Podcasting im B2B-Bereich

Hugo E. Martin schaut voraus auf die Knowledge Storm Studie und was sie uns übe Podcasting sagen wird:

– 32% of the respondents said their usage of Podcasts has ‘increased’ or ‘significantly increased’ in the last six months

– 41% of respondents said they had listened to Podcasts on more than one occasion

– 13% said they ‘frequently’ download Podcasts

– 34% said they have ‘never used a Podcast

– 69% of B2B respondents said they listened to Podcasts at their computer

Dazu passt dann auch die IBM-Studie über Konvergenz und Divergenz:

1,4 % der Befragten in dieser Studie in Deutschland nutzten Anfang 2006 Podcasts – das sind nur unwesentlich weniger als in den USA in 2005 erhoben wurden.

Ich bin ja nun der letzte, der Podcasting nicht immer optimistisch sieht, aber 1,4 Prozent sind dann doch eher Nische, oder? (so eine Zahl gab es neulich schon aus Amerika.)

Social Media haben ohnhein noch nicht die Gewichtung, die sich mancher Insider wünscht:

Bei der Informationsqualität vertrauen junge Nutzer eher auf „ Peer-Review“ , ältere hingegen auf vertraute Marken

Leider haben wir eine übealterte Gesellschaft, da ist also noch eine Menge zu tun.

Bei allen – auch von mir immer unterstützten und auch bei meinem Arbeitgeber offensiv vertreten – Vorteilen der Social Irgendwas: Man sollte daruf achten, dass der Leser-Nutzer-Konsument das auch versteht. Online zuerst ist schon und gut, aber wenn dann Tagclouds auf der Startseite der Zeitung stehen, kann das Verwirrung schaffen (gemeint ist der Begriff Tag-Cloud).

Ebenso allzu interne Begriffe wie Reporters Desk (Readers Edition) können Unsicherheit schaffen.

Dagegen haben aber Readers Edition und Focus live schon richtig erkannt, dass man möglichst deutsche Begriffe verwenden sollte für seine Kategorien.

Genau darin liegt der spannende Aspekt: die ganzen Tools, die es gibt, so umzusetzen, dass Heinz und Gerda sie verstehen und benutzen. Gerade beim Podcasten erfahre ich immer noch, wie schwer es zu vermitteln ist, wie man das nutzt und was das ist.

Und wieder dreht ein Großer durch

Manche kapieren es einfach nicht. Paul bat mich, sein Problem auch hier bekannt zu machen:

Yell, the worlds biggest yellow pages publisher, today threatened to shut down Yellowikis, the wiki based yellow pages directory.
They accused Yellowikis co-founders Paul Youlten and Rosa Blaus (his 15 year-old daughter) of “misrepresentation”, “passing off” and suggested that using the name Yellowikis could “constitute an ‘instrument of fraud'”
Yell are demanding that Paul and Rosa Close down the website, transfer the domain names to Yell and agree to pay damages to Yell for loss of profits. (Yell made $2.4bn in 2005, Yellowikis made a loss of $500 which was used to print t-shirts promoting Yellowikis at the Wikimania conference in Frankfurt)
Paul Youlten said: “This threat from Yell to shut us down looks like a sign of desperation. The whole yellow pages industry is in crisis. Use of the paper directories is collapsing as people get broadband internet connections in their homes. Small and medium sized businesses are beginning to notice that their customers are ringing them up and saying “I found you on Google” and not “I found you in the yellow pages””

Rosa Blaus said: “Maybe they are a bit jealous of Yellowikis because we allow companies to add videos, skype IDs, email addresses, instant messaging, in as many categories and languages as they like for free.”

This article features first-hand journalism by a Wikinews member. See the talk page for more details. Articles are translated through WORTNET.
Rosa Blaus suggested to her father that they set up Yellowikis after she noticed small businesses were deleted from Wikipedia for not being “encyclopaedic”.
Yellowikis has been growing at 8.7% month-on-month and has 494 editors and about 5,000 articles listed.
The threat of legal action came after an article mentioning Yellowikis was published in The Independent newspaper.


Die Jungs von Yell kann man hier auf den rechten Weg zurückführen

Eben bei W&V: Holtzbrink startet germanblogs.de

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck startet Germanblogs.de, das sich als themenorientiertes Experten-Blognetzwerk etablieren soll. Für die Konzeption und Umsetzung zeichnet das Medien- und Consulting-Unternehmen Boogie Medien verantwortlich. Zum Start verzeichnet das Medienangebot 30 Weblogs aus den Bereichen Gesellschaft, Leben, Unterhaltung, Metropolen, Sport und Technik.

