Lieber SWR,

Du hast uns ja neulich so wunderbar aufgeklärt über Thailand und die Kinderschänder, in einem so differenzierten Bericht, der ganz ohne voreingenommen zu sein die Dinge schildern sollte. Klar, Prostitution gibt es nur in Thailand, deswegen ist das unerhört, und alle Männer wollen dort nur das eine. Klischees machen es halt einfach für SWR-Reporter, die nicht mal ordentlich englisch können. Gut der Bericht ist ein Jahr alt, aber das ist ja das schöne an Wiederholungen, man füllt sein Programm, das Ding ist bezahlt, der Inhalt eh egal.

19.07.2007 um 21.00
Die Rückkehr der Sextouristen
Der Tsunami, die Armut und die Prostitution
Ein Film von Wolfgang Luck
Wiederholung vom 29.05.2006

Solltest Du demnächst mal was über Kambodscha machen, hier eine schöne Anleitung für Deinen Bericht:
How Not to Write About Cambodia

Always use the words heart of darkness, genocide, traditional, and poor…emphaise poor, extreme poverty and malnurtition.
Subtitles may include the words, war, Khmer Rouge, Angkor, and communism. Also use backward, untouched, extreme deprivation. Note that the people always means Khmers not any of the other ethnic minorities living in Cambodia such as Chinese, Vietnames, Cham or Hilltribes. Never have a picture of a well-adjusted, educated Cambodian on the cover of the book, remember there are no eductaed people, they were all killed and since they were all killed there were only ever dumb people left. So no more smart or eductaed people have ever been born because only dumb people were left to populate the country. Don’t say this outright, merely infer it. Describe images of rice farmers, migrant workers, more rice farmers or naked chidren.

Mehr auf der Seite von Nerd Girl

Um das noch zu sagen: Ich bin der Letzte, der hier die Prostitution im allgemeinen und die Kinderprostitution im Besonderen schön reden will. Meine Kritik am Bericht ist, dass eben der Fokus auf die Kinderprostitution zu kurz kommt und nicht genügend in die Tiefe geht, dafür dann lieber Klischees bedient. Ein Beispiel: Neckermann erklärt in einem in einem Hotel ausliegenden Ratgeber zum Beispiel, das manche Hotels Gebühren verlangen, wenn man einen Gast mit aufs Zimmer nimmt. Das nennt man im Bericht schon Förderung der (Kinder)-Prostitution, befragt aber nicht Neckermann dazu, sondern irgendeinen Verbandshansel, der gar nichts sagen kann. Natürlich fahren Männer auch nach Thailand, um dort Sex zu kaufen. Das an sich ist aber kein Verbrechen. Die Lebensbedingungen der Frauen dort, das Benehmen der Kunden, die Gier der Barbesitzer, das wurde zwar angesprochen, aber eben nur punktuell.

Was Kambodscha angeht, das noch:

In Cambodia, for example, 44% of the girls forced to prostitute, had their first sexual contact with foreign tourist.

Round 3 million kids become victims of sexual exploitation around the world. 10 % from 842 million tourists choose destinations depending on sex tourism possibilities.

Sex tourism prospers in quite developed destinations as Morocco, Hungary, Chez Republic and Poland. No matter what Asia is still the absolute phenomenon.

One thought

  1. Ich habe den Bericht gestern auch gesehen. Ich glaube, dass es schwierig ist, in gerade mal einer Stunde alle Facetten erschöpfend zu behandeln. Wenn der Titel “Die Rückkehr der Sextouristen” heißt, dann erwarte ich keinen Tiefgang in punkto Kinderprostitution. Das Thema allein füllt eine eigene Sendung.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *