Die Deutsche (Reichs) Bahn und die Konkurrenz

Hier in Asien reist man vor allem mit dem Bus. Bahnverbindungen gibt es wenige und die dauern meist Ewigkeiten. Zum Vergleich: Komfortabler Liege-Bus von Bangkok an die Grenze zu Laos 8 Stunden und 800 Baht, Zug 14 Stunden, Grossabteil, Kakerlaken, 800 Baht. Busreisen sind also aus vielerlei Gründen angesagt.
Nicht so in Deutschland. Ein Gesetz der Nazis (von 1934) gibt der Bahn ein Monopol. Es gibt KEINEN Grund mehr für dieses Monopol, außer den volkseigenen Betrieb zu schützen. Jetzt haben ein paar pfiffige Unternehmsngründer versucht, eine Alternative zu gründen und werden von der Bahn verklagt. Weil man sich eben auf das Nazi-Monopol beruft.

Ich kenne solches Geschäftsgebahren eigentlich nur aus Ländern wie Vietnam, wo man Konkurrenz noch nicht gewohnt ist und die Beziehungen zu Machthabern entscheiden, ob man ein Geschäft machen darf oder nicht. Es scheint aber auch in Deutschland noch gang und gäbe zu sein, Staatsbetriebe zu schützen. Man nehme die Gefälligkeiten für die Post oder eben die Deutsche Bahn.

Dass man bei der Bahn jegliche Skrupel verloren hat, erfährt man schon wenn man Kunde ist oder gar ins Bordbistro geht. Der Hauch von Mitropa ist einem Sturm an schlechtem Service gewichen. Die Stuttgart 21-Diskussion hat gezeigt, dass die Bahn sich immer noch als Staatsbetrieb versteht und mit genau den gleichen Mitteln gegen andere vorgeht, mit denen man in sozialistischen Ländern unliebsame Geschäftspartner aus dem Weg räumt.

Wer jetzt argumentiert, die Bahn nutze nur geltendes Recht, hat den Sinn des Artikels nicht verstanden. Ich kenne moralisch ein Gesetz aus dem Jahr 1934 nicht als geltendes Gesetz an, auch wenn das 1945juristisch ein netter Trick war, nicht noch mehr Entschädigung zu zahlen.

So werde jetzt mal auf Facebook schimpfen gehen, bei der Bahn natürlich.

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