weblog.wanhoff.de

Das Weblog von Thomas Wanhoff

Man kann nie genug wissen

Filed under: Allgemein — Thomaswanhoff at 3:32 am on Tuesday, August 31, 2010

Das hat glaube ich meine Mutter immer gesagt. Und in Zeiten, in denen die Veroeffentlichung von Orginaldaten wie die Loveparade-Videos oder die Wikileaks-Dokumente so heftig diskutiert wird, erinnere ich mich gerade wieder daran.

Ich gebe gleich in Interview auf Dradio Wissen, da geht es um Medien in Asien. Der freie Austausch von Informationen ist hier nicht gerade eine Tradition, es geht eher nach dem Motto “Wissen ist Macht”. Und genau das hindert viele, sich weiterzuentwickeln.

Ich habe in meiner PR-Zeit eines gelernt: Untermehmen muessen verstehen, dass Informationen fliessen muessen und nicht herumliegen. Wir haben Krisen-PR gemacht, und alle Beispiele wie man es nicht machen soll zeigen eines: Der Informationsfluss funktionierte nicht.

“Es kommt eh alles raus”, ist auch eine Art Sprichwort, dass die Konsequenzen gut belegt. Wer Informationen nicht oeffentlich machen will, hat in der Regel Angst dass etwas zutage kommt, was er oder sie nicht gerne jedermann wissen lassen moechte. Leider wird das aber zu gerne verdeckt mit Argumenten wie Sicherheitsbedenken.

Ich glaube die Oeffentlichkeit kann heute genauso gut wie ein Untersuchungsausschuss und ein Zeitungsredaktuer ein Originaldokument beurteilen. Wir brauchen keine Gatekeeper mehr. Erklaerer, Erlaeuterer ja, aber niemanden der zu unserem Besten Informationen zurueckhaelt.

Ilse Aigner und die Postkarten

Filed under: Allgemein — Thomaswanhoff at 5:10 am on Sunday, August 22, 2010

Wenn die Herstellung von Postkarten erlaubt ist, weil der öffentliche Raum Gemeingut ist, dann trifft das auch auf Google Streetview zu. Wer das ändern will, ändert damit auch das Recht für Postkarten. Und: Selbst der Innenminister sieht kein Persönlichkeitsrecht für Gebäude.
Warum geifert also Zensur-Ilse Aigner dann noch rum? Die Rechtslage ist klar und gut. Ich fürchte, der Frau geht es nicht um Recht und Unrecht oder was gut für Verbraucher ist und das nicht, sondern um Profilierung. sie scheint zu denen zu gehören, die kaum leben können ohne jeden Tag in der Zeitung erwähnt zu sein. Gleich welchen Unsinn sie verbreiten.

Iconist: Eine iPad-Zeitschrift in der Kritik

Filed under: Journalismus, Print, springer — Thomaswanhoff at 2:14 am on Wednesday, August 18, 2010

