Party verstehen. Wir hatten Tanzkursabschlussparty. Viel getanzt wurde nicht. Stattdessen wurden wir mit Blinkbuttons, Glitzerkrönchen und aufblasbaren Gummirollen (zum Lärm machen) ve…

    Anmerkung des Bloginhabers: Ich habe mal die Werbelinks rausgenommen, so was wollen wir doch nicht, gelle!

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