Hmm, die hatten wir doch schon mal..

Damals schrieb ich:
Im Bereich Reise finde ich dort folgendes Expertenposting schön (es ging um einen Piloten,der den falschen Flugplatz anflog):
“Warum eigentlich gleich ein Drama darum gemacht wird ist mir nicht klar. Auch ein Pilot darf sich mal irren, wenn die äußeren Bedingungen schlecht sind. Man hört schließlich auch immer wieder, dass ein Flugzeug auf der Autobahn (Not-)gelandet ist. Da hat es dieser Pilot doch besser gemacht, immerhin landete er auf einem Flughafen. “

Nun, man will Qualität von Experten bieten. Ich habe einfach mal den ersten Artikel im Bereich Politik rausgenommen und poste ihn hier quasi als synaptische Vergleichsmöglichkeit im Sinne eines Zitats:

Ranglisten sind in. Doch nicht nur Hitparaden, Sportler, Universitäten und Schulen müssen bzw. wollen sich einem Ranking unterziehen, auch die dunkle Seite der Macht sucht den internationalen Vergleich – die Top Ten der Diktatoren.

And the winner is … Omar al-Bashir (im Bild). Der Titelverteidiger aus dem Sudan setzte sich auch in diesem Jahr im Ranking der Parade, einer Sonntagsbeilage vieler englischsprachiger Zeitungen, durch. Auch auf den Plätzen zwei (Kim Jong Il) und drei (Than Shwe) gab es keine Veränderungen zum Vorjahr. „Gewinner“ dieses Jahres ist Islam Karimov, der sich vom 15. auf den 5. Platz verbessern konnte. Auch Ayatollah Khamenei stieg neun Plätze und landete auf Platz neun der Rangliste, die sich auf die Berichte von Menschenrechtorganisationen, dem Freedom House Index, Reportern ohne Grenzen und ai stützt.

In diesem Jahr tauchen allerdings zwei Diktatoren nicht mehr in der Liste auf: Muammar al-Gaddafi und Pervez Musharraf. Der Grund hierfür ist aber nicht die wieder entdeckte Liebe zum Menschen, sondern dass die anderen Diktatoren einfach noch eins draufzusetzen wussten, was Brutalität und Unterdrückung betrifft.

Und das ist der Artikel, auf dem der Expertenbeitrag beruht:

Immer wieder erfrischend: Die Titelgeschichte “Die Top Ten der schlimmsten Diktatoren der Welt”, jährlich veröffentlicht in der Zeitungs-Sonntagsbeilage “Parade”. Schon ein paar Tage alt, aber nicht minder interessant.

Platz 01: Omar al-Bashir (62), Sudan, seit 1989 an der Macht
Platz 02: Kim Jong-il (63), Nordkorea, seit 1994 an der Macht
Platz 03: Than Shwe (72), Birma, seit 1992 an der Macht
Platz 04: Robert Mugabe (81), Simbabwe, seit 1980 an der Macht
Platz 05: Islam Karimov (67), Usbekistan, seit 1990 an der Macht
Platz 06: Hu Jintao (63), China, seit 2002 an der Macht
Platz 07: König Abdullah (82), Saudi-Arabien, seit 1995 an der Macht
Platz 08: Saparmurat Niyazov (65), Turkmenistan, seit 1990 an der Macht
Platz 09: Seyed Ali Khamenei (66), Iran, seit 1989 an der Macht
Platz 10: Teodoro Obiang Nguema (63), Äquatorial-Guinea, seit 1979 an der Macht

Geradezu mutig für das eher konservative Blatt sind die Plätze 06 und 07. Immerhin sind China und Saudi-Arabien geschätzte Handelspartner der USA. Der bizarrste Diktator herrscht in Turkmenistan: Saparmurat Niyazovs “Regierung” betreibt einen absurden Personenkult und verbietet unter anderem Autoradios, die Synchronisierung von Filmen und Fernsehsendungen und das Spielen von zuvor aufgenommener Musik im Fernsehen und auf Hochzeiten. Außerdem ließ Niyazov alle Nationalparks und Büchereien in ländlichen Gebieten schließen, feuerte 15.000 Angestellte des Gesundheitswesens und ersetzte sie mit unausgebildeten Militärschergen. Dazu verkündete er die Schließung aller Krankenhäuser außerhalb der Hauptstadt und ließ die Ärzte statt des hippokratischen Eids einen Eid auf seine eigene Person schwören. Mehr Details gefällig? Hier entlang, bitte.

