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Das Weblog von Thomas Wanhoff

Häuser-Domino: 10 Gebäude nacheinander eingestürzt

Filed under: Asien, vietnam — Thomaswanhoff at 2:06 am on Thursday, February 4, 2010

Das Stadtarchiv in Köln war ja “nur” ein Gebäude, das eingestürzt ist, hier ein Saigon haben wir gleich 10.

In a chilling domino effect, the collapse of a house in the heart of Ho Chi Minh City Sunday caused nine others in a row to collapse as well, but no casualties have been reported so far.
The incident happed at around 10.15 p.m. when some workers at the construction site of Saigon M&C building on Ton Duc Thang Street, District 1, were working on its third underground floor, witnesses said.
The workers then found artesian waters coming out from a small hole and very soon the water made it into a very big hole despite their efforts to fix it.
At the same time other workers found houses on Ham Nghi Street running across Ton Duc Thang starting to crack and subside, so they ran outside to wake up people in the houses for emergency evacuation.
Very soon after the people ran out of their houses, the house at No.3 Ham Nghi Street sank by several dozen meters, causing the one next to it (No.5) to cave in as well, witnesses said.

Das ist übrigens nicht der erste Fall. In der Dong Khoi ruhen die Bauarbeiten am Times Square, nachdem bei den Bauarbeiten Risse in den umliegenden Gebäuden auftraten. In der Nguyen Hue kam neulich das Dach herunter, und in der alten Stadt Hoi An stürzen Häuser ein weil sie nicht in Stand gehalten werden. Jede Woche lesen wir von Einstürzen.

Grund sind zum einen die schlechte Qualität der Häuser. Nicht weil sie alt sind (das auch), sondern weil man hier extrem billig baut. Das ist mehr Sand als Mörtel was da zwischen den Steinen sitzt. Und beim Stahl wird gerne auch mal die billigste Variante genommen, dei eigentlich nicht für den Hausbau geeignet ist.

Ausserdem kommt hinzu, dass bei Neubauten die Umgebung nur teilweise erforscht und gesichert werden kann. Im obigen Falle hatte man einen natürlichen Brunnen nicht erkannt (oder erkennen können), und der sprudelte plötzlich los. Gut, dass nieman verletzt wurde.

Thaipusam in Singapore

Filed under: Allgemein — Thomaswanhoff at 3:00 pm on Sunday, January 31, 2010



Thaipusam.JPG

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Wir waren gerade rechtzeitig zim Thaipusam Fest in Singapore. Wer ein wenig darüber erfahren will, sollte mal in meinen Podcast reinhören. http://wissenschaft.wanhoff.de.

Die drei Frauen tragen Milchschalen auf ihren Köpfen, und das ist eine milde Form des Büßens oder besser gesagt des Ablasses, denn die “Qual” nehmen die Gläubigen auf sich, um Besserung für Kranke von den Göttern zu erbeten. Andere stecken sich Speere in die Wange.

Effizienter arbeiten und das Leben genießen

Filed under: Asien, Mein Leben — Thomaswanhoff at 2:19 am on Wednesday, January 27, 2010

Ich habe drüben in meinem Vietnam Blog mal aufgeschrieben, wie ich recht effizient arbeite. Mein Ziel dabei ist so viel Freizeit wie möglich zu haben. Das bedeutet, die Dinge die erledigt werden müssen, auch zu erledigen, und auch die die vielleicht nicht ganz so wichtig sind. Ich denke unsere Arbeitsweise mit Büros, in denen man von 8 bis 18 Uhr arbeitet, passt nicht mehr zu dem, was wir arbeiten. Man musste früher vor allem auch deshalb ins Büro, weil dort die Post lag. Und weil man mit Kollegen sprechen musste (was per Telefon zu teuer war). Und wer keine Tageszeitung abonniert hatte, las sie im Büro. Heute ist das anders: Ich lese meine Emails morgens, als eine Art Multitasking, während ich das Frühstück mache. Ich muss die nicht im Detail lesen, aber ich mache eine erste Sortierung und sehe die Prioritäten. Gerade in einer globalen Welt bekommen wir Anfragen eben auch nachts, wenn in anderen Ländern gearbeitet wird.
Wer mit dem Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, kann dort schon Emails beantworten – das Handy machts möglich. Lange Businesstrips können heute per Skypekonferenz vermieden werden (auch wenn ich es natürlich gerne sehe, Manschen auch mal persönlich zu begegnen). Aber man kann viel Zeit sparen, die man dann anders nutzen kann. Nachdenken üm Beispiel, oder eben Freizeit. Um es mal übertrieben aber wahr auf den Punkt zu bekommen: Ich habe festgestellt, das 16 Uhr die beste Zeit für mich ist, eine Runde zu schwimmen. Also organisiere ich meine Arbeit so, dass ich um 16 Uhr schwimmen kann. Das ist dank Home Office möglich. Und weil ich keinen Boss habe dem ich das jetzt erklären muss. Die 30 Minuten Schwimmen hole ich locker rein, indem ich nicht pendel, indem ich nicht um 18 Uhr den Griffel fallen lasse, in dem ich nicht viel Zeit mit Schwätzen verbringe (ich schalte Skype zum Beispiel nur noch selten an, weil es ein Zeitkiller ist).