Mein ehemaliger Arbeitgeber Axel Springer hat mir einen Gutscheincode geschickt, mit dem ich das neue ICONIST Magazin testen kann. Das ist nett, wer mag schon einen Rabatt Gutschein ablehnen. Ich wollte das Magazin mir anschauen, keine Frage. Ich schreibe das also nicht, weil Springer mich drum bittet. Das mal vorab.
Iconist ist ein rein fürs iPad gemachten Hochglanzmagazin. Mir ist die Zielgruppe nicht so ganz klar, aber es dürften wohlhabende Geschäftsleute um die 50 sein, die auch etwas technikaffin sind. Nicht dass man Technik braucht um das Magazin zu bedienen. Das geht recht einfach, wenn auch Neugier hilfreich ist um die Funktionen zu entdecken – scrollen zum Beispiel. Apropos Technik: an der Performance muss noch gearbeitet werden. Die Wartezeit beim Aufrufen von Artikel nervt und geht gar nicht. ansonsten stand eindeutig das Wired Magazin Pate. Man hat sich um interaktive Elemente bemüht, kleine Filmchen eingebunden, hat eine Portrait und eine Landscape Version (in der ich übrigens nicht in der Lage war die Prada Story aufzurufen).
Dennoch hat man ein wenig den Eindruck, das Multimedia eingebunden wurde, weil man es kann, nicht weil es sinnvoll ist (bei Wired sind die interaktiven Grafiken hervorragend). Keine Frage, Iconist ist mangels Konkurrenz die Nummer 1 der iPad Magazine in Deutschland. Aber es muss noch einiges getan werden.
Das betrifft vor allem den Inhalt. Man hätte auch einige Artikel mit Blindtext füllen können, so belanglos sind sie. Warum Natalia Avalon und David Garrett Modepüppchen spielen, ist mir schleierhaft. Die Rolls Rolls Story ist recht nett gemacht, aber ein 360 Grad Panorama wäre noch schöner gewesen.
Ich denke nicht dass es ausreicht, sinnleere Geschichten (Virtual Lookbook) um große Markennamen zu stricken, um mit Iconist Erfolg zu haben. Da geht noch mehr.

Im Übrigen stürzt Iconist gerne mal ab, vor allem beim Weiterblättern, auch noch etwas was behoben werden sollte.

Springer hätte besser daran getan, Iconist gratis oder deutlich günstiger rauszugeben. Ich hätte mich geärgert, für ein solches Testexemplar Geld auszugeben. Aber vielleicht bin ich auch nicht die Zielgruppe, was die Inhalte angeht.

Google Streetview: Es geht um staatliche Kontrolle, nicht ums Wohl der Bürger

Filed under: Blogosphere — Thomaswanhoff at 10:41 am on Sunday, August 15, 2010

Zunächst einmal: Dieser Artikel ist einer der besten zum Thema Streetview. http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-08-14/pro-google-street-view

Dann noch ein paar Anmerkungen meinerseits: Wenn Streetview keine Straßen ins Internet stellen darf, dann darf das niemand. Kein Atlas, kein Immobilienanbieter, keine TAGESZEITUNG. Man stelle sich vor, demnächst werden alle Häuser verpixelt in Zeitungen abgebildet. Denn auch Tageszeitungen verdienen mit diesen Fotos mittelbar Geld. Ich kann nämlich im Bereich Königstein der Taunus-Zeitung eine Anzeige schalten. Und wenn ich weiß, dass am Samstag Straßenfest in der Limburger Straße ist, dann schalte ich meine Anzeige am Montag, und voila, ich habe damit alle Interessierten an der Limburger Straße angesprochen. Wenn die Zeitung jetzt noch die entsprechende Software hätte, würden Anzeige und Foto und Text so auch im Internet stehen. Dass das nicht passiert hat nichts mit Zurückhaltung der Zeitungen zu tun. Wenn sie die Technik hätten, machen sie es (einige binden ja schon Google Ads ein).

Wer eine Gesellschaft ohne Werbung möchte, möge bitte einen Gegenentwurf liefern. Pauschale Verurteilungen von Gropßkonzernen ohne ein Mindestmaß an Wissen helfen wirklich nicht weiter. (siehe nochmal Artikel oben, dort auch bitte die Kommentare lesen).

Erneut stelle ich fest, dass sich die sozialistischen Länder in denen ich jetzt lebe de facto freier entwickeln als das ach so freie Deutschland (von Amerika mal ganz zu schweigen, die sind ja in manchen Bereichen noch schlimmer, wenn auch nicht bei Streetview).

Nur wil eine völlig inkompetente, karrieregeile Ministerin Aigner Amok läuft, muss man ihr nicht nachrennen. die Frau schützt keine Verbraucher, sondern nur ihren Posten und Mandat.