Der Originalartikel bei Parade.com widmet jedem Diktator einen eigenen Absatz.

Was lernen wir daraus? Offensichtlich ist das Stille-Post-Spiel Qualitätsbloggen (oder Experen-Blogging). Den vom Original ausgehend nehmen die Informationen ab, bei Germansblogs bleibt nur noch die Aufzählung.

Nichts gegen flappsigen Schreibstil, aber ein wenig Gehalt muss dann schon sein (damit es auch Gehalt gibt, was ein Wortspiel…)

Besser ist da der Beitrag über die deutsche Flagge

Und gar köstlich und ein wunderbares Beispiel, wie Blogs besser sein können, ist der Fußballbericht vom Italienspiel.

Und am Artikel übers Podcasting konnte ich naturgemäß nicht vorbei. Den möge sich ein jeder selbst zu Gemüte fühen,ich bin da etwas befangen…

Fazit: Wenn wir auch noch erfahren, was Holtzbrinck an Honoraren zahlt (und wann), dann könnte das Konzept greifen. Ich glaube eh, dass es zu wenige Blogs gibt, die Themen wie Reise etc. haben.

Fon verschenkt (fast) Router

Fon ist nicht nur der Name einer lieben Freundin in Vietnam, sondern auch meines Lieblings-Internet-Unternehmens 2006. Weil ich eigentlich das Prinzip für gut halte, nämlich auf Routerbasis bezahlbare Hotspots zu schaffen (und damit den Magentas endlich den Markt wegzunehmen, in dem sie satte 10 Euro pro Stunde fürs Surfen nehmen).

Nun sagt Fon heute,sie “subventionieren” 1 Million Fon-Router. Ich verstehe solche Aktionen, wenn ich einen Markt besetzen will und Kohle in die Hand nehme, die der Mitbewerber nicht hat.

Nun hat Fon in diesem Bereich aber keine Mitbewerber. Was sonst also ist der Grund? Ich fürchte, weil keine Sau diese Router haben will. Ich selbst wollte Fonero werden in der Hoffnung, nur eine Software auf meinen D-Link-Router zu spielen oder ein kleines Kästchen anzuschließen. Aber damals waren die ersten Router gerade ausverkauft und das war es dann. Ich bin da typischer Kunde: Wenn es nicht einfach geht, dann mag ichs nett.

Aus der Pressemitteilung:

FON bietet nun seine stark subventionierten “FON Community Router” allen Interessenten in Unternehmen,Behörden, Organisationen sowie Privatleuten an, die ihren Breitbandanschluss (maximal 50%) mitanderen auf teilen wollen. Im Gegenzug erhalten sie dafür weltweit kostenlosen Internetzugang über alle anderen “FON Community Router”. Ziel von FON ist es, im Herbst dieses Jahres bereits 50.000 aktive FON Hotspots zu haben und bis Ende 2007 eine Million aktive FON Community Hotspots vorzuweisen.

Ich halte deshalb FON für wegweisend, weil der Community-Gedanke richtigerweise mit Geldverdienen verbunden ist. Den am Ende des Tages, und das erfahre ich selbst leidvoll, nehmen Vemieter immer noch Euro, keine Blogeinträge und Karma-Punkte. Und weil ich glaube, dass Esther Dyson und Christiane zu Salm, die ich beide kennenlernen durfte, da nicht ohne Grund eingesteiegen sind.

Ich hoffe mal, dass man mit der eine-Million-Router-Aktion sic nur aufs klassische Marketung verlassen will und das nicht schon das Ende von Lied der Fonoeros ist.

Leider mag fon mich weniger: Ich versuche mich anzumelden, aber obwohl username und passwort stimmen, komm ich nicht rein. schade auch.

UPDATE: Ich habs dann doch geschafft – die fünf Euro werden aber 26, wenn man Shipping und MwST. dazurechnet.

Dem Weltherrscher sein Content…

… wird wohl geklont, geklaut, ausgeliehen, wie auch immer…

Das Interessante an diesen nebulösen Portalbetreibern, bei denen sich plötzlich Content befindet, den andere schon vorher geschrieben haben ist, dass sie offensichtlich so viel Kohle machen, dass Anwaltskosten keine Rolle mehr spielen.

