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Was mach ich hier eigentlich?

Mal ein kleines Update was ich hier in Bangkok gerade so mache. Nach wie vor bin ich ja Hausmann und kümmere mich um den Haushalt und vor allem unsere 5 Hunde. Die wollen ja beschäftigt sein. Das füllt den Tag aber nicht komplett. Das Schicksal hat mich wieder eingeholt: Erneut bin ich in ein Land gezogen das (derzeit) kein Barcamp hat. Nach Kambodscha, Vietnam und Laos (da waren es die ersten) organisiere ich jetzt das Barcamp Bangkok 2014 (es gab hier aber schon 5 Camps).
Durch vorherige Barcampbesuche in Bangkok, aber auch durch einen Besuch einer thailändischen Delegation beim Barcamp in Laos bin ich in Kontakt mit den Machern des Mekong ICT Camps gekommen. Und ein Teil dieser Truppe bildet nun mit mir das Team des Barcamps 2014.
BARCAMP 2014_Logo.ai-2
Barcamps in Asien sind etwas anders als jene in Deutschland. Wir sind größer, auch wenn wir in diesem Jahr die Zahl auf 350 begrenzen müssen (aus Platzgründen). Bisher waren es 1000 Besucher in Bangkok, Kambodscha kommt schon an die 2000, und Myanmar hat das größte Barcamp der Welt mit 4000 Teilnehmern.

Am 23. August wird also das Barcamp steigen, und zwar im TK Park, 7th floor Central World. Das ist eine sehr schicke Bücherei mit Konferenzräumen, die wir gratis nutzen dürfen, und die Lage bestens weil mitten in der Stadt. Leider können wir in diesem Jahr nur einen Tag Barcamp machen, weil der Sonntag schon ausgebucht war. Wie üblich erwarten wir auch Besucher aus den Nachbarländern, Myanmar, Kambodscha und Laos, aber auch Singapore und Malaysia.

Wenn dann das Camp vorüber ist, werde ich die Koffer packen und für einen einwöchigen Aufenthalt nach Deutschland fliegen. Muttern wird 70, da kann man das schon mal machen (war seit 3 Jahren nicht mehr da). Das wird vom 26.8.-3.

Barcamp Blogparade: Von Frankfurt nach Phnom Penh

Drüben bei Cortex Digital wird zur Barcamp Blogparade aufgerufen, und eine der Fragen ist, was mein erstes Barcamp war. Weil ich denke dass meine Barcampgeschichte eine vielleicht etwas andere ist, dachte ich, ich mache mal mit.

Es war im Frühjahr 2007, also ich von einem Barcamp in Frankfurt hörte. Genauer gesagt war es in Eschborn, ein Vorort, der auch die GIZ und Teile der Deutschen Bank beherbergt. Das Barcamp war in den Räumen von Cisco, was schon deshalb Geschichte schrieb, weil es wohl einmalig war was die Netzanbindung anging. Wenn nicht da wo sonst?

Wir haben auf der damals neu erschienene Nintendo Wii Tennis gespielt, ich habe Mario kennengelernt, der eigentlich kocht, aber auch bloggt und Videos macht. Und eine Menge andere Leute. Viel wichtiger aber war, dass ich einen Monat später Deutschland verließ und nach Kambodscha ging.
Barcamp Phnom Penh 2008

Im August 2007 gab es in Phnom Penh den Cloggersummit (steht für Cambodian Blogger) und ich sprach dort über Podcasting. Als alles vorbei war, lud man mich zum Orgatreffen ein und wir berieten, was man im nächsten Jahr machen kann. Und da brachte ich ins Spiel, was ich in Frankfurt gelernt hatte: Die Idee des Barcamps. Das würde Kambodascha in eine internationale Bewegung einbinden, und vor allem organisiert es sich selbst. Wir waren zwei Ausländer im Team, alle anderen waren Kambodschaner.

