Man kann es machen wie der Spiegel, dessen Mitarbeiter ja bei Einstellung einen Empörungstest machen müssen, und eine Geschichte wie die um die “I am rich” – für das iPhone so schreiben, dass man empört ist. Wer es nicht weiss: I am rich ist ein Programm fürs Iphone, das nichts macht ausser eine rote Grafik zeigen – kostet(e) aber 999.99 Dollar. Jetzt gibt es wohl acht Vollidioten, die dieses Programm gekauft haben. Und einer – ein Deutscher natürlich – beschwert sich: Er habe aus Spaß auf “Kaufen” geklickt. Und fühlt sich hintergangen, betrogen, was auch immer.
Deutschen Humorlosigkeit per se zu unterstellen ist aber hier fehl am Platze: Denn es war ebenfalls ein Deutscher, der das Programm geschrieben hat. Seine Begründung: “I found that some users complain about prices for iPhone applications above 99 cents,†Mr. Heinrich said. “I regard it as art. I did not expect many people to buy it and did not expect all the fuss about it.†und weiter: “Mr. Heinrich was bombarded with e-mail and phone messages, “many of them insulting,†he said. “It’s O.K. to return the money. I did not want to harm anybody with my app.â€
Es gibt einigen Schrott im App-Store, und ja, Apple wäre gut beraten wirklich zu prüfen, was sie da anbieten, aber die Kritik ausgerechnet an einem Produkt aufzuhängen, was offensichtlich ein Scherz ist, zeugt mal wieder von journalistischem Herdentrieb. Dann muss ja halt ich recherchieren und sich wirklich mal mit den Apps beschäftigen.
Was die Käufer angeht, würde ich mich wirklich fragen, ob diese noch voll geschäftsfähig sind.


