SEO-Richtlinien bei Verlagen

UPDADTE: Mein ehemaliger Kollege Peter Schink, den ich sehr schätze, hat einen hörenswerten Vortrag zu diesem Thema beim Netzwerk Recherche gehaten.

Die Süddeutsche beschwert sich, dass es keine Richtlinien für Suchmaschinenoptimierungen bei Erlagen gibt und schaut neidisch auf Welt Online, weil die dank SEO wohl mächtig PIs kriegen.

Warum lehnt sich die Sueddeutsche nicht einfach zurück, geht zu den Werbekunden und sagt: Hier, das sind unsere Seitenaufrufe und Besucher, das sind echte Leser und nicht solche, die irgendwoher kommen und irgendwas gesucht haben. 30 bis 40 Prozent machen Googletreffer bei Zeitungen aus, vielleicht sogar noch viel mehr.

Der Werbeagentur kann das wurscht sein, ich verstehe nur nicht warum die werbenden Firmen noch nicht aufgewacht sind. Die Googletreffer sind völlig an der Zielgruppe vorbei und ich wundere mich immer, wie man ein Leserprofil online erstellen kann, wenn man 40 Prozent der Leser nicht befragt.

Share Button

5 thoughts on “SEO-Richtlinien bei Verlagen

  1. Georg

    Thomas, ich muss dir widersprechen. In der Regel sind über Google generierte Visitors/Visits die relevantesten überhaupt. Ich habe eben hier nicht den Zufalls-Surfer, der sich von großen Bildern, reißerischen Texten oder ähnlichem leiten lässt (push), sondern Pull-User, die gezielt nach einem Thema suchen (“abgeltungssteuer neuregelungen”), einen Treffer der SZ, WELT oder sonstwas sehen und dort relevant lesen.

  2. Thomaswanhoff Post author

    Und wie bitte sieht dann das Profil des Nutzer aus Sicht des werbenden Unternehmens? Ich bewerbe dann Produkte für Menschen die nach Neuregelungen für die Abgeltungssteuer suchen?
    Das mag allerdings dann funktionieren, wenn wir über kontextbezogene Werbung reden. Tatsächlich glaube ich aber bei und für Zeitungen mehr an die Markenbidung, um Besucher genauer zu profilieren. Wenn meine Kunden keine Bindung mehr an mich haben ausser dem Inhalt. Ausnahme hier> Mein Inhalt ist so gut dass der Zufallssurfer hängen bleibt, bezweifel ich aber, weil der nämlich mit seiner Steuererklärung hängenbleibt.

  3. eric

    Wieso sollen Googletreffer an der Zielgruppe vorbei sein? Wenn jemand über die Suche nach “Steuererklärung” auf eine Tageszeitung gerät wird sich der Werbetreibende ein Loch in den Bauch freuen, wenn er versucht, ein Steuersparprogramm zu verkaufen und dieses dann im Umfeld eines journalistischen Beitrages bewerben kann.
    Warum sonst sollte er denn auch in Magazinen werben, die den Abonennten zugestellt werden? Oder die sich über eine Titelzeile wie “Jetzt mit xy Steuern sparen” verkaufen????
    Ich würde mal sagen, Google ist nicht böse sondern halt da. Und es macht schon Sinn, sich Google zum Freund zu machen. Oder?
    grüße
    eric

  4. Thomaswanhoff Post author

    Ich bin der Letzte der was gegen Google hat und @eric, ich gebe dir recht wenn es denn um kontextbezogen geht.
    nur ist es das nicht zwangsläufig: ich glaube nicht dass alle die werbebanner mit bildchen und flash kontextbezogen sind. tatsächlich werden höchstens rubriken oder wenige stichwörter gebucht) wirtschaft, textilien) oder so. und überlege wieviele direkte kunden eine zeitung dann haben muss, um alle diese treffer abzudecken?
    Nimm diesen Artikel, auf der Suche nach Koks und Manager komem ich drauf: http://www.welt.de/wirtschaft/article2106417/Die_Koks-Nasen_auf_den_deutschen_Chefsesseln.html.
    Die Werbung dazu: BMW, Citibank, Hotelzimmer, Versicherungen.
    Nix context, alles gleich im Bereich Wirtschaft.
    Genau das meine ich: Die Werbung läuft nicht mit den Googletreffern, und dann bringt das auch nix. Wer nach Strompreisen sucht, kann schlicht einer sein der Preise vergleichen will, ein Öko der ein Argument sucht für Solarstrom, ein BWL-Student und und und. Die bekommen Wirtschaftwerbung angezeigt, und die Werbenden haben null Einfluss darauf, ob das potenzielle Kunden sind oder nicht. Im Bereich Wirtschaft einer Tageszeitung aber wissen sie, wer das liest und können entsprechend werben.

  5. eric

    o.k., das ist wahr. Aber hier würde ich sagen, dass die Werbewirtschaft dieses Problem nicht nur im Internet hat. Hier ist es zumindest theoretisch relativ klar, wer guckt und wer klickt.
    Im Fernsehen gibt es eigentlich nur selten so einen guten Kontextbezug wie bei “Monk” und “Zewa wisch und weg” 😉
    Na ja, aber ich denke du meinst, dass eine Zeitschrift zumindest mal die Leute hat, die das Heft gekauft haben und die irgendwie zur Zielgruppe gehören. Und ein Banner auf einer Seite, die einfach nur er-googelt wurde ist natürlich pures Roulette.
    Das stimmt. Aber wir sollten das niemandem verraten, weil die Werbebranche eh schon verhältnismäßig zu wenig Geld ins Netz tut, oder? 😉

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>