Für Asien sind Barcamps wichtig, weil sie mit der traditionellen Art und Weise der Wissensvermittlung brechen. In Asien wird frontal unterrichtet, und Fragen werden vom Lehrer gestellt. aber nicht von den Schülern. Ein Barcamp bot die Möglichkeit, Wissen so zu vermitteln, dass es verstanden wird – auf Augenhöhe, von den eigenen Leute, und im Diskurs.

Nun warnte man mich, dass die Art und Weise wie Barcamps organisiert werden, nicht gerade populär sei in Asien. Einige hatten Bedenken, dass Kambodschaner eben nicht an die Tafel gehen und sich für eine Session melden. Pustekuchen: Recht schnell war der Sessionplan gefüllt. Am Ende zeigte sich sogar ein Ministeriumssprecher begeistert.

Ich bin dann nach Vietnam gezogen und habe das erste und zweite Barcamp Saigon organisiert. Dann ging es weiter nach Laos, wo ich auch zwei Barcamps organisiert habe. Fürs Barcamp in Phnom Penh hatten wir Spenden gesammelt, um ein paar Geeks aus Myanmar einfliegen zu können, die das Konzept interessant fanden. Das war lange vor der politischen Öffnung. 2010 kamen bereits 1700 Leute nach Yangon, die (Militär)-Regierung hatte fette Bandbreiten bereitgestellt, ohne Proxies. Es gab keine Verhaftungen oder Repressalien. 2012 kam Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zum Barcamp. Und 2013 brach das Barcamp Yangon mit über 6000 Teilnehmern alle Rekorde: Es ist das größte Barcamp der Welt.

Ich bin immer wieder zu anderen Barcamps gefahren, nach Singapur, nach Bangkok, Can Tho in Vietnam und natürlich immer wieder nach Phnom Penh (das nächste dort ist vom 20-12. Oktober 2013).

Überall zeigte sich, dass vor allem die Selbstorganisation, vor allem aber der Austausch auf Augenhöhe genau das sind, was die (jungen) Menschen in Südostasien wollen und brauchen. Wir haben Barcamps mit Budgets von 2000 Dollar organisiert, und hatten zwischen 70-90 Prozent lokale Teilnehmer, die überwiegend in der Landessprache vortrugen. In Phnom Penh baute ein Team den ersten Ballon, der in die Stratosphäre aufstieg, um Videos und Bilder aus der Luft zu machen. (Ich habe in Laos auch das Filmcamp organisiert, bei dem alle wichtigen Leute der Filmbranche zusammenkamen, auch aus der Regierung, und noch nie gesehen Diskussionen hatten. Ein Grund war das Umfeld: Kleine Klassenräume, in denen der Vizechef des Filmdepartments auf dem Tisch sitzen musste, weil alle Stühle belegt waren. Er ist gewohnt einen Prunksessel in der ersten Reihe zu haben)

Vergleichbare Konferenzen von internationalen Organisationen kosten 5-6 stellige Dollarbeträge, sind limitiert was die Teilnehmer und die Vorträge betrifft und werden in der Regel von Expats besucht, die sich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Mein lieber Freund Chantra aus Kambodscha trägt die Barcampidee ins ganze Land, und hat Barcamps in Siem Reap (d ist Angkor Wat), in Battambong, in Sihanoukville und in Kampong Cham organisiert – mit großen Erfolg.

Wenn ich nicht auf dem Barcamp in Frankfurt gewesen wäre und wenn nicht bald drauf der Cloggersummit in Kambodscha gewesen wäre….

Heute gibt es eine Gruppe in Südostasien, die sich Barcampnomads nennt. Das sind Organisatoren von Barcamps und solche, die auf andere Barcamps gehen. Wir treffen uns immer wieder auf einem der Barcamps in der Region. Ich frage mich, ob das auch in Europa so passiert.