Wenn ich automatisiert Content von anderen ziehe, diesen dann um seine Großbuchstaben bringe und ihn zeitrückversetzt erscheinen lasse, dann ist das erstmal Betrug, mindestens aber ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Und eine Sauerei natürlich.

Solidarität!

UPDATE: Mehr gibt es hier zu lesen

Anina springt in den Pool und ich will Geld

Robert Basic hat mich wieder an Revver erinnert, und da hab ich dann mal meine in den Pool springende Annina hochgeladen, auf dass auch hier fleissig geschaut wird. Revver schaltet am Ende einen Werbespot – genauer ein Standbild – und da habe ich gar nichts dagegen, weil Revver das Geld teilt. Das ist fair und ein ordentliches Geschäftsmodell, finde ich. Leser dieses Blogs mögen mich durch Anschauen bestätigen 🙂

Nee, oder?

Manchmal mag ich Spam-Mails:

Wir starten in Kürze ein Projekt das zurzeit im Beta Stadion ist und wollen uns bei erfolg der seite Selbsständig machen unsere Kategorien sind unter anderm ,
Kostenloser Firmenverzeichnis
( Online Shopping Beta Stadion )
Computer & Technik
Film & Musik
Finanzen
Fitness & Gesund
Gaming & Spiele
Hobby & Freizeit
Horoskope
Jobs & Bildung
Nachrichten
Wissenschaft
Deine Links
Gelbeseiten
Mutter & Kind
Gesetze §§§
Welche möglichkeit gibt es Nachrichten von ihnen direkt auf unserer Seite einzubinden?

Keine. Wir schreiben deutsch. Das würden ihre Leser nicht verstehen.

Übersinnliche Hilfe gebraucht

Es wäre schön wenn alle die hier ab und an vorbeikommen mir und meiner Liebsten mal am Donnerstag die Daumen drücken. Warum? Ist noch ganz geheim. Aber ein paar Leute würden das bestimmt spüren, und das wäre schön. Wenn’s klappt, gibt’s hier natürlich als erstes die Nachricht.
UPDATE: Danke fürs Daumendrücken, aber es hat nicht sollen sein (und deshalb kann ich auch leider nicht mehr sagen…)

Nochmal Readers Edition

Der von mir hochverehrte Robert Basic hat sich zum Thema “Readers Edition” und dem Tazbeitrag dazu geäußert. Dieses Stöckchen kann ich natürlich nicht liegen lassen.
Robert schreibt:

Letztlich ist es völlig egal, ob die TAZ der Meinung ist, dass Readers Edition schlechte Qualität abliefert. Das Volk entscheidet über Wohl und Wehe einer Zeitung, ob die Zeitung nun in Schönheit sterben oder in Geld schwimmen will, interessiert den Kunden nicht.

Das Volk will aber Qualität. Es will nicht, dass irgendwer Gerüchte schreibt, sondern will dem Medium vertrauen können. Das bedeutet aber, dass er für diese Qualität bezahlen muss – und will.

Die Blogger, die nun für die Netzeitung schreiben, kann man wohl eher zum Lager der Pro-Blogger Ambitionierten dazuzählen. Und ich nehme mal an, dass einige der RE-Schreiber nicht einmal Blogger sind. Diese Differenzierung geht mir etwas im Text unter, indem alle Blogger pauschaul in einen Topf geschmissen werden oder ich habe es falsch verstanden.

Warum nur nennt man die Nachwuchsredakteure der RE Blogger? Ich denke mal, hier wirds in der Begrifflichkeit doch unscharf. RE ist meinetwegen User Generated Content, aber kein Blog. Auch wenn es eine ähnliche Inhalte und Funktionen hat. Aber Blogs machen vor allem das Persönliche aus, nicht allein die Technik.

Ich würde glatt darauf wetten, dass Readers Edition schneller zum Erfolg wird, weil sie ein Modell verfolgt, dass viel näher am Zeitgeist der Netzbevölkerung liegt und die Faktoren, was Qualität ausmacht, ganz andere sind, als TAZ sie für sich definiert.