Der Staat will immer mehr Kontrolle über das Internet. Das sollte stutzig machen. Erst waren es Terroristen, die für die Vorratsdatenspeicherung herhalten mussten. Dann waren es Kinderpornos, die für die Internetsperren angeführt wurden. Und nun ist das Abbilden von Häuserfassaden schon eine Gefahr. Lächerlicher geht es nicht. Übrigens muss man kein Verschwörungstheoretiker sein, um ich dann noch zu wundern, warum die Amerikaner unbedingt Wikileaks verbieten möchten und in Deutschland dem Abmahnwesen gegen Blogger noch kein Riegel vorgeschrieben worden ist. Nehmen wir noch Gema und die Zeitungsindustrie hinzu, dann sieht es aus, als ob gewissen Eliten verzweifelt versuchen ihre Besitzstände gegen die Bürger zu verteidigen.
Das klingt besonders skurril wenn man in einem Land wie Laos und Vietnam lebt, in dem die Regierung bislang vorgab, den Willen des Volkes am besten zu kennen und sich nun immer mehr öffnet und dem Volk immer mehr zurückgibt.

Ausländern im Ausland: Adaptieren oder Ignorieren?

Filed under: Asien, Mein Leben — Thomaswanhoff at 4:40 am on Tuesday, August 10, 2010

Ich bin ein Spätzünder was das Leben im Ausland angeht, aber dachte mir, wenn dann richtig: Statt Schüleraustausch in die USA oder nach dem Abi mal 4 Wochen Gutes tun in Indien, habe ich den radikalen Schritt gemacht und einfach Deutschland verlassen, um in Asien zu leben. Ein Jahr Kambodscha, 2 Jahre Vietnam, jetzt Laos. In allen Ländern trifft man natürlich andere westliche Ausländer (Ex-Pats), und es scheint so, als ob es da drei Arten gibt:

Jene, die für eine kurze Zeit im Land sind und versuchen, ihren bisherigen Lebensstil so weit wie möglich beizubehalten. Das ist auch möglich, dank Globalisierung gibt es selbst in Laos Nutella.

Dann gibt es solche, die sich sofort in den nächsten Sprachkurs begeben und so schnell wie möglich adaptieren wollen. Sie essen nur noch in billigen lokalen Restaurants, versuchen Kontakt mit Ausländern zu vermeiden.

Ich habe einen dritten Weg gewählt: Ich werde kein Laote werden, esse aber auch nicht jeden Tag Sauerkraut (eigentlich gar nicht, vom Reubensandwhich mal angesehen). Ich versuche die Sprache zu lernen, weil ich schon glaube, dass man sich in dem Land in dem man lebt zurechtfinden sollte. Außerdem erweitert die die Sprache den Erkenntnishorizont ungemein. Schon jetzt reichen meine Sprachfetzen, um mich mit den Nachbarn zu unterhalten. Dennoch schätze ich eine Pizza oder einen Rotwein. Ich mag auch saubere Restaurants und Klimaanlagen. Ich mag den Mittelweg. Es gibt nicht Schlimmeres als eine Kneipe voller Expats, aber auch nichts Schlimmeres als ein lokales Restaurant mit Karaoke.
Vietnamese Farmer
Die Welt ist nicht mehr Schwarz oder Weiß. Wer dem Laos von vor zehn Jahren nachtrauert, wo alles noch so ursprünglich war, verweigert einem Land nicht nur das Recht zum Fortschritt, sondern liegt auch falsch: Für die Menschen war es nicht schöner, sondern härter. Man sollte das immer bedenken, wenn man mit einem gewissen Zeitabstand ein Land erneut bereist. Es hat mit Respekt zu tun, dass man einem Land und seinen Bewohnern Entwicklung zugesteht. Lehmhütten im Reisfeld mögen sich auf einem Foto schön machen, aber warum dürfen die Bauern nicht in einem gemauerten Haus wohnen (das nach unserem Geschmack vielleicht kitschig aussieht, gerade in Vietnam). Aber so ist das nunmal. Es kann uns gefallen oder nicht, aber wir können nicht andere Länder verurteilen für den Weg den sie gehen. Mal abgesehen davon dass Glasbausteine auch in Deutschland mal ganz modern waren und Eternitplatten an den Häusern. Und der Haustyp Bungalow auch immer noch verwendet wird, obgleich schon sprachlich gar nichtt traditionell Deutsch.

