Wie auch das Auswärtige Amt andere arbeiten läßt

Das AAL Prinzip von Social Networks (User machen den Content) hat jetzt auch beim Auswärtigen Amt Einzug gehalten. Man stellt gerade die so genannte Deutschenliste auf eine Datenbank um, die jeder selbst pflegen kann. Ist ja an sich eine gute Idee, aber Service ist DAS nicht:

Die elektronische Registrierung soll die bisher manuell geführte Krisenvorsorgeliste des
Generalkonsulats ersetzen. Wir bitten Sie daher, Ihre Daten möglichst bald über das Internet
einzugeben, auch wenn Sie bisher schon registriert waren.

Die sind offenbar schlicht nicht in der Lage, die schon bestehenden Datensätze zu importieren. Entweder haben sie keine Lust oder aber der Programmierer der neuen Datenbank hat geschlampt.

Ich weiss jetzt auch, dass ich ein Auslandsdeutscher bin. Mein Opa war Sudetendeutscher, meine Großmutter nannte sich eher Vertriebene oder Schlesierin. Naja, bin ich halt Auslandsdeutscher. Komischer Name.

Elektrozubehör: Besser zu Mutschall nach Königstein

Man bekommt ja in Asien fast alles, aber nachdem ein Blitzschlag zwei Netzteile zerstört hatte, rannte ich auf der Suche nach einem Universaladapter vergeblich durch Saigon. Nichts zu machen in der Amperstärke die ich brauchte. Gut, dass meine Frau ohnehin gerade in Deutschland war. Denn wenn es einen Laden gibt, der seit meiner Kindheit solche Probleme gelöst hat, dann Elektro Mutschall in Königstein. Natürlich hatten sie den richtigen Adapter. Ob Waschmaschine, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Rasierapparat oder mal nur ein Kabel: Wer braucht schon Media Markt oder Saturn, wenn es so einen Händler in der eigenen Stadt gibt?

Eine Woche nix gebloggt: Lesetipps

Oje, war ein wenig im Stress. Versuche gerade ein weiteres Projekt an Land zu ziehen, deswegen war ich wohl ein wenig ruhig.
Zum Wochenende ein paar Lesetipps:

Was ist der Unterschied zwischen Arbeiten und Spielen?`

Soviet Officer Who ‘Shot Down McCain Over Vietnam’ Speaks Out

Barcamp Saigon Review by Nearirath from Cambodia und viel besser, Sexy Cambodian Bloggers

Rezension: Abnehmen mit Schokolade

Die Speditionsfirma Gruner+Jahr

Neues Diagnose-Verfahren bestätigt Hirnschäden bei ADHS (Scienceblogs.de)

Warum Blogger doch nicht immer recht haben


und warum doch

Lutz Heilmann: Ja, wir kennen Dich jetzt, nun geh wieder heim!

Wieder einer, der sich wohl nach alten Stasi-Zeiten sehnt in denen Politiker mal alles untersagen durften was ihnen nicht recht war. Zum Beispiel ein Wikipedia Beitrag. Deshalb hat Lutz Heilmann mal eben die Adresse Wikipedia.de sperren lassen. Hat er wohl bei Mielke gelernt. Für den soll er ja durchaus schon frueher tätig gewesen sein.

Es geht um diesen Mann:

Lutz Eberhard Heilmann (* 7. September 1966 in Zittau) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Heilmann ist der erste ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, der in den Bundestag einzog. Nach dem Abitur 1985 an der EOS Zittau leistete Heilmann einen freiwillig von 18 Monate auf drei Jahre verlängerten Wehrdienst beim MfS ab. Anschließend wurde Heilmann hauptamtlicher Mitarbeiter der Hauptabteilung Personenschutz des MfS. Heilmann wurde nach eigenen Angaben nur im Objektschutz staatlicher Einrichtungen eingesetzt. Im Oktober 1989 soll Heilmann nach eigenen Angaben ein Entlassungsgesuch eingereicht haben. Tatsächlich schied er erst im Januar 1990 aus dem MfS aus, als dieses aufgelöst wurde.

(das ist allerdings schon die bereinigte Version).

Er hatte etwas gegen Passagen über einen angeglichen Lebensgefährten und irgendwelche Shops. Unsinn wie er manchmal eben in der Wikipedia steht und auch wieder entfernt wird.
Heilmann sagt er hätte sich nicht anders wehren können als mit einer EV.

Ãœbrigens: Auf Objektschutz beim MfS verweisen ist wie Autos putzen bei der Waffen-SS.

Wo bitte kommen wir denn hin, dass wir uns von Leuten wie Ihnen mal eben ein komplettes Lexikon sperren lassen? Ja, das mag rechtens sein, aber nicht billig. Es ist einfach nur ekelhaft, wenn es von Leuten wie Ihnen kommt.

Barcamp Saigon am kommenden Samstag

Ich dürfte der einzige Deutsche sein, der am Samstag aufs Barcamp Saigon geht. Zum einen gibt es nicht so viele Deutsche in Vietnam (500 vielleicht), zum anderen sind die meist eher in der Industrie und Logistik tätig.
Ist mir aber auch wurscht, ich gehe ja nicht zum Barcamp, um deutsch zu reden. Ich gehe hin weil ich es zum einen mitorganisiert habe, zum anderen aber auch um interessante Leute zu treffen und – zu lernen.