Kambodscha: Medien-Realität und die andere, wie die Cambodian Space Mission

Ich habe heute morgen auf Radio Australia eine Bericht über Pchum Ben gehört. Das ist so eine Art Totensonntag der in Kambodscha im Oktober gefeiert wird. Das Fest dauert ein – bis zwei Wochen, je nach Standort und Pagoda. Die Kambodschaner gehen morgens in die Pagode, opfern, beten und gedenken ihrer Verstorbenen. Arbeitgeber müssen dafür freie Tage geben. manche Büros sind eine Woche lang geschlossen.

Pchum Ben ist ein traditionelles buddhistisches Fest in Kambodscha. Schon immer gewesen. Es hat nichts, aber auch gar nichts mit den Khmer Rouge zu tun. Und trotzdem reduziert Radio Australia das Fest genau auf diesen kurzen Abschnitt der kambodschanischen Geschichte. “Man gedenkt der Toten aus dem Schreckensregime”. Dabei ist der Radiosender nicht alleine: Wer mal Kambodscha googelt, wird immer wieder Khmer Rouge und Pädophile finden. Die Medien sind es, die das Land darauf reduzieren. Ich werde an anderer Stelle mal darlegen, dass das Pädophilenklischee schlicht falsch ist, weil Sex mit Minderjärhrigen ein gesamtasiatisches Problem ist und nichts mit westlichen Ausländern zu tun hat.

Worüber man wenig las war ein kleines aber feines Projekt, dass am Barcamp Phnom Penh 3 vorgestellt wurde: Die erste kambodschanische Space Mission. Tatsächlich wurde ein Ballon 30 Kilometer hoch ins all geschickt und hat dort Bilder gemacht. Wer es nicht glauben mag, die Bilder sind hier:

Ein paar Eindrücke von der Barcamp Session:

Das schöne am Barcamp Phnom Penh waren nicht nur die 1000 Leute die kamen, die vielen Sponsoren aus dem Land selbst die es unterstützen und die viellen Sessions die wir hatten und die Jobs, die angebotren wurde, sondern auch, dass nirgend die Roten Khmer und Pädophile ein Thema waren. so, wie es eben ist in diesem Land im Jahr 2010.

Übrigens wurde auf Radio Australia auch Mönche vorgestellt, die das Internet benutzen. Das ist auch nicht neu, sie machen das seit vielen Jahren. Und ja, sie haben auch Handys.

Das Web in Südostasien – eine kleine Umschau

Ich habe drüben bei Christiane bei Kooptech einen kleinen Artikel geschrieben über meine Erfahrungen in Südostasien, was das Web und die Internetkultur betrifft.

Ausschnitt:

Ich lebe jetzt seit drei Jahren in Südostasien, ein Jahr davon in Kambodscha, zwei Jahre in Vietnam und nun in Laos. Thailand kenne ich eigentlich auch ganz gut. Für die meisten Menschen verbinden sich mit diesen Ländern Erinnerungen entweder an den Urlaub oder an den Geschichtsunterricht. Thailand machte zuletzt ein wenig Aufsehen mit seinen Unruhen, aber das legt sich auch wieder im Gedächtnis der deutschen Öffentlichkeit. Ansonsten bleiben meist nur Tempel, Traumstrände und Reisfelder.

An Technologie, Internet, Webentwicklung denkt dabei kaum jemand. Dabei tut sich eine Menge in diesen Ländern. Ich selbst habe die Barcamps in Kambodscha, Vietnam und Laos mit ins Leben gerufen. Barcamps sind so genannte Un-Konferenzen, Zusammenkünfte der Web- und Programmierergemeinde, bei denen die Teilnehmer auch Macher sind. Vorträge werden am Tag der Konferenz angekündigt, und jeder kann einen halten

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Das erste Barcamp in Burma aka Myanmar