Der Überbringer der schlechten Nachricht: Hängt ihn!

Filed under: Asien, Blogosphere, Journalismus — Thomaswanhoff at 11:03 am on Sunday, August 1, 2010

Ich frage mich, was der Hintergrund der Diskussion über Wikileaks ist: Dass die klassischen Medien mit so Internetfuzzies zusammenarbeiten müssen und so sauer darüber sind, dass sie deren Methoden in Frage stellen (und dabei vergessen, dass sie selbst eigentlich diesen Job zu erfüllen haben, aber längst nicht mehr tun).
Oder ist es das handfest Interesse der herrschenden Eliten, Geheimes geheim bleiben zu lassen (und dabei vor allem so ziemlich alles als geheim zu erklären, was man so tut)?

Derzeit sind es die Überbringer der schlechten Nachrichten, die gehetzt werden. Niemand stellt endlich den unsinnigen Afghanistaneinsatz in Frage, sondern die Veröffentlichung der Dokumente, die – unter anderem – zeigen, wie sinnlos dieser Krieg ist.

Dass die amerikanische Regierung schon längst Freedom of Speech gerne anderen Ländern predigt, im Land aber gerne mal Herren in dunklen Anzügen vorbeischickt, wenn etwas nicht passt, erleben wir ja schon seit einiger Zeit. Von Irak über Afghanistan bis hin zur Ölpest: Die Regierung will kontrollieren, wer was berichtet. Dass ihnen das (noch) nicht gelingt, ist eine andere und gute Sache.

In Deutschland wäre die Steuersünder-CD so ein Fall gewesen, nur hat da die Regierung sich gleich ganz auf die Seite der Kriminellen gestellt und Diebesgut gekauft. Früher nannte man das Hehlerei.

Warum mich das so aufregt: Ich lebe seit drei Jahren in Ländern, in denen zahllose westliche Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen Einheimischen etwas über Demokratie erzählen. Über Meinungsfreiheit. Eine kambodschanische Bekannte besucht in Deutschland Journalistenseminare. Und wundert sich dann, wenn ich ihr erzähle, dass man die investigativen Geschichten in Deutschland suchen muss. Dass klassische Journalisten nicht schreiben, sondern in der Mehrheit Agenturberichte umschreiben. Das der Staat Listen erstellt, was im Internet gesehen werden darf (zunächst noch limitiert auch Kinderpornos, aber wir wissen wohin das führen sollte).

Es freut mich dass ausgerechnet die deutsche Community zu den Hauptfinanziers von Wikileaks gehört. Solche Nichtorganisationen müssen unterstützt werden.

Das Internet hat es allen Regierungen schwer gemacht. Doch während der Westen sich diebisch freut, wenn aus Burma Emails über Aufstände nach draussen gelangen, beschliesst man in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung und in Amerika den Patriot Act.

Das leidige Thema Backpacker

Filed under: Asien — Thomaswanhoff at 1:00 pm on Monday, July 26, 2010

Ich poste hier mal was ich drueben bei Wanhoffs Reisen schon geschrieben habe.

Monks in a pagoda

Sie sind überall und denken, sie sind unglaublich cool: Backpacker. Was früher noch über 30jährige auf der Suche nach dem Sinn des Lebens waren, sind heute 20somethings auf der Suche nach Spaß. Und der soll bitte wenig kosten. Deshalb läßt man sich gerne in Drittweltländern nieder, wo Bier und Drogen günstig sind. Kambodscha, Vietnam und Laos sind da nur einige Länder, die unter Backpackern zu leiden haben.
Leiden? Ja. Denn der Backpacker lässt nicht wirklich viel Geld im Land. 10 Dollar pro Übernachtung, billiges Essen am Straßenrand (mit den bekannten Nebenwirkungen), billiges Bier am Abend.
Ich erinnere mich, wie es in Kambodscha fast jeden Tag zu Diskussionen mit Tuktukfahrern kam, weil Backpacker zu wenig bezahlen wollten (und zu blöd waren ihren ach so heiligen Lonely Plant zu lesen, in dem steht, dass man vorher einen Preis ausmachen soll).

Was aber gerade in Thailand, Laos und Kambodscha wirklich zu weit geht, ist das Benehmen der Backpacker. Natürlich sind damit nicht alle gemeint, aber aus eigener Erfahrung würde ich sagen es ist fast 50/50.

Die oben genannten Ländern sind buddhistische Länder, in denen Kultur und Tradition noch gelebt werden. Es bedarf eigentlich nicht viel, das zu respektieren. In Deutschland laufe ich nicht mit einer Bierflasche durchs Kloster oder hänge meine Baseballkappe ans Kruzifik. In Asien habe ich das gesehen. In Luangprabang scheinen Backpacker alle Manieren aufzugeben: Dort werden Mönche angefasst, festgehalten, vor die Kamera gezerrt, als ob das hier Disneyland wäre.

Liebe Backpacker, es ist schön das ihr reist, aber bitte befolgt eine paar simple Regeln:

Asiaten ist es peinlich nackte Haut zu zeigen UND zu sehen. Bitte bedeckt Oberkörper,( Schultern, Rücken, Brust und Bauch) und Oberschenkel mit Kleidung. (In Laos heißen Backpacker auch Monkeytails, weil die Männer ihr T-Shirt hinten in die Hose stecken und das wie ein Schwany herumbaumelt). Wer zuhause mit einer Jeans zufrieden ist, sollte die doch bitte auch in Asien tragen. Jeans sind robuts, lassen sich schnell waschen und trocken hier und schützen auch vor der Sonne.

Auch wenn die Asiaten gerne mal ein Bierchen trinken, muss man NICHT am helllichten Tag mit einer Bierflasche in der Hand auf der Straße herumlaufen.

Ein Wasserfall, ein Strand, ein kleiner Teich laden zum Schwimmen ein. Zum Schwimmen. NICHT zum FKK, Oben-Ohne-Baden. Auch nicht zum Bierflaschen-Weitwurf. Man wirft den Müll in Mülleimer oder nimmt ihn wieder mit.

Mönchen werden in Asien besonders respektiert. Nur weil ihr in Euren Heimatländern vielleicht noch keinen Mönch gesehen habt, müsst ihr hier die Mönche nicht wie Freiwild behandeln. Man MACHT NICHT ungefragt ein Foto von einem Mönch. Frauen fassen Mönche NIEMALS an. Westler müssen Mönchen auch nichts opfern, schon gar nicht schlechten Reis, den sie von einem windigen Händler am Morgen gekauft haben. Das Wesen der Opfergabe liegt unter anderem darin, dass man die Speisen selbst zubereitet hat.

Ein Kloster und ein Tempel sind heilige Orte und keine Yogaschule. Menschen beten dort. Man fasst KEINE Buddhastatuen an (und schon gar nicht am Kopf), man macht KEINE lustigen Fotos mit einer Buddhastatue (oder gar einem Mönch). Man zieht die Schuhe aus, wo es verlangt wird. Man bedeckt Schultern und Brust wenigstens mit einem Schal, wenn man schon meint im Tank-Top herumlaufen zu müssen.