Daniel Wyss hat sich auch seine Gedanken darüber gemacht.

Ich selber prüfe meine Emails grundsätzlich nur zweimal täglich: Vor dem Mittagessen und vor dem Heimweg abends. Dazwischen ist mein Outlook zwar offen, aber ich schalte die Verbindung in den “Offline-Modus” um. Es ist mir nämlich aufgefallen, dass gerade das Emailprüfen am morgen immer länger dauert als es eigentlich dauern müsst – und eine Ablenkung von den eigentlichen Arbeiten ist.

Das halte ich zwar für etwas sehr restriktiv, aber der Ansatz ist gut: Es geht darum, die Kontrolle über seine Arbeit und vor allem seine Zeit zu haben.

Das hier halte ich für unglaublich wichtig und Arbeitgeber sollten das wirklich beherzigen:

Ich selber würde noch ergänzen: Schreibe Konzepte in Ruhe und durchaus auch mal zuhause, wenn der Arbeitgeber dir das erlaubt. Denn gerade in Grossraumbüros sind schlicht zu viele Störfaktoren, die dich von einem konzentrierten Arbeiten abhalten.

So, und wie arbeitet Ihr?

P.S.: Weil mir morgens die besten Ideen kommen und ich am kreativsten bin, habe ich diesen Beitrag kurz nach dem Frühstück um 8.15 Uhr geschrieben. Jetzt 30 Minuten Emails beantworten und dann zu einem Meeting.

Das erste Barcamp in Burma aka Myanmar

Filed under: Asien, barcamp — Thomaswanhoff at 2:31 am on Thursday, January 21, 2010

Sie haben es tatsächlich geschafft: Als ich im vergangenen Jahr einige Leute aus Burma beim Barcamp Phnom Penh traf und wir über ein Barcamp in Yangon sprachen, sagte ich, ich drücke Euch fest die Daumen, dass das klappt. Und nun ist es soweit: Am 23. und 24. Januar findet das erste Barcamp in Burma statt. Allein die Tatsache, dass die Leute es dort vorbereiten konnten, ohne dabei vom Staat behindert zu werden zeigt, dass sich auch dort was tut. Es scheint, als ob Staaten wie Burma, aber auch Vietnam und Kambodscha, bei Technologie etwas lockerer sind (obgleich ich nicht weiss ob die Herren Staatslenker wissen, welches Potential so eine Technologiebewegung haben kann, in politischer Hnsicht).
Wie auch immer, 1400 Registrierungen gibt es, und wer dem Barcamp Yangon folgen will, kann dies auf Twitter tun @barcampyangon oder sich die Webseite anschauen http://www.barcampyangon.org/.

Ich werde leider nicht dabei sein können, weil diese Woche mein Visa für Vietnam verlängert werden musste und ich es dann nicht mehr rechtzeitig geschafft habe, ein Visum für Burma zu bekommen :-(

Angst vor Google – Verschwörung bei ZEIT ONLINE – Gedanken zu einer Debatte

Filed under: Blogosphere, Journalismus, Pressefreiheit — Thomaswanhoff at 2:24 am on Tuesday, January 19, 2010

Und wieder hat wer zugeschlagen, diesmal Susanne Gaschke von der Zeit. Google muss demokratisiert werden, fordert sie.
Schauen wir uns mal ihren Artikel bei Zeit Online an:

Nun kommt das internetfähige Google-Handy Nexus One auf den Markt. Wie mit nahezu jedem modernen Handy kann man auch mit diesem Fotos machen – nur hat das Nexus ein Programm, das diese Fotos per Internet gleich zu identifizieren vermag.