Zum einen nimmt die Netzbevölkerung (ich würde es eher einen Stamm nennen) vor allem zahlenmäßig falsch wahr (es gibt viel weinger als manche denken), zum anderen sollte man bedenken, dass kein Blog in diesem Land auch nur annährend so viele Leute erreicht wie schon eine regionale Tageszeitung (die auch noch pro Auslieferung mehr Informationen ausliefert. So schnell und übersichtlich wie eine Zeitungsseite ist kein Blog.) Ich will keineswegs sagen, dass Blogs nichts taugen und die Zeitung ohnehin siegen wird – aber man sollte bei aller Euphorie doch mal mit Menschen reden, die nicht den ganzen Tag im Internet surfen. Das erdet ein wenig.

TAZ ist da kein Player bis dato, sollte denen auch zu denken geben. RE wird aber ein Player sein. Vom Konzept her können die zwar Einiges falsch machen, aber die Chancen, es richtig zu machen, sind höher. Es passt einfach zur heutigen Zeit mE.

Die Taz ist ein Player, ein Meinungsplayer. Das wiederum hängt mit den Inhalten zusammen.

Ich persönlich lese kaum noch irgendwelche Online-Newsportale bekannter Printanbieter. Denn irgendwie kopieren sie alle die Texte voneinander, schmeissen es in ihre eigenen Qualitäsbratpfannen, wärmen es etwas auf und schon sind die Inhalte auf dem Tisch.

Das rührt natürlich an einem Problem, nämlich dem der Agenturhörigkeit. In der Tat passiert in der Zeitung nur, was in der Agentur geschieht. Alles andere findet selten statt. Daran könnten die Zeitungen tatsächlich zugrunde gehen. Wären wir schon wieder bei der Qualität. ABER: Die Blogs (und vor allem die Pro- oder A-Blogger) sind da nicht anders. Sie treiben auch allzugerne die immergleiche Sau durchs Dorf. Technorati listet doch eigentlich nichts anderes auf. Das nennt sich dann “via” und ist cool.

Im Augenblick gibt es wegen der Aufmerksamkeit der klassischen Medien – und nur deswegen – eine gewisse Euphorie, die ich aber für gefährlich halte. In Sachen Podcasting sieht man schon, dass es sich in Richtung Breite entwickelt, aber nicht wirklich weiter. Blogs unterstelle ich das auch schon. Es gibt nicht wirklich viele Blogs, die auch mal nachrichtliche Berichterstattung machen wie eben klassische Medien. Es gibt noch kein bundesweites Korrespondentennetz, wie es dpa hat. RE will vielleicht sogar so etwas aufbauen – nur sind das dann auch wieder Lieferanten für ein “klassisches” Medium. Soll heißen: Zeitung heißt nicht Papier, sondern Informationsvermittlung. Das können die auch wirklich gut, und das müssen Blogger inhaltlich und in der Menge und vor allem auch unternehmerisch beweisen. Vielleicht braucht es einige, die den Mut haben, einen Blogverlag aufzumachen, der sich weniger mit Kultur als harten Nachrichten beschäftigt, der wirklich Journalismus und Web 2.0 zusammenführt. Darin sehe ich die eigentliche Chance für Blogs, Podcasts und Co: Eigene Medienunternehmen zu gründen und den Etablierten die Stirn zu bieten. Burda und den Norwegern hinterherzurennen und alles schön zu reden sehe ich als falschen Weg.

Focus live – Lizenzkonflikte?

Ich habe mir heute mal Focus live angeschaut. Schade, dass sie immer noch in der MSN-Welt gefangen sind, das ist halt nicht gut fürs Image. Mir ist noch nicht ganz klar, was da beabsichtigt wird. Zum einen ist die Rede von klassischem User Generated Content, dann aber wieder heißt es “die besten veröffentlichen wir auf unserer Homepage”. Interessant ist ein Blick in die Nutzungsbedingungen

Im Bereich von Focus steht dieses:

Sämtliche Bildrechte liegen auch nach dem Hochladen beim Urheber. Sie räumen der TOMORROW FOCUS AG eingeschränkte Rechte zur Publizierung ein, die Sie in den Allgemeinen Geschäftsbestimmungen nachlesen können.
Um Ihre Fotos selbst zu schützen, können Sie digitale Wasserzeichen in das Foto einbetten. Dafür benötigen Sie eines der gängigen Fotobearbeitungsprogramme, wie z.B. Photoshop, Corel Paint, GIMP oder Paint Shop. Digitale Wasserzeichen sind in der Regel im Bild unsichtbar.