Arme Menschen, vor allem alte arme Menschen, haben keine Rente und müssen deshalb oft bis ins hohe Alter arbeiten. Ihre Geld verdienen sie oft mit dem Verkauf von Losen oder Früchten oder was immer sich verkaufen läßt. Sie sind KEINE Fotomodels. Wer sie fotografiert, sollte wenigstens um Erlaubnis bitten und auch etwas kaufen von ihnen.

Kinder werden NIEMALS am Kopf angefasst.

Besucher und Expats aus dem Westen haben immer noch in Asien ein hohes Ansehen. Es wäre schön wenn es so bleibt.

Fuer diejenigen die es nicht glauben wollen: eben habe ich einen Bericht aus Vang Vieng bekommen, wo die Backpacker sich as Laos angeht besonders schrecklich benehmen; Die Folgen:

In the wake of increased rubbish dumping, local fishermen in Vangvieng district are being forced to fish with torches by night, so as to avoid stepping on broken glass. This makes their task very difficult as light can frighten fish, sending them darting every which way.

und weiter:

In an attempt to minimise damage to the surrounds, authorities have encouraged shop and bar owners to sell cans of beer instead of bottles, as they have a smaller impact on the environment. Many businesses along the river are abiding by the rules yet some still sell bottles to visitors because they can earn more profit doing so.
“The authorities have already put measures in place to ban shops and bars from selling bottled beer for visitors to take to the river, as the bottles which are often left in the water are damaging the environment. However, some shops have ignored the ban and we are looking for ways to reprimand them,” said Vangvieng district Deputy Governor, Mr Phonekeo Khounphon.:

Nachzulesen bei Laovoices.com

Sicherheitskonzepte bei Grossveranstaltungen

Filed under: Allgemein — Thomaswanhoff at 1:06 pm on Sunday, July 25, 2010

Ich habe 15 Jahre lang ein Rockfestival organisiert, mit bis zu 5000 Menschen. Das mag wenig klingen, ist es aber nicht, wenn es auf einer Burg stattfindet, und man durch Tunnel muss, um aufs Festivalgelaende zu gelangen.
Wir hatten im Vorfeld immer mit den Rettungsbehoerden nur ein Szenario durchgespielt, naemlich den Worst Case. Alle wollen zur gleich Zeit weg. Wir hatten dafuer zwei Tunnel zur Verfuegung. Die haben wir sorgfaeltig gemessen und simuliert, wieviele Menschen gleichzeitig durchkoennen. Das, und nur das limitierte die maximale Zuschauerzahl.
Man wird nicht ueberracht von zuvielen Zuschauern, wenn man ordentlich plant.
Man stellt auch keine Zaeune auf, die das ganze noch schlimmer machen. Im Gegenteil, man braucht immer weiter Flaechen. Zuschauer finden ihren Pfad wenn sie zum Gelaende kommen, wenn es aber eine Panik gibt wollen sie nachs rechts und links. Da entstehen die Probleme, nicht in der Mitte.

Das ist 1×1 fuer Veranstaltungen. Ich frage mich ob es Profitgier war, Ahnungslosigkeit oder Inkompetenz, die in Duisburg herrschten. Herr Schaller gehoert in U-Haft, und der OB sollte schleunigst zuruecktreten. Leider kann man Politiker strafrechtlich ohnehin kaum belangen (und mir kann keiner erzaehlen dass ein OB sich nicht fuer das Sicherheitskonzept interessiert bei so einer Veranstaltung).

Junge Asiatinnen und ältere Männer

Filed under: Asien — Thomaswanhoff at 4:23 am on Monday, July 19, 2010

Karl and Thea

Das Bild zeigt meinen Freund Karl und seine Frau Thea aus Phnom Penh. Beide sind altersmäßig nicht weit auseinander, als passt es nicht ganz so gut. war aber das einzige Bild eines deutsch-asiatischen Paares dass ich hier zur Verfügung hatte.

Ich habe vor einigen Tagen ein interessantes Gespräch mit meiner laotischen Nachbarin gehabt, dass ich übrigens so schon öfter gehört habe. Sie ist 31 Jahre alt und möchte gerne einen Ausländer heiraten. Am liebsten über 50 Jahre alt.
Im Westen pflegt man ja gerne das Vorurteil dass es die Männer sind, die sich die jungen Dinger holen. Tatsächlich aber wollen das auch nicht wenige Frauen in Asien. Warum?
Zum einen bietet es ihnen, so glauben sie, wirtschaftliche Sicherheit. Wer mitten im Leben steht, hat sein Einkommen. Der verdient genug, um die Familie zu ernähren (und da Ausländer per Definition in Asien als wohlhabend gelten, ist ein älterer Ausländer doppelt sicher).
Zum anderen haben im Glauben meiner Nachbarin und vieler, mit denen ich gesprochen habe, ältere Männer ihre schlimmste Zeit hinter sich. Junge Männer in Vietnam, Kambodscha und Laos gelten bei den Frauen gerne als zu trinkfreudig. “Die wollen nur ihren Spaß haben und kümmern sich nicht um Frau und Familie”, sagt meine Nachbarin. Ich kenne solche Fälle, aber auch andere.
Schließlich geht es auch um Lebenserfahrung. Alte Menschen werden in Asien sehr respektiert, weil man ihre Erfahrung schätzt. Das spielt auch eine Rolle bei der Partnerfindung.

Damit sei nicht gesagt dass alle Asiatinnen einen älteren Mann aus Europa oder USA suchen. Es geht mir eher darum, ein anderes Licht auf das bestehenden Vorurteil zu werfen, Männer kauften sich nur eine Frau in Asien.

E-Postbrief: Zustellung gerne auch per Pferdekutsche?

Filed under: Blogosphere — Thomaswanhoff at 11:20 am on Wednesday, July 14, 2010

Ich weiß ja nicht welcher ehemalige Postbeamte diese Unsinn erfunden hat, aber was die Deutsche Post mit dem E-Postbrief abliefert, ist per Lichtgeschwindigkeit in die Vergangenheit gereist.

Alle Nutzer müssen sich per Postident-Verfahren mit Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale identifizieren – erst dann wird das E-Postbrief-Konto freigeschaltet. So wird die Identität der User zweifelsfrei festgestellt – und anonyme Mails, Spams oder Adressdiebstahl sind beim E-Postbrief nicht möglich. In der Startphase erhalten User nach der Namensreservierung einen Freischaltcode per Brief zugesandt

Danke, komplizierter geht es wohl nicht.

Aber es kommt noch besser. Die Emails werden nämlich gerne auch ausgedruckt:

Ein E-Postbrief kostet genau wie der herkömmliche Brief 55 Cent. Nutzer können wählen, ob ihr Brief elektronisch an ein anderes E-Postbrief-Konto zugestellt wird oder von der Deutschen Post ausgedruckt und per Briefträger zugestellt wird. Dabei bleibt der Preis der gleiche. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke werden extra berechnet.

Liebe Post. Erstmal sind Emails per https und SSL-Verschluesselung schon recht sicher. Mit PGP geht es sogar richtig gut verschlüsselt. Warum aber soll ich eine Email an jemanden schicken der gar keine Email hat? Warum soll ich 55 Cent für eine Email bezahlen an jemanden der Email hat?

Ok ihr wollt einfach Briefe versenden, aber das geht doch jetzt auch schon??

“Wir machen sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich – das ist eine Revolution”, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL.

Das ist glatt gelogen, und zwar wider besseren Wissens. Und dreist ist es auch noch.

Das man das “So funktioniert” Video als WMV herunterladen kann verstärkt noch den Eindruck, hier handelt es sich um ein zukunftsfähiges Unternehmen.

(Ich verstehe nicht warum die Post statt einen auf Massenmark zu machen nicht einfach erklärt dass es sich hier um eine eher spezielle Lösung für Unternehmen handelt)

Next Page »