Das geht auch schon mit anderen Android Handys. Apples iphoto zum Beispiel erkennt Gesichter, und die Software der Polizeibehörden ebenfalls. Mitnichten ist das ein Googleproblem. Mal abgesehen davon, dass es eine Rechtslage gibt, die es schlicht verbietet (zumindest in Deutschland), unerlaubt Bilder zu veröffentlichen. Statt aber Recht durchzusetzen (der Böse ist immer noch der der das Foto veröffentlicht) wird einfach mal der Überbringer der schlechten Nachricht verantwortlich gemacht.

Und was alles die Autorin auf uns zukommen sieht:

Es geht um Monopolansprüche auf die Ressourcen der Wissensgesellschaft. Es geht um Überwachung – durch Privatunternehmen und Mitbürger. Es geht um personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt.

Naja, Wikipedia hat diesen Monopolanspruch auch irgendwie, wenn es um Wissen geht. Und der Begriff der Überwachung ist mal wieder so eine Unterstellung, wie sie Journalisten eigentlich unterlassen sollten. Tatsächlich ist es der Staat der überwacht, und zwar nicht zu knapp. Und personalisierte Werbung, die den Kunden umzingelt??? Mich stört ehrlich der Werbemüll im Briefkasten mehr. Mal abgesehen davon das Werbung dezenter als bei Google kaum geht. Aber aus irgendeinem Grund ist Werbung ja jetzt auch böse. (Gerade von Printjournalisten ist das geradezu lächerlich, als ob die Zeit keine Werbung hätte. Und natürlich ist die auch personalisiert, wenn auch gröber).

Leider muss man bei Journalisten wie Frau Gaschke immer ein paar Absätze lesen, bis man sieht, dass manches vom Anfang relativiert wird. So räumt sie ein, dass man mit der Bilderkennung auch Bauwerke erkennen kann und so Informationen zum Beispiel zum Kölner Dom bekommt. Und das Google die Gesichtserkennung noch gar nicht freigeschaltet hat, eben WEIL es Bedenken gibt.

Weiteres Beispiel Street View, eine der verlogensten Debatten die ich je gehört habe. Mal abgesehen davon dass ich kein Recht am Bild einer Gemeinde oder gar eines Hauses erkennen kann: Solche Ideen gab es schon Jahre zuvor (ich selbst habe vor Jahren schon unter Cityimages.de alle Straßen meines Heimatortes fotografiert, mit GPS-Daten versehen und in eine Datenbank eingegeben, um diese Daten dann für Touristen mit Infos zu Sehenswürdigkeiten zu verknüpfen). Google halt lediglich den Vorteil, die Ressourcen zu haben und das Geld, um Autos mit Kameras durch die Welt zu schicken.

Bevor Google jemanden fotografieren lässt, muss die Firma den Betroffenen um Erlaubnis bitten.

Und so was von Journalisten: Liebe Frau Gaschke, einfach mal zurück ins Seminar für Journalisten gehen und ein bisserl Rechtslage lernen: Erstens muss man nicht um Erlaubnis fragen, ob man jemanden fotografieren darf (zumindest rechtlich nicht, gleichwohl gehört es zum guten Ton), sondern ob man es veröffentlichen darf, zum anderen aber, und das werden Ihnen die Kollegen Fotografen sicher auch sagen können, geht es um bildbestimmend. Sonst würden Sie niemals eine Fußgängerzone fotografieren dürfen. Schauen Sie mal in die Zeit und geben Sie mit bei jedem Foto bitte die schriftliche Bestätigung, dass diese Menschen mit einer Veröffentlichung einverstanden waren. Die hier zum Beispiel. Oder die hier am Strand.Oder die hier
Google macht – im Gegensatz zur Zeit – alle Gesichter unkenntlich. Die ZEIT nicht. Im übrigen finde ich die manuelle Facebook-Version des Bildertaggens viel unerträglicher.

Spätestens bei folgendem Absatz frage ich mich aber welche Kompetenz Frau Gaschke eigentlich hat:

Der Vorstandsvorsitzende Schmidt hat darauf eine einfache Antwort: »Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.«..Das aber ist totalitäres Denken. Eine demokratische Gesellschaft muss sich politisch dagegen wehren. Mit Gesetzen. Mit Demonstrationen oder Flashmobs vor Googles geheimen Serverzentren.

Natürlich ist das was Schmidt sagt Unsinn. Man kann alles tun, aber man sollte es vielleicht nicht veröffentlichen. Google selbst veröffentlicht nichts, Google listet nur was schon öffentlich IST!!

Es ist nicht Google, das überwacht. Erstens gibt man selbst das meiste von sich preis. Ich weiss, dass Susanne Gaschke eine Journalisten ist, 1967 geboren, sich für Kinder einsetzt, mit dem SPD-Politiker Hans-Peter Bartels verheiratet ist und sogar einen Wikipedia-Eintrag hat. Diese Informationen habe ich von ihrem Arbeitgeber ZEIT und eben aus der Wikipedia. Google hat sie nur gelistet.
Frau Gaschke gehört zu den Journalisten, die trotz akademischem Hintergrund das Internet nicht verstanden haben. Es ist so wie wenn man unliebsame Bücher aus der Bibliothek entfernen will und dafür die Karteikästen entfernt, die Bücher aber belässt. Frau Gaschke, glauben Sie denn das Bing und Yahoo nicht an ähnlichen Techniken arbeiten bzw. diese schon haben?

Ich finde es beeindruckend, dass jemand nach Demokratie ruft, um ein Unternehmen zu bekämpfen. Freies Unternehmertum ist einer der Grundpfeiler der Demokratie, und Firmen müssen sich an bestehende Gesetze halten. Und falls nicht, wird das von Gerichten geklärt und nicht von Politikern. Eine Lex Google allerdings wäre die eigentliche Bedrohung der Demokratie. Wie auch Journalisten, die Artikel zu Themen schreiben, zu denen sie auch ein Buch geschrieben haben, und man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der Artikel vielleicht nur eine PR-Maßnahme ist.

Susanne Gaschke ist Redakteurin der Zeit und Autorin des Buches “Klick: Strategien gegen die digitale Verdummung”.

DAS nenne ich von Werbung umzingelt sein.

Google macht öffentlich, was es sammelt. Der Staat macht das nicht, Es gibt keine Kontrolle. Politiker nicken Gesetze ab, die Deutschland zu einem der restriktivsten Länder machen, kaum woanders gibt es solche technischen Überwachungsmöglichkeiten seitens des Staates, ohne politische Kontrolle. Wo war die Demokratie bei Zensursula? Es bedurfte der FDP, nicht der SPD, um diese Frau wieder zurückzupfeifen. Demos sind vor dem BKA angebracht, und vor der SPD-Parteizentrale, aber bitte nicht vor Googles geheimen Serverzentren (ein geradezu kindischer Ausdruck im übrigen).

Das schwarze Gift: Der Kaffee in Hotels

Filed under: Mein Leben — Thomaswanhoff at 11:43 am on Monday, January 11, 2010

Morgenlatte
So soll ein guter Kafee aussehen

Ich habe im eHotelier die Kolumne von Bert “Bow-Thai” van Walbeek gelesen, der sich darüber beklagt, dass Hotel gewisse schlechte Angewohnheiten nicht ablegen wollen. Eine davon ist schlechten Kaffee zu servieren. Wer heute ein Hotel bucht, hat meist die Option “inklusive Frühstück” zur Wahl.

In der Tat habe ich selbst äußerst selten einen auch nur annährend trinkbaren Kaffee in einem Hotel bekommen – vor allem beim Frühstück wird meist Black Poison serviert. Der Grund? Man kocht Kaffee einmal um 6 Uhr morgens, am besten für 300 Personen, und läßt den dann auf der Wärme platte sich aller Aromen entledigen.
Da lob ich mir Vietnam: Da wird der Kaffee auch gekocht, aber man läßt ihn schlicht kalt werden, weil er hier meist mit Eis und Milch getrunken wird (Ca Phe Sua Da). Und kalter Kaffee hält sdin Aroma.
Es kann nicht wirklich ein Kostenpunkt sein, guten Kaffee zum Frühstück zu servieren. Zumal ich selbst kaum noch Breakfast included buche, sondern meist irgendwo anders Frühstücken gehe – Geld, dass das Hotel dann verloren hat.

Tofu Rollen

Filed under: Allgemein — Thomaswanhoff at 12:31 pm on Tuesday, January 5, 2010



fried tofu rolls

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Was aussieht wie Sushi, ist keins. Das sind Tofu Rolls, zubereitet in einem Vegetarischen Restaurant in Saigon (Lovin Hut). Die vegetarische Küche hier in Vietnam ist aussergewöhnlich lecker und variantenreich – und günstig dazu. Solche Rolls kosten gerade mal 1,50 Euro.