Denn wie ich vielerorten schon gesagt habe, ist die Wahrnehmung des Netzes in Deutschland eine andere als hier. Man könnte gar meinen das Internet sähe anders aus. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: Die Sprache verlangt, dass viele Copycats internationaler Angebote hier auftauchen (wie auch in Deutschland), seien es Facebook-Ableger oder Caravat.com, ein LinkedInKlon.

Ähnliches gilt für Restaurantführer und Datingplattformen. Wirklich Neues wird hier nicht erfunden (aber wird es das in Deuschland?), soweit mir bekannt, Online-Games laufen übrigens super in Vietnam.

Aber weil man Bild eben längst nicht komplett ist, will ich aufs Barcamp gehen und sehen, was hier so gemacht wird. Auch wenn ich kaum etwas verstehen werde, weil viele Sessions in Vietnamesisch sind.

Eine interessante Erfarung habe ich übrigens im Organisationsteam gemacht: Am Anfang waren wir eine Handvoll Leute, die sich um alles kümmerte. Als sich dann eine bestimmte Location anbot, zog der für diese Location Verantwortliche die Arbeit und Kontrolle weitgehend an sich. Natürlich, weil er sich selbst verantwortlich fühlte für den Veranstaltungort und die Gastgeber dort auch nicht eben einfach sind. Aber es ist interessant zu sehen, wie selbst Wikis und Mailinglisten die Menschen nicht wirklich ändern können: Kollaboration und konsensorientierte Zusammenarbeit scheinen der menschlichen Natur zu widersprechen. Es gibt immer jene, die versuchen Kontrolle zu behalten und andere, die sich dabei auch wohl fühlen.

Video im Google Chat: Wer mag sich zeigen, wer mag mich sehen?

Ich hatte ja gedacht dass Google eine Mac GTalk Version heraus bringt, aber sie setzen wohl konsequent auf Webservices und so dürfen auch wie Macianer den neuen Videochat im Google-Chat-Applet nutzen. Doof nur dass nur wenige Leute eine Cam haben oder benutzen – ich warte sehnsüchtig darauf das mal ausprobieren zu können.

Dank Benjamin habe ich es ausprobieren können und bin beeindruckt: Gutes Bild und guter Ton – zumindest zwischen Vietna und Singapur. Macht mächtig Spaß.
screen google chat
Ich bin da aber wohl eine Ausnahme? Wenige der Leute die ich kenne chatten per Video, und das ist nicht mal eine Frage der Bandbreite. Irgendwie hat sich die Videotelefon-Vision nie wirklich durchgesetzt. Chatten per Text ist immer noch der Renner, vielleicht weil man sich da auch hinter einem Pseudonym verstecken kann. Nur brauche ich das in Google Chat eigentlich nicht, dort kenne ich die Leute und sie mich.

Jemand hier der regelmäßig videochattet? Oder gar nur, so der Gegenüber eine Kamera hat?

Im Internet ist die Welt geteilt: Was ist Facebook?

Das Internet mag die Menschen auf der ganzen Welt zusammenbringen, zumindest technisch, doch irgendwie kochen wir alle immer noch im eigenen Saft. Denn während in den USA, Europa und Australia Facebook und Co. ganz toll sind, interessiert das im Rest der Welt keine Sau. Gerade Asien geht zunehmend seinen eigenen Weg. Und das kann noch interessant werden, denn hier fließt gerade eine Menge Kohle in Web 2.0-Firmen. Die scheren sich nicht um die Märkte im Westen, die haben einen viel größeren hier. Und sie müssen keine großen Entwicklungsabietilungen bereithalten (und selbst wenn sind die Personalkosten ein Witz), sondern können einfach drauf los klonen.
Hier mal eine Grafik die den State of the internet zeigt:
State of the internet Asia

Ich kann nur nachdrücklich empfehlen, einmal den Asiajin Beitrag zu lesen:
Why it is difficult for European and U.S. companies to advance into Asia.

Tanzen in Vietnam




Oriental Dance The Cage

Originally uploaded by thomaswanhoff

Hier in Saigon wird seit geraumer Zeit getanzt, und zwar nicht nur in Expat-Kreisen, sondern auch Vietnamesen. Gerade Salsa scheint sehr beliebt, was an sich einer Ãœberraschung ist, weil es kaum gegensätzlichers gibt als die ausdrucksstarke Lateinamerikanische Kultur und das zurückhaltende Wesen der Asiaten. Umso mehr war es erstaunlich zu sehen, mit welchem Ausdruck hier Salsa getanzt wird. Zum einen wird den Asiaten gerecht, dass sie gut lernen können – die Tanzschritte haben sie recht schnell intus, gleiches gilt für Figuren. Aber der Spass und das Gefühl für die Musik muss man eben haben, und die tänzer, die am Wochenende im The Cage aufgetreten sind, haben es. Ich habe selten Salsa so schön und erotisch getanzt gesehen. Von einer Lateinamerikanerin erwartet man das vielleicht, aber wenn das Asiaten so rüberbringen, dann ist das nochmal eine große Portion Leidenschaft mehr…ich überlege ernsthaft mal in dieser Tanzschule vorbeizuschauen…