Liebe deutsche Botschaft in Phnom Penh,

ich muss leider schon wieder Kritik üben. Morgen ist der 3. Oktober, und ich höre nichts, aber auch gar nichts von Euch. Wöchentlich werde ich zwar über den aktuellen Stand der Vogelgrippe informiert, und neulich kam sogar die Nachricht, ein Pfarrer wolle uns besuchen, das war es dann aber auch.

Nun könne man sagen, die deutsche Botschaft ist gar nicht für die Deutschen da. Zimindest nicht für die Belustigung zum Staatsfeiertag. Das ist aber schade. Denn die Australier feiern hier von botschaftswegen ganz schön. Und die Israelis ihren Yom Kippur. Nur wir Deutschen müssen uns am Wochenende mit einem Oktoberfest im Sunway Hotel zufrieden geben, das nicht vom Auswärtigen Amt, sondern von Pepsi und Angkor Bier (!) gesponsert wird.

Leider musste ich ja die Einladung zur Botschafterkonferenz in Berlin absagen, weil die Anreise aus Kambodscha zu teuer war. Da wäre es nämlich um Kommunikation im Internet gegangen.

Jetzt gibt mal eine Lehrstunde hier, und zwar gratis: Sollte das wieder jemand bei der deutschen Botschaft lesen, bitte nicht verzweifeln und meine Frau fragen, ob sie verwandt ist mit mir (wie nach meinem letzten kritischen Eintrag über Euer defektes Fax). Einfach einen Kommentar schreiben. So macht man das im Internet. Oder eine Mail. Oder beides.

Ich hätte mich schonüber eine Feierstunde, oder irgendwas, vielleicht sogar eine Mail “Wir haben keine Zeit für eine Feier” gefreut. Soviele tausende Deutsche gibt es nicht in Kambodscha, oder? Und selbst wenn, per Mail wäre das ein Klacks gewesen.

Na, vielleicht sehen wir uns ja beim Oktoberfest, das erste in meinem Leben.

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