Sie haben es tatsächlich geschafft: Als ich im vergangenen Jahr einige Leute aus Burma beim Barcamp Phnom Penh traf und wir über ein Barcamp in Yangon sprachen, sagte ich, ich drücke Euch fest die Daumen, dass das klappt. Und nun ist es soweit: Am 23. und 24. Januar findet das erste Barcamp in Burma statt. Allein die Tatsache, dass die Leute es dort vorbereiten konnten, ohne dabei vom Staat behindert zu werden zeigt, dass sich auch dort was tut. Es scheint, als ob Staaten wie Burma, aber auch Vietnam und Kambodscha, bei Technologie etwas lockerer sind (obgleich ich nicht weiss ob die Herren Staatslenker wissen, welches Potential so eine Technologiebewegung haben kann, in politischer Hnsicht).
Wie auch immer, 1400 Registrierungen gibt es, und wer dem Barcamp Yangon folgen will, kann dies auf Twitter tun @barcampyangon oder sich die Webseite anschauen http://www.barcampyangon.org/.

Ich werde leider nicht dabei sein können, weil diese Woche mein Visa für Vietnam verlängert werden musste und ich es dann nicht mehr rechtzeitig geschafft habe, ein Visum für Burma zu bekommen 🙁

Die Welt zu Gast in Deutschland

Der Titel fiel mir eben so ein, weil nämlich gerade eine Bekannte aus Phnom Penh zu Gast in Deutschland ist. Sie ist Senior of Media and Communication an der Royal University of Phnom Penh und weilt derzeit in Bonn zu einem Journalismusseminar. Kounila kenne ich aus Phnom Penh, vom Barcamp und weil ich ihr geholfen habe, ihre ersten Podcasts online zu stellen.
Heute meldet sie sich und schickt mir folgendes Bild:
Annik Rubens Workshop
Annik Rubens war wohl eine der Sprecherinnen bei dem Workshop und erklärte was über Podcasts. Kounila war ziemlich überrascht mein Bild zu sehen und schickte mir gleich ein Foto. Sie sagte, Annik hätte mich als Podcastmissionar bezeichnet, was ja auch stimmt: Am kommenden Wochenende habe ich eine Präsentation bei Gnome Asia Summit 2009 in Vietnam, zum Thema Podcasting with Linux. Und die Woche drauf bin ich beim SDM, dem Saigi Digital Marketing Day und diskutiere auch einem Panel über Social Media und was Agenturen und Marketer in Vietnam lernen können.

Barcamp Phnom Penh 2009 – ein Rückblick

Ich bin gerade zurück gekommen vom Barcamp Phnom Penh 2009. 1000 Leute hatten sich angemeldet, weit über 500 kamen (die genaue Zahl war schwer zu schätzen, nicht jeder hatte sich registriert).

Auf jeden Fall war die Bude voll und alle Sessions auch. Wir hatten Gäste aus Vietnam, Thailand, Japan, Singapore und – Burma. Letzteres war eine besondere Freude (ja, ich darf das bloggen, ich habe gefragt), weil diese Gäste überlegen, ebenfalls eine Technologiekonferenz in Yangon machen zu wollen. Natürlich geben wir Barcamp-Organiser gerne Support. (Danke nochmal an die Sponsoren aus Deutschland, ihr seid eingeladen zu kommen !!!!)

Das Schöne am Barcamp Phnom Penh ist die Atmosphäre dort. Die kambodschanischen Teilnehmer sind ganz wild darauf was zu lernen und haben überhaupt kein Problem, ihre Kenntnisse mit anderen zu teilen und zu diskutieren (etwas, das in Vietnam anders ist). Mitnichten waren es nur Ausländer die sprachen, und selbst wenn, ist das in Phnom Penh okay, weil die Leute dort ja lernen wollen.

So gab es GEoChat-Vorträge, Norbert Klein sprach über ICANN und wie er vor Jahren KH als TLD für Kambodscha festlegte, ich hörte @3105 zu wie sie über Träume sprach und schaute den Jungs von Tropical Ice Cube beim Shootergame auf Linux-Rechnern über die Schulter.
Barcamp Phnom PEnh by BarcampPhnomPEnh
Besonders beeindruckt war ich vom Filmprojekt Twin Diamonds: Schüler hatten sich in 12 Gruppen aufgeteilt und die erste Gruppe begann mit einem Skript, verfilmte dies und die nächste GRuppe schrieb dann weiter und filmte weiter. Am Ende stand ein 40 minütiger Spielfilm, der hoffentlich bald auch online zu sehen ist.

Natürlich treffe ich auch immer Freunde auf den Barcamps, gerade solche aus den umliegenden Ländern, wie John Berns aus Bangkok, Sajal, ebenfalls Bangkok, Preetam (Mr. Barcamp SE-Asia), Viirak und Tharum, Ramana und Nearirath, Chantra, und und und. Es ist eine wachsende Community, und wie bei den deutschen Barcamps ist auch hier das Networking interessant.

Beeindruckend ist übrigens auch, dass mit KhmerOS eine komplettes Betriebssystem in Khmer zur Verfügung steht, inklusive OpenOffice, Firefox, IM-Software. Und es läüft auf alten Rechner, die noch in den meisten Schulen stehen.

So, nach dem Barcamp ist vor dem Barcamp und jetzt schauen wir mal, ob wir Barcamp Saigon 2 am 29. November hinbekommen. Als nächstes folgt dann Myanmar im Dezember.

Und nochwas:Man geht ja auch auf Konferenzen, um cool Shirts zu bekommen. Meine Sammlung mit Barcamp Phnom Penh und Cloggersummit Cambodia ist ja an sich schon cool. aber am Sonntag bekam ich die ultimative Rarität geschenkt: Ein Shirt der Joomla Developer Association Myanmar.

Barcamp Phnom Penh im Oktober

Ich war gerade beim Mini-Barcamp in Phnom Penh, oder auch Saturday Geekup, und Viirak hatte eine gute Nachricht: Der Termin fürs Barcamp Phnom Penh 2009 steht fest. Es ist am 3. und 4. Oktober in der Panasastra University am Norodom Boulevard.

mini barcamp phnom penh
Das Geekup ist ein wöchentliches Meeting, bei dem es um Technologythemen geht: Wer immer was sagen möchte, hat 15 Minuten, einen Projektor und einen Internet-Laptop. Ich habe über Google Apps Premium Edition gesprochen. Interessant fand ich aber auch den Vortrag über Prezi und den über GeoChat, ein netter kleiner SMS-Group-Chat.

Themen bisher waren:

* Chatra Be and Virak are introducing more than 20 participants about upcoming evening BarCamp Phnom Penh 2.

* Samnang discusses the advantage of Agile, a group of software development methodologies–his practical experience in the Cambodian market.

* Open Solaris talk now by Paul Harper.

* Cambodia’s oldest newspaper The Phnom Penh Post and Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia use Twitter to provide news updates.

* Mony, one of the participants, responds that she’s got a Twitter account, but has never used Twitter at all.
* Mobile application development topic now…

* Cambodia’s prominent blogger Sopheap Chak is talking about her life experience in Japan, where she does her master degree.
* To register a domain name with its country-code is not a choice for Cambodians and businesses in Cambodia for it’s too expensive.

* Norbert looked into the country-code top-level domains (ccTLD). .KH for Cambodia, not .CA or .CM.
* Norbert Klein, who intro Email communication system to Cambodia, is giving an intro to Internet Corporation for Assigned Names and Numbers.

* Agile, Twitter, Open Solaris, Mobile application development, ICANN (Norbert Klein), Life in Japan (Sopheap Chak) are among the talk today.

Das soll einmal zeigen, wie weit vorn die IT-Community in Kambodscha ist. Ich würde fast sagen weiter als Vietnam, zumindest was die Offenheit und Bereitschaft, sich auszutauschen ist. Man schauen sich auf der Barcamp-Website nur das Protokoll des Livebloggings an, das Tharum geschrieben hat. Wahnsinn. Kambodscha ist was solche Veranstaltungen angeht auf Augenhöhe mit dem Rest der Welt. Aber das habe ich ja schon 2007 gesagt, als ich beim Cloggersummit war (Cambodian Blogger).

Freue mich auf jeden Fall auf Oktober. Werde dort zu meinen Wurzeln zurück und einen Podcastworkshop machen.

Barcamp Saigon am kommenden Samstag

Ich dürfte der einzige Deutsche sein, der am Samstag aufs Barcamp Saigon geht. Zum einen gibt es nicht so viele Deutsche in Vietnam (500 vielleicht), zum anderen sind die meist eher in der Industrie und Logistik tätig.
Ist mir aber auch wurscht, ich gehe ja nicht zum Barcamp, um deutsch zu reden. Ich gehe hin weil ich es zum einen mitorganisiert habe, zum anderen aber auch um interessante Leute zu treffen und – zu lernen.

Denn wie ich vielerorten schon gesagt habe, ist die Wahrnehmung des Netzes in Deutschland eine andere als hier. Man könnte gar meinen das Internet sähe anders aus. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: Die Sprache verlangt, dass viele Copycats internationaler Angebote hier auftauchen (wie auch in Deutschland), seien es Facebook-Ableger oder Caravat.com, ein LinkedInKlon.

Ähnliches gilt für Restaurantführer und Datingplattformen. Wirklich Neues wird hier nicht erfunden (aber wird es das in Deuschland?), soweit mir bekannt, Online-Games laufen übrigens super in Vietnam.

Aber weil man Bild eben längst nicht komplett ist, will ich aufs Barcamp gehen und sehen, was hier so gemacht wird. Auch wenn ich kaum etwas verstehen werde, weil viele Sessions in Vietnamesisch sind.

Eine interessante Erfarung habe ich übrigens im Organisationsteam gemacht: Am Anfang waren wir eine Handvoll Leute, die sich um alles kümmerte. Als sich dann eine bestimmte Location anbot, zog der für diese Location Verantwortliche die Arbeit und Kontrolle weitgehend an sich. Natürlich, weil er sich selbst verantwortlich fühlte für den Veranstaltungort und die Gastgeber dort auch nicht eben einfach sind. Aber es ist interessant zu sehen, wie selbst Wikis und Mailinglisten die Menschen nicht wirklich ändern können: Kollaboration und konsensorientierte Zusammenarbeit scheinen der menschlichen Natur zu widersprechen. Es gibt immer jene, die versuchen Kontrolle zu behalten und andere, die sich dabei auch wohl fühlen.

Wie Microsoft Produktpiraterie unterstützt

Ich dachte ja ich seh” nicht recht. Da überreicht mir die aus Australien eingeflogene Corporate Communications Asia Frau von Microsoft beim Barcamp in Phnom Penh ein T-Shirt mit dem Logo ihrer Firma, und dann ist es ein gefaktes Lacoste-T-Shirt. Wahrscheinlich hat es das lokale Microsoft-Office herstellen lassen, es sieht nämlich nach typisch kambodschanischer Arbeit aus.
Ich kann natülich nicht per Rechnung beweisen, dass es ein Fake ist, sehr wohl aber an der lausigen Stoffqualität und dem schlampig eingenähten Logo.
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Es ist schon interessant, wenn Microsoft in Asien verstärkt gegen Produktpiraterie vorgeht und Firmen vor Gericht bringt wenn sie keine Lizenzen haben, dann aber bei Merchandising mal nicht so genau hinschaut.