Audioboo: Vegetarisches Essen in Vietnam

Filed under: Allgemein — Thomaswanhoff at 12:05 pm on Tuesday, December 29, 2009

Listen!

Das Leben mit der Zensur in Vietnam

Filed under: Asien, Journalismus, vietnam — Thomas at 11:15 am on Wednesday, December 23, 2009

Ich habe drüben bei KoopTech einen Beitrag geschrieben, der es immerhin ins 6vor9 bei Bildblog und zu Netzpolitik.org geschafft hat.

Wie lebt es sich in einem Land mit Zensur? Ein Bericht aus Vietnam.

Ich lebe jetzt seit eineinhalb Jahren in Vietnam. Als ich hierher kam, wusste ich, welche Beschränkungen es für Journalisten gab. Ich wusste nicht, wie wenig man das merkt. Und genau das ist das Problem.

Es gibt Zeitungen, Fernsehsender, Blogs und Social Networks. Darin mitnichten nur Propaganda, sondern auch kritische Artikel über die Umweltverschmutzung, einen Korruptionsskandal, die schlechten Jahresergebnisse der staatseigenen Betriebe. Menschen diskutieren in Blogs die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, oder beschweren sich auf Twitter über den Verkehr. Man könnte meinen, die Medienlandschaft ist nicht anders als in Deutschland zum Beispiel.

Mehr drüben bei Christiane.

Liegt die Zukunft der Zeitung in Kleinanzeigen?

Filed under: Allgemein, Zeitungen — Thomaswanhoff at 6:32 am on Sunday, December 20, 2009

Um es gleich zu sagen: Wohl kaum. Als Craigslist ankündigte, sich weltweit ausbreiten zu wollen, horchten Verleger auf: Was, wenn das lukrative Geschäft mit den Kleinanzeigen plötzlich durch so einen Internetanbieter bedroht würde? Auch Google kündigte an, Kleinanzeigen in Printprodukte vermitteln zu wollen, scheiterte aber schnell.

Ich selbst habe lange Zeit bei einem so genannten Kleinanzeigenblatt gearbeitet und wir waren sehr sehr profitabel. 50 Prozent Redaktion, 50 Prozent Anzeigen. Natürlich freuten wir uns über einen Kunden, der 1/1 4c buchte. Aber genauso freuten wir uns über einspalting 60mm. Denn die Mischung machte es.

Der Markt ist nicht kleiner geworden, sondern vielfältiger. Kleinanzeigen werden heute per Ebay geschaltet, auf Regionalportalen oder eben noch in Print.

Die Zeitungen müssen sich schon zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt gegen rückläufige Anzeigenmärkte – insbesondere bei den extrem wirtschaftsabhängigen Stellenanzeigen – und darüber hinaus gegen sinkende Abonnenten- und Käuferzahlen behaupten.

schreibt der BDZV in seinem Jahresbericht.

Wenn man bei den Regionalzeitungen genau hinschaut, dann sieht man die Verteilung:

Die Entwicklung der Nettoanzeigenumfänge verlief in den Anzeigensparten sehr unterschiedlich: Während die Stellenanzeigen (-0,8 Prozent) und die Geschäftsanzeigen (-2,7 Prozent) nur leicht verloren und die Familienanzeigen (+2,3 Prozent) im Plus blieben, gingen die Umfänge bei Reiseanzeigen (-7,4 Prozent), Kfz-Marktanzeigen (-4,7 Prozent), Immobilienanzeigen (-14,1 Prozent) und Veranstaltungsanzeigen (-6,7 Prozent) teils erheblich zurück.

Soll heissen: Stellen werden immer noch regional gesucht. Und: Der Markt der sonstigen Anzeigen ging um 17.7 Prozent zurück, was bedeutet, dass die klassischen Verlage dieses Geschäft verlieren, zumindest bei den Zeitungen.

Ist weiter nicht schlimm, denn letztlich gibt es kein Anrecht auf Märkte. Und wen an grandios scheitert wie bei Rhein-Main-Klick, dann muss man halt mit ansehen, wie das Geschäft andere machen. Die Chance für Verlage liegt wohl nur noch in Zukäufen von Kleinanzeigenportalen. Selbst scheint man mmer noch zu schwerfällig zeu sein.

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