Allerdings ist die Seite ja im MSN-Frame gefangen. Und dort liest sich folgendes (kursiv von mir gestellt):

6.1 Microsoft erhebt keinen Anspruch auf das Eigentum an den Materialien, die Sie Microsoft bereitstellen (einschließlich Rückmeldungen und Vorschläge) oder auf MSN-Websites zur Einsicht durch die allgemeine Öffentlichkeit oder durch Mitglieder öffentlicher oder privater Community-Gruppen posten, uploaden, eingeben oder übermitteln (im Folgenden jeweils als “Beitrag” oder insgesamt als “Beiträge” bezeichnet). Duch Posten, Uploaden, Eingeben, Bereitstellen oder Einrichten (“Posten”) Ihrer Beiträge gewähren Sie jedoch die öffentliche Genehmigung zur Nutzung Ihres Beitrags: einschließlich der Lizenzierungsrechte zum: Kopieren, Verteilen, Übertragen, öffentlichen Ausstellen, öffentlichen Aufführen, Reproduzieren, Bearbeiten, Übersetzen und Umformatieren Ihres Beitrags; Veröffentlichen Ihres Namens in Verbindung mit Ihrem Beitrag; und das Recht zur Unterlizenzierung der genannten Rechte. Dieser Abschnitt gilt nur für rechtmäßige Inhalte und insoweit wie die Nutzung und Veröffentlichung solcher rechtmäßigen Inhalte nicht gegen geltendes Recht verstößt.

Genau das wird der interessante Teil werden bei Readers Edition und Co: Wenn es um Kohle geht. Nichts gegen die Einbindung der Leser, aber kein Unternehmen kann solche Angebote nur aus Spaß machen. Die Frage, warum ein Leser mir kostenlos Content zur Verfügung stellen soll,mit dem ich dann Geld verdiene, ist mir noch nicht hinreichend beantwortet.

Ach ja, was soll mir diese Meldung sagen: “IMG_1193.JPG: Dieses Bildformat wird leider nicht unterstützt.”?

Zusammenfassung: Tagcloud und schneller Upload gefallen mir. 100 MB Speicherplatz dürften bei Videos schnell weg sein, und dann?

Interessant wird sein, wie und ob die Bilder in den Focus Content eingebunden werden.

Ach ja: Das “Alpha” finde ich bei Angeboten wie Focus daneben. Das ist ein hochprofessionelles Unternehmen, dass solche Albernheiten lassen sollte.

Blog-Kommentierer mit kleinen Eiern (war: Blogger mit…)

Das ist mal als Bild zu verstehen: Das Problem der Blogosphere ist weniger ihre Relevanz oder Nicht-Relevanz, sind nicht die hundertausenden Teenie-Blogs, sondern sind Leute wie diese (gemeint sind die kommentierenden names Tim und Besucher), die Blogs und deren Kommentare nutzen, feige und aus dem Hinterhalt Leute zu verunglimpfen. DAS sind diejenigen, warum wir uns Sorgen machen müssen, ob Blogs ernst genommen werden.

Solche Leute haben früher wahrscheinlich aufmerksamkeitsheischend – je nachdem in welcher Zeit sie lebten und in welchem Teil Deutschlands – den Nachbarn verraten. Nur, weil ihnen dann jemand zuhörte.

Es gibt sowas wie Respekt vor dem anderen, und es gibt Grenzen: Diese werden immer wieder überschritten von einigen, die offensichtlich im Kindergarten nicht aufgepasst haben (und wahrscheinlich dort schon Petzen waren).

Ja, ich emotionalisiere jetzt auch, aber Empörung ist für mich ein probates Mittel gegen Unrecht, und das Unrecht darf nicht über die Empörung siegen, sondern das Unrecht muss aufhören, weil es die Ursache der Empörung ist und es hier ums Unrecht geht und nicht um die Empörung.

Ich finde, man sollte nicht nur bei Bloggern solidarisch sein, die gerade Abmahnbriefe von Firmen erhalten haben, sondern auch bei solchen, die dermaßen verunglimpft werden. Ich zumindest bin es mit Nicole, unabhängig im übrigen davon, dass es eine gemeinsame Veranstaltung ist und wir uns kennen.

Mir stellt sich ehrlich die Frage, diese Postingds zu entfernen.

P.S.: Liege ich richtig, dass solche Posting wie oben beschrieben meist oder gar ausschließlich von Männern kommen?