Barcamp Phnom Penh (barcamppp)

Es ist wirklich wahr geworden: Tharum, Viirak und all die anderen haben in Phnom Penh ein Barcamp auf die Beine gestellt. Vor etwa einem Jahr hatten wir darüber erstmals gesprochen, im Nachgang zum Cloggersummit. Wie bei allen Barcamps war die Location die größte Hürde, schließlich aber wurde sie mit dem Cambodian-Japanese-Friendship-Center gefunden. Und kein schlechter Ort.
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Ich habe während meiner Zeit in Kambodscha versucht, die Idee einer solchen Un-Conference hier zu verankern, in einem Land, in dem alles seine Ordnung haben muss, wo man Listen liebt und eine Agenda. Dass niemand weiss wer heute kommt und wer sprechen wird und worüber, ist unglaublich ungewöhnlich. Aber die Clogger (Cambodian Blogger) haben dann Gefallen gefunden daran.

Das Wichtigste aber ist, dass das Barcamp eine Konferenz ist, bei der es nicht um die Befindlichkeit Kambodschas geht. Auch nicht um Entwicklungshilfe. Es ist eine Barcamp wie jedes andere aufd er Welt, und das zeigt, dass Kambodscha sehr wohl ernst zu nehmen ist. Es spielt mit in der Liga der Barcamps, als gleichberechtigter Partner. Natürlich ist das eine Elite, die hier zusammenkommt, aber das Land braucht solche intelektuellen Eliten. Die vielen Ausländer von umliegenden Ländern zeigen das Interesse.

Wir haben sogar Freiwillge hier, die die Vorträge in Khmer den Ausländern ins englische übersetzen (gibt es das eigentlich auch in Deutschland???)

Es haben sich 240 Teilnehmer angemeldet. Das ist überwältigend. So, jetzt muss ich noch ein wenig was vorbereiten, Hinweisschilder aufhängen und Klopapier verteilen, der übliche Orgakram eben.

Barcamp Phnom Penh am Wochenende

Übermorgen werde ich nach Phnom Penh zurückkehren, um am Samstag am Barcamp teilzunehmen. Es ist unglaublich was die Jungs und Mädels dort auf die Beine gestellt haben. Schon im vergangenen Jar war ich mehr als beeindruckt über den Cloggersummit und die professionelle Organisation. Das Barcamp dürfte nochmal die Latte höher legen.

BarCamp Phnom Penh '08

Hier mal eine Liste von Themenvorschlägen, die vorab eingereicht wurden (was zwar nicht Barcamptypisch ist, aber hilfreich war, um Teilnehmer eine IDee zu geben um was es geht):
* How to take advantage of citizen media tools like blogs, podcasts, and online video
* When the World Listens
* Users generated content and social networking
* Google for your Non-Profits
* Weblog tools: WordPress, Typepad, LiveJournal, TextPattern…
* Web Standard / Accessibility
* Next Generation Web Design/Development (The Next Web)
* CMS (Joomla, Drupal, CMS MadeSimple, ModEx, … )
* Low Cost computing
* Setting up and building SMS services in Southeast Asia – languages, scripts
* E-learning: the next generation of teaching and learning
* Women and Information and Communication Technologies
* Free and Open Source Software Localization and Social Development
* Citizen journalists
* Information and Communication Technology Trend for Cambodia

Meinereiner wird über Twitter sprechen und natürlich über Podcasting, letzteres vor allem für NGOs.

Man soll nicht glauben dass in einem Land wie Kambodscha keine IT-Experten leben. Es gibt wenigen und ich glaube fast alle werden kommen (150 Teilnehmer haben sich angemeldet), und diejenigen sind die IT-Elite des Landes. Plus einige Ausländern, aus Saigon werden wir mit 5 Leuten kommen.

Barcamp Berlin und Konsorten mögen ja nett sein, aber Phnom Penh ist echt eine Freude für mich. Und derzeit basteln wir auch am Barcamp Saigon, 15. November ist angepeilt, derzeit hängt es am Raum.

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